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Papiergeldes eingestellt worden ist. ES^dürfte biefe Maßregel im Zusammenhänge mit den bevor stehen- den Finanzmaßregeln und mit dem neuesten kaiser­lichen Patente über Regelung der Valuta, wonach daS gesummte, mit ZwangScourS im Umlauf be- findliche SkaatSpapiergeld nicht über den Betrag von 200 Mill. Gulden vermehrt werden soll. Wie eS scheint, wird daher daS Staatspapiergeld unter diesem als Marimum angenommenen Betrage ver bleiben. — In militärischen Kreisen circulirt, wie die „Oste. P." meldet, daS Gerückt, daß allen jenen Soldaten, welche an den italienischen und ungari­schen F lvzügcn Theil nahmen, durch die Gnade deS Kaisers ein Jahr von ihrer Dienstzeit nachge­sehen werden soll, wenn sie den Eintritt als Frei­willige nicht wünschen.

Die entscheidenden Maßregeln in Betreff einer Reform der „österreichischen Flotte" sind nunmehr, wie der „Seips Ztg." bezeichnet wird, vom Mini- sterraih getroffen und vom Kaiser genehmigt wor­den. Ihre offizielle Veröffentlichung steht jeden Tag zu erwarten. Admiral Dahlerup nebst einigen andern meist dänischen Offizieren erhalten unter Bezeigung allerhöchster Zufriedenheit und entsprechender Orden ihre Entlassung, auS keinem andern Grund, alS weil die oberste Marineverwaltung national-öster­reichischen Händen anzuvertrauen die Politik ver­langt. ES wird ein AbmiralSrath errichtet, mit dem Sitz in Triest, und als dessen Präsident der ehe­malige Statthalter deS Küstenlandes Feldmarschall- lieutenant Wimpfen bezeichnet. Ihm zur Seite ste­hen dann eine bestimmte Anzahl sachkundiger Offi­ziere. Die erste Aufgabe des AdmiralitätSratheS wird sein die Herstellung der über alle Maßen ge­lockerten Disciplin und Subordination, und aus diesem Grunde vornehmlich ist einer der energischsten Generäle der Landarmee an die Spitze deS Seewe­sens gestkllt'worden. DaS Kommando in der Marine bleibt deutsch und soll jeder conscribirte Matrose darin von nun an Unterricht erhalten. Für die ersten Jahre sollen wo möglich Seeleute von der Nordsee angeworben werden. DieWotte wird auf den Stand von 10 Fregatten, 8 Korvetten, 6 Briggs und 12 Dampfbooten mit einer entsprechenden Zahl von Transportschiffen gebracht. Von diesem allen wird eine officielle Mittheilung an den Bundestag und die Aufforderung ergehen, die gesammle deutsche Seemacht unter eine Centralbehörde zu stellen Drin­gende Bedürfnisse der Gegenwart erlauben Oester­reich nicht, bis dahin die Reform seiner Flotte auf< zusckitben; in diesem Falle wird eS zwar seine Ein­richtungen als maßgebend empfehlen, jedoch bereit sein, nöthige Mod'ficationen anzuerkennen und ein, zusühren. Auch eine gemeinsame deutsche Flagge wird beantragt, in welcher dann Oesterreich auf besonderem Feld noch sein Wappen anzubringen sich vorbehält und Preußen daffelbe zugestcht. Ein drei­faches Geschwader soll gebildet werden mit Statio­nen in der Ostse, der Nordsee und dem adriatischen Meer und die Kostenvertheilung also geschehen, daß ersteres Preußen, letzteres Oesterreich und das in der Nordsee dem übrigen Deutschland zufiele. Indem Oesterreich diese Vorschläge macht, bezweckt eS durch­aus nicht deren absolute Annahme, sondern will nur seine ernste Absicht an den Tag legen, die seit Jahren schwebende Flottenfrage endlich zu einer den Interessen und Ansprüchen Deutschlands würdigen Lösung zu bringen.

Wien, 18. Juli. Die finanziellen Ersparun­gen, welche in der Armee in diesem Jahre theils dtlrch zweckmäßige Eintheilung vorgenommen wur­den, sind sehr bedeutend. Im verflossenen Jahre haben die Armeeauslagen gegen 100 Millionen Gulden betragen. Man versichert, daß der dies­jährige FinanzauSweiS einen vielleicht um den drit­ten Theil geringern Betrag Nachweisen werde.

