dung deSkBra chfeldeS nur ohne Beschädigung der barin gepflanzten Gegenstände; die der Wiesen für Rindvieh nur bei trockenem Wetter, für Schafe nur bei Frost zu gestatten wird angenommen. 21 i^f den Antrag von Schmidt soll daS Feld bei Tag offen, bei Nacht geschloffen sein (die Strien werden bestimmt); dem Feldgerichte soll die Befugniß zu Ausnahme-Verboten und »Erlaubnissen in dieser Hinsicht zustehen, gegen welche der Rekurs an das KrciSamt stalifindct.
Wegen des AehrenlesenS :c. wird be< stimmt, auf Antrag des Ausschusses, daß solches bei Nacht nicht — auf Antrag von Sch mib t, daß eS nur in von Früchten leeren Gewannen und nie gegen Verbot des Grund-EigenthümerS Statt finden dürfe. — Rücksichtlich der Baumpflanzungen wurde angenommen, auf den Antrag des Ausschusses, daß bei neuen Anlagen im Felde die Bäume 16 Werkfuß von der Ackergrenze stehen müssen, und daß in allen Baumstücken das Nachpflanzen an die Stelle der abgängigen Bäume erlaubt sei.
Die Feldschützen sollen Feldfrevler, die sie nicht erkannt haben, wenn sie sie binnen sechs Wochen wieder sehen, in dieser Frist anzuzeigen befugt sein. — Auf Antrag der Abg. Wimpf und Schmidt soll der Rückersatz der Vergütung von Feldfreveln in die Gemeindekasse also geleistet werden, daß derselbe nicht unter 4 fl. beträgt, bei einem reinen Vermögen von 500 ft zweifach — bei einem solchen von 1000 fl. vierfach, über 1000 fl. sechsfach. Auch sollen nach Schmidt'S Antrag die alten Reste von solchen Schadenersatz-Geldern aus dieselbe Weise behandelt werden.
Nach dem von Kalt gestellten Anträge sollen die Eltern bei Feldfreveln ihrer Kinder für den Schadenersatz an die Gemeinde nicht haften.
DaS also verbesserte Gesetz wurde mit 25 gegen 7 Stimmen angenommen. Dafür stimmten: Bellinger, Bertram, Born, Dünkelberg, v. Eck, Fresenius, Großmann, v. Gödecke, Habel, Heydenreich, Heyl, Jung I., Keim, Kürtel, Müller I., Preis, Rau, Remy, Schlemmer, Schmidt, Schürz, Tripp, Wehrfritz, Wirth, Zollmann. Dagegen: Braun, Gergens, Hehner, Kalt, Raht, Snell, Wimpf (der letztere, weil darin das Aehrenlesen beschränkt sei).
Zur Begutachtung deS Antrags von Born — den Speicherschwand bei den Rezepturen betreffend — wurden gewählt: Habel, Jung I., Kalt, Snell und Wehrfritz.
88 Aus dem Nassauischen.» Die Staats und Gemeindegefälle werden in der letzten Zeit mit solchen ernsthaften Maßregeln beigetrieben, daß eS scheint, also sollte wieder Ordnung inS gewöhnliche Ver. waltungs- und HauShaltungSwesen zurückkehren. Viele ©emeinrefaffen haben bedeutende Steuerrückstände, ja es sind deren dem Vernehmen nach, noch vom Sten Simpel 1848 her. Manche der Herzogl. Rentei» und Kreisbeamten verfahren schonungslos gegen das Gemeinderachs - Kollegium und diese OrtSvorgesetzten können doch fein Geld schaffen.
Die Beitreibung der Gemeinderückstände wird befohlen, nun gut, aber wo sollen die Gemeindebürger das benöthigte Geld hernehmen; Beträge von 10, 15 bis 20 fl. zu leihen und in einigen Jahren Ter- minenweis wieder abzuiragen, dazu sind alle Wege versperrt und verbarrikadirt, und w wird dann Einer nach dem Andern zur Schlachtbank geführt, oder mit andern Worten für Konkurs erklärt, oder dem Wucherer in die Hände geliefert. Es kommt hierbei jedoch noch etwas ganz anderes zur Sprache, nämlich: Gleichheit vor dem Gesetz.
