zug vermehrt ihre Zahl. Ministerpräsident v. d. Pfordlen wird durch den Landtag vorerst abgehalten fein, nach Dresden zurückkehren. Dagegen hat, wie wir vernehmen, Hofrath DönnigeS eine Mission dahin erhalten.
Gotha, 31. Januar. (O.-P.-A.-Z.) Der Herzog ist gestern Abend mit dem letzten Bahnzuge aus Dresden hierher zurückgekehrt. Dem Vernehmen nach ist seine Reise in politischer Beziehung von günstigem Erfolg begleitet gewesen. — Der Admiral Brommy hat dafür, daß er die bekannte Fre< gatte „Eckernförde" „glücklich geborgen" hat, vom Herzog daS Komthurkreuz 2. Klasse vom Herzog!, S. Ernestinischen HauSorven erhalten.
Hannover, 30. Jan. (Nied. Z.) In Folge deS vor einigen Tagen wieder stattgehabten Frost- wetterS und deS damit verbundenen Eisganges auf der Elbe hat die von preußischen Pontonieren bei Artlenburg geschlagene Pontonbrücke abgebrochen werden müssen. Vier Schwadronen ChevaurlegerS und die Kavalleriebatterie, welche die Elbe noch nicht passirt haben, sind dadurch gezwungen, in der Gegend zwischen Lüneburg und der Elbe bis zur Wiederherstellung der Brücke Halt zu machen, während der Reservetrain deS ErekutionökorpS vorläufig in Hildesheim verbleiben soll.
Berlin, 31. Januar. (K. Z.) Heute fand in der zweiten Kammer die Wahl deS definitiven Bureaus statt. Zum Präsidenten wurde hierbei wiederum Graf Schwerin (mit 186 gegen den Grafen Arnim mit 106 Stimmen) erwählt. Dagegen wurde Herr Geppert (mit 160 gegen Simson mit 131 Stimmen) Vizepräsident.
Die „Breslauer Zeitung" ist für 40,000 Thlr. Kapital und eine jährliche Rente von 2800 Thlrn. für die Kreuzzeitung erstanden worden. Die Grafen Henkel und Renard sind diejenigen, welche die Kapitalien hergeschoffen oder geliehen haben.
Privatbriefen aus dem Mecklenburgischen zufolge ist die dortige Bevölkerung, die Aristokratie nicht ausgenommen, sehr mißvergnügt wegen der österreichischen Einquartierung.
Berlin, 31. Jan. Gestern Nachmittag um 2% Uhr hatte der Graf v. S pon neck die bereits erwähnte Audienz bei Sr. Majestät dem König im Schlosse zu Charlottenburg. Derselbe wurde von Sr. Majestät zu Tafel gezogen. — Zwischen dem k. k. Ministerialrath Dr. Hock und dem Geheimen Rathe Delbrück finden handelspolitische Be- sprechungen statt.
DaS Korrespondenz, Bureau vom 30. Januar meldet, daß Depeschen zufolge, welche die preußische Regierung empfangen habe, Rendsburg von vier Bataillonen Oesterreichern und vier Bataillonen Preußen bereits besetzt sei.
Hamburg, 28. Jan. Bekanntlich war der wegen Betheiligung an der Revolution in Baden in Berlin anfânglichtzum'Tode verurtheilte ehemalig« Schauspieler Trceziak später bei einer zweiten Verhandlung seines Prozesses freiqesprochen worden. Den Erfolg der gegen dieses Urtheil vom Obertribunal eingelegten Nichtigkeitsbeschwerde wollte T. jedoch nicht abwarten. Wie wir erfahren, hat derselbe sich von Berlin hierher begeben und die Mittel gefunden, in voriger Woche mit einem Dampfschiffe nach Hull zu entkommen. Von dort will er nach Amerika flüchten.
Hamburg, 30. Januar. Heute Mittags sind, wie erwartet, abermals zwei Bataillone österreichischer Infanterie, Regiment Nugent, hier eing-rückt. — Der dännische Finanzminister Graf Sponncck wird, von Berlin kommend, hier erwartet, vermuthlich, um mit den Kommissären Dänemarks, Preußens und Oesterreichs zu konferiren. Ist dies geschehen, so werden wohl die Dinge in Holstein rasch in daS einstweilige Schlußstabium, daS Ab- tretrn der zeitherigen Regierung — welche dazu in allen Branchen vollständig vorbereitet ist — und die Einsetzung der neuen, treten.