Mit Zuverlässigkeit kann die Sachsen-Zeitung auS Wien berichten, daß die Naiionalgarde , wo sie im Kaiserstaat noch besteht, binnen Kurzem auf gelöst wird.

Die „L>th. Z.-Correip." meldet: Der vielbe­sprochene, zwischen Oesterreich und Baiern abge- s blossene Eisenbahnvertrag ist am 21. v. MtS. in Wien unterzeichnet und auch schon der kaiserlichen Sanction vorgelegt worden, er dürfte daher bald publicirt werden. Nach demselben baut Oesterreich eine Eisenbahnstrecke von Salzburg bis Bruck an der Mur in Steyermark zur südlichen StaatSeifen- bahn sogleich; ferner mit der Verpflichtung der Vol­lendung binnen fünf Jahren die Anschlußbahnflügel von Innsbruck nach Kufstein und Salzburg, dann mit der Verpflichtung der Vollendung bis zum Jahre 1858 die Linien von Botzen nach Verona, von der baicrifchen Gränze über Linz nach Wien. — Baiern baut sogleich von München nach Salz­burg und Kufstein, dann mit der Verpflichtung der Vollendung binnen 8 Jahren von der Gränze Oester­reichs bis Nürnberg.

An der Börse hatte die Contremine das Ge­rücht verbreitet, daS Anlehen mit Baron Rothschild sei nicht zu Stande gekommen. Baron Rothschild ist noch immer hier und verkehrt täglich mit dem Finanzminister, also ist daS Gerücht völlig grundlos.

Belgien.

Brüssel, 20. Juli. Graf Bocarme ist gestern in MonS hingerichtet worden, nachdem er vorher, obwohl Anfangs nicht ganz freiwillig, dem gerade anwesenden Erbischof von Cincinnati gebeichtet und die Sacramcnte empfangen hatte. Die Ueberra- schung deS Grafen bei der Nachricht, daß sein Cas- salionSgesuck verworfen sei, war groß, er hielt die­sen AuSgang für unmöglich. Später faßte er sich wieder und bat den StaatSprocurator und einen im Gefängnisse zufällig anwesenden Arzt, doch ja dafür zu sorgen, daß daS Messer der Guillotine recht ge- schärft würde, weil er gelesen habe, daß im entge- gengesetzten Falle die Leiden deS Hingerichteten sich verlängerten. Immer aber konnte und wollte er noch nicht glauben, daß seine letzte Stunde heran­nahe, er meinte, man wolle ihn durch diese Nach­richt blos einschüchtern und zur Erfüllung seiner religiösen Pflichten oder zu einem Geständnisse be- W'gen. Endlich konnte er sich jedoch der traurigen Wahrheit.nicht länger verschließen; Für MonS war der Tag ein trauriger, fast alle Gasthäuser, Kaufläden und Privatwohnungen waren geschlossen, von den Bürgern ließen sich nur wenige auf der Straße sehen, der Zudrang deS Landvolkes dage­gen war, da gerade Markt war, ungeheuer. Ein Geständniß hat der Graf nicht abgelegt, vielmehr versuchte er seine Wärter durch bedeutende Geld­summen zu bestechen, daß sie ihm zur Flucht ver­helfen sollten; seine und seiner Familie Gnadenge­suche waren verworfen worden.

Ein Bruder deS znm Tode verurtheilten Bo- carmé, welcher bisher Mitglied der Repräsentanten­kammer war, hat gestern anS nur zu erklärlichen Gründen sein Mandat niedergelegt. — Die Gräfin Bocarme ist vorigen Donnerstag nach Köln abge- rist. Sie hat jetzt alle Güter, auch die aus der Erbschaft deS ermordeten Bruders Gustav Foug- nieS, verkaufen lassen, bis auf daS Schloß Bitre- mont. — Noch gegenwärtig ist die Stätte, wo der Mord vollbracht worden, lammt den übrigen Spu­ren, unter gerichtlichem Verschluß.