In vielen Orten werden Gemcindesimpcl erhoben; der Domänen-FiSkus, Zentral Studienfonds ic. haben in vielen dergleichen Gemarkungen liegende Güter, müssen also auch zu den Gemeindssteuern Beiträge leisten. Die Rezepturbeamten bezahlen diese Beiträge aber gar oft nicht vor Jahresschluß zur Gemeindekasse, unter dem Vorgeben, diese Einzelzählung verursache Ihnen zu viel Schreibereien mit den allmonatlichen Liquidationen. Dem Privatmann wird im HauS geholt, waS nur nagelloS ist, um die Steuern zur Staatskasse zu bringen, der Staat ist in eben gedachten Fällen Schuldner, warum erfüllt er feine Schuldigkeit nicht auch zur Gemeindekaffe? Der Staat selbst hat hieran keine Schuld, sondern nur die Rezepturbeamten, sie sind zu voll und dick von lauter Gemächlichkeiten und eâ würbe von vielen Seiten sehr gerne auch zum Heil der Unterthanen, gesehen werden, wenn die höheren Finanzbehörden hier einschritten. Der Domänen- FiSkuS und StubienfondS haben viele Güter, welche in mehreren Gemarkungen zerstreut sogar in mehreren Rezepturbezirken liegen und mehrere Rentmeister entrichten sogar von den also überschlagenden Gütern die StaatSsteuern nicht an den betreffenden Ortserheber vor Jahresschluß, sondern mulhen dem Erheber, die Steuervorlage auâ seinem Privalver- mögen zu, als immer wieder nur um die Arbeit der bekannten allmonatlichen Liquidation zu sparen, als wenn daS Liquidiren durch 3—4 Zahlenschmitzen eine so halsbrechende Arbeit wäre. Denken sollte man doch, die betreffende Finanzbehörbe könnte wissen, wie viel Steuer sie von jedem Gut oder Hofe schuldig sei, und in den monatlichen Abrechnungen
auch fordern, daß die Simpelschuldigkeit auch in den Erfallterwinen bezahlt würde.
t Vom Taunus, Anfang Dez. Die deutsche evangelische Kirche soll selbstständig, soll eine Macht im Leben werden. So wollen eS die Gesetze der Neuzeit und der Wille der Diener der Kirche. Aber wir sehen die Kirche noch wenig gefüllt und in manchen Schichten des Volkes noch Hohn, Haß ge- gen dieses wichtige Institut. Dieses Verhältniß ist ein Erbtheil trauriger Zeiten, in denen die ursprünglich freie Verfassung der protestantischen Kirche in dem unwürdigen System des Cäsareopapismus verkümmert wurde, wo eine stroherne Orthodoxie , ein bochmüthiger Buchstabenbienst, ein pedantischer Ge- lehncnbünkel alle lieferen Gemüther , welche das Bedürfniß lebendiger Frömmigkeit in sich fühlten, unbefriedigt ließen oder gar aus der Kirche auSstie- ßen. Die hölzerne Orthodoxie rief alS ihr Extrem eine Verstandeöaufklärung oder besser AuSklärung hervor, welche etwas schon deßhalb für falsch hielt, wenn und weil cs die Kirche lehrte. Durch den nationalen Aufschwung unseres Volkes zu Anfang dieses Jahrhunderts wurde eS auch mit dem religiösen und kirchlichen Leben Heffer, und die durch Weltgeschicke sowie eine ernstere Wissenschaft neu belebte Religiosität der Nation konnte -auch durch den Mißbrauch, den die Diplomatie und Polizei mit der Kirche trieben, nicht wieder ganz unterdrückt werden. Indessen fehlt noch viel, daß die Kirche wieder ein wahrhaft lebendiges, daS Leben ganz und gar durchdringendes Glied des VolkSbaseinS wäre. Die Klagen der Geistlichen beweisen dieß am besten. Der thatkräftigste der neueren Theologen, HunveS- Hagen, ruft daher den Dienern der Kirche zu, den jetzt einzig möglichen Weg, die Kirche groß und mächtig zu machen, mulhig und betreten, nämlich die innere Macht derselben durch Thaten der Liebe zu bethätigen und so dem größten Zweifler handgreiflich zu machen, in die Kreise deS Pauperismus und der Entsittlichung einzutreten, sich zu bekümmern um die aller Pflege entbehrenden Kranken in den Hütten um die in Zuchtlosigkeit Heranwachsende Wanderjugend ic. An die sittliche LebenSaktion wirb sie, wie zu Luthers Zeit, setzt ein deutscher Philosoph hinzu, mit unwiderstehlicher Zauberkraft auch die intellektuelle wieder heranziehen. Die katholische Kirche und der Pietismus haben bereits begonnen, in diesem Sinne zu handeln. Werden die sogenannten Landes- oder Volkskirchen diesem Beispiel folgen? So würde die Kirche am sichersten wieder eine Macht im Leben.