Altona, 30. Jan. Umlaufenden Angaben zufolge, dürfte die neue, aus fünf Mitgliedern unter dem Präsidium deS BaronS Blome-Heiligenstedten bestehende Regierung am 1. Februar durch die Kom- missarien eingesetzt werden, worauf sich der landesherrliche KommissariuS, Graf Reventlow-Criminil vorläufig wieder nach Lauenburg begeben würde.
NaHeburg, 29. Jan. Gestern Abend um 9 Uhr wurde durch einen hier eingetroffenen Offizier Quartier für Se. kaiferl. Hoheit den Erzherzog Leopold bestellt, welcher heute Mittag eintreffen und, wie es heißt, einige Zeit hier bleiben wird. ES ist aller Anschein vorhanden, daß die kaiserl. österreichischen Truppen in diesen Tagen in Lübeck selbst einrücken werden.
Kiel, 29. Jan. (B. H.) Es kann wohl nicht länger bezweifelt werden, vaß die Dänen ihre Forderung der Mitbesetzung Rendsburg und der allei
nigen Besetzung FriedrichSortS durchgesetzt haben; auS dem Kronwerk (der nördliche Theil Rendsburgs) und FriedrichSort wird gegenwärtig alle» Kriegsmaterial entfernt. Dagegen wird mit Zuversicht behauptet, daß der General Bardenfleth den Oberbefehl über die Trümmer unserer Armee nicht erhalten werde — vielleicht vorläufig nicht; auch glaubt man, daß daS Ober-AppellationSgericht für die Herzogthümer gemeinschaftlich bleiben und daß letztere durch keine Zolllinie getrennt werde.
Die ersten zurückkchrenden dänischen Trnp, Pen sind theils in Flensburg, theils in Kopenhagen angekommen und festlich empfangen. In Kopenhagen sollen außer der Garde vorläufig neun Bataillone Infanterie und ein Jâgerkorp» bleiben.
Die Auswechselung der gegenseitigen Kriegsgefangenen wird morgen bei Kropp stattfinden. In Eckernförde ist noch ein Kommando dänischer Truppen unter Major Neergaard zurückgeblieben, um, wie eS heißt, demnächst FriedrichSort zu besetzen; alle übrigen, namentlich die ganze Ka- valecie, hat sich nach Dänemark eingeschifft.
AuS Rendsburg wird der Hamb. Börs.-H. geschrieben: Die nördlichen Außenwerke werden deSarmirt, um demnächst sammt dem Kronenwerk den Dänen übergebergeben zu werden. Die österreichischen Truppen werden sodunn Neuwerk besetzen, die A l l sta d t dagegen alS neutrales Gebiet zwischen beiden liegen.
Rendsburg, 25. Jan. (BreSl. Z.) Der Streit, ob Rendsburg eine deutsche oder eine dänische Festung sei, ist jetzt wieder entbrannt wie noch nie zuvor. Er hat für Deutschland eine um so höhere Bedeutung, alS Rendsburg eine sehr starke Grenz- feftung ist, und ohne sie Deutschlands Grenze bis Magdeburg, dem ersten festen Platze in feinem Nord- westen , dem Feinde prciSgegeben wäre. Für den der Geschichte und der Verhâltniffe SchleSwig-Hol- steinS Kundigen eriftirt der Streit überhaupt nicht, denn seit der Schlacht von Bornhöved (1252) hat Rendsburg immer zu Deutschland gehört, und auch den Dänen fiel eS nicht ein, dies irgendwie in Zwei- fei zu stellen. Erst mit der Erbfolgefrag« und der deutsch-dänischen Kriege sehen wir die Dänen mit allen möglichen Sophismen Rendsburg für sich vin- diziren. Der dänische Historiograph Wegener ist der Erste, der vor zwei Jahren den Streit angeregt. Der holsteinische Geschichtsforscher Warnstedt wieS hie auf in der Schrift: „Rendsburg eine deutsche Festung" sonnenklar nach, daß W. die von ihm angeführten Urkunden verfälscht, die bisherigen Thatsachen, durch welche selbst Dänemark Rendsburg bisher immer als holsteinische Stadt anerkannt, total ignorirt — kurz er führte den, mit den Haaren herbeigezogenen Streit in ein Nichts zurück. Von den bcregten Thatsachen wollen wir nur die anführen, daß Rendsburg noch bis 