bauern Wenigstens deuten hierauf die Befestigun- 'l Schanzen hin' welche auch an dem Me^ Nigen Ufer des Kieler Meerbusens vor dem stark und mit 5 Kanonen armirten Laboe, welches ^der Festung FriedrichSorl gegenüber liegt, auSaebend bei Moldenort und Aftheckendorf in der Richtung nach Kiel zu, angebracht werden. 50 Mann von der Besatzung FnednchSort sind zur Aufführung dieser Werke abgeordnet. - Ueber un- ' kere Armee erfährt man von verschiedenen Seiten, dak kraft eines Tagesbefehls , welcher den Solda- ten vorgelesen wurde, daS Schießen auf dänische Vorposten verboten ist. Da die Regierung noch nichts gethan hat, weder um diesen Beschluß auf. ruklären und zu motiviren, noch um der allgemeinen Sage, falls sie von einer lügenhaften Erfindung ausginge, zu widersprechen, so knüpft die ra- dikale Lokalpreffe an den erwähnten Armeebefehl allerhand schlimme Deutungen und gehässige Kombinationen. Ebenso beschwert sie sich bitter über den in letzter Zeit auffallend verminderten Zuzug von deutschen Freiwilligen. Zwar sind am 20. d. 50 ausgediente preußische Soldaten über Altona nach Rendsburg abgegangen, diese Zahl entspricht aber der anfänglich gehegten Erwartung von dem täglichen Zuwachs nicht im Geringsten: die Abmahnung der in Hamburg stationtrten preußischen Soldaten , die das Leben in unserm Lager genau kennen und besonders von der rigorosen Disziplin eine abschreckende Schilderung entwerfen, soll wesentlich dazu beitragen, die herbeiströmende kriegslustige Jugend von ihrem schon gefaßten Vorhaben zurück. zubringen.
Rendsburg, 24. Okt. (N. f. P.) Ueber das Kavalleriegefecht bei Cropp theilt man folgendes Nähere mit: „Endlich ist unsere Kavallerie einmal wieder in Thätigkeit gesetzt und hat sie sich, wenn das Gefecht auch nicht bedeutend war, doch kühn und mit Erfolg gegen den überlegenen Feind geschlagen. Zwei Züge der 6. Schwadron deS 2. Regiments, unter Führung des, erst neulich durch Armeebefehl belobten Lieutenant Hansen, patrouil- lirten gestern Morgen mit Tagesanbruch über Cropp hinaus. Nordöstlich von Cropp, an der Chaussee, liegen einige Häuser, der sogenannte Cropper Ausbau , wo unsere Dragoner eine circa 10 Mann starke dänische Dragonerpatrouille bemerkten, welche Lieutenant Hansen anzugreifen befahl. In Carriere ging eS auf den Feind los; kaum jedoch bei den Häusern angelangt, drängte der Feind, der sich hin, ter den Gebäuden versteckt gehalten, in weit überlegener Zahl von allen Seiten auf das kleine Häufchen ein, dessen Aufgabe jetzt nur sein konnte, sich durchzuschlagen, um so mehr, da auS den Häusern von dänischen Jägern ihre Seite bedroht war. Mann gegen Mann und Schlag um Schlag drängten sie sich durch, auf dem Wege nach Cropp verfolgt und stets noch von den sie umschwärmenden feindlichen Dragonern, die ihnen den Rückzug streitig machen wollten, bedroht. Da sah Lieutenant Hansen, daß zwei von unseren Dragonern, welche schwer verwundet auf der Chaussee liegen geblieben, von feindlichen Dragonern erstochen wurden, und in der Entrüstung über solche Barbarei, komman- dirte er zu neuem Angriff. Drauf und dran ging eS jetzt, und nach kurzem Gefecht war der Feind geworfen, Gefangene und Pferde in unsern Händen zurücklassend. — Unser Verlust mag sich auf zehn Mann belaufen, wovon 2 oder 3 schwer verwundet oder todt gleich beim Anbeginn des Gefechts gefangen genommen wurden. Wir haben 7 Gefangene gemacht, worunter 2 Unterkorporäle; drei derselben sind verwundet, acht Pferde sind erbeutet. Von den zwei Zügen, die unsererseits im Gefecht gewesen, ist kaum Einer, der nicht einen oder mehrere Hiebe und Schrammen aufzuweisen hat; ein Zeichen, daß eS sehr heiß hergegangen ist. Dieser vom Feinde unS zugedachte Ueberfall wurde kommandirt von dem von Kolbing her schon bekannten Lieutenant Kastenskiold".