t Vom Rhein, Anfangs Dezember. Nachdem der Plan, unserm großen Friedrich List ein würdiges Denkmal zu errichten '/wieder vergessen zu sein schien, hat ihn der Reutlinger Gesangverein aufö Neue aufgegriffen und wird ihn hoffentlich zum glücklichen Ziele führen, durch die Unterstützung aller deutschen Gauen, in denen man nicht auS Verblendung fremden Interessen dient. Wie klein stehen wir Deutsche doch in der Tugend der Pietät gegen Wohlthäter des deutschen Vaterlandes im Vergleich mit dem englischen Volk da! Wie haben sich die stolzen Briten in königlichen Huldigungen für ihren großen Todten Peel überboten! Unser Peel aber, der gewaltigste Förderer unserer Industrie, von welcher wieder die Blüthe deS Ackerbaues und Handels, sowie mancher Kunst und Wissenschaft und am Ende die wahre Freiheit selbst abhängt, unser Friedrich List, welcher an Geistesmacht und fruchtbringenden Ideen wohl ebenbürtig ist, hat von seiner Nation noch kein bescheidenes Denkmal erhalten. Wie er sich aus Verzweiflung an der faulen, versumpften Gegenwart in den Alpen das Leben nahm, so scheint auch den Massen das Verständniß dieses schöpferischen RiesengeisteS noch immer nicht aufgegangen zu sein. Es ist daher Pflicht der Einsichtigeren, daS Versäumte nachzuholen und die in Negation und im passiven Widerstand der Faulheit verharrenden Schichten deS Volkes zur Erkenntniß dieses rastlos schaffenden, alle Gebiete deS SlaateS mit neuem Leben durchdringenden Genius hinzu- sühren, damit Jeder versuche, eine ähnliche Thätigkeit zu beginnen. Die Errichtung deS Denkmals gibt Gelegenheit, auch solche Leute für volkSwirth, schaftliche Fragen zu interessiren, welche denselben vermöge ihrer Lebensstellung ferner stehen. Die neuerdings von dem Professor Häusser zu Hei- delberg hcrauSgcgebenen Schriften F. Li st'S sollten für geraume Zeit hier einen stehenden Artikel der Besprechung in allen deutschen Zeitungen bilden. Denn es ist eine Welt geistvoller Gedanken und umfassender Erfahrungen darin enthalten. Der KriegSlärm und der Marsch der Truppen darf unS nicht abhalten, die Jveen zu fultiviren, von denen unsere ganze Zukunft abhângt. An allen Orten müßten sich Vereine bilden, um für das Denkmal Li st's zu sammeln, und waS noch wichtger ist, um seine wcltumgestaltenben Gedanken in unserer Nation zu verbreiten. — Nassau hat einen besonderen Beruf und ein besonderes Bedürfniß dazu.
Hanau, 12. Dezbr. Gestern hier umlaufenden Gerüchten Glauben zu schenken, würde der Kurfürst i mit dem Anfang« nächster Woche die Reise von
WilhelmSbad nach Kassel antreten. Thatsache ist .wenigstens, daß bereits Anstalten zur Uebersicdelung getroffen werden.
Kassel, 10. Dezember. (D. Z) Wie einem hiesigen Blatte vom 8. bS. Abends aus Fritzlar geschrieben wird, ist dort durch den städtischen Ausrufer bekannt gemacht, daß die Einwohner auf den 9. b. sowohl Quartiere als auch Stallungen bereit halten sollten, indem die in Ziegenhain unter General v. Hailbronuer stehenden 900 Mann Bayern und Oesterreicher Montag um 3 Uhr Nachmittags dort ein# rücken würden. Nachrichten zufolge, welche Reisende heute cing. bracht haben, ist Fritzlar wirklich gestern von den Bayern besetzt. Von Treysa aus, welches am 8. noch voll sogenannten BundeStruppen lag, sind starke Detachements nach Kirchheim und Marburg aufgebrocheu. Sonst ist uns über die Trup- Penmärsche nichts weiter bekannt, als daß die Preußen sich auf Vacha zurückziehen. Aus Fulda wird gemeldet, daß den dortigen Buchhändlern ein vom BezirkSbirektor Rang unterzeichneter Befehl mitgetheilt worden, wodurch ihnen die Verbreitung der Monatsschrift von Kolatschek auf Befehl des Ministeriums untersagt wird.