1848 seines De« putirten zu der holsteinischen Stänbe-Versammlung nach Itzehoe wählte, daß die Zoll-Jntradrn Rendsburgs als zu den holsteinischen gehörig angesehen u. a. m. Bei dem Jntereffe, welche» diese Festung gewonnen hat, wollen wir über dieselbe noch folgende Notizen geben: Rendsburg liegt an beiden Seiten der Eider und hat mehr als 10,000 Einwohner. Stadt und Festung besteht aus 3 Theilen: Altstadt, Kronwerk und Neustadt, und sie ist von 16 Bastionen umgeben. Wenn sie bereits bisher alS eine Festung zweiten Ranges angesehen wurde, so ist durch Willisens Sorgfalt, welche er auf deren noch weitere Fortifizirung verwendet, jetzt füglich al» eine Feste ersten Ranges anzusehen. Schon vor 48 hatte das Zeughaus darin mehr al» 20,000 Gewehre nebst vielen anderem Kriegsmaterial. Gymnasium, ein Stock- und Zuchthaus, eine Glockengießerei, sowie mehrere Fabricken sind gleichfals darin befindlich. Die großartige Eisengießerei Karlshütte liegt unweit Rendsburg. Dänemark hatte vor der Revolution 3 Infanterie-Bataillons, eine Kompagnie der Ingenieur-Truppen und ein Artillerie-Regiment darin liegen. Die Vereinigung der Eider mit dem schleswig-holsteinischen Kanal macht Rendsburg zugleich zu einem ansehnlichen Handels- und Spedi- tionSplatz. WaS die Entstehung der Festung betrifft, so hat sie sich aus dem uralten festen Schloss« ReinoldSburg entwickelt. Der Herzog von Holstein und Stormarn, Adolph, baute diese Burg 1196 von Neuem wieder auf, nachdem sie zerstört worden war. 1200 mußte er sie jedoch an Knud VI. abtreten. 1225 kam sie wieder an Holstein, 1226 an den dänischen König Waldemar II. worauf sie 1252 der Grafschaft Holstein wieder zuerkannt wurde, bei welcher sie auch biS zum heutigen Tage verblieben ist. 1539 warb Rendsburg mit Wällen umgeben. Von 1669 bis 1671 wurde vom dänischen König Friedrich III. als Herzog von Holstein die Altstadt neu befestigt und am Holstenthore auf einem Steine die bekannte Inschrift „Eidora romani terminus im- perii" eingegraben. Dieser Stein wurde zwar 1806 weggenommen, die Inschrift ist indeß jetzt wieder zu lesen. — In Betreff FriedrichSortS bemerken wir, daß der Herzog Waldemar den Strand von Holtenau bis Bülk der Stadt Kiel geschenkt hat. Die in lateinischer Sprache ausgestellte Urkunde davon befindet sich bis zur Stunde in den Händen
der htestgen Gemeinde-Behörde, und auf Grund der» selben gehört genannter Strich noch bis zum heutigen Tage zur Kieler Gerichtsbarkeit. Die Festung FriedrichSort liegt nun aber zwischen Holtenau und Bülk.
Wien, 27. Januar. Der Zollvereinskongreß nimmt, bis jetzt eine höchst günstige Wendung. DaS Mannöver der Prohibitionisten, welche eine mißbeu« tungSfâhige Stelle der vom Ministerium für den Kongreß festgesetzten Geschäftsordnung benutzen wollten, um einen AuStcitt der Mitgli«der en bloc herbeizu- führen, mißglückte gänzlich und sie waren genöthigt, deS andern Tage» wieder einzutreten und sich durch die Aeußerungen deS Ministeriums als vollkommen befriedigt zu erklären. Seit dieser Zeit geht ihre Taktik dahin, sich als Freunde der Agrikulturisten zu geriren und, wo irgend einer der letztern einen Schutzzoll für feine Produkte beantragt, sich als Verfechter desselben aufzuwerfen. Allein die Vertreter der landwirthschaftlichen Interessen find zu einsichtsvoll, um den Kniff nicht zu durchblicken, und haben wiederholt, wie bei den Artikeln Getreide, Mehl, Vieh, diesen Beistand entschieden abgelehnt und überhaupt auf jeden Schutz für Rohstoffe verzichtet. Auf diese Weise geht die Berathung ziemlich rasch.
