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Geeifswalde. (Osts. Z.) Der über Haffen- Pflug ergangene Richterfpruch ist nicht vom hest- gen AppeUhofe, wie in Nr. 287 der „O.-Z." stand, sondern von der zuchtpolizeilichen Abtheilung des hiesigen KreiSgerichlS (bestehend aus dem Director LangerhannS und den Assessoren Kühne und Son, nenschmidt) gefällt worden ; doch ist nachträglich noch zu bemerken, daß der Verurtheilte, der auch die Prozeßkosten tragen soll, allem Vermuthen nach ge­gen haS Erkenntniß appelliren wird.

Schwerin, 29. Nov. Die „Meckl. Z." bringt einen Artikel über Vie vielfach besprochene Ermä­ßigung der Elbzölle, auS welchem hervorgehen soll, „daß von der Negierung zwar sehr beharrlichen auf werlhvolle und theuer erworbene Rechte in so weit Widerstand geleistet, als das Interesse deS Lande- dies mit sich zu bringen scheint, daß eS aber unwahr ist, wenn behauptet wird, daß die Verhandlungen der Eldschifffahrlâ- Revision-,Com, Mission wegen deS Widerspruchs Mecklenburgs gegen jede Zollermäßigung völlig erfolglos bleiben würden.

Oldenburg, 28. Nov. Der ^Landtag nahm Abstand von der Ueberreichung einer Anlwortöadreffe an den Großherzog, beschloß dagegen, eine Depu­tation an den Großherzog, wie an den Erbgroßher­zog zu senden, um die Ehrerbieiung deS Landtage- und die Glückwünsche zur Verlobung d«S Erbgroß- Herzogs auSzusprechen.

Luxemburg, 25. Nov Die königlich nieder­ländische Regierung hat einen Gesandten hierher geschickt, um mit unserer Regierung wegen der Re, elamation von 7 Millionen Gulden zu unterhan­deln ,1 dießHollanv an Luxemburg macht, Luxem­burg soll nämlich von der alten holländischen Staats­schuld, in welche sich Belgien und die Niederlande 1840 theilten, 7 Millionen übernehmen. *)

Altona, 29, November. (Fr. I.) Die Reise deS Generals v. Legeditsch und des Flügeladjutan­ten deS Kaisers, Generals v. Ramberg, nach RendS. bürg, hatte nicht bloß die Jnspicirung der öster­reichischen Truppen zum Zwecke, und dürfte dieselbe mit den Ereignissen der lebten Tage in nahem Zusammenhang stehen. Eben so sicher ist anzuneh- men, daß Me strengere Disciplin , die jetzt bei den österreichischen Truppen eingeführt sei, eine Folge jener Ereignisse sind. In Hamburg sieht man jetzt in den öffentlichen Localen nur äußerst selten öster­reichische Soldaten, Hier in Altona ist ihnen der Besuch aller Locale bis auf zwei untersagt worden. Es hat fast den Anschein, alö suche man sie daran zu verhindern, mit der Bevölkerung in zu öftere Berührung zu kommen, weil man eine Verführung der Soldaten befürchtet. — In Folge der erlittenen Mißhandlungen von den schleSwigschen GenSdar- men, ist (wie schon berichtet) die Doetorin de la Mott« zu Borl in Angeln gestorben. Kaum ist dies« That geschehen, so wird schon ein neuer Erzeß auS dem SchleSwigschen berichtet. Zu dem Rade­macher in Etolk, unweit Idstedt, kam vor un­gefähr vierzehn Tagen ein dänischer Lieutenant mit 6 Mann in der Nacht um 12 Uhr und verlangt Mit Auslieferung verborgener Waffen. Auf die Erklärung deS Rademacher-, solche nicht zu besitzen, stößt ihm der Lieutenant daS Degengefäß ins Ge­sicht, fuchtelt ihn durch, versetzt ihm einen Stich mit dem Degen und läßt ihn in den Keller sperren, worauf daS Haus von den Dänen durchsucht, aber keine Waffe gefunden wird. Eie ziehen also wieder ab, ohne aber den Rademacher auS seinem Gefäng. niß zu befreien. AlS endlich der arme Mann von seinen HauSleuten oder Nachbarn befreit worden war, ging er zu einem Arzte, und ließ seine Wun­den untersuchen. Dieser erklärte, daß die Wunden der Art seien, daß er vielleicht zeitlebens untauglich sei, sein Geschäft zu betreiben, worüber ihm auch vom Arzt ein Attest ausgestellt wird. Mit diesem Attest wendet er sich an den HarveSvogt, der zwar ein Protokoll über den Vorfall aufnahm, aber wei­ter nicht darauf eingehen wollte, bis das AmlShauS die Einsicht deS Protokolls verlangte; allein bis jetzt ist dem Rademacher noch nich di- geringste Ge- nugthung geworden.

