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bestand angeblich aus einem Sieute* ÄÄBhS und 30 Büchsenschützen S drei Espignolen) mußten wir unS zuruckziehtN und warfen unS mit Artillerie in die Muhlenschanze Der Feind begann das Feuer auf die Stadt, m der Entfernung von 500 Ellen, und stürmte um 6 Uhr auf unsere Schanze loS. Im Nu stand er auf dem Will und gab unS eine Salve in die Schanze hin. SÄ K W*« M-N» Mita ... öffneten unsere Espignolen ihr Feuer, wahrend ein T^eil der Unserigen mit dem Vayonnet auf die Feinde eindrang, wodurch sie von der Schanze her- abgetrieben wurden. Aber sie legten sich auf die äußere Seite und schossen auf uns hinein Schuß auf Schuß, riefen Hurrah und steckten ihre dreifar­bige Fahne zu uns in die Schanze hinein. Einer griff in ein Espignole hinein und wollte sie an sich reißen, indeß 'versetzte ich ihm einen Hieb über die Hand und er wußte seinen Vorsatz aufgeben. Unsere Espignolen thaten eine ausgezeichnele-Wir- kung bei der Retirave".

Oderberg, 24. Okt., Nachmittags 2 Uhr 40 Min. Soeben ist Se. Maj. der Kaiser von Oester­reich' hier eingetroffen und wird binnen 1 Stunde die Reise nach Warschau fortsetzen.

Wien, 22. Oktober. (A. A. Z.) Die Abreise Sr. Majestät des Kaisers in Begeitung des Grafen Grünne ist auf morgen festgesetzt. Der Minister, Präsident Fürst von Schwarzenberg tritt ebenfalls morgen feine Reise nach der polnischen Hauptstadt an. Der Kaiser von Rußland wird Sr. Majestät unserm Kaiser bis an die Grenze entgegenfahren. Herr von Meyendorff hat sich bereits gestern an'S kaiserliche Hoflager in Polen begeben. Der Kurrier- wechsel zwischen Wien, Warschau und Berlin ist fortwährend sehr lebhaft.

In der heute stattgehabten Ministerkonferenz war die Differenz mit Preußen Gegenstand der Be­sprechung. Im allgemeinen hegt man hier keine Besorgniß, daß eS zu einem offenen Bruch zwischen den beiden Mächten kommen werde.

Wien, 22. Okt. Der Kaiser wird Morgen einer großen Kirchenparade beiwohnen und am Schlüsse der Feierlichkeit dem Erzbischof von Ol- mütz, Marimilian Joseph, Freiherrn v. Somerau- Beckh, welcher die Kardinalswürde erlangt hat und I eine bei Hof vielbeliebte Persönlichkeit ist, mit höchst- ] eigener Hand den Kardinalshut auf das Haupt fetzen.

Wien, 21. Oklbr. Dem Vernehmen nach ist F.Z.M. Freiherr v. Hayn au gesonnen, mit seiner Familie nach Wien überzustedeln. In mili­tärischen Kreisen will man mit Bestimmtheit wissen, daß dem Feldzeugmeister die Erhebung zum Feld- marschall denn doch zugedacht sei, obgleich eS über diese Angelegenheit sonst stille geworden ist. — F.M.L. v. Schönhals wurde im Laufe des heu­tigen TageS von Frankfurt zurückerwartet. Man will darin einen Beweis finden, daß keine Inter­vention in Kurhessen stattfinden werde, da es frü­her allgemein hieß, daß im Falle eines Einschreitens , der BuvdeSarmee der genannte General den Ober­befehl übernehmen würde.

Triest, 21. Okt. (A. Z.) Das in der verflos­senen Nacht erfolgte plötzliche Absegeln einiger Kriegs­schiffe hat vieles zu reden gegeben. Sie sind nach Ankona gegangen um Truppen von dort hierher zu bringen.

Dänemark.

Kopenhagen, 22.Okt. Mittags. Die Berling', sche Zeitung bestätigt den Verlust der russischen KriegSdampfsregatte „ArchimedeS", gibt aber die Zahl der umgekommenen Personen auf 12 an.

