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für den Präsidenten gemachte entgegenstehende Auf­lage keinerlei Beachtung verdiene.

Kassel, 5. Okt. (Tel. Dep. d. Fr. I.) Gene­ral von Hayn au befindet sich in Unter­suchung, alle Thätigkeit ist eingestellt. DaS Offizierkorps hat gegen die ergrif­fenen Maßregeln protestirt und eine Deputation nach WilhelmSbad geschickt.

Kassel, 5. Okt. Die Untersuchung, welche ge­gen den Generallieutenant Haynau eingeleitet wurde, ist vom Generalauditoriat erkannt. DaS weitere Verfahren deshalb ist dem GarnisonSgerichlt anheimgegeben. Das Offizierkorps der hier stehen, den Truppenkorps hat den Oberstlieutenant Hilde, brand nach WilhelmSbad gesandt. Ob seine Vor, Stellungen daselbst Gehör finden, steht dahin. In, dessen wird Haynau vor der Rückkehr desselben nichts mehr unternehmen und hat sich hierzu durch sein Ehrenwort verpflichtet.

* Stuttgart, 4. Oktbr. Die drittezverfassungS, berathende LanveSversammlung ist heute ohne alles Aussehen eröffnet worden. Frhr. v. Linden verlas die Eröffnungsrede. Der Bundestag wird in der­selben „die rechtliche Grundlage und der Ausgangs­punkt für Neugestaltung der deutschen Verfassung" genannt. In Bezug auf die inneren Verhältnisse lautet der Ton versöhnlich. Schoder wurde zum Präsidenten, Rödinger zum Vizepräsidenten gewählt. Nach einer Mittheilung deS Präsidenten hat Uhland seine Stelle beim StaatSgerichtshof niedergelegt, in der Ueberzeugung, daß eS unfruchtbar sei, die poli- tischen Kämpfe der Gegenwart in den Prozeßweg hinüberzuleiten. — Von Fürst Zeil wird die Frage wegen Erlassung einer Adresse angeregt; derselbe ist für eine Adresse, weil dadurch über Seyn oder Nichtseyn der Versammlung schneller entschieden werde. Die Berathung darüber soll in der nächsten Woche stattfinden; wahrscheinlich wird keine Adresse gegeben werden. — Der Abg. von Spaichingen, StaatSrath Frhr. v. Linden, wird in der heutigen Abendsitzung beeidigt.

Meiningen, 3. Okt. Heute Mittag traf der General von Möllendorf von Berlin hier ein, um morgen und übermorgen Inspektion über unser Ba- taillon zu halten, und dem üblichen Herbstmanöver beizuwohnen. Sonst inspizirte ein österreichischer General, die Erscheinung von Möllendorf'S war das erste sichtbare Zeichen der Union.

Rudolstadt, 2. Okt. Man erinnert sich, wie der fürstl. lippe-bückeburgische Premierminister, früher preußischer Justizrath v. Lauer, bei den Verhand­lungen deS Fürstenkongresses ausdrücklich in daS Protokoll ausgenommen wissen wollte, daß Bücke­burg zu seiner Oesterreich zugewandten Politik da­durch genöthigt sei, daß der Fürst große Besitzungen in Slawonien habe. Ein ähnlicher Fall ist jetzt wieder vorgekommen, nur freilich noch viel kläglicher und viel lächerlicher. DaS Londoner Protokoll soll von einer neuen Großmacht unterzeichnet sein; der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt, heißt eS hier, hat seine Anerkennung der Integrität der dänischen Monarchie ausdrücklich erklären zu müssen geglaubt, weil er eine Domaine in Holstein besitzt!

* Leipzig, 4. Okt. Der akademischeSe nat hat nach der Rückkehr eines Theils seiner Mitglieder von Ferienreisen wieder Sitzung gehalten und be­schlossen sich wegen Niederschlagung der Disziplinar­untersuchung gegen die wegen ihres Verhaltens bei der Wahl eines Abgeordneten der Universität zum Landtage suSpendirte Mitglieder desselben sowie um Aufhebung dieser Suspension an das Ministerium zu wenden. Auch ist dasMesuchjum Verschiebung der durch die Nichtbestätigung deS gewählten Professors Erdmann erforderliche Wahl eines Rektors für das nächste akademische Geschäftsjahr bis zu eventueller Gewährung der obigen Desiderien mit eingeschlossen worden.

Hannover, 4. Okt. (Weser-Z.) DaS Einver­nehmen zwischen den Majestäten Oesterreich und Hannover gibt sich durch mancherlei Anzeichen als ein solches zu erkennen, das von beiden Seiten zu­gleich gepflegt, sich täglich inniger zu gestalten scheint. Als neuesten Beweis der Aufmerksamkeit deS Kai­sers von Oesterreich gegen unsern König haben wir der Zusendung eines sehr kostbaren Pferdes ungari­scher Race zu erwähnen, daS heute Morgen mit dem Braunschweiger Zuge hier angekommen ist und alle Pserdekenner in Bewunderung setzt.

Berlin, 4. Okt. Die „Lith. Kor." berichtet: der jüngst verflossenen Zeit soll eine sehr scharfe österreichische Note hier eingelaufen sein, die durch eine dem Wiener Hofe zugegangene russische Depesche lnipirirt gewesen sein soll. — Wir glauben gut unterrichtet zu sein, wenn wir annehmen, daß Herr von Radowitz den Handelsvertrag mit Belgien zu verlängern, entschlossen ist.

