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Häuptern btt hohenzbllern'schen Fürstenhäuser; cV and den Häuptern der früher reichSständiichc- &c schlechter in Preußen; d) auS den Häuptern Dir Familien, denen das Recht auf Sitz uno Stimme in der ersten Kammer in Lineal-Erbfolge verliehen wird; e) aus Abgeordneten solcher corporativen Verbände des alten und befestigten Grundbesitzes, welchen der König das Recht auf Vertretung in der ersten Kammer außer den mit Virilstimmen Be- liehenen beilegt; f) auS Abgeordneten solcher Städte und Universitäten, welchen das Recht auf Vertretung in der ersten Kammer vom Könige ver- liehen wird; g) auS solchen Mitgliedern, welche der König auf Lebenszeit oder auf die Dauer ihres Amtes ernennt. 3) Bildung der ersten Kammer nach §. 1 tritt am 7. Augnst 1852 ein. Bis zu diesem Zeitpunkte verbleibt eS bei den Wahlge- setzen für die erste Kammer vom 6. Dec. 1848 und 30. April 1851. Motive: Beseitigung der Be­schränkungen der Krone. Graf von AlvenSleben, « Stahl, Freiherr von Gaffron, als Antragsteller. Unterstützt durch zweiundvierzig Mitglieder.

Wie gestern die Weser-Zeitung so schreibt heute auch die Lith. C.: Die Verhandlungen wegen des Anschlusses von Oldenburg an den zwischen Preußen und Hannover geschlossenen September­vertrag haben bekanntlich in der letzten Zeit Stö­rungen erlitten, die zu der Annahme Veranlassung geworden sind, daß Oldenburg den Plan eines Bei­trittes vollständig aufgegeben habe. Nach allem, waS wir darüber vernehmen, sind die Verhältnisse jedoch nicht von der Art; es ist vielmehr Besei­tigung der vorhandenen Differenzen ehestens zu er­warten.

Die Rückkehr der Bundestruppen auS Schles­wig-Holstein, resp. auS Hamburg, wird nach Ueber» gäbe der gesummten Autorität in den Herzogthü- mern an den König-Herzog sofort nach Maßgabe der vorhandenen Transportmittel erfolgen. Seitens des königlichen Kriegsministeriums sind in dieser Beziehung Dispositionen bereits getroffen.

Der König ist nach Altenburg gereist.

Dem Magdeburger Korrespondenten wird von Verhandlungen geschrieben, welche gegenwärtig in London mit größtem Eifer wegen der Neuenburger Angelegenheit gepflogen würden.

Der Polizeicongreß hat, wie wir auS dem C.-B. ersehen, schon sein Ende erreicht. Die aus­wärtigen Mitglieder desselben sind durch Herrn v. Hinckeldey Sr. Majestät dem Könige vorgestellt worden, und bereits auf ihre Posten zurückgekehrt.

Altona, 8. Febr. Nach einer Correspondenz des „Fr. I." wird der Aufenthalt des Grafen MenS- dorff-Pouilly in Kiel nur von sehr kurzer Dauer sein. Sobald er im Verein mit dem Grafen von Thümen die Regierung von Holstein dem Grafen Criminil übergeben haben wirb, wird er nach Rends­burg sich begeben, um die nöthigen Ordre wegen des Abmarsches der österreichischen Truppen zu er­lassen. Auch der Graf von Criminil wird sogleich nach Uebernahme der Regierung nach Kopenhagen zurückgehen, um die näheren Verabredungen in Be­treff der Ordnung der Dinge in den Herzogtümern mit den übrigen Ministern zu treffen, worauf der Graf Criminil wohl nochmals nach Kiel kommen wird, um eine Behörde daselbst zu installiren, welche die von ihm ausgehenden Verordnungen zur Aus­führung zu bringen haben wird; denn der Graf selbst wird in Kopenhagen restdiren. Ausweisungen dürften wohl nur sehr wenige stattfinden, wie über­haupt ein sehr mildeS Regiment beabsichtigt wird.

Wie eS heißt, Hal der dänische GenS« d'arm, welcher sich im vorigen Herbste die in den Zeitungen vielbesprochenen Gewaltthätigkeiten gegen die Frau deS Dr. de la Motte in Boel zu Schul­den kommen ließ, jetzt sein Urtheil erhalten. Es lautet auf — neun Tage Haft und Entfernung auS dem Dienste.