Dem „DanSke SleSwiger" zufolge haben die beiden letzten Dampfschiffe der russischen Eskadre, „Kamtschatka" und „Otwaschnat", am 19. d. M. die Sonderburger Rhede verlassen.

Frankreich.

Paris, 24. Okt. In den politischen Kreisen ist man jetzt so ziemlich allgemein der Ansicht, daß die Demission deS Kriegsministers d'Hautpoul, wenn einem FriedenSabschluffe, doch zu einem Waffenstillstände zwischen den verschiedenen Nuancen der parlamentarischen Majorität führen werde, und daß sie ein Akt der Aussöhnung zwischen dem Ely- soe-National und der Permanenzkommission der Na­tionalversammlung sei. Man spricht von einer sehr herzlichen Zusammenkunft, welche zwischen dem neuen Kriegsminister General Schramm und dem Oberbefehlshaber deS Heeres von Paris, dem Ge­neral Changarnier, stattgcfunden hätte; man er, wartet, daß zwischen tiefen beiden ein gutes Ein- vernehmen bestehen werde; eine Hauptbedingung dafür dürfte indeß wohl sein, daß der Kriegsmini­ster dem General Changarnier freie Hand läßt.

Das Gerücht, die Herren Bineau und Pariert die Minister der öffentlichen Arbeiten und deS öffent­lichen Unterrichts, würden ebenfalls ihre Portefeuille- niederlegen, ist zwar stark verbreitet, bedarf aber noch der Bestätigung.

Mehrere Bilderhändler von Paris, welche vor daS Geschwornengericht deS Seine, Departements geladen waren, weil sie Bildnisse deS Grafen von Chambord, die mit Sinnbildern und Attributen deS KönigSthumS umgeben waren, ausgestellt hatten, sind gestern von den Geschwornen freigesprochen worden.

Der Erzbischof Fransoni hat Lyon verlassen und ist zu Genf angelangt.

Man behauptet, daß mehrere der vorgestern im Elysee versammelten Minister von der Ernennung deS Generals Schramm noch nichts wußten, als dieser einttat, ihnen von L. Napoleon als Kriegs­minister vorgestellt wurde und sofort sein Porte­feuille übernahm. Schramm ist 60 Jahre alt und ward Brigadegeneral im Alter von 23 Jahren; er wurde siebenmal verwundet, daS letztemal 1840 bei Milianah in Algerien, worauf er das große Band der Ehrenlegion erhielt. Er zählt die meisten Or­den in der französischen Armee.

Paris, 24. Oktbr. Die „Partie" ist über die Rede deS Hrn. Dupin bei dem Einweihungsfeste in NeverS (auS welchem wir bereits eine Stelle ange­führt) ganz außer sich. Nachdem sie ihn mit Epi­theten , wie insolent, frech u. s. w., traktirt hat, fällt sie über den bei der Rede anwesend gewesenen Minister Bineau her, weil er nicht sogleich den ver­wegenen Präsidenten der Nationalversammlung durch eine energische Vertheidigung deS Präsidenten der Republik zurechtgewiesen. DaS Elysee bewies mehr Takt, als seine heißblütigen Vertheidiger, indem eS die wie gewöhnlich von geistreichen Sarkasmen strotzende Rede DupinS unverändert und ohne alle Bemerkung im Moniteur abdrucken ließ.

Aus Konstantinopel sind wichtige Depeschen in Bezug auf die ungarischen Flüchtlinge eingetroffen, in deren Folge der türkische Gesandte eine Konfe­renz mit dem Minister des Auswärtigen gehabt hat.

Deutsche Journale theilen mit, General Ca- vaignac sei auf der Reise nach Frankfurt durch Coblenz gekommen. Es ist dies wahrscheinlich der Oheim deS Er-ChefS der Dollziehungsbehörde. Denn dieser letztere befindet sich in diesem Augenblicke in Paris. Mehrere seiner Freunde besuchten ihn ge­stern Abend auS Anlaß deS Artikels, welcher als Manifest der militärischen Linken" in einer Anzahl von Blättern veröffentlicht worden.