Frankreich

Paris, 19. Juli. Der Berichterstatter der Subkommission deS NevissonSausschusseS legte gestern seinen Ergänzungsbericht über die auf die Revision der Verfassung bezüglichen Petitionen auf dem Bureau der Nationalversammlung nieder. Der Bericht umfaßt sämmtliche Petitionen, die bis zu dem Tage, an welchem die RevisionSdebatle begon­nen, eingegangen sind; die Zahl der Unterschriften beläuft sich auf 1,356,307. Seit Eröffnung der Debatte ist bekanntlich noch täglich eine große An­zahl von RevisionSpetitionen übergeben worden.

Bictor Hugo behauptete bei der RevisionS- bebatte, er habe niemals um eine Pension von Karl X. nachgesucht und eine ihm angebotene Ver­mehrung der Pension, die er von Ludwig Will, erhalten, abgelehnt. Die „Union" veröffentlicht nun ein Schreiben , welches Herr Victor Hugo an den Vicomte von Larochefoucauld, einen Adjutanten Karls X., welcher mit dem Departement der schönen Künste beauftragt gewesen, richtete, worin er um eine Vermehrung seiner Pesion nachsuchte; diekeS Schreiben ist vom Jahre 1826. Dasselbe Journal theilt mit, daß die Angabe deS Hrn. Victor Hugo seine Pension unter der Restauration habe nur einen Betrag von 2000 FrS. gehabt, nicht genau sei; denn er habe 2000 FrS. von der Civilliste und 2000 Frö. vom Ministerium deö Innern bezogen.

Paris, 30. Juli. Bei der namentlichen Ab­stimmung der Nationalversammlung über den Antrag deS Verfassungsausschusses auf Revision der Verfassung erklärten sich 446 Stimmen für und 278 Stimmen gegen eine Revision, wodurch der Antrag, da die erforderliche Dreiviertelmajorität nicht erreicht wurde, verworfen ist.

Großbritannien.

London, 19. Juli. Im Unterhaus? wurde gestern Aldermann Salomons, ein Israelit, in üb­licher Weise eingeführt, um als Mitglied des Par­laments für Greenwich zunächst vereidigt zu wer­den. — Man nahm ihm auf seinen Wunsch den Eid auf daS alte Testament ab ; als er aber die Schlußformel: „auf den wahren Glauben deS Chri­sten" vernahm, weigerte er sich, dieselbe zu wieder­holen , und wurde demzufolge von dem Sprecher aufgefordert, sich zurückzuziehen. Herr SalomonS fügte sich, wenn auch nicht ohne Widerstreben, in­dem er sich erst später auf eine Bank niederließ, wo er als Mitglied des Hauses nicht mehr zu be­trachten war. Sir V. Hall, eines der ihn einfüh­renden Mitglieder, bemerkt hierauf, daß Alderman SalomonS, wenn er sich auch um der Form willen für jetzt zurückgezogen habe, doch auf seinem Recht bestehe, seinen Sitz einzunehmen, und in deS von ihm Eingeführten Namen frage er an, ob die Re­

gierung die nöthigen Schritte einleiten werde, um SalomonS Recht zu verfolgen. Da sLord John Russel nicht anwesend war, so bemerkte der Lord Kanzler, es handle sich im vorliegenden Fall um zwei Fragen: 1) um daS Recht, im Hause zu sitzen, und um die Ersüllung der Verbindlichkeiten. Man möge indessen diese Llngelcgenheit bis nächsten Mon­tag seine Anfrage erneuern. Im Oberhaus wurde die Wohnhaussteuerbill zum zweitenmal verlese».

Die Königin hielt gestern Hof- und Geheime- rathSsitzung; Graf Buol-Schauenstein wurde in Audienz empfangen und überreichte Ihrer Majestät seine Creditive als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister deS k. f. österreickilchen HofeS. — Die verwutwete Königin Marie Amalie von Frankreich hat sich, von den Mitgliedern ihrer Familie begleitet, nach Greenock begeben. — Aach dem Vorgebirg der guten Hoffnung sind neue Ver­stärkungen abgegangen.

Italien.

