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Bürgers, welche in einem Putzgeschäfte zu Teterow conditionirte, am Donnerstag vor 14 Tagen tw’ Majestätsbeleidigung in das Criminalgefângniß zu Bützow abgeführt. Ihr Vater, welcher erst in diesen Tagen im Privatwege Nachricht von der Verhaftung seiner Tochter erhielt, ist nach Bützow abgereist,, um die Freilassung derselben auS der Untersuchungshaft zu erwirken. — Eine spätere Nachricht der „R. Z." über diesen Fall lautet: Dem hiesigen Bürger, welcher nach unserer obigen Mittheilung nach Bützow gereist war, um die Be­freiung seiner dort wegen MajestätSbeleivigung seit 8 Wochen in Untersuchungshaft befindlichen Toch­ter zu erwirken, ist dies nicht gelungen, ihm auch der erbetene Zutritt zu seiner Tochter nicht gestaltet worden.

Hamburg, 7. Febr. Den Hamb. Nachr. zu­folge ist der Generalmajor von der Horst, welcher nach Auslösung der schieSwig-holsteinischen Armee seinen Wohnsitz in Hamburg genommen hat, be, denklich erkrankt. Die Veröffentlichung seiner Me­moiren über den letzten Feldzug wird jedoch nicht durch die Krankheit verzögert: dieselben sind be­reits zum Druck fertig und werden in einem Bande erscheinen.

Von der Elbe, 2. Febr. (A. Z.) Es ist nun bestimmt, daß die ErecutionStruppen zum 15. d. M. ihren Abmarsch beginnen werden, und eS sind be­reits alle Vorbereitungen dazu getroffen. Die Festung Rendsburg dürfte vielleicht nicht ausdrück­lich zur Bundesfestung erklärt, aber in den Ver- tragSarrikeln die Bestimmung aufgenommen werde», daß dieselbe durch Truppen deö holsteinischen Bun- deScontingentS, über welches dem König von Däne­mark als Landesherrn der Oberbefehl zusteht, be­setzt werde.

Der Eindruck, welchen das vom König bestä­tigte Programm des neuen dänischen Ministeriums in den Herzogthümern hervorgebracht, ist im Allge­meinen ziemlich günstig. Es sehnt sich Jedermann darnach, auS den leidigen provisorischen Zuständen endlich herauszukommen, und wenn auch nicht alle patriotischen Wünsche und Hoffnungen erfüllt sind, so ist doch der nationale Parteihaß, welcher im Jahr 1848 den Krieg heraufbeschworen hat, in Däne­mark selbst jetzt auS den officiellen Kreisen ver, drängt, und einer versöhnlichen Politik die Bahn geebnet.

Besonders für Schleswig werden nun bessere Tage kommen, und dem neuen Minister Graf Karl Moltke wird eS weder an dem festen Willen noch an der nöthigen Vollmacht fehlen, um in diesem unglücklichen Lande durch Beseitigung der in den letzten Jahren eingeriffenen Beamtenwillkür und ge­waltsamen Demoralisation einen geordneten RechtS- zuftand und Versöhnung der nationalen Elemente herbeizuführen. Von der richtigen Wahl eines Re­gierungspräsidenten wird allerdings viel abhängen.

In Kopenhagen scheint indeß die neue Wendung deS politischen SvstemS nicht ganz ruhig vorüber­gehen zu wollen. Das neue Cabinet wird noch einen harten Strauß mit dem national-inspirirten Reichstag zu bestehen haben.

Ratzeburg, 1. Febr. Durch die kgl. Prokla­mation vom 28. v. M., betreffend die Lösung der dänischen Krisis, ist rücksichtlich deS HerzogthumS Lauenburg nichts Neues bestimmt worden. Der Graf Reventlow-Criminil versah früher schon alS landesherrlicher Commissär für Holstein im Herzog- thum Lauenburg dieselben Functionen, welche durch jene Bekanntmachung demselben neuerdings über­tragen worden sind. Die Lauenburgische Berfas« sungSfrage bleibt demnach noch immer in suspenso. Die Entscheidung darüber soll nach vorangegangener verfassungsmäßiger Verhandlung mit der Rilter- und Landschaft bekannt gemacht werden, und sind die Vorschläge der diesseitigen Männer unerwähnt geblieben.