Wien, 8. Februar. Gestern fand bereits die zwanzigste sogenannte Hauptsitzung des Zollcongres- seS statt. ES heißt, mehrere Bevollmächtigte hätten über die Sachlage der Verhandlungen an ihre Re­gierungen Bericht erstatte) und erklärt, eS seien diese mit dem Gang der Verhandlungen vollkommen einverstanden.

H r an f r e $ â

Paris, 8 Febr. Es scheint, daß die Regierung nicht ganz ohne Besorgniß wegen des Ergebnisses der bevorstehenden Wahlen ist, da die „Patrie" heute eine zweite (die erste war vom "Constitutionnel" auSgegangen) Aufforderung an die Wähler ergehen läßt, worin sie ihnen warnend zu bedenken gibt, daß, wenn ihre Wahl nicht den Erwartungen deS Staatsoberhauptes entspreche, alles von vorn an­gefangen werden müsse. Wie eS heißt, will man hier als Gegen, Canvidaten gegen jene der Re­gierung unter Anderen C. Perier, Montebello und Leon Faucher aufstellen; letzterer hat jedoch feine Zustimmung noch nicht gegeben.

Die „Presse" theilt mit, daß der Papst dem berühmten Kanzelredner Abds Lacordaire, welcher

der Regierung LoniS Napoleon'S durch seine Vor­träge unbeliebt geworden war, eine Miision außer­halb Frankreichs übertragen hat. Abbs Lacordaire ist, wie man vernimmt, mit einer Inspektion der Dominikanerklöster beauftragt worden.

General Castell ane, Oberbefehlshaber deS HeereS von Lyon, ist in Paris eingetroffcn, wo er zwei oder drei Tage verweilen wird.

Paris, 9. Febr. Die Beziehungen deS jetzigen Justizministers Abbatucci zu dem Präsidenten der Republik sind keineswegs so alt, als man nach den neuesten Begebenheiten schließen sollte. Bekanntlich hat L. Bonaparte nach seinem unglücklichen Versuche von Boulogne der republicanischen Partei in Frank­reich Eröffnungen machen lassen und sich mit LouiS BlancS, Georges Sand gc. in Verbindung gesetzt. Einer der vertrautesten Freunde L. Bonaparte'S in der damaligen Zeit war Peauger, Präfekt unter Cavaignac und der Regierung deS 10. December bis zum 31. Mai 1850 , wo er seine Entlassung aus Veranlassung deS neuen Wahlgesetzes gab und sich von L. Bonaparte in einem offenen Schreiben lvSsagte. Peauger besuchte L. Bonaparte öfters in Ham. Bei einer dieser Gelegenheiten bat ihn der jetzige Präsident der französischen Republik, seinen Landsmann Abbatucci zu sprechen und ihn für sich zu gewinnen. Peauger ging nach Orleans, wo Abbatucci damals Präsident des AppellationShofeS war. Abbatucci empfing den Abgesandten L. Bo- naparle'S mit großer Zurückhaltung; obgleich er ihn seiner großen Achtung und Anhänglichkeit für den Prinzen L. Napoleon versicherte, so wollte er doch keineswegs mit demselben in Briefwechsel treten. Er schützte seine amtliche Stellung vor, bat aber Peauger, nach Ham zu gehen und L. Bonaparte die Gefühle der tiefen Ergebenheit für seinen Person und Familie darzubringen. Peauger hielt eS nicht der Mühe werth , nach Ham zu gehen, sondern schrieb L. Bonaparte einfach, er könne auf Abbatucci nicht zählen. Seit jener Zeit hatten der jetzige Präsident und Abbatucci keine Verbindungen. Der 10. December näherte jedoch Beide wieder. Abba­tucci eilte nach der Jnstallirung L. Bonaparte'S nach dem Elysee und erinnerte denselben an die Unterredung, die er mit Peauger gehabt, und bat den Präsidenten, ganz auf seine Ergebenheit zählen zu können. L. Bonaparte nahm die Anerbietungen Abbatucci'S auch an, und seit jener Zeit gehört der ehemalige Präsident deS AppellationShofeS von Bor- deaur, wenn auch nicht zu den eifrigen, doch zu den entschiedenen Anhängern deS Elysee. Sein ehemaliges zurückhaltendes Wesen hat man ihm 'n Anbetracht seiner neuen Dienste verziehen.

