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könne die Regierung, ohne die Unbequemlichkeiten, welche WilhelmSbao biete, das Resultat der Be­setzung Kassels durch die Bunbeötruppen abwarten.

Stuttgart, 10. Dezemd. Gestern wurde nach dem St. A. von der nach der k. Verordnung vom 26. Nov. niedergesetzten Kommission der Sturz der StaalSschulbenVerwaltungSkasse vorgenommen. Die HH. Prof. Rayscher und Pfarrer Mack sind vor das Kriminalamt geladen.

München, 9. Dez. Die Zurücknahme der jüngst angeordneten Nachrekrulirung auS der Altersklasse 1828 wird nun offiziell verkündet. — Die Abreise deS königl. Feldmarschalls Prinz Karl zur Armee ist bis auf weiteres sistirt, und dürfte wahrscheinlich ganz unterbleiben.

Dresden, 9. Dez. Die zweite Kammer sprach in der heutigen Sitzung die Entziehung der Wähl­barkeit gegen die renitenten Kammermitglieder und zwar mit allen gegen 6 Stimmen auS.

Aus Thüringen, 7. Dezember. (D. Allg. Z.) Vrotz der FriebenSversichcrungen dauern die Kriegs­rüstungen fort. Die um Erfurt gelegenen preußi­schen Dörfer müssen in Folge eines gestern früh eingetroffenen Befehls nicht nur Hafer, Korn und Slroh in die Festung liefern, sondern auch Mann, schaffen und zweispännige Wagen zum Schanzen stellen, so daß aus manchen Dorfe 20 un noch mehr Leute zum Schanzen beordert sind, wofür der Mann 10 Sgr., der Lieferant eines Wagen 3 Thlr. täglich erhält.

Eisenach, 9. Dez. Der Rückzug der preußi­schen Armee aus Hessen hat begonnen ; daS 19. und 31. Infanterie- sowie ein Kürasslerregiment sind be­reits hier durchgekommen. Die Soldaten scherzen selbst über die Lorbeeren, die sie in Hessen geholt. — In der Umgegend von Vacha soll die Cholera I unter dem Militär ausgebrochen sein.

Erfurt, 5. Dez. Ueber die in Weimar abge- haltene Minister-Konferenz zwischen cilf thüringischen und anhaltischen Fürstenthümern erfährt man jetzt mit Bestimmtheit, daß in derselben daS stete Zu­sammengehen mit Preußen, zu welchem die Sym­pathien unserer Bevölkerung, wie die aufrichtigen konstitutionellen Bestrebungen unserer Regierungen gleichmäßig drängen, beschlossen worben ist.

Hannover, 9. Dez. Die Berufung der Kammern, welche bei der wachsenden allgemeinen politischen Rathlosigkeit im weilern Vaterlande längst von allen SeUengnvunsUs wurde, wird, wie auS guter Quelle verlautet , spätestens zum 1. Februar statifinden.

Hannover, 4, Dezbr. Es bereitet sich hier auf Anregung unseres Ministerlumâ die Anbahnung einer engeren Verbindung der Norddeutschen Mittel- und kleinen Staaten vor, zum Zweck eines gemein­samen Handelns auf den freien Konferenzen zu Dresden und vor allen Dingen zur Wahrung der materiellen Verhältnisse unseres Staates mit Mecklen­burg im Steuerverein und der Hansestädte in ihren speziellen Frcihanbelsgefftzen. In Folge Dessen wa­ren bereits der oldenburgische Ministerialdirektor v. Eisendecher als der Abgesandte für Oldenburg und der Senator Duckwitz in gleicher Eigenschaft für Bremen hier und haben mit dem Minister bei Aus­wärtigen v. Münchhausen mehre Konferenzen gehabt. Man erwartet in den nächsten Tagen auch einen Deputaten für Mecklenburg-Schwerin und Mecklen- burg-Strelitz und einen für Hamburg, um in der­selben Angelegenheit zuvörderst in Unterhandlung zu treten und sich über gewisse Prinzipien zu eini­gen, vielleicht auch gar, um den Vorschlag zu einem Handelsvertrag einstweilen zu entwerfen, der dann später, auf daS Recht der freien Unirung Anspruch machend, zum definitiven Abschluß gelangen soll. Man will zuvörderst dafür sorgen, daß die jetzigen Zoll-, HandelS- und VerkehrSverhällnisse dieser Staaten keinerlei Beschränkungen erleiden. In den politischen Verhältnissen beabsichtigt man nur die jetzig« unabhängige Stellung der einzelnen Staaten im Innern wie im Aeußern zu behaupten. (O P.A.Z.)