In Schleswig ist noch immer Keiner sicher, deS AbendS auf der Straße zu gehen, ohne von dänischen Soldaten allacquirt zu werden. — Das dänische Generalkommando wird nächstens in Kiel feinen Sitz ausschlagen; die Localitâten für dasselbe werden schon zu miethen gesucht.

Wien, 30. Novbr. Die Valuten bilden noch immer das Kreuz der Regierung. Die gestrige „Oesterr. Corresp.) schreibt; „Die heutige Börse hat im Ganzen gegen den gestrigen Tag keine er» yebliche Veränderung. Einigen hiesigen Börsen- Speculanten unterer Kategorie wurden die Eintritts­karten abgenommen. Es scheint, als habe die Agio­tage neuestens versucht, die Wechselcourse auf Wien auf auswärtigen Handelsplätzen, namentlich zu Frankfurt a. M., in ihrem Interesse hinauf zu treu den. Diese- Symptom ist einstweilen in das Auge

Wiederholte Mittheilung.

zu fassen6. Es soll unS wundern, ob man etwa- gegen Frankfurt unternehmen wird; vielleicht leiht der Senat seine Polizei für die dortige Börse. — Gestern Abend fand die feierliche Installation deS neu erwählten Rector magnificuS der hiesigen Uni­versität, Herrn Bank-GouverneurS v. Pipitz, statt. — Die „Lilh. Corresp." will wissen, daß die Be­seitigung der Geichwornengerichte und ihre Ersetzung durch gelehrte Richter-CoUegien nun ernstlicher als je im Werke sei, und der Herr Justizminister sich bereits mit der.AuSarbeitung der betreffenden gesetz­lichen Bestimmungen beschäftige. — Zwischen der österreichischen Regierung und den Regierungen von Parma und Modena sind wegen Errichtung und gegenseitigen Anschlusses von Telegraphen -Linien StaatSverlräge abgeschlossen worden. Darnach wird die telegraphische Verbindung bis Modena und Piacenza und beziehungsweise bis zur Gränze des Kirchenstaates erstreckt werden. — Mehrere Ge­meinden der dalmatinischen Küste haben dem BanuS, Feldzeugmeister Jellachich, eine Petition überreicht, in welcher sie unter Versicherung ihrer Treue und Ergebenheit für Se. Majestät den Kaiser bitten, daß die kroatische Sprache als Gerichts und Schul­sprache eingeführt werde. So meldet die „Prav- donosa".

Wie man vernimmt, ist bei der hiesigen han­noverischen Gesandtschaft eine C'rculardepesche der hannoverschen Regierung eingetroffen, welche das Programm über die einzuschlagende auswärtige Politik des Königreichs enthält. — Die Krakau- Oberschlesische Eisenbahn wird vom 1. Januar ab, wo der Staat die Verwaltung derselben über­nimmt , in „kais. königl. österr. StaatSeisenbahn" umgetauft.

In Folge einer hohen Verordnung wird den­jenigen Beamten, welche während der Revolution flüchteten, nach derselben aber wieder in k. k. Dienste traten, die auf der Flucht zugebrachte Zeit in die Dienstzeit eingerechnet.

Die Veröffentlichung der ungarischen Lande«. Verfassung steht nun in der That nahe bevor; die bezüglichen Arbeiten werden mit einer gewissen Eile zu Ende geführt, um die Zeii nicht unbenützt vor- übergehen zu lassen, wo eine im Lager der lAlt- Conservativen offener hervortretende Spaltung den Widerstand dieser ebenso durch Tradition, als durch materiellen Besitz, Verwandtschaft und Amtswürden mächtigen Partei lähmt.

