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sich noch ein feuchtes Beinkleid und ein wollenes WammS, an welchem sich Flecken wie von Blut und ein langes Frauenhaar vor, das an Länge, Stärke und Farbe denen der Erinprdesru aanz ähn­lich ist.

M. M. Metz starb an demselben Tage um 4 Uhr. Die Wunde war absolut tödtlich; bis Luftröhre war bis an die Hintere Wand durchschnitten und die Speiseröhre bedeutend beschädigt. Der AuS- spruch der Aerzte geht auch dahin, daß ein Selbst­mord nicht anzunehmen sei. Sie war im siebenten Monate und wie cs notorisch war, von dem Schul- lehrer Herrmann schwanger. Der Anklageakt enthält über die geschlechtlichen Verirrungen des Genannten empörende, mit seinen Pflichten als Leh­rer, Gatte und Vater ganz unverträgliche Einzeln- Heilen. Es scheint, daß Herrmann die M. M. Metz zu einer Ausgleichung in den Wald bestellt und bei der Fruchtlosigkeit der gütlichen Versuche die That verübt habe. Seine Verwirrung bei der Festnehmung war außerordentlich. Späterhin faßte er sich, und nun ist er im vollen Läugnen. August Ludwig Herrmann ist ^7 Jahre alt und seit dem Jahre 1822 zu Becheln als Elementarlehrer angc- stellt. Er ist Wittwer und hat zwei erwachsene Kinder. —

A Wiesbaden, 6. Dez. Wenn auch das Her­zogliche StaalSministerium, insbesondere das Berg, kolleg darin mit der öffentlichen Meinung um den technischen Ansichten übereinstimmen sollte, daß „die Errichtung einer Forst - und Dergschule" zur zeit­gemäßen Nothwendigkeit geworden sei, so dürfte doch der Ort derselben noch einer näheren Erwä­gung unterliegen. Wir unsererseits finden die Wabl zwischen Holzappel und Dillenburg als die einzige und zu Gunsten Dillenburgs auâ folgenden Gründen nicht für schwer: 1) die Eigenthümlichkeit der Natur um Dillenburg ist der Art, daß kein Ort im Herzogthume Nassau gleiche Vortheile für die Errichtung und das Gedeihen einer Höheren Schule für die zwei wichtigen Branchen: nämlich: das Forst, und Bergwerkâfach bietet. Der Bergbau um Dillenburg umfaßt den Gang-, Lager- und Flötz­bergbau, er besitzt 7 Eisenhütten, wovon 4 Guß- waaren fabriziren, 4 andere Metallhütten, 4 Eisen­hämmer , 1 Kupferhammer , 2 Blechwalzen, auch mehrere Kalk- und Ziegelöfen. Die geognostische Konstitution der Gegend um Dillenburg ist eigen­thümlich, höchst mannichfaliig und daher sehr lehr, reich und interessant für die Wissenschaft, der nörd­liche Theil der Gegend weist^daS Grauwacken- und Schiefergebirge mit bauwürdigen Dachschieferlagern und beachtcnSwerlhen Gangbildungen auf, welche Bleiglanz, Kupferkies , silberhaltige Fahlerze nebst DIenre einschließen. An das Grauwackengcbirge lehnen sich südlich mit Zwischenlagern von Thon- schiefer die Grünstein und Schalsteinbilbungen der mannigfaltigsten Zusammensetzung und Struktur, mit mächtigen und ausgedehnten Rotheisensteinzügen. In diesen Schalsteinbildungen sind wiederum die »ioritischen und porphyrischen ErhebungSparlieeii, welche zum Thril die Lagerung der Eisensteinzüge alterirt haben, von besonderem Interesse. Für die Industrie ist aber noch von erheblichem Werthe daS Vorkommen zahlreicher Kupfererz führender Gänge innerhalb gewisser Schichten der Grünstein- und Schalstetnbildungen und der darauf umgehende rege Bergbau. Zu größerer Ausdehnung desselben ist bereits durch Anlage von Dampfmaschinen auf den englischen Zechen bei Nanzenbach, und auf der S lâugènwaâge bei DonSbach der Anfang gemacht worden. Ferner sowohl im Brcitschciber Walde als auf dem Plateau deS nahen WesterwaldeS fin­det sich die Braunkohlenformafton in mächtigen Flötzen und in umfangreichen MulvenbUdungen, daS Grundgebirge überdeckend, abgelagert, von Ba­salterhebungen zum Theil durchbrochen, gestört und überlagert. Der plastische Thon, dieser Bildung an­gehörig, ist vielfach zu Töpfereien, Ziegelarbeiten, feuerfesten Stetnen ic. benutzt. Diese Verschieden­heit der Gebirgsbildungen, ihrer Strukturverhältnisse und chemischen Zusammensetzung bedingt auch eine außerordentliche Verschiedenheit der Dodenfläche.