Heute Hal der Präsident den beiden neuernann- ten französischen Kardinälen, Erzbischöfen von Be­sancon und von Reims, die durch den Ablegaten Apolloni von Rom für sie gebrachten BarettS über­reicht. ES geschah dies unter den gebräuchlichen Feierlichkeiten in der Kapelle von St. Cloud. Der dritte Kardinal, Erzbischof von Toulouse, konnte hohen Alters wegen die Reise nach Paris nicht unternehmen. Der Ablegat ließ sich deßhalb bei der heutigen Zeremonie durch den päpstlichen Nun- tiuS, Kardinal Fornari, ersetzen, um dem Erzbischof von Toulouse daS demselben bestimmte Barett selbst zu überbringen.

Hr. Guizot hat die ihm angebotene Kandidatur für das Departement Cher nicht angenommen.

Großbritannien.

London, 24. Okt. In einem gestern im For. eign Office abgehaltenen Kabinetsrathe ist die schleswig-Holsteinische Angelegenheit der Be­sprechung gewesen. Die „Times" berichtet darüber Folgendes: „DaS Kabinet, welches sich sonst erst am 6. deS nächsten Monats versammelt haben würde, hatte gestern nach sehr kurzer vorhergängiger An­kündigung auf Anlaß einer dringlichen Frage eine Zusammenkunft. DaS schmähliche Verfahren, wel­ches Preußen befolgt, indem eS den fchleSwig-hoU steinischen Krieg nicht nur trotz des FriedenSvertra, geS mit Dänemark, sondern geradezu unter dem Schutze dieses Vertrages und mit dessen Hülfe in die Länge zieht, hat eine sehr natürliche, fast möch­ten wir sagen: eine rechtmäßige (legitimste) Folge gehabt. Die russische und französische Regierung haben gemeinschaftlich der englischen Regierung den Vorschlag gemacht, Preußen von Seiten der drei Mächte peremptorisch aufzufordrrn, seinen neulich Dänemark gegenüber eingegangenen Verbindlichkei­ten nachzukommen, und die Unterstützung, welche eS noch fortwährend der schleswig-Holsteinischen Armee angedeihen läßt, derselben zu entziehen. Sollte Preu- f ßen Anstand nehmen, dieser billigen Forderung zu willfahren , so sind Rußland und Frankreich ent­schlossen, derselben Nachdruck zu geben, nicht durch einen unersprießlichen Marsch in daS streitige Ge­biet, sondern auf eine ihrem Geschmack mehr zusa­gende Art, nämlich durch eine Invasion der Provinz Schlesien auf der einen und der Rheinprovinz auf der anderen Seite. Sie wünschen jedoch fürs Erste, daß sich England bei jener an Preußen zu richten­den Mahnung betheiligt; thut eS dies nicht, so wollen sie für jetzt keine Schritte thun. Die Ant­

wort der britischen Regierung wird man vielleicht errathen. Sie lehnt eS ab, sich Rußland und Frank­reich in Bezug auf eine Nole deS erwähnten In­haltes anzuschließen, schlägt aber vor, daß die drei Mächte einzeln Preußen Vorstellungen über feinen Wortbruch gegen Dänemark machen sollten. Ob tiefe dreifache Beschwerdeführung mehr frommen wird, als die ganze übrige an diesen Gegenstand verschwendete Politik, ist eine Frage, über welche wir keine Meinung abzugeben wagen"' Es unter­liegt kaum einem Zweifel, daß die Mittheilung der „TimeS" der Hauptsache nach richtig ist. Schon die Art, wie sich der „Globe" über den „TimeS"« Artikel auöspricht. berechtigt zu diesem Schluffe.