Wien, 5. Febr. (Lpz. Z.) Die zur Beilegung der zwischen Wien und Konstantinopel herrschenden Differenzen angeknüpften Verhandlungen dürsten sich den neuesten Berichten zufolge in die Länge ziehen; gewiß ist eS, daß Graf Rechberg nicht vor dem April seinen Posten in Stamdut zu übernehmen hofft. Thatsache ist eS, daß man in Wien gegen­wärtig mehr verlangt, als die Aufrechthaltung der Verträge von Paffarowitz, welche bekanntlich für die Grenzbewohner sehr günstig sind. Auch soll man sich in Konstantinopel eben nicht sehr geneigt zeigen, die Entschädigungsansprüche anzuerkennen und zu realisiren, welche die kaiserliche österreichische Re­gierung zu Gunsten ihrer Unterthanen erhebt, die aus Anlaß der bosnischen Unruhen Schaben gelit­ten haben. Die kaiserliche Regierung hatte über- dieß gleich, als die Verhandlungen ihren Anfang genommen haben, an die Pforte daS Ansuchen ge­stellt, den Erpressungen gegen die in Bosnien leben­den Christen Schranken zu setzen, und Reschid Pascha erklärte auch in einer Zuschrift an den Hrn. v. Kletzl, interimistischen Geschäftsträger in Kon­stantinopel, die darauf Bezug habenden Befehle dem Omer Pascha bereits zugeschickt zu haben; kurze

Zeit darauf besetzt eine türkische Cavallerieabiheilung Banjaluka, verhaftet 600 Christen und führt sie geschloffen nach Sarajevo. Daß dieses Ereigniß um so stöhrendrr auf den Gang der Verhandlungen einwirken mußte, ist begreiflich, da unter den Ge­fangenen sich mehrere österreichische Unterthanen be­finden. Osficielle Eröffnungen über diesen Vorfall sind in Wien noch nicht eingetroffen.

Wien, 5. Febr. Die Oesterreichische Corresp. schreibt: Heute Morgen wurden hier in Folge kriegSrechtlich bestätigten Urtheils zwei Individuen wegen erwiesenen HochverratHS durch den Strang hingerichtet. Einer dieser Verbrecher war M. Pi« ringer, auch Patacky genannt, der zu Rendsburg k. k. Soldaten zum Treubruch zu verleiten gesucht hatte. Er stand im genauesten Einverständniß mit Kossuth, der ihn ausdrücklich als Emissär bestellt hatte, um später die österreichischen Staaten zu re­volutionären Zwecken zu bereisen. Laut eines von der Propaganda entworfenen Planes hätte der re­volutionäre Ausbruch schon Ende 1851 erfolgen sollen, und PiringerS Absicht war namentlich auf das Militär aufrührerisch einzuwirken.

Der zweite Hingerichtete, Namens Julian Goslar, ward bereits zweimal amnestirt. Nichts­destoweniger trug er sich mit dein Gedanken den Aufruhr in Oesterreich, Preußen und Rußland, im besonderen Hinblick auf Polen, anznfachen. Er be­schäftigte sich mit der Bereitung von starken gläser­nen Hohlkugeln, die als HandwurfSgeschütz hätten gebraucht werden sollen, trachtete diverse hochver- rätherische Verbindungen anzuknüpfen, durchzog mit mehreren seiner Genossen bewaffnet Galizien, und machte Gelderpressungen; einem Krakauer Handels­mann hat er auf diese Weise 10,000 fl. C.-M. ab. genöthigt.

Se. k. Hoheit der Erzherzog Ferdinand Mar ist auf der Fregatte VenuS am 28. Januar in dem Hafen von Lissa an der Küste von Dalmatien ein« getroffen; gleichzeitig liefen mit ihm die Fregatte Novara, die Corvette Diana, die Brig Huzar und die Goelette Elisabeth ein.

Dänemark.

