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oft genannte ungarische Emissär, welcher kaiserliche Soldaten in Altona zur Untreue zu verleiten suchte, , und in vorigem Monat hierher gebracht wurde. Heute kam seine Mutter aus Ungarn hier an um den unglück- lichen Sohn noch vor seinem letzten Gang zu sehen. Der andere Delinquent ist der galizische Schullehrer Goßlar, welcher sich in hochverrätherische Umtriebe eingelassen, nachdem er bereits zweimal wegen sol­cher Verbrechen zum Kerker verurtheilt und amnestirt worden war. — DaS „Fremdenblatt" wird bei sei­nem Wiedererschèinen die Redaction wechseln.

D ä N e m a r k

Kopenhagen, 2. Febr. In der heutigen Sitz­ung des LanvSthingö richtete H. P. H ans e N seine Interpellation an daS Ministerium (dieselbe enthält nämlich die Aufforderung an daS Ministerium , sich über den dem Könige empfohlenen Schritt zu recht­fertigen), die er im Wesentlichen folgender Maßen motivirte. Zuerst erinnerte er an die Hoffnung, die daS LandSthing in feiner (Ende Novembers v. I. angenommenen) „motivirten Tagesordnung" ausge­sprochen und die so wenig in Erfüllung gegangen. DaS LandSthing könne daS Ministerium nicht mit Vertrauen begrüßen, ehe eS eine Aufklärung darüber erhalten, durch welche Begebenheiten der Rücktritt eines Ministeriums bewirkt worden sei, welches daS Vertrauen des Königs und deS Volkes besessen habe. DaS Vertrauen zu dem neuen Ministerium könne erst kommen, wenn die Minister in zufriedenstellender Weise geantwortet hätten. Der Minister deS Aus­wärtigen habe eS ausgesprochen, daß eS mit dem Schleswig-HolsteiniSmuS zu Ende sein werde. Mit dem Schleswig-HolsteiniSmuS hätte es aber wohl nach den Schlachten bei Friedericia, Idstedt und Friedrichstadt und nachdem das Dannewerk wieder errungen worden war, zu Ende sein können; aber wie sollte nun derselbe seine Endschaft erreichen, nun, da alle Opfer deS Krieges vergebens gebracht zu sein schienen und da das Grundgesetz deS Reiches Dänemarks, welches die constitutionelle Verbindung Schleswigs mit Dänemark zugesagt habe, modisicirt werden zu sollen scheine. Der neue Premierminister und Minister deS Auswärtigen, Bluhme, ließ! sich darauf etwa, wie folgt, vernehmen: „Die bloße , Wortstellung in der Interpellation scheine schon eine 1 Anklage zu enthalten. DaS Ministerium wisse und sei sich bewußt, daß der König seine Befugniß und daß daS Ministerium sein Recht nicht überschritten hätten; aber daS Ministerium könne begreifen, daß etwas gerechtfertigt werden müsse, nämlich daß der König sich im Stande gesehen habe, eine Bekannt­machung zu erlassen, von deren Bestimmungen er­wartet werden dürfte, daß sie den auswärtigen Mächten gegenüber durchgeführt werben könnten. Die Aktenstücke darüber könnten vorgelegt werden, aber nicht eher, als bis man die Resultate sehen könne, und als daS erste Resultat daS, daß der der König in seinem eigenen Lande volle Autorität habe". Der Minister ging darauf ausführlicher auf eine Rechtfertigung deS Inhalts deS königlichen Manifestes vom 28. Jan. ein, wobei er hauptsäch­lich die Nothwendigkeit betonte, die Integrität der Monarchie aufrecht zu erhalten. Die Provinzial­stände in den Herzogthümern seien niemals abge­schafft worden. Auch beständen sie schon darum noch zu Recht, weil ja doch nicht die Institutionen, son­dern die Individuen, die Schuld am Aufruhr ge­tragen und hätten tragen können. Die Furcht vor der Wiederaufstehung deS Schleswig-HolsteiniSmuS fei schon darum unbegründet, weil ja Schleswig und Holstein in administrativer und judicieller Be­ziehung von einander getrennt, die Ausdehnung der Wirksamkeit deS O.-A.-GerichtS fuöpendirt bleiben sdlle. Der übrige Theil der DiScussion bot keine besonders interessante Momente mehr dar. Am Schluffe der Debatte äußerte H. P. Hansen, daß sich daS LandSthing nach den empfangenen Auf­schlüssen sein Urtheil über daS Ministerium, das, wte aus der ganzen Debatte sattsam hervorgehe, daS Vertrauen des Things nicht besitze, vorbehalte. Darauf ging daS Thing zur Berathung über den zunächst auf der Tagesordnung befindlichen Gegen­stand über. Monrad und Krieger werden ihre In­terpellation im VolkSthing begründen.