Braunschweig, 6. Dez. Vorgestern sind zwei unserer Minister ( die HH. v. Geyso und Langer- fclbt) nach Berlin gereist , um sich an Ort und Stelle diejenigen Nachrichten zu holen, die ihnen über den Stand der deutschen Angelegenheiten über­haupt und in specie über die Stellung bei Her- zoglhumS zu demselben, bis jetzt noch nicht muge« theilt worden sind. Selbst über bie Olmützcr Ver­abredungen sind nur sehr dürftige offizielle Mitthei­lungen hierher gelangt, noch nicht einmal so viel, als längst bie Zeitungen gebracht haben.

Berlin, 9. Dez. Für das Kommissariat in Holstein soll man an den Grafen Arnim-Boytzen- burg denken. DaS Gerücht ist jedoch unverbürgt. Die Zeitungen meldeten, der Graf habe für Hessen abgelehnt. Ernannt scheint der Kommissär jedenfalls

daß dieselbe ganz auf die ewige Macht bei Wortes gegründet ist; aber Auge und 'Ohr dürfen wenig­stens nicht, wie bisher, so viele störende Eindrücke empfangen. Ist der Kultus den Forderungen unB serer gegenwärtigen Bildung gemäß neugeboren auS tief religiösem Geiste heraus, so werden die Kirchen wieder »oH werden, welche keine noch so wohlge- meinten Strafpredigten anfüllen. Auch die soge­nannten gebildeten Stände werden sich wieder ein» finden; denn die Freigeister mögen sagen, was sie wollen, die kirchlichen Institutionen haben eine tiefe Wurzel im Menschenherzen und darum im ganzen Volksleben.

5 Hadamar, l0. Dez. In der Nacht von vor­gestern aus gestern lagen dahier und in Niederha­damar 150 Mann preußische Husaren, welchenach Braunfels marschirten.

Gestern brachten die Gymnasiasten ihrem schei­denden und allgemein beliebten Lehrer, Hern Prof. Schmitt, einen Fackelzug mit Serenade.

Hunderte von Bürgern durchwogten die Stadt, um Zeuge dieser Feierlichkeit zu sein und die AbschiedSworte eines Mannes zu höeen, der sich des Vertrauens und der Achtung Aller erfreute. Herr Prof. Schmitt wies darauf hin, wie ihm die Verhältnisse und der Ort nicht gestatteten, viel zu reden, welche glückliche und unvergeßliche Stun­den er hier und namentlich im Gymnasium verlebt habe, und welchen Prüfungen er in seinem neuen Wirkungskreise vielleicht entgegen gehen würde; dankte sodann und nahm auf die ihm eigene schlichte und biedere Weise Abschied, begleitet von dem be­geisterten Rufe und den stillen Glückwünschen der versammelten Menge.

Kassel, 9, Dezember. Lächerlich ist eS fast, welche Vorstellungen man sich in WilhelmSbad von dem Benehmen der Preußen gemacht zu haben scheint. Hagcnpfiug hat nämliw an den hiesigen Stabtrath die durch ihre Unverschämtheit für Preu­ßen beleidigende Aufforderung ergehen lassen, den von den Preußen angerichletcn Schaden behufs Li­quidation und Rückforderung sofort einzuberichten. (!) Der Stadlrath hat aber der Wahrheit gemäß be­richtet, daß sie sich sehr anständig betragen und Alles baar bezahlt hätten.

Dem „Fr. I." wird in einer Korrespondenz aus Kassel vom 10. Dez. u. A. mitgetheili: Der Durchmarsch bei Hersfels ist den Bayern und Oester- reichern offen gegeben; dieselben sind heute früh ichon biS Rotenburg vorgegangen. — Obwohl wir hier noch etwa 3000 Mann Preuß. Besatzung haben, von welcher ein Bataillon vom 17. Jnsanierieregi- ment (1000 Mann stark) zu dem von Preuß. Seite zu stellenden Erekulionskorps lestimmt ist, ist den­noch auf den 11. d. M, eine bedeutende Anzahl Preuß. Truppen angesagt, vermuthlich der größte : Theil der von Hersfeld sich zurückziehenden Truppen unter dem Kommando des Generals van Ticzen. 1 Dieser Operation liegt außer Zweifel wieder ein j Mißverständniß zu Grunde, da, wie verlautet, Hr. 1 General v. d. Gröben die Entschließungen der DU mützcr Conferenz in Betreff der Räumung von Kurhessen dahin verstanden habe, daß Preußen den BunbcSlruppen den Durchmarsch zwar gestatten, aber keineswegs Kassel freigeben solle. Das öster­reichische Bataillon, sowie die HH. Kommissäre er­warten wir täglich und sind auf die Unternehmung gen dieser Herren recht gespannt. Der erste Anlauf wird wohl auf die Pressen gemacht werden, wonach die „Neue Hess. Zeitung" und „Hornisse" sich auf einige Zeit empfehlen, wenigstens nicht mehr öffent­lich gedruckt und verbreitet werden dürften.

