Hünfeld, 30. Okt. Bereits ist die ganze Rhön- und Maingrenze unseres KurstaateS von Bayern, die sächsische von Preußen militärisch besetzt, so daß auf einen Wink die Provinzen Hanau und Fulda okkupirt werden können.
Karlsruhe, 31. Okt. In der heutigen Sitzung der weiten Kammer gab der neue Minister seine Erklärung dahin ab, daß die Enthebung deS Ministers Klüver keinen sogenannten Systemwechsel anzeige. Auch sprach er von Heilighaltung eingegangener Vepflichlungcn u. s. w.
Berlin, 30. Okt. Die gestern erwähnte ruff» fische Note weifet den ruffischen Gesandten am hiesigen Hofe an, die Meinung Sr. Majestät deS Königs von Preußen selbst über den Inhalt derselben sich zu erbitten.
Berlin, 30. Okt. Nach Privatmittheilungen hat die Statthalterschaft den von General Hahn beantragten Waffenstillstand nur unter Bedingungen anzunehmen sich bereit erklärt, die voraussichtlich nicht ju der beabsichtigten Einigigung führen werden.
Berlin, 31. Okt. (Tel. Dep. d. F. Bl.) Die Kreuzzeitung berichtet: Oesterreich hat bei der War
schauer Konferenz von 6 durch Graf Brandenburg vorgelegten Punkten 4 angenommen, 2 abgelehnt, Die letzteren beiden Punkten bestehen 1) in der Forderung Preußens, daß das Präsidium der ju* künftigen deutschen Zentralgewalt zwischen Preußen und Oesterreich abwechsle (bei diesem Punkte war Rußland auf Seite der preußischen Forderung); 2) in dem Orte, an welchem beide Mächte in freier Konferenz zusammentreten. Preußen nennt Dresden, Oesterreich nennt Wien.
Die umlaufenden Gerüchte lauten augenblick« lich minder kriegerisch. Die russische Note soll mehr gegen die Politik veS Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten gerichtet sein. Man spricht von dem Ausscheiden eines Mitgliedes deS Ministeriums. — Der französische Gesandte, Herr von Persigny, soll freundschaftlichere Versicherungen gegeben haben. — Der Handelsvertrag mit Belgien soll vorläufig verlängert sein.
Rendsburg, 27 Oktober. (H. C.) Bei Friedrichstadt hat am 23. Oktober ein nicht unbedeutendes Gefecht stattgefunden, von unserer Seite war daS erst Jâgerkorps im Gefecht. Unsere Vorposten wurden allarmirt, gingen auf der Chaussee vor, und trieben die Dänen zurück, wobei eine nicht un*
bedeutende Zahl Gefangener in unsere Hände fix, ES sollen die Dänen bedeutend gelitten haben, olü gleich auch von unS einige 30 Verwundete in Lazarethe gebracht worden sind. Das Gefecht heftig, aber daS 1, JägerkorpS bewies wieder sein, alte Bravour. nt
Die Kaufleute in Hadersleben beziehen keine Waaren aus dem Süden mehr, um nicht nöthig haben, dem Feinde Zoll zu entrichten.
Haag, 28. Okt. Als gestern Mittags die Kö, gin ihre gewöhnliche Spazierfahrt machen wollte stellte sich ein unbekannter Mann vor die Pferde und wollte sie nicht von der Stelle lassen. Die Schildwacht riß ihn weg, worauf er scstgenomwen und nach dem Stadthaust gebracht wurde. Die Ursache seines sonderbaren Benehmens ist noch nicht bekannt.
Briefe aus Newyork melden, daß Schlöffel mit seiner Familie und Den Trümmern seines Vermögens , sowie Schmidt aus Löwenberg mit seiner jungen Frau daselbst wohlbehalten eingetrof- fen sind.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek,
116°] Fruchtversteigerung
Bei hiesiger Receptur kommen Freitag den 29. November l. I., Vormittags 11 Uhr,
430 Malter Korn,
12 „ Walzen,
350 „ Hafer,
dahier und zu St. Goarshausen lagernd, meistbietend zur Versteigerung.
Caub, den 30. Oktober 1850.
Herzogl. Nass. Receptur.
Heß.
"66s Landwirtbschastliche
Bezirks Versammlungen.
Eingetretener Hindernisse wegen können die in Beilage 29 deS landwirtbschaflliLen Wochenblatts angekündigten Bczirksversammlungcn nicht staltfin- den und werden dafür in Ver folgenden Woche an denselben Wochentagen in den dort benannten Orten adgehalten werden.
Wiesbaden, den 1. November 1850.
Direktorium des Vereins nassauischer Fanb- und Forstwirthe.
Der Präsident: Der Sekretär:
Dr. Thomä. vr. Medicus.