Kopenhagen, 3. Februar, Abends. Eben so resultatloS, wie d>e gestrige Berathung deS Lands« thingS über die von H. P. Hansen eingebrachte Interpellation schloß auch die heute im VolkSthing in Veranlassung der von Krieger und Monrad an daS Ministerium gerichteten Interpellationen ge­führte Debatte. Heute war eS der Premierminister und Minister dsS Auswärtigen, Bluhme, allein, der die Vertheidigung des königl. Manifestes vom 28. Januar übernahm.

Krankreich

Paris, 7. Febr. Wie der „Constitutionnel" mittheilt, ist im Staatsministerium ein Entwurf für Regulirung der officiellen Costüme (StaatSuni- formen) ausgearbeitet worden. DaS offizielle Co­stüme besteht gleichförmig für alle Grade auS einem graben Fracke (frac droit) mit Knöpfen, auf wel­chen ein Adler, auS Beinkleidern mit Streifen an den Seiten, dem französischen Hut, geschmückt mit weißer oder schwarzer Feder, aus einem Degen mit vergoldetem oder versilbertem Griffe; durch Sticke­reien von Gold, Silber, blauer oder rother Seide, Oliven«, Eichen - und Palmblätter werden die ver­schiedenen Corps und Grade bezeichnet werden. Der „Constitutionnel" behandelt diesen Gegenstand in einem langen Artikel mit der Ausführlichkeit und Zierlichkeit, die einem Modejournal Ehre machen würde.

Dasselbe Blatt berichtet auch über die Aende­rungen, welche für die Uniform der Nationalgarde bestimmt worden sind. Der Leibrock wird beibehal­ten; doch wird der Kragen nun von demselben Blau, wie der Leibrock und durch Agraffen geschlossen sein; die Knöpfe weiß, sind mit dem Adler, ohne Umschrift, geschmückt; an den Seiten der Beinkleider rothe Streifen; die Epauletten weiß, der Tschako von blauem Tuch, in der seitherigen Form, mit einem weißen metallenen Schilde, auf welchem ein Adler und die Nummer deS Bataillons; der Tor­nister von schwarzem Leder; die Waffen wie seither u. f. w. Der Präsident deS AppellationShofeS hat wie die „Gazette des Tribunaur" berichtet, an das Barreau der Abvocaten ein Schreiben gerichtet, wo­nach die Advocaten fortan vor den Gerichtshöfen nur in dem von den Gesetzen vom Nivose deS J. XII und vom 30. März 1808 bestimmten Co­stüme erscheinen sollen.

Prinz Napoleon Bonaparte, Vetter deS Prâst- deuten der Republik ist am 5. d. M. von Paris zu Calais eingetroffen; er schiffte sich noch an dem­selben Tage nach Dover ein. Dem Vernehmen nach ist er mit einer Specialmisston nach London beauftragt.

Der „Union" zufolge;foü nächster Tage ein Dekret im „Moniteur" den Ausbau des Louvre an­

ordnen. Die Arbeit soll unverzüglich in Angriff genommen werden.

„PayS" meldet, daß der 24. Febr. nur durch eine Leichenfeier zu Ehren der an diesem Tag ge­fallenen Opfer gefeiert werden wird.

Delpech, Advocat auS Agen, der seit einiger Zeit sehr zurückgezogen in Bordeaur lebte, ist un­erwartet nach der spanischen Grenze abgeführt wor­den. Er scheint bei den Unruhen im Lot- und Ga­ronnedepartement compromittirt zu sein.

Die Einberufung deS GeneralratHS deS Cher- departementS ist durch Dekret deS Präsidenten der Republik zurückgenommen worden.

Paris, 7. Februar. Nach neueren Mittheilun­gen heißt der Mörder der Königin von Spanien Martin Merino, ist etwa sechSzig Jahre alt und ein demagogischer Fanatiker, der zu den Zeiten der napoleonischen Invasion, alS alle Bande der Ord­nung und Disciplin erschlafft waren, in ein Kloster trat, ohne je die Weihen empfangen oder ein geisti­ges Amt versehen zu haben. In der letzten Zeit trieb er sich heimathlos herum, nachdem er schon im Jahre 1822 wegen eines Mordversuchs aus Ferdinand VII. in Untersuchung und im Jahre 1842 eines Attentats gegen die Königin Mutter und Narvaez verdächtig gewesen war. Seine dema­gogischen Ansichten sind bekannt. — Bon heute nichts Neues von Bedeutung.