Die Bürger Marc-Dufra is se und Grep- po, welche nach Cayenne deportirt werden sollten, sind begnadigt worden, sie werden dafür auf ewige Zeiten auS Frankreich verbannt. — Im Laufe von vierundzwanzig Stunden haben zwei Mordversuche gegen die bei einem der hiesigen Forts stationirten Schilbwachen stattgefunden. Man vermuthet eine Verschwörung gegen das Militär und empfiehlt ein­zeln ausgehenden Soldaten, die in letzter Zeit sehr häufig angefallen wurden, die größte Vorsicht. — Man glaubt, daß im gesetzgebenden Körper auf neun mit der Regierung stimmende Abgeordnete ein OppositionSmann kommen wird. In Paris wird der General Cavaignac als Kandidat auf­treten.

Paris, 9. Febr. Die Regierung hat folgende telegraphische Depeschen erhalten : „Madrid 6. Febr., 4 Uhr Nack' in. Als man den Verband von der Wunde der Königin nahm, sand man dieselbe zu­geheilt; das Fieber ist verschwunden". „Madrid, 7. Febr , 7 Uhr früh. DaS Befinden der Königin ist fortwährend gut" „Madrid, 7. Febr., halb 3 Uhr Nachm. Der Verbrecher, welcher ein Attentat auf das Leben der Königin machte, ist heute Nach­mittag um ein Viertel nach ein Uhr hingerichtet worden".

Einer der ersten Wundärzte von Paris ist vor­gestern, vom spanischen Gesandten, MarquiS von ValbegamaS, abgcschickt, nach Madrid gereist. UebrigcnS sind heute Nachmittag um 3 Uhr auf telegraphischem Weg auS Madrid vom 8. d. M. die beruhigendsten Nachrichten über das Befinden Kö­nigin hier eingegangen.

Der Prinz-Präsident hat die Strafe deS zur Deportation verurteilten Peyronni umgewandelt, und dies der Gattin desselben durch seinen Adjutan­ten , General Roguet, schriftlich miltheilen lassen.

General Lamoriciere ist mit sehr erschütterter Gesundheit nach Brüssel zurückgekehrt. Auf der Eisenbahn in VervierS angekommen, befahl) er sich so unwohl, daß er auS einem Wagen in den an dern getragen werden mußte.

Spanien.

Madrid, 4. Febr. DaS Befinden der Königin ist durchaus beruhigend. Die Heilung der Wunden schreitet so rasch vorwärts, daß die Aerzte der Mei­nung sind, die Königin werde schon in einigen Ta­

gen ihre fromme Wallfahrt nach der Atochakirche unternehmen könne.

AlS der Mörder der Königin heute aus dem Gefangnenhause nach dem Criminalgefängnisse El Saladero abgeführt wurde, hatte die ihn begleitende Kavallerie-Escorte vollauf zu thun, ihn gegen die Wuth des Volkes zu schützen. Mehrere Männer fielen mit Messern bewaffnet über den Wagen her; die Escorte mußte die Säbel ziehen und scharf la­den. Die Soldaten riefen: „Es lebe die Königin"! Begeistert stimmte das Volk mit ein, und da erst ließ man den Gefangenen weiter ziehen.

Die gerichtliche Verhandlung begann um 5 Uhr Nachmittags, vor Hrn. AurioleS, dem Richter erster Instanz dieses DistricieS; fie endete um 7 Uhr mit der Verurtheilung des Angeklagten als KönigSmör- berS zu gesetzlichen Degradation und zum Tode durch Erdrosselung ; die Hinrichtung solle stattfinden vor dem St. Barbaraihore. DaS TodeSurtheil wurde dem Gefangenen in dessen Zelle veilesen. Nur wenige Personen waren bei der gerichtlichen Verhandlung zugegen, des beschränkten Raume« wegen, in welchem sie vorgenommen wurde. Ein Advokat, NamenS Udueta, war mit der Vertheidigung Merin o'S beauftragt. Die Protokolle und das Ur­theil wurden um 8 Uhr dem Präsidenten des Ober- tribunalS zur Revision übersandt, und eS wird auch diese Instanz rasch durchgemacht werden. ES hat noch nichts darüber verlautet, ob der Mörder Ent­hüllungen gemacht habe.