In der Umgebung von Innsbruck wurde eine Bäuerin verhaftet, welche die Rückkehr deS Fürsten Metternich nach Wien zum Gegegenstand düsterer politischer Weissagungen machte, wodurch sie in ihrem Kreise eine gewisse Aufregung der Gemüther verbreitete.

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Paris, 30. November. Der Marschall Soult, Herzog von Dalmatien, ist am 26. November auf seinet<Schlosse Soult-Berg im Alter von 82 Jahren gestorben. Mit ihm verliert unser Land die letzte hervorragende militärische Größe aus der Kaiserzeit. Vor 67 Jahren in die Armee als gemeiner Soldat eingetreten, nahm er den thätigsten und glänzendsten Antheil an den denkwürdigsten Feldzügen der Re­publik und des Kaiserreichs, so wie er später wiederholt als Ministerpräsident und Kriegsminister seinem Vaterlande in FriedenSzeiten die wichtigsten Dienste leistete. Als Mensch, als Bürger, als Krie- ger und als Staatsmann war er stets allgemein geehrt und geachtet. Im Jahr 1847 enthob ihn Ludwig Philipp auf fein Ansuchen der Ministerprä- dentschaft und er lebte seitdem von allen Geschäften zurückgezogen in Ruhe. In Soult'S Geburtsjahr 1769 wurden auch Napoleon, Wellington, W. Scott, Chateaubriand und Cuvicr geboren. — Es hieß gestern allgemein, daß die Eisenbahndircction zur Bereithaltung von Ertrazügen für den Fall, daß die Regierung plötzlich Truppen nach Paris kommen lassen müsse, Befehl erhalten hälte.

Der Minister deS Innern soll von den erfolg- ten Veränderungen im Prâfecten -Personal biS zu- letzt nichts gewußt, dieselben vielmehr erst erfahren haben, als ihm feine Unterschrift adverlangt wurde. — Die Gesellschaft deS 10. December hat zu Ehren ihrer Vorsteher, General Piat und Gallix, zwei Medaillen prägen lassen.

DaS neueste Benehmen der Majorität läßt immer mehr glauben, daß eS ihren Führern mit der Fehde gegen L. Napoleon kein Ernst fei , und daß sie am Ende doch lieber ihn für die nächsten vier Jahre am Ruder sehen wollen, als einen So­cialisten oder republicanischen Puritaner. — Der nach Ernennung deS BalaillonSchefS der l. Legion, Vieyra, zum Obersten deS Stabes der Nauonal- garde abgetretene Oberbefehlshaber, General Perrot, ist noch nicht amtlich ersetzt; Turgot soll Bedenken tragen, den Posten zu übernehmen. Außer ihm nennt man die Generale Bar und LawoeSline als Kandidaten für den Oberbefehl der Nationalgarde. Die Beförderung Vieyra'S, welcher die National- gardisten befehligte, die 1849 die Pressen von Prour und Boulè zerstörten, hat große Unzufriedenheit er­regt und man spricht von zahlreichen Austritten im OfficiercorpS. Vteyra soll beabsichtigen, den Nacht­

dienst der Nationalgarde aufzuheben und anderwei­tige Reformen vorzuschlagen. ES heißt auch, daß L. Napoleon, um die Nationalgarde mit Dieyra'S Ernennung in etwa zu versöhnen, jeder Legtvn zwei Ehrenkreuze bewilligen werde.

DaS „Avenement du Peuple" enthält einen Brief von JacqueS Arago, welcher kompetent ist, die Insel Nukahlva zu beurtheilen:

Mein Herr! Ich komme von Nukahiva, und in Uebereinstimmung mit unsern gütigen Ministern be­stätige ich, daß AlleS dort in Bereitschaft zur Auf­nahme der drei unglücklichen Deportirten steht. Ja, AlleS steht dort in Bereitschaft: die fast immer stürmende Flut braust in der Bai von Tajaoe, die schwarzen und zackigen Riffe, welche dieselbe ein- schließen, die natürlichen, spiyenförmigen, steilenAnker, Plätze, die Myriaden von Stechfliegen und Ameisen die die Nächte daselbst so furchtbar machen, und die senk­recht niederbrennende Sonne, welche den verfluchten Boden bieset Insel der Trauer fortwährend zerspaltet. AlleS ist bereit daselbst; Pater Dordillon, der für die drei Verurtheilten beten wird, die vier dürren Alleen mit ihren versengten Bäumen, welche von dem Hause der Missionare auSlaufen, der wilde Mo- Hana , der den Geschmack deS Menschenfleisches kennt, und die kleine Citadelle, welche den Hafen beherrscht. AlleS ist bereit, und von hier auS kann ich Ihnen viertausend Meilen weit von dem weinenden Vaterlande die Grube zeigen, wo der von unS Hingerichtete Führer Pacoco liegt, und wo man alsbald auch die Grube für Gent, Longo- mazino und Odde graben wird. ... Ein Gefäng­niß ! Ein Gefängniß für die politisch Deportirten, als ob der Ocean nicht ein unbestechlicher Kerker­meister wäre! Brüderlichen Gruß! J. Arago.