Die Flora der Gegend ist eine der reichsten und bietet nebst der Mannichfaltigkeit der Gebirgs­bildungen, Gesteine und Mineralien für den an­gehenden Naturforscher vortreffliche Materialien zur Ausbildung.

Schon frühzeitig hat eine sorgfältige Bewirth- schaftnng bei Forste in diesem Theile deS Herzog- thumS den Grund gelegt zu den trefflichsten Holz- beständen der vielfältigsten Art. Die früher bestan­dene Forstschule hat Berühmtheit erlangt und ihre Eleven über ganz Deutschland verbreitet. 2) D i l- lendur.g gehört zu demjenigen oranischen Landes- theil, welcher bei weitem den größeren Stock zu dem ZentralstudienfondS deS Herzogthumö Nassau gclie- Hejert hat, und weder als Kurort noch durch einen schiffbaren Fluß oder eine Eisenbahn begünstigt ist. 3) (Jin Eleve in Dillenburg könnte weit bib liger zu unterhalten sein als in einer größeren Stadt, auch bietet eS zu Zerstreuungen und unnöthigen Geldausgaben keine Veranlassung. 4) Dillenburg Hqt seit einem Menschenalter viel verloren; 1806 war es der Sitz der Oranien-

Nassauischen Landesregierung, der Rentkammer, der Justijkanzlei, deS Generalstabs des Militärs mit einem Bataillon Jntantcrie und einer Abth.ilung Husaren; eS besaß eine Forstakavemie, ein Gymna­sium nach damaliger Weise und Elementarschulen. 1806—1814 unter der Bergischen, vielmehr franzö­sischen Regierung war Dillenburg die Hauptstadt deS Siegdepartemcnis, der Sitz der Präfektur, der Domänendireftion, der Steuerdirekiiyn, des Tri­bunals , der Bau-, Forst- und Bergdirckiion, einer Abtheilung GenSoa men mit dem Stab und einer KompagnieVeteranen-Jnfanterie, auch eines Gym­nasiums und eines Friedensgerichts. Seitdem Dillen­burg zu dem Herzogthum Nassau gehört, sind ihm alle jene Dikasterien entzogen worden , so daß eS jetzt auf einen Senat des HofgerichtS nebst Krimi­nalgericht, ein Justizamt, eine Rezeptur und ein Pädagogium beschränkt ist. Alle diese Gründe spre­chen nicht allein für sich, sondern halten auch jeden Vergleich von Dillenburg mit irgend einer andern Stadt Nassaus in Betreff deS OrtS der Errichtung einer Forst- und Bergschule so vollkommen aus, daß eS einer weiteren Anpreisung nicht bedarf.

Wiesbaden, 9. Dez. Zu Gemeinderäthen hie. siger Stadt wurden bei der gestern vorgenommenen Wahl gewählt:

Im 1. Viertel Hr. Sch midt, Revisor; im 2. Hr. Herber Apotheker; im 3, Hr, G. Thon, Oekonom; im 4. Hr. Dr. Großmann, Proku­rator; im 5. Hr. Dr. Arnoldi, Prokurator ; im 6. Hr. C. Götz, Gasthalter; im 7. Hr. Aug. Schellenberg, Hof-Buchhând!er; im 8. Hr. I. Haas, Kaufmann; im 9. Hr. Nicol, Tapezirer; im 10. Hr. Dögen, Lehrer; im 11. Hr. Zahn; Badmeister; im 12. Hr. Metz, Gelbgießer.