1164] (Für das bürgerliche Leben ist sehr brauchbar:)
wr G. W. Campe, gemeinnütziger
Briefsteller
für alle Fälle des bürgerlichen Levens, oder Briese und Aufsätze nach den bewährtesten Regeln schreiben und einrichten zu lernen.
Dieser ausgezeichnete Briefsteller enthält 180 vorzügliche Briefmuster zur Nachahmung und Bildung und 100 Formulare zur zweckmäßigen Abfassung von Eingaben, Gesuchen und Klageschriften an Behörden, Kauf-, Mieth-, Pacht- und Lehrkontrak- ten, Vollmachten, Anweisungen und Wechsel.
Zwölfte Auflage. Preis 54 kr.f
Borräthig in der L. Schellenberg'schen Hof- Buchhandlung in Wiesbaden.
Bekanntmachungen.
'^ A u f r u f
Die unterzeichneten Frauen, dem Kriegsschauplätze näher wohnend als die Mehrzahl ihrer Schwestern in Deutschland und schon dadurch von den Wünschen und Bedürfnissen deS Heeres unterrichtet, halten es für Pflicht, aufmerksam zu machen, daß an Leinwand und Charpie für den Augenblick durchaus kein Mangel ist, daß dagegen bei der vorgerückten Jahreszeit daS Bedürfniß warmer Bekleidung sehr dringend fühlbar wird. Wollene Jacken, wollene Socken (letztere besonders nicht zu klein) werden mit großer Freude angenommen, und es fehlt viel, baß daran so reichlicher Zufluß wäre, um bei der Aussicht auf einen Winterfeldzug im Norden in Anschlag zu kommen.
Sollte es nicht gelingen, durch Freiwilliges Zusammenwirken das Heer mit diesem Erforderniß zu versorgen? UnS dünkt, es ist eine bescheidene Ausgabe; aber, wenn es den Männern gegeben ist, Größeres darzubringen, so nehmen wir eS als daS Vorrecht der Frauen in Anspruch, daß kein Dienst zu gering sei, um ihn der vaterländischen Sache mit Freuden zu leisten.
Darum ihr Frauen und Jungfrauen, die Ihr der deutschen Sache schon oft Eure Theilnahme thätig bewiesen, an Euch wenden wir uns zunächst; aber auch an Euch andere, die Ihr bis jetzt noch nicht ergriffen wäret von dem Ernst deS Kampfes, der auch für Euer Vaterland hier auSgekämpft werden soll. Wir verlangen Nichts, was nicht in Euren Kräften steht, Nichts, waS Ihr nicht ohne ein nennenSwertheS Opfer möglich machen könnt. Nur an Eurem guten Willen laßt eS nicht fehlen. Vereinigt Euch in Städten und Flecken, schätzt und erwägt Eure Kräfte, entsagt allenfalls einem modischen Flitter und Ihr werdet Mittel unv Zeil genug finden, um Euren im Norden kämpfenden Brüdern in einer Weise zu helfen, Die sie Euch danken werden. Wenn von zehn Frauen im weiten VateUanbe immer nur Eine, oder wenn je zehn zusammen für Die Anfertigung eines Stückes besorgt sein wollten, so wäre der Zweck mehr als erreicht.
Fragt Diejenigen, die sich noch darauf besinnen, was in den Zeiten früherer vaterländischer Kriege deutsche Frauen gethan. Und laßt unS gestehen, daß unsere Mütter mehr thaten, als wir bi» jetzt geleistet.
Namens des Hamburger /raueuvereins für Schleswig-Holstein:
Mathilde Arnemann in Altona (Palmaille Nr. 32). Hermine Wurm, geb. Speckter, in Hamburg (gr.
Theaterstraße No. 33).
1158] Unterzeichnete Geistlichen deS evangelischen Dekanats Kronberg haben dem Hrn. Hof Lilhogra- phen J. Zingel zu Wiesbaden die Anfertigung non Konfirmationsgedenkblättern in Auftrag gegeben und sind durch die geschmackvolle und zweckmäßige Ausführung derselben sehr befriedigt worden.
Sie können dieselben ihren Herrn Kollegen bestens empfehlen.
C. Usener. Stahl. Girshauseu. Ed. Dern. Aßmann. Anthes. F. Wilhelmi.
Deutfehkatholischer Gottesdienst
Sonntag den 3. November, Morgens 9 Uhr, geleitet durch Herrn Prediger Graf. [1161
1157] Mehrere größere Kapitalien liegen zum Ausleihen bereit durch das
Geschäfts-Bureau von Carl Leyendecker.
1165] Eine vollständige Holzpumpe nebst Röhren, beinahe neu, ist billig zu verkaufen. Die Erpedi- tion sagt wo.