London, 24. Oklbr. Am 18. Oktbr. kamen zwei Brieftauben, welche Sir J. Roß bei seiner Erpedition nach den arktischen Gewässern mitge- nommcu hatte, in Ayr wieder an und ließen sich sofort auf demselben Taubenschlage nieder, auS dem sie genommen waren. Sie halten keinen Zettel an­geheftet, au der Einen ließen sich jedoch Spuren entdecken, daß sie einen gehabt haben muß. Sie gehören zu den fünf Tauben, welche der kühne Nord­polfahrer mitgenommen hatte, um sie loszulassen, wenn er entweder einfrieren oder Sir John Franklin auffinden sollte. Einer von beiden Fällen dürfte demnach eingetreten seyn. Die beiden Thiere haben eine Entfernung durchflogen, die nicht viel unter 2000 englische Meilen betragen kann, was um so außerordentlicher ist, da die Tauben sich beim Flie­gen vom Gesicht, nicht vom Geruch leiten lassen.

Italien.

* Turin, 22. Oktober Die Session deS sar­dinischen Parlaments wird am 5. Nov. eröffnet.

Turin, 20. Oktbr. Man versichert, daß fast alle fremden Gesandten in Rom daS Betragen der sardinischen Regierung dem Papste gegenüber ge­billigt haben.

* Verona, 22. Oktbr. Die österreichischen Fe« stungSbauten in Italien werden trotz der Finanz- verlegenheiten mit Eifer und Beharrlichkeit fortge­setzt. — Die Nachrichten auS Deutschland werden von den österreichischen Militärs mit gespanntem Jnterese gelesen, scheinen aber fast durchaus nur einen peinlichen Eindruck zu machen, keine Spur von Freude oder KriegSlust. Trotz der gegen Preu­ßen herrschenden Rivalität sehnt man sich, wie eS scheint, wenigstens in der italienischen Armee, nicht sehr nach einer Fortsetzung deS siebenjährigen Krie­ges. Am wenigstens möchte man um Hrn. Hassen- pflugS willen ein gegenseitiges Zerfleischen der bei­den deutschen Großmächte. Sehr bestimmte Aeuße­rungen könnte ich Ihnen hierüber mittheilen , die man übrigens in jedem militärischen Kaffeehause hören kann.

Ein anderes gleichzeitiges Schreiben auS Ve­rona bringt folgende vereinzelte und deßhalb etwas unglaubwürdige Mittheilung: Den an das zweite Armeekommando vom Kriegsministerium in Wien Plötzlich gekommenen Befehlen nach zu schließen, hat sich eine friedliche Ausgleichung zwischen Oesterreich und Preußen sehr getrübt. Obigen Befehlen ge­mäß marschiren morgen und die folgenden Tage 30,000 Mann der italienischen Armee theils durch Tirol, theils durch die Provinzen Kärnthen, Krain und Steiermark gegen die österreichische Grenze ge­gen Bayern und wachsen zu.

Türkei.

Konstantinopel, 10. Oktbr. Sir Stratford Canning ist nebst Familie abgereist. — Die türki­sche Flotte ist am 3. d. im Bosporus eingelaufen.

Aus den Mittagsposten.

• Der D. A. Z. wird aus Frankfurt vom 24. Oktbr. geschrieben: ES verlautet, daß Oester, reich und Bayern nunmehr Willens sind, die Etap« penstraßen, welche ihnen vertragsmäßig im südwest­lichen Deutschland, auch im Großherzogthumc Ba, den jugewiescn sind, in derselben Weise militärisch besetzen zu lassen, wie Preußen eS in Kurhessen thun würde. Die Elappenstraßen Oesterreichs gehen von Bregenz und Ulm über Freiburg nach Brei, fach, von Ulm über Heilbronn nach Mannheim, über Donaueschingen nach Rastatt und über Würz­burg nach Frankfurt; die Bayerns durch den Oden­wald nach Heidelberg, Mannheim und Rheinbayern.

Frankfurt, 28. Okt. Wie das Gerücht in der Stadt gehl, wäre F.M.L. Schirnding abberufeu worden, die Oesterreicher würven die Stadt ver­lassen und durch Bayern, denen Oesterreich das Besatzungsrecht eingeräumt habe, ersetzt werden; der Kurfürst von Hessen werde sich, in Begleitung deS Grafen Rechberg als BeirathS, nach Kassel be-