Frankreich

Paris, 5. Februar. Heute ging die Aufnahme MontalembertS in die französische Akademie in dem dichtgefüllten Saale vor sich. Seine gewaltig lange Antrittsrede, deren erster Theil mehr als sechs Spal­ten der „Patrie" von heute Abend füllt, wurde von der zahlreichen Versammlung in lautloser Stille angehört, und sodann von Guizot in einer Rede beantwortet, der dieselbe Aufmerksamkeit zu Theil wurde. Die Schilderung deS Lebens seines Vor­gängers in der Academie, deS berühmten Droz, gab Montalembert Veranlassung zu den heftigsten Aus­fällen gegen Republik und Socialismus.

Von Havre sind wieder zwei Schiffe mit Aus­wanderern der Goldbarren-Lotterie nach Californien

abgegangen. Bei der hiesigen Polizei -Prâfectur I sind schon mehr Auswanderungsgesuche eingelaufen, als Geldmittel vorhanden sind.

Das Kriegsgericht zu Clamecy hat ein drittes Todesurtheil gefällt; der Kriegs -Kommissar hatte blos lebenslängliche Deportation beantragt.

Der Minister deS Aeußern hat heule eine Note nach Brüssel gesandt, um gegen das Erscheinen des „Vrai Constitutionnel" zu prolestiren.

DaS aus Claremont vom 29. Januar datirle, an die Testamentsvollzieher Ludwig Philipp's ge­richtete Schreiben deS Herzogs von Nemours uud des Prinzen Joinville lautet:

„Meine Herren I Wir haben die von Ihnen wider die gegen uns erlassenen ConsiScationSdecrete abgefaßte Protestation erhalten und danken Ihnen aufrichtig für ihre Bemühungen, der Ungerechtigkeit und Gewaltthat Widerstand zu leisten. Wir haben ganz einfach gefunden, daß Sie Sich speciell mit bet Rechtsfrage beschäftigt haben, ohne das hervor zu heben, was die Erwägungsgründe Beleidigendes für daâ Andenken des Königs, unseres Vaters, ent­halten. . Einen Augenblick dachten wir daran, aus der Zurückhaltung. Heraus zu treten, welche die Ver­bannung unS auferlegt, und persönlich die so un­würdig gegen den besten der Väter und, wir scheuen unS nicht, hinzuzufügen, den besten der Könige ge­richteten Angriffe zurückzuweisen. Indem wir aber reifer darüber nachdachten, hat eS uns bedünkt, daß daS Schweigen der Verachtung die beste Antwort auf derartige Anschuldigungen sei. Wir werden unS daher nicht dazu herablassen, zu rügen, wie diese Verleumdungen eine besondere Gehässigkeit dadurch erhalten, daß sie von dem wiederholt werden, der zweimal die Großmuth deS Königs Ludwig Philipp würdigen konnte, und dessen Familie von ihm nur Wohlthaten empfangen hat. Wir überlassen es der öffentlichen Meinung, den Worten sowohl, als der Handlung, welche sie begleitet, Gerechtigkeit zu er­zeigen, nnd wenn wir in dieser Hinsicht den Bewei­sen von Sympathie glauben, die wir von allen Seiten empfangen, so sind wir hinlänglich gerächt. Zur Ehre eines Landes, dem der König, unser Va­ter, achtzehn Jahre des Friedens, der Wohlfahrt und der Würde gegeben hat, eine« Landes, dem i wir, feine Söhne, redlich gedient haben, zur Ehre * dieses Frankreichs, welches stets noch daS Vaterland I ist, das wir lieben, fühlen wir unS glücklich, zu constatiren, daß diese schmählichen Decrete und ihre noch schmählicheren ErwägungSgründe nur ans Licht zu treten gewagt haben unter der Herrschaft deS Belagerungszustandes und nach Unterdrückung aller die Freiheiten der Nation schützenden Bürgschaften. Wir bitten Sie zum Schluffe, unseren lebhaften Dank den ausgezeichneten Mâunern aller Parteien auszusprechen, die uns den Beistand ihres Talents und ihres Muthes angeboten haben. Wir nehmen diesen Beistand von ganzem Herzen an, überzeugt, daß sie, indem sie heute unsere Sache versechten, die Rechte der gesammlen französischen Gesellschaft vertheidigen."

