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andern Korrespondenz sogar als bereits eingetreten berichtet worden ist, so muß nunmehr zugestanden werden, daß beide Nachrichten verfrühet waren, in­dem der „TaunuSwächler" noch bis jetzt sein Leben fristet. Aber eS ist dieses ein in zweifacher Bezie­hung dürftiges Dasein; denn einmal wird daS ganze Blättchen, mit Ausnahme der Oberurseler Lokal, Neuigkeiten, nur mit den Brosamen gefüttert, welche vom Tische deS im Verlage deS Pseudo-Re- dakteurS zu Frankfurt erscheinenden größern Blat­tes abfallen, und zum andern lassen die meisten Abonnenten (auS fast lauter Oberurselern be­stehend) sich die AbonnementSkosten aus Gutmü- thigkcit gefallen, um auf diese Weise dem eigent­lichen Unternehmer und Lieferanten der chro- nique scandaleuse eine Unterstützung zufließen zu lassen, nachdem dieser sich bessere und sicherere Sub­sistenzmittel verscherzt hat.

AuS gleicher Rücksicht könnte man Dem aller­dings „hi nter den Ko ul issen versteckten" Redakteur eS hingehen lassen, daß er, um den seiner Redaktion hingewiesenen Theil des „Taunuswäch- terS" auszufüllen, oft zu faden Witzeleien über acht­bare Persönlichkeiten seine Zuflucht nimmt; denn was thut nicht Mancher um des lieben Stücklein Brodes wegen, und bekanntlich sind ja Witzeleien und Schimpfereien daS Salz der Lektüre für manche Lesekreise einer gewissen Bildungsstufe. — DaS aber kann man von jeder ehrliebenden, offenen oder ver­steckten Redaktion verlangen, daß sie, wenn sie That­sachen zu berichten vorgibt, sich nicht wissentlich vom Boden der Wahrheit entferne. Der „T.-W." hin­gegen, soweit,er Lokalangelegenheiten bespricht, er­geht sich seit einiger Zeit in einer Reihe von u n» wahren Behauptungen und Berichten, welche offenbar nur geschmiedet find, um Verdächtigungen gegen Personen auSzustreuen, denen der Herr Ano­nymus „deS T.-W." eben nicht wohlgeneigt ist. — Auch darüber konnten wir wegsehen, weil eS weder unS persönlich berührt, noch wir uns berufen fühlen, alS Wortführer der Angegriffenen aufzutreten, wäh­rend diese selbst eS zu verschmähen scheinen, sich auf Widerlegungen einzulassen — Daß aber der „Tau- nuSwächter" kürzlich die aus der Luft gegriffene Nachricht brachte, eS fei in Dem nahegelegenen Dorfe Echw...... die Cholera ausgebrochen, wäh­rend in diesem Orte nicht nur nicht die entfernteste Spur dieser Krankheit vorgekommen, sondern über­haupt weder Krankheiten noch Sterblichkeit in außer­gewöhnlichem Maße daselbst verspürt worden : daS ist, gelindest gesagt, eine Frivolität, welche um so weniger zu entschuldigen ist, alS dieser Lügenbericht, in Frankfurt gedruckt, leicht hätte in andere Blätter

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sucht, alS Verpestenden, 'die Thore dieser Stadt hätte verschließen können.

Wollte der Herr Anonymus deS „Taunus.

Wächters" mit dieser Nachricht etwa ein Pröb, chen seiner sozial-demokratischen Ideen zum Besten geben ? ?

Von der Dill, 17. Dez. Mit der Errichtung unseres konstitutionellen Staatsgebäudes ging eS verkehrt: wir haben erst die freieren Institutionen in'S Leben gerufen und versäumt, erst die Menschen dazu zu schaffen, da eS doch der richtigere Grund­satz ist, daS Maß und den innern Gehalt jener nach diesen, d. i. nach deren Bedürfniß und Bildungs­stufe, überhaupt nach deren gewonnenen Reife fin» zurichten. Die besonnenen Vertreter deS Volkes und ihre Freunde — die Zentrumspartei deS Frank­furter Parlaments — hielten diesen letzteren Grund- satz bei der Neugestaltung Deutschlands stets im Auge. Allein der Drang der Umstände war s. Z, zu mächtig, alS daß diese gemäßigten Männer, ge­nugsam bekannt mit dem Volkscharakter und der Volksbildung, gegen die ungestümmen Forderungen unerfahrener, radikal-neufchaffenber Volksvertreter ankâmpfen konnten. Um deS wahrhaft Zweckmäßi­gen, Lebensfähigen und darum Dauernden willen, daS sie in reichem Maße in die neue Verfassung Deutschlands gebracht, ließen sie eS zu, daß auch manches Gegenteilige in selbige kam. Und dies war eS, waS Alles scheitern machte, und uns in das Labyrinth brachte, aus dem uns kein Faden der Ariadne wird erretten können. Wie die Nichtbefol»