Aus dem Schleswigschen, 25. Oktbr. Zwei Blockhäuser werden in Friedrichstadt oder in der Nähe noch von den Dänen erbaut. — Vor Schleswig, am Eckernförder Wege, wird von den Dänen eine neue Schanze aufgeführt. Zu Flensburg sind Espignolen, wie cs heißt, auch andere Geschütze kingetroffen. Die Besatzung für ein Kanonenboot ist von Norden durch Flensburg nach Husum gefahren. — Die geflohenen Friedrichstädter , welche sich in Flensburg und Husum aufhalten, haben von den dortigen Polizeibehörden den Befehl erhalten, sich unverzüglich nach Friedrichstadt zurückzubegeben.
Innsbruck, 24. Okt. Der Tyroler Bote meldet, den Tag zuvor sei die Nachricht eingetroffen, daß das Infanterieregiment Benedek und die Che- vaurlegcrS, welche in Reutte und im Oberinnthal lagen, unverzüglich nach Vorarlberg zu rücken hät, ten. Die Innsbrucker Ztg. sagt gleichfalls, ein Theil deS in Innsbruck liegenden Militärs soll in der Richtung von Vorarlberg vorrücken; doch sei ein Marschbereitschaftsbefehl für das in Innsbruck befindliche Bataillon Kaiser Jäger wieder sistirt worden. —
AuS Trient wird vom 22. Oktober berichtet: „Gestern ist unerwartet Marschbefehl für einen Theil unserer Garnison beim hiesigen Brigadekommando eingetroffen. Heute Nacht sind die Truppen wirklich gegen Roveredo zu marschirt. Der Grund dieser plötzlichen Ordre ist unbekannt. Man spricht von einer Verlegung und Durchmarsch anderer Truppen".
Wien, 24. Oktober. Der „Wanderer" kündigt an: Der k. k. Felbmarfchall-Lieutcnant Freihr. von Schirnding, Oberkommandant der österreichischen Truppen zu Frankfurt am Main, ist von dort nach Wien in DiSponiblität versetzt worden. An seine Stelle kommt General Graf von Leiningen, welcher auch schon dahin abgegangen ist. (Er ist bereits in Frankfurt eingetroffen.)
Die „Oesterr. Korresp." meldet auS Wien vom 24. Oft. „In gut unterrichteten Kreisen wird erzählt, daß Se. Majestät unser ritterlicher Kaiser eventuell als Oberbefehlshaber an die Spitze der BundeSarmee treten dürfte. Ohne der Diskretion, welche wir unS bei der Erwähnung militärischer Bewegungen zurj Pflicht gemacht haben, zu nahe zu treten, können wir melden, daß eine höchst imposante Aufstellung projeklirt ist, zu welchem Behufe auch ein Theil der herrlichen italienischen Armee stoßen soll. Die Zahl der jetzt bereiten Infanterie- Bataillons allein wird auf 90—100 angeschlagen."
Wien, 23. Oktbr. (C. Dl. a. B.) Nach einer auS sehr verläßlicher Quelle unS zugekommenen Notiz hat sich der ehemalige Kriegsminister der ungarischen Armee, General MeßaroS, in TemeSwar zur Purifizirung gemeldet und eS liegen in der That so viele günstige Chancen auS der Zeit seiner Wirksamkeit vor, daß zu hoffen steht, daS Urtel gegen ihn werde kein allzu strenges sein.
Frankreich.