Kassel, 11. Dez. Der k. Preuß. General von Tiezen ist mit der, in meinem gestrigen Bericht bereits speziell angeführten, Truppcumasse hier angelangt. — Der preußische General v. d. Gröben soll, in Folge der unerwarteten und beklagenswerihen Wendung der Dinge, welche gleichzeitig in der ganzen preußischen Armee großen Mißmulh erregt hat, sein Kommando alS Divisionsgeneral niebcrgelegt und seinen Abschied verlangt haben. — Die preuß. Truppen ziehen sich in nordwestlicher Richtung all- mälig von hier zurück, und die s. g. BundeStruppen folgen ihnen auf dem Fuße nach. In Rotenburg sind die Bayern bereits eingerückt und haben schon gegen daS dortigen Obergcricht Verfügungen getroffen ; daS Nähere hierüber ist hier noch nicht bekannt geworden. Vermuthlich bleibt jetzt, statt deS früher zum ErekutionskorpS von preußischer Seite bestimmt gewesenen 17. Regiments Landwehr, ein Bataillon vom 13. Regiment, Linie, zu diesem Zwecke hier.
Nach zuverlässien Mittheilungen darf Hersfeld alS Hauptort der preußischen Etappenstraße von Iden österreichisch-bayerischen Truppen vorerst nicht besetzt werden.
Kassel, II. Dez. Die österreichischen Besatzungstruppen werden morgen Abend hier erwartet.
München, 9. Dez. (N. C.) Es ist noch nicht definitiv bestimmt, ob Staalsminister v. d. Pfordten selbst zum Kongresse nach Dresden geht, vielmehr soll dies davon abhängen, ob Schwarzenberg und Manteuffel ebenfalls dahin gehen. Eventuell nennt man ! den Baron Berger, früheren Gesandten Bayerns I in der Schweiz, als Bevollmächtigten Bayerns.
München, 10. Dezemb. Wie man heute wissen I will, wird Hr. Staalsminister v. d. Pfordten am i 15. oder 16. d. als Bevollmächtigter Bayerns zum i Kongreß nach Dresden abreisen.
Leipzig, 10. Dezember. Dem „Frankfurter Journal wird geschrieben: Ihr hiesiger K-Korrespondent meldet Ihnen unterm 4. Dezember, daß der B l u m v e r e i n eine Christbescheerung für arme Kinder veranstaltet und sagt der Polizei indirekt eine Schmeichelei, daß sie nichts dagegen einwendet. Nichtsdestoweniger ist gestern der „Bluniverein" aufgehoben , die Kasse des Vereins mit Beschlag belegt, das Bildniß Blum'S fortgenommen und unter starker Polizeibegleitung in Gewahrsam gebracht, die Christbescheerung für arme Kinder verboten und endlich Denen, die für diesen milden Zweck gesammelt, durch die Polizei DaS abgeforbert worden, waS sie an Beiträgen bereits erhalten.
Berlin, 9. Dez. Der f^Korrefp. deS Frankf. Journals schreibt: Die Verlegenheit über die Besetzung der Ministcrstellen dauert fort. Zu den Schwierigkeiten, welche dabei Mitwirken, dürfte auch vornehmlich der Umstand zu rechnen sein, daß man in dieser Epoche deS Ucbergangs nicht zu politisch her, vorragenden Notabilitäten greifen kann, sondern sich an weniger stark pronunzirle Charaktere halten muß, welche daS Gleichgewicht im Kabin et nach keiner Seite stören. So gilt eS nur, geeignete Verwal- tungSkapazstâten zu finden, und als solche sind die Herren v. Raumer, der Hrn. v. Labenberg zu ersetzen berufen, und v. Puttkammer, dem das Mi» nifterium des Innern verbleiben dürste, anzusehen. Hr. v. Raumer befindet sich bereits hier. Mit weiteren Besetzungen vakanter Poricseuilleö ist eS stille, die Einrichtung eines besonderen Ackerbauministcri- umS ist noch in zu weitem Felde, alS daß eine Ernennung dazu bald zu erwarten stände.
Die Hoffnung, daß in Dresden so bald Resultate erzielt werden würden, daß das Ministerium im Staude sein werde, mit denselben vor die Kam, liiern bei ihrer Wiedereröffnung zu treten , scheint aufgegeben zu sein. Indeß, sp unbestimmt der Er-