« jenes Grundsatzes im großen Vaterlanve viel il gestiftet, so ist eS leider auch der Fall in den einzelnen Staaten und in den Gemeinden. Wir können eS nicht leugnen, wir habm recht freisinnige Gesetze: daS Wahlgesetz, das Gemeindegesetz und noch manche andere. Aber waS helfen unS alle freien Institutionen, wenn sie nicht des Volkes Geist Beleben, und wenn nach ihnen nicht strenge gehan­delt wird. Während Andere klagten und klagen, daß manche organische Gesetze nicht freisinnig genug ausgefallen sind, klagen wir mit mehr Recht, daß daS Volk noch nicht reif ist, ein gewisses Maß von Freiheiten und Rechten vernünftig und heilbringend gebrauchen zu können. Man hat von anderer Seite bedauert, daß man mit dem Großtheil des Volkes die vorgesteckten volksthümlichen Ziele nicht hat er­reichen können. Nicht mit Unrecht; denn das Volk nimmt gerne hin, waS eS leichten Kaufes erhalten kann. SS fehlt ihm das thatkräftige Interesse an

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Allem, was sein Wohl betrifft ; daher die überhand genommene Lethargie und daS Ungewohnte, sich in daS konstitutionelle Leben hineinzufinden. Die so eben beendigten GemeinverathSwahlen haben uns Vorstehendes bestätigt. Wir wollen nicht davon reden, daß wir auf dem platten Lande den Unter» schied zwischen den politischen Hauplparteien nicht fanden; denn hier ist solcher verschwunden, sondern, daß wir in der Erwartung getäuscht wurden, die Stimmen würden sich auf intelligente und morali­sche Charaktere in Masse einigen. Von den meisten ländlichen Wahlen läßt sich wohl mit Bestimmtheit sagen, daß, trotz der häufigen Uebung und der ge# ; machten theilweise unangenehmen Erfahrungen in den zwei Jahren, eine große Stimmenzersplitterung stattfand. Die Wahlmänner mußten sich von vorn­herein in den Vorwahlen geeinigt haben und über die Kandidaten klar sein. Es würde dies richtige­ren Takt und größeres Interesse an der Sache ge­zeigt haben. Und wenn man sich vollends über, zeugte, auf welche Individuen so viele Stimmen fielen, und wie die Stimmzettel die niedrigsten Lei­denschaften dokumentirtcn, so wird Keiner obigen Satz angreifen können. Aehnliche Erfahrungen macht man bei der Ausübung gemeindedienstlicher Funktionen. In sehr seltenen Fällen hält man sich strenge an daS Gemeindegesetz; die Bürger werden an manchen Orten nicht mit den Gesetzen bekannt gemacht; die Verordnungsblätter liegen ruhig in der Gemeindelegistratur. Daß daher auS Unwissen­heit manche polizeiliche, ja auch kriminelle Vergehen entstehen, liegt auf der flachen Hand. Was helfen uns aber Gesetze auf dem Papier! Die Gemeinde- ralhSbtschlüsse anlangend, werden solche nicht immer von dem wahren Gesichtspunkte aus, daS Gemein» wie Einzelwohl fördernd, sondern gar häufig von selbstsüchtigen Motiven diktirl. Selbst mißbilligende und tadelnde Urtheile rechtlicher Gemeinde- und GemeinderathSglieder können solchem Unfuge nicht steuern. DaS Wohl aber wird untergraben, „wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet".