Der sardinische Consul zu Tanger ist wegen der Dienste, welche er Frankreich geleistet, als sich keine französische Mission in Marocco befand, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden.

Die letzten Maßregeln der Regierung haben keineswegs Beifall bei allen Bonapartisten gefunden. Der Er-Repräsentant Allier, ein dem Elysee sehr ergebener Mann, hat sich z. B. geweigert, in dem Departement des Basses Alpes als RegierungS- Candidat aufzutreten, obgleich er indirect durch Louis Bonaparte dazu aufgefordert worden war. Der Prinz-Präsident — meinte derselbe — gehe in vielen Dingen zu weit; er achte und schätze ihn eben noch so sehr, wie früher, fein Gewissen er­laube ihm aber nicht, die jetzige Politik der Re­gierung in dem gesetzgebenden Körper zu verthei­digen.

Der Angabe, daß die Herzogin von Orleans auf ihr Wiltwengehalt von 300,000 Fr. verzichtet habe, wird widersprochen. Sie soll vielmehr erklärt haben, daß sie daS Gehalt unbedenklich auch ferner annehmen werde, da ihr dasselbe von der Nation zuerkannt sei und auch künftig die Vertreter der Nation die nöthigen Fonds votiren würden.

Paris, 6. Febr. Zwei ehemalige Repräsen­tanten von der Bergpartei, Germain Sarrut und d'Etchegoyen, erklären, der eine vom Gefängniß, der andere von London auS, in öffentlichen Blättern, daß sie sich in keiner Weise bei den bevorstehenden Wahlen betheiligen wollen, und geben damit ihren MeinungSgenoffen den versteckten Rath , nicht mit­zustimmen. Von einer Wahlagitation, wie sie unter der Republik von 1848 drei Jahre hindurch statt zu finden pflegte, ist keine Spur zu sehen. Die Can­didaten für Paris sind noch nicht einmal officiell bekannt. — Die in ausländische Blätter überge, gangene Nachricht von der Cassation deS kriegsge­richtlichen Urtheils gegen die drei Häupter deS Lyoner ComplotS, Ode, Gent und Longo- mazzino, die bereits nach Nukahiva unterwegs sind, beruht nach zuverlässigen Angaben auf einer Ver­wechselung.

Paris, 6. Febr. (Tel. Dep. d. K. Z.) Nach heute hier eingetroffenen näheren Nachrichten auS

Madrid über daS Attentat auf die Könt- gst n Isabella erhielt dieselbe Montag den 2. Febr., bei ihrem ersten AuSgange nach dem Wochenbette, indem sie sich, vom Hofe umgeben, aus dem Pa­läste zur weit entlegenen lKirche Atocha begab, einen Dolchstich in die Seite. Der Thäter ist ein Priester und wurde augenblicklich verhafte». Die Wunde scheint nicht gefährlich zu sein. Die Königin blieb muthig und gefaßt. Die Besorgniß und die Theil­nahme deS Volkes ist allgemein. Die Königin hatte von Montag auf den Dienstag eine ruhige Nacht; obgleich sich Wundfieber einstellten, so war doch die Entzündung in der Gegend der verwundeten Stelle nur mäßig.