O Aus dem oberen Rheingau, 7. Dezember. In Nro. 4 deS VereinSblatteS wird die Betreibung der Seideuzucht, als eines nützlichen neuen Indu­striezweiges, empfohlen. Ein Verein für Seiden­zucht im Herzogthum besteht bereits seit 1846. Sein Direktorium hat er in Wiesbaden, woselbst er dgrch Hrn. Revisivnsraih Wagner inS Leben gerufen wurde. Der Verein hat sich fast über das ganze Land verbreitet und hatte am Ende deS vorigen JahreS gegen 200 Mitglieder. In Wiesbaden lie­fert er schon hübsche Resultate, die von Jahr zu Jahr wachsen. Aber an vielen Orten geschieht nichts. Da kommt eS dem Gemcinberath schwer an, auö der Gemeindckasse "eine Anzahl Maulbeer­bäumchen, die durch den Verein sehr billig geliefert werden, anzukaufen und ein Plätzchen Gemeindegul, daS oft den Schafen als Weidgang dient, hinzuge- ben. Es bedarf sehr wenig, diesen schätzbaren In­dustriezweig einzu führen und ihn auch dem ärmeren Mann zugänglich zu machen. In Frankreich, Jta- : lien und Oesterreich nähren sich durch ihn Tausende. Auch in unserem Klima gedeiht der Maulbeerbaum, I dessen Blätter das Futter der Raupen sind, ganz I vortrefflich und nicht blos hier am Rhein, sondern in allen Gegenden des Landes, die kältesten Striche deS WesterwaldeS und des Taunus ausgenommen. Und welche Summen für eingesührte Seide gehen jährlich ins Ausland! Es sind Millionen. —

Möchten doch die OrtSvorstände mit dem ihnen zu Gebot stehenden Einfluß diesem Industriezweig in ihren Gemeinden Eingang zu verschaffen suchen und die kleinen Ausgaben für den Anfang nicht fdeiun 1 Am rechten Platze muß man sparen! In jedem Orte wird sich wohl ein Mann finden, der mit Lust und Liebe die Sache in die Hand nimmt. Mögen diese den Anfang machen! Ihr Beispiel und Die bald gewonnene Ueberzeugung, daß nach einigen Jahren bedeutende Vortheile entspringen, wird Nachahmer erwecken, um so mehr, alS keine oder wenige Auslagen erforderlich sind und als die ganze Arbeit (Fütterung und Pflege Der Raupen) nur höchstens 6 Wochen dauert.

Ems. Freie Konferenzen. So heißt jetzt daâ Stichwort der preußischen Ministerialpolitik, das die große Retirabe decken soll. Es Dürfte sich nun wohl Der Mühe lohnen, in der Kürze zu unter­suchen, waS Preußen bei Den Konferenzen gewinnen wird und was nicht. Es wird gewinnen: 1) Auf­schub der Verhandlungen des Bundestages auf ganz kurze Zeit, denn Schwarzenberg wird selbst mit einer Minorität desselben wieder sortregieren. — Der Bundestag selbst wird von Oesterreich aufrecht erhalten werden. 2) Preußen kann wieder in den Bundestag ausgenommen werden. 3) Vielleicht er­hält Preußen Wechsel deS Präsidiums. Dagegen wird Preußen seine Forderung auf Neukonstituirung Deutschlands schwinden lassen müssen; sein Antrag auf Volksvertretung beim Bundestag wird entwe­der auf ein Minimum rebujirt oder durch den Ein­tritt der ganzen österreichischen Monarchie in den Bund (worin Oesterreich nur das Beispiel Preußens nachahmt) illusorisch werden, insofern Preußen da­durch für sich zu gewinnen hoffen würde; daS Wech­seln deS Präsidiums wird Oesterreich schwerlich zu, gestehen, ober wenn Oesterreich sich dazu versteht, wird es durch seinen Eintritt mit allen Ländern der Monarchie in den Bund, durch seine Sympathien in Süddeutschlanv und durch die Erinnerungen der

Kaiserzeit das jedesmalige Präsidial-Verhalten Preu­ßens leicht für sich unschädlich machen können; Preußen wird durch die Schwäche, die es gezeigt, alle Sympathien verlieren und Oesterreich zuwen­den, jo daß Oesterreich ohne kaiserlichen Titel alle alten Kaiserrechte in der That wiedergewinnt. Aber auch dann wird Preußen keinen dauerhaften Frieden haben. Ist Preußen von Oesterreich moralisch vernichtet, so wird es sich in sich selbst auf, reiben oder endlich von seinem alten Nebenbuhler mit der Zeit auch thatsächlich vernichtet werden. Sollte aber die Mobilmachung des preußischen HeereS und die Haltung der Kammern Oesterreich imponiren, so wird es die freien Konferenzen durch Jnzidenzpunkte so in die Länge ziehen, daß die Mo- bilmachung des Heeres, die Anschaffung der Kriegs- apparate und die Instandsetzung Der Festungen, welche Preußen gewiß täglich eine halbe Million Thaler kostet, Preußens Finanzen total ruiniren.