Paris, 25. Oktbr. General Lahitte, Minister deS Auswärtigen, hat in einem Schreiben an daS Wahlkomite von ValencienneS die Kandidatur für das Departement du Nord angenommen. — BarbeS schreibt auS dem Gefängniffe in DoullenS an Hrn. Brives: „Lieber BriveS, lauf' zum Minister deS Innern und fordere ihn in meinem Namen auf, mich nach Belle-JSle transportiren zu lassen. Es handelt sich hier nicht um meinen Gesundheitszustand. Krank oder nicht, ich will wie die Andern lranSporlirt sein. Die mir zu Theil gewordene AuSnahmsmaßregel ist nur ein Angriff gegen mein moralisches Ansehen und gegen die Ehre eines alten Republikaners, der noch von keiner Regierung eine Gunst verlangt hat und auch nie eine solche verlangen wird." Sein Wunsch scheint bereits erfüllt. Man berichtet heute, daß Barbes und Blanqui auf dem Transporte nach Belle-Isle in dem Zellenge- J fängnisse von MazaS, auS Rücksichten für ihre Gesundheit, einstweilen zurückgehalten werden. — Der Montagnard Gent ist zu Lyon wegen Theilnahme „an einer Verschwörung" verhaftet. — Die Gefangenen von DoullenS kommen von Belle-JSle-en-mer nach Algier.
Paris, 26. Oktober. Der Präsident soll stark an dem der National-Versammlung bei Eröffnung ihrer Sitzungen als „Botschaft" vorzulegenden Manifeste, arbeiten. Dasselbe wird alle inneren und äußeren Fragen, welche in den letzten 2 Jahren die öffentliche Meinung so lebhaft beschäftigten, besprechen.
Hr. Savalette, Kommandant der 1. und der 2. Schwadron der Nationalgarde von Paris erklärt in einem an den „Konstituiionnel" gerichteten Schreiben daS in mehreren Blättern erschienene angebliche Manifest der militärischen Linken für wesentlich ungenau, insoweit dieß die Ansichten deS Generals Cavaignac betreffe. 'Hr. Savalette erzählt: Gene- ral Cavaignac habe in diesem Sommer im Dade Barèges eine Unterredung mit dem Eskadronchef von Sanley über die öffentlichen Angelegenheiten gehabt, in welcher jener auf die Frage: „welche Lösung wohl eintreten werde" , geantwortet habe: „Die Lösung? ES gibt keine zwei. Sie ist die Verlängerung der AmrSbauer des Präsidenten" ; Herr von Sanley habe erstaunt erwiedert: „Und die Verfassung"? Darauf habe General Cavaignac entgegnet: „Die Verfassung? Ich respektire sie gewiß. Aber die Interessen deS Landes gehen Allem vor". Hr. Savalette verbürgt die Authentizität dieser Mittheilung und schließt mit der Bemerkung, er glaube die Pflicht eines guten Franzosen zu erfüllen, indem er diese Mittheilung veröffentliche.
Spanien.
Madrid, 21. Oft. Die Regierung hat Nachrichten von einem^ aufs Cuba ausgebrochenen Aufstande. Ramon Sanchez ein spanischer Offizier der im ge, Heimen Briefwechsel mit Lopez stand, hat sich mit , seinen Soldaten an die Spitze der Aufständischen |
gestellt, welche Euba mit Nordamerika vereinigen wollen. Die Regierung hat gegen die Rebellen Truppen abgesandl.
Amerika.
Nachrichten aus Havanna vom 28. Sept, zufolgt ist das Urtheil gegen die gefangenen Offiziere des während der letzten Invasion aufgebrachten amerikanischen Schiffes „Georgia" zurückgezogen und ein anderes schwerere Strafe verhängendes an dessen Stelle gefetzt worden. Nach dem ersten sollten sie nach Ceuta, einer Festung in Afrika, gesendet und zur Barrackenarbeit gewungen werden; rzach dem jetzigen ist der Kapitän RufuS Benson zu zehn und zwei andere von der „Contoy" Gefangene zu acht und vier Jahren Kettenarbcil in dem spanischen Arsenale Carraca zu Cadir vcrurtheilt. Sonach ist die Strafe um zwei Jahre verschärft und noch dazu dem spanischen Stolze Gelegenheit gegeben die Unglücklichen zu verhöhnen; die TranSportirung soll in Kurzem vor sich gehen. ES fragt sich nur, ob daS amerikanische Gouvernement nicht seine Bürger gegen solche Anmaßungen beschützen wird, oder ob man der erwarteten neuen Erpedition die Gelegenheit der Rache sparen will.