Ueber das frühere Treiben deS Mörders brin­gen wir noch Folgendes : Sein vollständiger Name ist Marlin Merino y Gomez. Im Anfänge dieses Jahrhunderts trat er in das Franziscanerkloster in Santo Domingo de la Calzado ein. Im Jahre 1813 wurde er in Cadir zum Priester geweiht. Er bekleidete, als er wegen seiner Theilnahme an den liberalen Insurrektionen nach Frankreich auSgewan- dert war, die Stelle eines Pfarrers zu Saidental, in der Nähe von Bordeaux; er versah diese Stelle elf Jahre lang. Als er nach Spanien zurück­kehrte , war er im Besitze nicht unbeträchtlicher Summen; später gewann er in einer Lotterie 5000 DuroS. Trotz der Amnestie hatte sich derselbe erst während der Herrschaft Espartero'S nach Spanien zurückgewagt. Gleich nach seiner Rückkehr wurde eS alS Caplan bei der Pfarrkirche zum Heil. Seba­stian angestellt, bei welcher er bis zum Jahre 1844 verblieb. Die geistliche Oberbehörre sah sich da­mals genöthigt, ihn von dieser Kirche nach der am anderen Ende der Stadt liegenden San-Milian- Kirche zu versetzen. Er trieb bedeutenden Wucher und verfolgte die, welche ihn nicht zur gehörigen Zeit bezahlten, mit beispielloser Härte. Dieserhalb wurde er eines Tag»s öffentlich geohrfeigt. Martin Merino ist groß und hager, hat schneeweißes Haar, sieht aber trotz seiner 63 Jahre noch sehr kräftig und gesund aus. Wie er zu den bebentenven Sum­men gelangt, welche in seinem Hause vorgefunden worden, darüber will er gar keine Auskunft geben. Er war von jeher ein widerspânstiger, intoleranter, zorniger und streitsüchtiger Mensch, sehr unfreund­lich im Umgang? und dieser seiner Eigenschaften we­gen sehr unbeliebt. In seiner Kleidung war er von jeher nicht allein nachlässig, sondern sogar unrein); nähere Bekannte hat er keine. Täglich besuchte er das Lesecabinet de San Felipe, affectirte eine gewisse philosophische Bildung, die in der Wirklich­keit jedoch nur sehr oberflächlich war. Gegen die Männer der sranzösischen SchreckenSzeit hegte er die größte Verehrung, und die Porträts derselben sind die einzigen Bilder, welche die kahlen Wände seiner Wohnung bedecken. AlS er befragt wurde, warum er den Mord beabsichtigt habe, antwortete er ganz einfach, weil er die Abgötterei, welche die Menschen mit der Monarchie treibe, nicht länger habe ansehen können; er habe beabsichtigt, die Menschheit von dem Wahne zu befreien, daß einem Fürsten zu die­nen, Treue sei. AuS allem diesem geht hervor, daß dieser Mensch ein eingefleischter Rother sein muß.

Der Senat hat in der St. Jfidorkirche eine Messe feiern lassen, um Gott für Vie Errettung der Königin zu danken. Die Granden von Spanien haben den Antrag gestellt, daß in der Atochakirche die Hostie ausgestellt werde, damit die Bevölkerung Madrids vor ihr Dankgebete verrichte.

Madrid, 7. Februar, 2% Uhr Nachmittags. (Tel. Dep.) Der Verbrecher, welcher den Mord­versuch gegen die Königin machte, ist diesen Mittag um I V« Uhr hingerichtet worden.

Merino soll ein Neffe deS bekannten carlisti- scheu GuerillaführerS und Pfarrers Merino gewe­sen «sein. - A

(Großbritannien

London, 10. Febr. (Tel. Dep. d. Fkft. Bl.) In der heutigen Sitzung deS Unterhauses wurde vom Ministerium die Reformbill für die Wah­len zum Unterhaus vorgelegt. Die Hauptbestim­mungen der Bill sind: Der seitherige CensuS für die Wahlberechtigung soll um die Hälfte herabgesetzt werden, die Ab­stimmung bei den Wahlen geheim sein.