Die Kasseler Ztg. bringt angeblich auS Hanau eine längere Mittheilung, welche, wie die Deutsche Ztg. vermuthet, auS der näheren Umgebung des Kurfürsten stammt. Der Artikel geht darauf hinaus, nachzuweisen, daß und warum der Kurfürst nicht in nächster Zeit seinen Aufenthalt in der Hauptstadt nehmen dürfte. Einmal herrschte da noch zu viel „Renitenz", sodann aber sei Kassel durch die Fried­rich - Wilhelms - Norbbahn Berlin zu nahe gerückt. ES heißt in dem Artikel wörtlich: „Die Regierung verließ Kassel gewiß auch auS dem Nebengrunde, damit sogleich den fortgesetzten Einflüssen deS preu­ßischen Kabinetâ sich zu entziehen, welche sich schon damals in einem der Regierung wesenilch feindlichen Sinne äußerten. Man kann eS sich aber kaum ver­bergen, daß die kurhessische Regierung durch eine Rückkehr nach Kassel sich wieder in den Bereich die­ser Einflüsse begeben würde. ES ist auch nicht zu bezweifeln, daß Preußen versuchen würde, sich den Einfluß, den es durch seine zweideutige Stellung zu den neuesten Ereignissen verlor, wieder zu ge­winnen." AlS interimistische Residenz wird Fulda vorgeschlagen und dann gesagt: „Schon früher alS .die Tyrannei (!) des Märzministeriums den Kur­fürsten auf'S Aeußersie (!) gebracht hatte, beabsich- ngte er, dem Vernehmen nach, eine Uebersiedelung nach Fülda, und die Sympathien der dortigen Be­völkerung, wie der übrigen Kurhessen waren schon damals für einen solchen Schritt." (?) Lokale sür den kurfürstlichen Hof, für einen Theil bei kurhessi­schen Militärs, sowie für sämmtliche Ministerien besitze, heißt eS weiter, Fulda in Menge; dort

noch nicht zu sein. — Man spricht von der Ernett- nung deS Herrn v. Ladenberg zum Präsidenten der Oberrechnungskammer, ein Posten, der, wenn wir nicht irren, von dem Vater des Herrn v. Ladenberg verwaltet worden war. — Herr von Raumer, hieß eS heute, habe daS Portefeuille des Kultus abgelehnt. Doch enthält die „N. Preuß. Ztg." eine entgegengesetzte Notiz. —Auch uns ist die Nachricht zugegangen, Hr. v. Alvensleben habe ei angenom, men, nach Dresden zu gehen. In den ersten Ta­gen wird dort der Minister bei Innern selbst Preu­ßen vertreten., dann aber feine Stimme auf den Hrn. v. AlvenSleben übertragen unb nach Berlin zurückkehren.

Unsere gestrige Meldung, daß auf den freien Konferenzen Niemand fehlen dürfte, fängt schon an sich zu bestätigen. AlS Vertreter Bayerns hört man Herrn v. d. Pforvten nennen. Dieß läßt sich von Berlin aus natürlich nicht sogleich garantieren. Mehrere Mitglieder deS Fürsten - Kollegiums sollen für Dresden beftgnirt fein. — Man soll selbst öster­reichischer Seils noch immer wünschen, der Kursürst möge Haffenpflug entlassen und eine direkte Lösung versuchen; daher, wie ich Ihnen schon gestern zu bemerken gab, daS langsame Vorgehen der Truppen. Daß zu der direkte Lösung eine eventuelle Revision der Verfassung gerechnet wird, versteht sich von selbst. Der Kurfürst versprach sich, den letzten Nach­richten zufolge, von den Versuchen geringen Erfolg. Er zieht noch immer vor, im Schatten fremder Ok­kupation die verbesserte Verfassung zu vktroyiren.