0t Hachenburg, 22. Dezember. Ich muß noch einmal auf die hiesige Gemeinderathswahl zu­rückkommen. Num. 300 der „Freien Zeitung" ent­hält einen Artikel darüber, welcher geeignet ist, eine falsche Ansicht von der Sache zu verbreiten. Es heißt darin: „Das Resultat war der Volkspartei günstig. Die von der Beamtenpartei gewünschten Kandidaten (namentlich ein Steuerkommissär) fielen durch." Die hier sogenannte Beamtenpartei meinte eS nämlich sehr gut mir dem Wohle der Stadt sowohl im Gan­zen , als der Bürger im Einzelnen, und stellte ohne Rücksicht aus_Politische Ansicht von den auStre» -rmtrfr-Witgi iebertr^TrTrrerTv^^

Kandidaten auf, Apotheker Mergler und Bäcker­meister Luckenbach, von denen eS hier bei Jung und Alt bekannt ist, daß sie keine Reaktionäre sind, ja von denen der Letztere zugleich Kandidat der so­genannten Volkspartei war. Außerdem waren Steuer­kommissär Achenbach und Kaufmann Schuma­cher ihre Kandidaten, Männer, welche ihrem Amte Ehre gemacht haben würden. Solche Leute müssen gerade unserm Bürgermeister kräftig zur Seite stehen, wenn es mit Den städtischen Finanzen besser werden soll. Dadurch, daß man gegen die Säumigen stets nachsichtig ist, wird ihre Last immer größer, sie selbst endlich an den Bettelstab gebracht, der Stadt- lasse aber ein empfindlicher Verlust bcigebracht. Ein weiser Haushälter dagegen, der zur rechten Zeit mit Strenge einschreitet, nützt beiden Thrilen und kann dann auch eher ohne Schaden in dringenden Fällen Nachsicht üben. AuS den gemachten Andeutungen wird eS zur Genüge klar geworden sein, waS unter der in der „Freien Zeitung" genannten Volkspartei zu verstehen und was von ihrem gefeierten Triumphe zu halten ist. Uebrigenö soll die erwähnte Wahl wegen vorgefallener Formfehler umgestoßen werden, und eS ist alSdann die Hoffnung vorhanden, daß dießmal die Kandidaten der sogenannten Beamten­partei siegen werden.

0 Hachenburg, 24. Dez. Heute treffen 600 Mann vom königlich preußischen 28. Landwehr-Jn« fantcrie-Regiment, welche vorläufig entlassen werden sollen, auf ihrem Rückmärsche von Wetzlar hier ein, und werden hier und in zwei benachbarten Orten einquartiert.

Frankfurt, 26. Dezbr. (K. Z.) Wie wir vernehmen, ist gestern an den Fürsten von Thurn und TariS von München aus die Weisung ergan­gen, denjenigen Theil der k. bayerischen Truppen, welcher unter den jetzigen Umständen behufs der BundtSerekution überflüssig erscheint, sofort auS Kurheffen zurückzuziehen. Dieser Befehl dürfte heute schon den Anfang seines Vollzugs finden.

Darmstadt, 27. Dez. Die heute erscheinende Nummer des Regierungsblattes enthält das aller­höchste Edikt, die Einberufung der Abgeordneten zu dem außerordentlichen Landtag auf den 15. Januar 1851 betreffend.

Kassel, 25. Dez. (D. Z.) So eben, Nach­mittags 2 Uhr, rückt Dit Garde ein. ES heißt, daß

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die bayerischen Truppen unS morgen sämmtlich ver, lassen werden. Hinzugefügt wird, daß dieses Ab­rücken feine Forderung deS Generals Tietzen sei. Nach; einer anderen Version hätte der Kurfürst eS so verlangt. Es würden sonach nur noch zwei Ba­taillone fremder Truppen neben den kurhessischen die Garnison Kassels bilden, und zwar das österr. Jägerbataillon und daS erste Bataillon deS 13. preuß. Linicn-Jnfanterie-RegimentS.

Kassel, 26. Dez. (Fr. I.) Auf halb offiziellem Wege ist Die Mittheilung hierher gelangt, daß das kurfürstliche Ministerium zu WilhelmSbad keines­wegs in vollständiger Uebereinstimmung mit den, Seitens deS Grafen von Seiningen hier genommenen Maßregeln lebe, und ist wohl anzunehmen, daß auf die jüngst durch Die hiesigen Behörden Dieser» halb erlassene Beschwerdeführung eine zurückweisende Resolution nicht erfolgen werde. BiS jetzt ist die Erekution nur an Dem hiesigen Herrn Oberbürger­meister in Vollzug gesetzt; derselbe hat 25 Mann bayerische Soldaten zur Beköstigung und Verpfle­gung erhalten, womit sogar die Obliegenheil ver­knüpft ist, einem jeden dieser Soldaten einen tâg» Uchen LöhnungSbelrag von 2'/2 Sgr. auszuzahlen. Die Unteroffiziere erhalten dagegen noch bedeutend mehr. Der Grund dieser Maßregel ist die Welge- rung des Herrn Oberbürgermeisters, in Zunftsachen die ungesetzlichen Stempel zu verwenden. — Die Zwangsmaßregeln gegen die Behörden sollen in Folge einer Weisung aus WilhelmSbad eingestellt sein.