Die Mittheilung des Moniteur, daß alle Ge­rüchte über die etwas gewagten Finanzpläne des Präsidenten unbegründet seien, hat den besten Ein­druck hervorgebracht und der Präsident hat damit die vornehmen Banquiers und Kaufleute wieder ge­wonnen. Schon vorgestern ließ der Finanzminister, Herr Bineau, den Banquier Hortinger zu sich ent« bieben und bat ihn in allen ihm befreundeten Krei­sen diesem Gerede entschieden zu widersprechen. — Auch die KriegSgerüchte erhalten sich mit großer Hartnäckigkeit, eS ist indessen darüber nichts mehr zu sagen. AlS der Präsident neulich in einer Ge­sellschaft über den britischen KriegSschreck scherzte, erzählte er, daß während seines Aufenthaltes in England ein Gentleman fein Schloß befestigt hatte, weil dieser Landjunker eine französische Invasion be­fürchtete. Und daS geschah zu den Zelten LouiS Philipps, welcher der „Entente cordiale" so schwere Opfer gebracht hat!

Lord Cowley, der neu ernannte britische Bot­schafter bei der französischen Regierung, ist, wie man versichert, morgen (Sonntag) im britischen BotschastS- Hotel erwartet.

Spanien.

Madrid, 2. Febr. Die Franks. Bl. bringen Folgendes über daS Attentat auf die Königin: Ein schändliches Verbrechen hat die Hauptstadt in Be­stürzung versetzt. Herrlicher Sonnenschein erhöhte den festlichen Anblick, welchen Madrid heute schon von früher Morgenstunde an botJ Große Volks­massen drängten sich um den Palast und in den Straßen, um die feierliche Prozession der Königin nach der Atocha-Kirche zu sehen. Auf beiden Sei­ten des Weges, den die Königin zu durchwandeln hatte, waren Truppen ausgestellt. Die Fenster der Straßen, durch welche sich der Zug bewegen sollte, waren mit elegant gekleideten Damen angefüllt. Um 11 Uhr verließ die Königin, welche die Kron­prinzessin in ihren Armen hielt, begleitet von dem Könige und allen Mitgliedern der königlichen Fa­milie, sowie von dem gesammten Hofstaate, ihre Gemächer und begab sich nach der königlichen Ca­pelle, um hier einer Messe beizuwohnen, bevor sie die Prozession nach der Atocha-Kirche anträte. Um 1 Uhr bewegte sich der Zug in derselben feierlichen Weise auS der Capelle nach den Gemächern der Königin zurück. Die Königin trug auch diesmal die Kronprinzessin. Da drängte sich plötzlich ein Mann, in ein Priestergewand gekleidet, durch die Menge zur Königin und stieß mit einem Dolch nach ihr. Die Königin, als sie die ihr oder ihres Kin­des Leben drohende Bewegung deS Mörders sah, stieß einen Schrei auS, trat rasch einen Schritt zu. rück und reichte daS Kind dem Könige hin; der Graf von Pino Hermoso sprang auf den Mörder zu und erhielt von diesem einen Stich in die Hand; die Königin war nur lejcht am Arme von dem Stoß deS Mörders getroffen; die Wunde ist durchaus nicht gefährlich. Der Missethäter wurde auf der Stelle von den Hellebardieren ergriffen. Wie er heißt, habe ich noch nicht erfahren können. Es ist noch nicht gewiß, ob er wirklich ein Priester sei; eS wird von mehreren Personen versichert, er gehöre zum CleruS der St. Sebastiansgemeinde. Die fest­liche Cermonie, welche hatte stattfinden sollen, wurde sogleich adbestellt. Als die Kunde von dem schreck- l;chen Vorgänge nach der Atocha-Kirche gelangte, eilten die Mitglieder deS diplomatischen CorpS und die StaatSwürdentrâger , welche hier die Königin erwartet hatten, nach dem Palaste, um ihr ihre Glückwünsche zu ihrer Errettung auS so großer Ge­fahr auSzudrücken. Einige vermuthen, der Dolch­stoß habe mehr der Kronprinzessin, als der Königin gegolten t doch fehlt es natürlich noch an irgend ver-