Eine der „Köln. Ztg." unmittelbar auS Madrid vom 2. Februar, 6 Uhr Abends, zugegangene Cor« respondenz bestätigt, daß die Wunde nicht gefährlich sn, die Königin sei ganz guter Dinge und eS thue ihr nur leid, daß die Volksbelustigungen wegen deS sie betroffenen Unfalls gestört worden seien. Der Mörder ist ein ehemaliger Feldcaplan, die Waffe, die er gebraucht hat, ist ein Dolch gewesen. Der Bösewicht hat schon früher, als die Königin,. wäh­rend sie guter Hoffnung war und die Kirchen zu Fuße besuchte, sein Vorhaben auSführen wollen, ist aber dabei gestört worden. Die Königin trug einen rothen mit Hermelin besetzten Mantel, der mit Löwen, Thürmen (daS Wappen von Castilien und Leon) und Lilien bestickt war. Einer der ge­stickten Löwen hat den Stoß deS Mörders gebrochen, und die erfolgte Wunde weniger gefährlich gemacht. DaS Volk belagert noch immer das GefangenhauS und verlangt den Kopf deS Mörders. Kopf an Kopf stehen die Menschen vor dem Schlosse bis zu der Plaza Del Oriente hin und rufen fortwährend r „Hoch lebe unsere vielgeliebte Königin Elisabeth II. und nieder mit den Rothen" 1 Ueberall in den Straßen stehen Männer wie Frauen und weinen, ja, selbst die Kirchen sind angefüllt, und haben die Pfarrer in einigen daS heilige Sacrament aus« stellen müssen, und betend liegt die Menge auf den Knieen und flehet zu Gott für daS Leben der Königin.

Die pariser „Patrie" enthält folgende Mitthei­lung aus Madrid vom 3. Febr., 9 Uhr Morgens t „Nach der Ansicht der Aerzte hat sich bei der Köni­gin kein einziges beunruhigendes Anzeichen einge­stellt. Sie hat einen großen Theil der Nacht ge­schlafen".

Nach einer telegraphischen Depesche der „K. Ztg." auS Madrid vom 5. Februar ist die Königin ruhig und ist ihr Zustand überhaupt befriedigend.

Spanien.

Madrid, 1. Febr. Es war heute, obgleich Sonntag, wieder Ministerrath, dem auch die Köni­gin-Mutter beiwohnte. Die Verhandlungen bezo­gen sich auf die morgen stattfindenden Feierlichkei­ten, und wollte die Frau Munoz die Königin über­reden, den Kirchengang noch aufzuschieben oder ihn, statt nach der am äußersten Ende der Stadt gele­genen Atocha-Kirche zu fahren, in der Schloßkirche abzuhalten, wie Anfangs bestimmt gewesen sei. Isabella aber blieb bei ihrem Vorsätze und hat angeordnet, morgen, als am Tage der Reinigung Maria, um 12 Uhr in offenem Wagen, an der Seite ihres Gemahls , nach der Atocha-Kirche fah­ren und sich dem Volke zeigen zu wollen. Sie fühle sich ganz wohl, äußerle Isabella, auch sei daS Wetter, welches die Rathgeber besonders vor- schützten, nicht mehr so rauh und würde ihr weiter nicht! schaden. Diese Nachricht verbreitete sich bald durch die ganze Stadt, und war die Maurerinnung entschlossen, die Königin vom Schlosse nach der be, sagten Kirche ziehen zu wollen. Die Königin soll über diese Liebe und Anhänglichkeit der Maurer höchst erfreut gewesen sein, ihrer Deputation aber folgenden Bescheid haben ertheilen lassen: Sie liebe ihre Spanier zu sehr und könne nicht zugeben, daß die Nachkommen des großen PelaguS (die Maurer in Madrid sind fast alle Asturianer) bei ihr Pferde- Dienste verrichteten. — Seit einigen Tagen ist die Polizei vielfach mit Haussuchungen beschäftigt ge­wesen, die aber zu keinem Resultate geführt haben. ES sollen nämlich einige dreißig Emissäre der re* publicanischen Propaganda in Madrid anwesend sein und beabsichtigen, daS Volk während der Feier­lichkeiten aufzuwtegeln.

Großbritannien.

London, 8- Febr. ES heißt, Lord Palmerston werde in naher Zukunft' mit der Verwaltung der indischen Angelegenheiten betraut. — Die Reform- Freunde , welche gestern in Marylebone ein Mee­ting hielten, waren Anhänger der von dem Natio- nalresormvereine verfochtenen Grundsätze. Diese Grundsätze sind im Wesentlichen folgende: 1) Je­der großjährige Engländer, welcher 12 Monate lang ein HauS, oder einen Theil eines HauseS inne gehabt hat und dafür zu Der Armensteuer her, angezoget» worden ist, oder dies wenigstens bean-