Paris, 1. Dez. DaS israelitische Centralcon- ststorium hat heute beim Präsidenten der Republik Audienz gehabt, um die Intervention der Regierung gegen die Verfolgungen der französischen Israeliten in der Schweiz in Anspruch zu nehmen. Der Prä­sident erkannte vollkommen an, daß dieselben auf sofortige Intervention und Schutz Frankreichs ein Anrecht haben.

In der Nationalversammlung herrschte in Folge eines falschen LärmS einige Aufregung. Eine große Anzahl Uhlanen galoppirien heute vereinzelt und in Haufen von zwei, drei und vier durch die Straßen von Paris und über die Boulevarvs. Der Com­mandant deS PalaiS Bourbon, Oberst-Lieutenant Miot, hilet eS für ratbsam, auf RecognoScirung auSzureiten, und die Quästoren hielten sich gegen eine Uederrumpelung auf der Hut. Es zeigte sich aber bald, daß die ungewohnten Staffetten Bewe- gung bloß zum Zweck hatte, aus den zwölf Mairien die Wahl-Resultate abzuholen und nach dem Elylee, sowie nach den verschiedenen Ministerien zu bringen.

Als gewiß wird behauptet, daß Thorigny an mehlere Präfecten geschrieben habe, eS sei sicher, daß am 30. November eine große socialistische Emeute auSbrechen werde, und dieses nicht allein in Paris, sondern zugleich auf allen Punkten Frankreichs.

Hr. Carlier hat heute ein Duell auf Pistolen mit dem ehemalichen Deputirten und Direcior deS Gobelins, Hrn. Lavocat, gehabt und eine Wunde in die Schulter erhalten.

Großbritannien.

Loudon, 29. Nov. Die an Kossuth gerichtete Brauer-Adresse besteht fast ausschließlich in einer Apologie der Behandlung, welche Haynau in Eng­land erfahren hat. ES heißt darin unter Anderem: „Wir halten eS für unsere Pflicht, zu zeigen, daß wir nicht die Wilden sind, als welche man unS beschrieben hat, und daß, wenn wir einen Haynau gezüchtigt haben, wir einen Kossuth zu ehren ver­stehen. Unser Verfahren bei jener Gelegenheit ist von der „TimeS" und, wie wir hören, auch von einigen festländischen Zeitungen streng getadelt wor­den. Nach voller abermaligen Erwägung der Sache können wir jedoch keine Veranlassung zur Reue finden. . , . . Gewisse Leute sind so thöricht gewe­sen , zu behaupten, wir hätten den Oesterreicher ermorden wollen. Wäre daS wirklich unsere Absicht gewesen, so hätte unser Schlachtopser wahrlich wenig Aussicht gehabt, mit dem Leben davon zu kommen. Nein! Die Züchtigung, welche wir ihm angedeihen ließen, mag vielleicht regelwidrig gewesen sein; grausam aber war sie wirklich nicht. Die Schläge waren nicht stark, wenngleich daS Geschrei laut war. ES ward durch geistigen, nicht durch körperlichen Schmerz hervorgerufen. .... Wir sind weder Republikaner noch Soc-atisten; wir achten die Monarchie und die britische Verfassung und hul­digen mit freudiger Anhänglichkeit unserer geliebten Königin, deren gesegnete Herrschaft ihrem Volke so viele Wohlthaten erwiesen hat. Wir haben aber keine Achtung vor jener Partei, welche durch die „Times" repräsentirt wird und eine so bittere Feind­schaft hegt gegen die konstitutionelle Freiheit im Auslande und alle Freunde derselben".