Kassel, 27. Dez. (Tel. Dep. d. O -P.-A.-Z.) St. königliche Hoheit der Kurfürst ist soeben hier eingetroffen. Sämmtliche hier anwesende k. k. öster­reichische, k. preußische, k. bayerische und kurfürstlich hessische Truppen waren in großer Parade aufge­stellt und defilirten vor dem Kurfürsten. Die beiden Herren Kommissaricn, alle Behörden und Die Ossi- ziere Der vorbemerkten Truppenabtheilungen wurden von Sr. königl. Hoheit empfangen.

Dresden, 23. Dez. Nach sächssischen Blättern werden unmittelbar nach dem WeihnachtSfeste die eigentlichen Geschäftssitzungen beginnen. Sie wer­den in dem langen, himmelblau dekorirten Saale des linken nach Dem Neumarkte hin gerichteten Flü­gels des Brühlschen Palais gehalten werden, wo zu dem Ende eine an beiden Enden abgerundete lange Tafel ausgestellt ist, um welche circa vierzig Sessel stehen und die mit dem erforderlichen Schreib­material (für die Bevollmächtigten aller selbst der kleinsten Staaten ganz gleiche Dintenfäffer aus der Meißner Porcelainfabrik) K. ausgestattet ist. In Dem rechts nach der Brücke hin gelegenen Flügel deS PalaiS sind die für die Kanzlei und deren Vorstand bestimmten Zimmer eingerichtet.

In Der Begleitung deS Hrn. von Manteuffel befindet sich auch der bekannte Assessor, Rudolff, der eine Wohnung bei dem Minister angewiesen er­halten hat.

Dresden, 24. Dezbr. Die erfolgte Eröffnung der Konferenzen bietet bis jetzt kaum dem gewöhn­lichen Gespräch einigen thatsächlichen Anhalt; Nie­mand weiß mehr davon als daS „Dresdener Journ." halboffiziell gemeldet hat. Daß Hr. v. Manteuffel unmittelbar nach Hrn. V. Schwarzenberg zu der hohen Versammlung gesprochen, also dieselbe gleich­sam „miteröffnet" habe, wird glaubwürdig versichert; es ist dies nach der gegenwärtigen Stellung Preu­ßens und Oesterreichs auch wahrscheinlich und ange­messen. Unter den mancherlei Vermuthungen, d'« über die Resultate und die Dauer der Versammlung ausgestellt werden, hat die daö Meiste für sich, wonach die Dauer nur eine ziemlich beschränkte sein würde, sei es nun, weil man die Herbeiführung einer schnellen Einigung für möglich hält, oder der Wirksamkeit der Versammlung selbst sehr enge Gränzen zieht. Persönliche Aeußerungen von Konferenzmitgliedern lassen nur auf eine kurze Dauer schließen. Freilich kommt man auch hier, da die gestrige Eröffnungs­sitzung schon nach Verlauf einer Stunde zu Ende ging, es also zu einer eigentlichen Berathung noch gar nicht gekommen zu sein scheint, über eine bloße Vermuthung nicht hinaus. Die Vertreter der klei­nen Fürstenlhümer besuchen das diesige Museum und treten so mindestens einige Stunden des TageS auS Der unnahbaren Sphäre der Diplomatie heraus. Zu bemerken ist, daß sie Zulaßkarten auf nur acht Tage gelöst haben.

Dresden, 25. Dez. (Dr. I.) Von Bevoll­mächtigten deutscher Staaten bei Den Ministerial- Konferenzen sind seit unserer letzten Mittheilung noch .die StaatSminister v. Baumbach und v. R üd t hier eingetroffen. Von Hannover ist der österreichische Gesandte am hannoverschen Hofe, Baron von Lan­gen», und von Berlin der kurhessische^ Geschäfts­träger am preußischen Hofe, Freiherr v. Dörnberg, angelangt.

Detmold, 21. Dezbr. Nach der Wes. Z. ist außer dem Arm jetzt auch Der Schild Hermanns gest ohlen worden.