Die Nachricht der „Const. Ztg.", daß Herr v. Rochow zum Gesandten in Wien beftgnirt sei, darf als ungegründet bezeichnet werden. ES ist allerdings wahrscheinlich, daß Hr. v. Rochow Petersburg zu­nächst verlassen wird; er wird sich bann hier in Berlin urlaubsweise aufhalten, wenn ihn nicht die Zeitverhältnisse, wie man hier und da an unterrich­teter Stelle glaubt, in daS Ministerium führen. — Nach einer heute hier eingetroffenen Nachricht wird der Kurfürst von Hessen in diesen Tagen, vielleicht schon morgen, nach Kassel zurückkehren.

§* Berlin, 8. Dez. Wie ei sich in Deutschland gestallten solle, weiß jetzt nicht einmal der Kaiser Nikolaus mehr. DaS Ministerium wird nicht voll- zählich; wer geht nach DreSven? Was bringen die freien Konferenzen? Darf man der österreichischen Politik vertrauen? Was will Bayern? WaS wurde darüber in Bregenz ungeordnet? Wie wird ei mit Kurfürst und Hassenpflug? Kann man die Kammern wieder einberufen? Auflösung, kein Büdgetl Neu­wahlen? Fall deS Ministeriums? Gesammlösterreich im deutschen Bunde, uud Preußen im Bunde der zweite? Alle diese Fragen beantworte ich Ihnen nicht, denn auch kein Staatsmann, würd? ei fon# tun, geschweige ein bescheidener Zuschauer. Manche behaupten, cs komme in DreSven nichts zu Stande, andere, eS werde eine verbesserte Auflage einer BundeS-Zentral-Kommission geben. Wieder andere, Schwarzenberg wisse schon, daß Bayern keine Pa­rität Preußens dulve und daß der alle Bundestag unS Alle wieder umnachten werde, endlich noch gar Manche wollen Aushebung der Verfassung, Revo­lution, Krieg wittern, indeß Apathie und Kreuzzci« tung nach der Meinung mancher Propheten den Sieg bavontragcn. Die Frage: was macht Radowitz <a London? wird nur von sehr schlauen Köpfen auf­geworfen. Eben so seine Spürnasen haben entdeckt, daß die in der Krcuzzeitung spuckenden vielen Nolen unv Rüstungen aui Petersburg, Paris und sonst woher Märchen sind. Die Schreckschüsse mit der rothen Republik klingen im Organ verschuldeter Gutsbesitzer mehr als lächerlich. Aber damit kom­men wir nicht zum Ziele. Im Januar 1851 kann man nicht mehr spielen; die Kammern kommen wieder, die sogenannten Golha'sche, eigentlich die preußisch deutsche Partei ist nicht gesonnen, sich jetzt von Ba­ron Bl itterödorff und Selig-Kassel ali AmboS behandeln zu lassen. Alle unsere Hoffnung ist nun auf bie freien Konferenzen, alias 9JiiniftetiaU Konferenzen gestellt, und daß Hannover einen Hrn. von Münchhausen schickt, hat nichts zu bedeuten.

Bor solchen Behauptungen schwindet jede That­sache. Wenn Herr v. Labenberg daS Unterrichts- Ministerium wirklich verliert, so bedauert man daS sehr. Er hat nach Altenstelnö Tode 1839 ali Direktor in das Departement und hat eS nach Eichhorns Entlassung selbständig geführt. Man ist in diesem Bezug — und bei uni ist ein NnterrichtS- unv KulluS -Ministerium von hoher Bedeutung — sehr mit ihm zufrieden gewesen. WaS Herr von Bauer, Vortragender Rath im Ministerium bei In« I nern, dann Regierungspräsident in Köln, selbst mit derselben Stellung in Frankfurt an der Ober, lei­sten wird, wissen wir nicht.— Die „Konstitutionelle Ztg." wird jetzt öfters konfiSzirt, wir gestehen aber auch, daß sie der konstitutionellen Sache nur scha­den sann. Wenn Herr v. Manteuffel erklärt, er bleibe Minister, bii der König ihn abberufe, so kann man ihn deßhalb nicht mit solcher Wuth schmähen, als jene Zeitung thut. In England ist ei aber so: die Könige haben schon Minister ent­lassen, welche die ParlamenlSmajoriiâi hatten, eben so daS Parlament, wo auch die Minister in der