Demnach bleibt Preußen nichts übrig, als schnelle und freiwillige Eingehung aller Vorschläge Oesterreichs oder augenblicklicher Krieg. Durch den Krieg würde Preußen entweder mit allen welthisto­rischen Ehren wenigstens untergehen — und ein Ende mit Schrecken ist immer besser als Schrecken ohne Ende — ober es würde Norddeutschland wc, nigstens erobern, wenn nicht ganz Deutschland mit Ausschluß der österreichisch deutschen Länder — in dem Falle nämlich, daß eS Die deutsche Kaiserwürde mit einer vernünftigen deutschen Reichöverfassung als Kriegsfahne offen aufgesteckt.

Was wird Manteuffel thun? Oesterreichs Vor­schläge so langsam und vorsichtig als möglich ge­nehmigen. —

Wird aber Oesterreich auf die Dauer Deutsch­land seiner Politik unterwerfen können, selbst nach Preußens Demüthigung?

Die Geschichte Deutschlands seit Kaiser Karl V. antwortet auf diese Frage mit — Nein.

C.R. Weilburg, 23. Nov. (Beider Redaktion b. Bl eingelangt am 5. Dezember). In der vorge­strigen Sitzung unserer theueren Landeskammer be­willigte die Majorität derselben die schöne Summe von 20,000 fl. aus der Landeskasse für das Theater zu Wiesbaden, weil das Theater als Bildungsan­stalt in wissentschaftlicher, moralischer, aesthetischer und politisch r Beziehung zu erhalten sei, der Do- I mänen- also Landeskasse wieder bedeutenden Nutzen I brächte.

Ich glaube daher im Namen von Weilburg und I der übrigen Nassauischen Städte die sichere Forde- i rung an unsere vom Geiste deS RechtS und der 1 Wahrheit beseelten , landständischen Kammer stellen zu können, daß sie auch einer jeden der übrigen Städte Naffau'S die gleiche Summe aus der Lan­deskasse bewilligen werde, damit erstens die segens­reiche Bildung in den angeführten mannichfachen Beziehungen auf daS ganze Land übergehen könnte Iunb zweitens hierdurch der Domänen - also LandeS- Kasse noch größerer Nutzen gebracht würde. *) —

Ich kann nicht umhin, noch einen Fall anzu- ■ führen , wornach nach der landständischen t eschlie, { ßung bei Eintheilung der KreiS-Aemter in Nassau unter Anderen ein KreiSamt in Limburg und in dessen eine Stunde nahen Entfernung, nämlch in Hadamar ein Kreisamt gegründet wurden, wogegen nach Weilburg, welches 4 Stunden von Limburg und eben so weit von Hadamar entfernt ist, kein derartiges Amt, wahrscheinlich aus Rücksicht für die Bewohner deS Weilburger Amtes, gelegt wurde, damit eine gute Hälfte der hiesigen AmtSbewohner eine Tagreise nach Hadamar zu ihrer Erholung ha­ben und Die Unbemittelten noch ihre wenigen Kreu­zer mit Zehrgeld verbringen.

Weilburg, welches ganz auf feine Industrie aygewiesen und so zu sagen ohne Landgut, — ist gegenwärtig nach allmähliger Entziehung seiner Er, werbsguellen: alS Hofhaltung, Regierung, des groß, len Theils deS Gymnasiums :c. in eine solche trau­rige Lage versetzt, daß Die Verarmung darin mit Riesenschritten vorwärts schreitet und die Einwohner nur mit Trauer und schwerem Herzen in die Zukunft schauen können; doch von unserer Regierung hoffen wir noch Gerechtigkeit und glauben nicht, daß solche einen Platz feinem Verderben entgegengeheu lassen, sondern Weilburg mit neuen Erwerbsquellen wieder lebensfrisch machen wird.

$ AuS der Gegend von Herborn, 6. Dezbr. Wie Ihnen besannt ist, halten wir in der vorigen Woche Durchzüge preußischer Truppen. ES waren mehrere Bataillone deS 28. Landwehrregiments, die auf der Straße von Hachenburg nach dem Kreise Wetzlar zogen. Die Leute, größtentheilS am Rheine zu HauS, waren gesund und kräftig und wohl diS- ziplinirt. Unsere braven Herborner nahmen sie in gewohnter Weise freundlich und herzlich auf und erhielten von den dankbaren Preußen an jedem Morgen deS Abzugs ein dankendes weithin schallen­des Hoch.

*) I» de» l-indstândischen Verhandlunge» und inSdesondere im Lelsler'schen Sondeegutnchten find die Motive der Knmmerninjvrität unifaffenv entwickelt. Wie verweisen den Herrn Korrespondenten darauf, da ihm dieselben noch unbekannt zu sein scheinen. Die Red.