1163] Eine hiesige Familie sucht eine kräftige gesunde Frau I von 30 bis 40 Jahren, welche die Wartung und Pflege über einige Kinder, wovon der älteste 4 Jahre zählt, übernehmen soll. Bei guter Behandlung und entsprechendem Lohne werden von derselben folgende Eigenschaften gefordert: Es muß dieselbe
1) in einem unabhängigen Familienverhältniffe leben —
. etwa kinderlose Wittwe sein; -
2) in der Kindererziehung Erfahrung haben;
3) sanft und verträglich und
4) im Nähen, Bügeln rc. ic gewandt sein und sich willig den übrigen Arbeiten einer geregelten Haushaltung unterziehen.
Lusttragende haben sich unter Borlage der nöthigen Zeugnisse an die Expedition dieses Blattes in portofreien Briefen zu wenden, worauf denselben das Nähere mitgetheilt werden wirb.
1122] Bei B. F. Voigt in Weimar ist erschienen und in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung vorräthig: Die neuen Entdeckungen und Forschungsresultate
im Gebiete der gesammten
Mineralogie
seit dem Iahte 1843. Ein Nachtrag zum Handbuch der Mineralogie von C. Hartmann, sowie zu andern ähnlichen Lehrbüchern. Mit 4 lilh. Fol. Tafeln. A. u. D. Titel: Hartmanns Handbuch der Mineralogie :c. 3r Bv., gr. 8. Preis 5 fl. 24 fr.
Das im Jahre 1843 in 2 starken Bänden erschienene „Handbuch der Mineralogie" ist nach dem Urtheil der gediegensten kritischen Blätter die vollständigste kompilatorische Arbeit über diese eben so wichtige als interessante Wissenschaft. Der berühmte Mineralog Oberbergrath Haidinger in Wien nennt es einen „mineralogischen Coder". Neuerlich wurde es in England zu dem besten mineralogischen Werke dieses Landes felir' stark benutzt, so daß dasselbe als eine auszugsweise Uebersetzung des Hartmannschen angesehen werden kann. — Es muß daher den zahlreichen Besitzern des vollständigsten mineralogischen Handbuchs und dem mineralogischen Publikum überhaupt sehr erwünscht seyn , sich durch diese vollständige Zusammenstellung der neuesten Forschungen und Entdeckungen seit den letzten 7 Jahren im Fortschritt mit der Wissenschaft zu erhalten. Bei guter Aufnahe soll nach einigen Jahren ein neuer Ergänzungsband dieses Werkes folgen.
Frankfurt a. M., den 31. Okt. Mittags 1 Uhr
Oesterreich, 5 70 MetalliqueS
„ 3 7, Bankactien o. D. . .
„ 500 fl. Loose.....
„ 250 fl. Loose.....
Preußen, SV Thaler Prämienschein« . .
„ 37, Vo StaatSschuldsch. ä 105 ft
Bayern, 31/, % Obligationen .... Berbacher-Eisenbahn-Actien . . Würtemberg, 3'/,70 Obligationen. .
„ ‘ 4 V, 7o neue Obligationen
Baden, 3'/,7o Obligationen von 1842 .
„ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S.
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .
Darmstadt, 3'/, "/, Obligationen . . .
„ 4 % „ .....
„ 50 fl. Loose .....
„ 25 fl. Loose .....
Kurhessen, Friedr.-Wilh. -Nürdbahn-Actien
„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild
Nassau, 3*/, % Obligationen bei Rothschild „ 5 „ " „ „
„ 25 fl. Loose.......
Frankfurt, 3"/, Obligationen ....
3% °«
37, „
von 1839 . von 1846 .
TaunuS-Eisenbahn-Actien â 250 fl.
Holland, 2% 7o Integralen ....
Spanien, 3% Innere Schuld ....
„ 5 „ Ardoin incl. 17 Coup.
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ....
„ 500 fl. „ „ ....
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann Disco n t 0...........
Gold. fl. 1 tr. Silber.
Pistolen .... Pr. Friedrichsd'or Holl. 10 fl. Stücke Rand-Ducaten 20 Francsstücke En gl. Souverains
9
9
9
5
9
11
417,
55
467,
36
277,
50
Pap.
77'/, 67% 417, 1137 153
95'4 1217, 86'/, 84% 77'/, 81% 96% 79% 52'/, 31% 84% 88% 77'/, 27% 41% 32 86'/.
102% 25% 81 94'/, 91'/, 304
56% 34
Geld.
767.
67
41
1132 152'/, 94'/.
86 83'/, 77 81'4 96'/. 79'4 52 30’4 84'4 88'4 77
27'4 41
31'4 85'/.
1027. 257. 80'/, 93'4 907,
302 56'/, 33'4
82
34
81'/. 33 7, 27.
Gold al Marco Laubth., ganze Preuß. Thaler 5 Frankenthaler Hochhaltig Silber Gering u. mittels).
fl. 1JL 3821 -
1
2
24
45
21
30
Hierbei als Beiblatt „Der Wanderer."
Druck und Verlag der 8. ScheÜenberg'schtN Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