Der Ausflug deS Kaisers nach Kroatien wurde auf daS kommende Frühjahr festgesetzt und wird eine der ersten diesjährigen Reisen desselben bilden. Auch soll der Kaiser die Absicht hegen, die Londoner Industrieausstellung zu besuchen, jedoch, wie eS heißt, im strengsten Inkognito. — Graf Zichy, bekanntlich we.en der Uebergabe VenedigS an die Rebellen zu langjähriger schwerer Haft verurtheilt, ist vom Kaiser begnadigt worden.
Wieu, 28. Jan. (A. A. Z.) Zur Liquidirung der Kosten für daS österreichisch« Truppenkorps in Mitteldeutschland ist der k. k. RegierungS- und Fi, nanzrath v. Neuwall mit der dießfälligen Mission, und zugleich mit der Verrichtung eines Generalintendanten bei unserm TruppenkorpS in SchliSwig- Holstein betraut worden.
Wien, 29. Jan. Das „Jmpartial de Smyrne" bringt jetzt die Nachricht vom Tode Bems in folgender Mittheilung auS Beirut, dd. 12. Dezember: „Murad Pascha (Bem) ist in Folge eines Sturzes vom Pferde, durch welche Erschütterung seine alten Wunden aufbrachen, gestorben.
Wien, 30. Jan. (Allg. Z.) Eine Gesellschaft von KapitSlisten auS Russisch-Polen, an deren Spitz- sich ein Banquier auS Warschau befindet, hat und srrem Finanzminister ein Projekt zur Einführung einer Klaffenlotterie, nach Art der preußischen, und zugleich einen Pachtantrag für das bestehende Heine Zahlen-Lottospiel gemacht. Beide Anerbietungen wurden jedoch sowohl auS prinzipiellen als Finanz- rücksichten entschieden abgelehnt. Ein ministerieller Vortrag über weitere Armeertduktionen ist bereits dem Kaiser zur Genehmigung vorgelegt worden. In der Politik herrscht bei unS groß« Stille und Indolenz, selbst daS neueste französische oder vielmehr Pariser Jntriguenspiel macht wenig Eindruck.
Fr»«krei<h.
PariS, 30. Januar. (K. Z.) Die Nationalversammlung verwirft den Antrag auf Einsetzung permanenter Kriegsgerichte. Die Kommission über Arbeitervcrhältniffe beantragt die Niederlegung ihrer Resultate in die Ministerial-Archive, worüber sich eine leidenschaftliche Debatte erhebt, deren Schluß erst morgen bevorsteht. — ES geht das Gerücht, der Abgeordnete Maugnin fei nach Brüssel abgereift. — DaS „Journal des DebatS" behauptet, erst das in Aussicht gestellte definitiv« Ministerium werde die Revision der Verfassung beantragen.
Am ersten Weihnachtötage wurde Kaiser Sou- louque von Haiti gekrönt.
Ein häufig gut unterrichtetes Provinzialblatt, legitimiftischer Farbe, sagt folgende ernste Ereignisse vorher: „Alle Prâfekte und Unterpräfekte, die nicht entschlossen sind, di« Verlängerung der Gewalten deS Präsidenten zu begünstigen, werden abgesetzt. Die afrikanischen Grnerale wird man auS Paris entfernen und in ihren Kommandos durch andere Generale ersetzen, die dem neuen Oberbefehlshaber der Arme« von Paris eigeben find. Di« Armee von Paris wird in ihrer ganzen Zusammenfetzung erneuert werden, indem ze 10,000 Mann durch frische Truppen abgelöst werden sollen. Der General Forey, vertrauter Freund Changarniers (er be, fehligt die Brigade zur Vertheidigung der National- Versammlung), wird der Erst« sein, gegen die der Schlag geführt werd«« wird.
Pariâ, 31. Januar. (K. Z.) DaS DotationS- gerügt erhält sich. — Die Kommission der parlamentarischen Initiative wird am Montag den Minister Baisse darüber interpelliren, ob daS Ministerium das Wahlgesetz auch auf di« Präsidentenwahl