Aus den Mittagsposten.
Bockenheim, 29. Oktober. Heute Morgen um 5 Uhr ist, in Folge einer Nacht- 1 Uhr cingelrof« fenen Stafette Generalmarsch geschlagen worden. Nachdem die hier in Besatzung stehenden kurfürstl. Truppen sich alSbald versammelt hatten, ist denseiben verkündet worden , daß Beurlaubungen biâ zu 30 Mann per Kompagnie eintreten sollten. Die zum Cadre bestimmten 30 Mann sind sofort abgezählt und der Ueberrest der Mannschaft auf Urlaub entlassen worden.
Aus dem Großherzogthum Weimar, 27. Okt. Es sind wieder 5 preußische Regimenter gegen die kurhessische Grenze in Anmarsch und heute erwartet man auch daS in Wetzlar gestandene Armeekorps von 14,000 Mann. Der Befehl zum Einmarsch in Kurhessen scheint jedoch zurückgenommen worden zu sein, da AlleS nahe an der Grenze steht.
Dresden, 26. Okt. (D. A. Z.) In der heutigen Sitzung genehmigte die erste Kammer nach kurzer Debatte (mit 28 gegen 8 Stimmen) den Erwerb der Chemnitz,Riesaer Eisenbahn für StaatS. rechnung unter den von der zweiten Kammer beschlossenen und von den Aktionären der Bahn genehmigten Bedingungen.
Berlin, 25. Oft. Die Erklärungen der einzelnen UnionSregierungen zu den neuesten Borschlä, gen Preußens über Umwandlung der parlamen, tauschen Union in ein Schutz- und Trutzbünduiß nach innen und nach außen gehen nur langsam ein; bisher sind Zustimmungen von Anhalt, Oldenburg, Braunschweig und den thüringischen Staaten außer Meiningen erfolgt. BemerkenSwerth ist nur, daß die letzteren eS für angemessen erachtet haben, be, sondere Verwahrungen einzulegen, daß die dereinst einzurichtende Unionsverfassung sich auf die vorhandene Verfassung deS Erfurter Parlaments stützen müsse.
Lübeck, 25. Oktbr. Wie verlautet, wird der Senat bei der in acht Tagen abzuhaltenden Bürgerschaft allerdings beantragen, die mit dem 30. April 1851 ablaufenbe Militärkonvention mit Oldenburg im nächsten Monate zu kündigen und daS Brigadeverhältniß mit Bremen aufzulösen; eS ist aber damit keineswegs beabsichtigt, statt dessen eine neue Militärkonveneion mit Preußen abzuschließen.
Schleswig-Holstein, 24. Okt. Der „Hamb. Corr." will auS zuverlässiger Quelle wissen, daß in die Stadt Husum 700 verwundete Dänen auS Friedrichstadt eingebracht worden sind, daß an einem Tage 7 dänische Offiziere in Schleswig beerdigt wurden, und daß General von Krogh ein trauriges Gemälde über die Friedrichstädter Affäre entworfen.
Wien, 24. Okt. Die Regierung beabsichtigt, daS ganze Institut deS österreichischen Lloyd an sich zu bringen, die Dampfschiff-Flotille desselben mit der Kriegsmarine zu verschmelzen und daS Ganze dem Handelministerium unterzuordnen.
Wien, 24. Okt. (Allg. Z.) Die Stimmung ist hier fortwährend gedrückt, und wenn sich auch Jeder der Hoffnung hingibt, daß eS nicht zu dem unseligen Aeußersten, zu keinem offenen Bruch zwischen Oesterreich und Preußen kommen werde, so machen sich doch die Besorgnisse an der Börse sehr bemerkbar. Silber und Gold sehr gesucht und aber, malS gestiegen (letzteres über 20 Prozent).
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Bo^ek.