Florenz, 13. Jnli. (A. A. Z.) Eine neue Ab­theilung der Eisenbahn deS rechten Arno-Ufers ist eröffnet, nachdem die Einweihung der ersten im Winter 1848 stattgefunden, die Abtheilung von Prato nach Pistoja. Sie ist etwa 9 Miglien lang, und da die Bahn von Lucca nach PeScia schon seit lange fertig ist, so fehlt an der Gesammtstrccke nur noch daS 15 Millien durchlaufende Stück von Pi­stoja nach letztgedachtem Städtchen um die ganze 46 Miglien betragende Bahnlänge von Florenz nach Lucca zu vollenden. Auf der genannten noch nicht ausgeführten Strecke kommen zwar, wegen des Ge­birgszuges der die Pistojeser Ebene vom Nievole Thal trennt, und über welche der Paß von Serra- valle führt, die bedeutenderen Schwierigkeiten, ja die einzigen auf der ganzen Bahnlinie vor, aber bei der mit jedem Tag steigeuden Wichtigkeit deS Anschlusses ist daS rasche Fördern der Arbeit vor- auSzusehen,

Rom, 15. Juli. Ueber die Reise Sr. Heilig­keit nach Castel-Gandolfo herrschen unter tert hier wohnenden Diplomaten verschiedene Ansichten. Die einen glauben, PiuS IX. habe sich nach Gaeta be­geben wollen, die andern, er suche sich der Mal' Aria zu entziehen, welche in den HundStagen in Rom, besonders in dem Stadtviertel Trastevere, am Vatican, herrscht. Bekanntlich haben die häu­figen Mordanfälle auf französische Soldaten strenge Vorschriften für die Besatzung RomS und das Ver­langen der Entfernung der päpstlichen Militärs auS dieser ©labt veranlaßt. General Gemeau, welcher dem Papste persönlich zugethan ist suchte Milderung dieser Vorschriften zu erhalten. Indessen machte der Gesandte deS Königs von Neapel, Marquis von VaSco, häufige Besuche im Vatican, und der fran­zösische Gesandte in Rom erhielt von seinem Col­lege» in Neapel Winke von einer beasichtigten Ent­fernung Seiner Heiligkeit. Während dem sollten die sterblichen Ueberreste der Mutter deS Kaisers Napoleon nach Corsica versetzt werden, und Gen. Gemeau begab sich nach Corneto bei Civitavecchia, wo Madamd Lätitia beerdigt war, um die Ehren­bezeugungen zu leiten. Diese Abwesenheit benutzte PiuS IX. zu seiner Reise nach Castel-Gandolfo. Sobald General Gemeau dieselbe und gleichzeitig die Ankunft deS Königs von Neapel in Porto Anzio vernahm, begab er sich sofort an der Spitze einer Schwadron Dragoner dahin, um letztere dem Papst als Ehrenwache anzubietcn; auch dem König von Neapel machte er seine Aufwartung.

Neueste Nachrichten.

* Wiesbaden, 15. Juli. Ein Corr, des „Fr. I." glaubt, daß auch die Wiedererstehung der Herren­bank in Nassau nickt mehr lange auf sich warten lassen wird. Er schließt eS auS dem Faktum, daß der Graf von Walddott- Bassenheim zu München, welcher als nassauischer Standesherr Mitglied die­ses vormärzlichen Instituts war, in seinen Voll­machten auf einmal unter seinen vielen Titeln wie­der den eines „Mitglieds der Herrenbank deS Her- zoglhumS Nassau" erscheinen läßt.

Schwerin, 18. Juli. Am 16. d. M. ist daS Schauspielhaus zu Doberan bis auf den Grund abgebrannt.

Oldenburg, 18. Juli. (Wes. Z.) Der Ver­such, die processirenden Grafen Bentinck zu verglei­chen, ist als gescheitert zujbetrachten.

Wien, 18. Juli. Nach Berichten aus Krakau werden daselbst nun ernstliche Vorbereitungen zum Empfange Sr. Maj. deS Kaisers für Di-nstag den 22. d. M. getroffen, an welchem Tage der Monarch, welcher Wien am 21. verläßt, über Oderberg da­selbst eintrifft. Unter den Städten, welche Se. M. der Kaiser mit einem Besuche zu beglücken gedenkt,