Berlin, 4. Okt., Mittags. (K. Z.) Die Post- Behörde hat erklärt, sie werde die bis jetzt bestellten

Exemplare der „Konstitutionellen Zeitung" versenden, wodurch die Polizeiverordnung vom gestrigen Tage faktisch aufgehoben ist.

Hamburg, 3. Oktbr., Nachmittags 5 Uhr 30 Minuten. (Ztg. f. Nordd.) Friedrichstadt wurde gestern noch stark beschossen. Bei der Kirche brennt eS; das Pulvermagazin ist in die Luft gesprengt; die Einwohner sollen meistens geflohen sein. — Die SchleSwig-Holsteiner haben ein Blockhaus und wei­tere 11 Kanonen erobert. Ihr Verlust soll sich bis jetzt auf zirka 400 Mann belaufen. Willisen ist gestern mit zwei Bataillonen dort eingetroffen. — Tönning ist in diesem Augenblicke ohne Besatzung. — Der Einnahme vonFriedrichstadtwirb stündlich entgegen gesehen.

Hamburg, 4, Okt., 11 Uhr 40 Min. (W.-Z.) Sturm auf Friedrichstadt wird heute erwartet.

Kiel, 2. Okt. Die russischen Kriegsschiffe sind sämmtlich aus unserem Hafen fortgesegelt.

St. Annen, 2. Oktbr., Vorm. 11 Uhr. Bei Tönningen sind sechs dänische Kanonenböte ange­kommen, wahrscheinlich von der Hewer, und sind dort mit den Unsrigen im Gefecht. Eine Kompag­nie von unserm 1. Jägerkorps und eine Abtheilung unseres 5. Bataillons liegen am diesseitigen Ufer vor Tönningen. — Zwei dänische Bataillone, die Tönningen und die Umgegend wieder besetzt halten, werden von unsern Jägern und einer Abtheilung Infanterie nebst 2 Kanonen in Schach gehalten.— DaS letzte Blockhaus bei Friedrichstadt, das sich noch in den Händen des Feindes befindet, ist von der einen Seite ganz zerschossen.

Rendsburg, 3. Okt., Nachm. (H. E.) Trotz den fabelhaften Gerüchte und den bestimmtesten Behauptungen: Friedrichstadt sei von uns eingenom­men, müssen wir dergleichen Nachrichten bis zu diesem Augenblicke leider noch immer widersprechen. So lange "nicht die stärkste feindliche Schanze mit dem unzerstörbar scheinenden Blockhause in unseren Händen ist, können wir uns der Stadt nicht be, meistern. Fortwährend wird jene Schanze von Ku­geln und Bomben beschossen; was aber während deS TageS zerstört wird, ist während der Nacht von den Dänen wenigstens einigermaßen am nächsten Morgen wieder hergestellt. Wir machen indessen mit jeder Stunde immer mehr Fortschritte. Entweder ist den Dänen die Munition ausgegangen, oder sie sparen sie auf den entscheidenden Moment der Stür­mung auf; sie erwiedern nämlich unsere ununter­brochenen Schüsse nur sehr sparsam, obgleich wir ■ ihnen so nahe sind, daß wir ganz deutlich Menschen und Gegenstände wahrnehmen und erkennen können. Es hat schon häufig in ver Stadt gebrannt; das Feuer ist jedoch bis jetzt immer sehr bald wieder gelöscht worden. Lange wird Friedrichstadt nicht widerstehen können. Auf der holsteinischen Seite, diesseits der Eider, stehen Tausende von Menschen und sehen in gespannter Erwartung dem grausen­haften Schauspiele zu.

cf Rendsburg, 3. Okt. (Auszug aus einem Pri­vatschreiben.) Tüchtige Unteroffiziere können wir bei der Armee noch immer gebrauchen, ebenso etwa ausgediente brav« Soldaten, die wenn sie den Dienst verstehen, als Unteroffiziere 2ter Klasse hier eintreten können. Ein mit gute n Zeugnissen versehener Unter­offizier, welcher in die schleswig-holsteinische Armee einzutreten wünscht, erhält folgende GehaltSkompe, lenzen: Der Unteroffizier Ister Klasse täglich an Löhnung nebst Feldzulage 11 Schilling, der Unteroffizier 2. Klasse 10 Schilling. Außerdem täglich % Pfund Fleisch, */, Pfv. Brod nebst dem nöthigen Gemüse und Kaffee; ferner 20 Thaler Eintritts- oder Reisegeldvergütung. Jeder in der schleswig-Holsteinischen Armee- dienende Soldat, wenn er vor dem Feinde oder im Dienste untauglich wird, erhält die gesetzliche Pension.

Wir haben feit meiner letzten Nachricht von der Affaire bei Missunde, täglich kleine Gefechte und zwar stets zu unserem Vortheile gehabt, von großer Wichtigkeit ist der Kampf bei Friedrichstadt, der nun schon 6 Tage dauert, und in eine vollständige Belagerung umgewandelt worden, welche voraus­sichtlich in ein paar Tagen beendet, und schon be­endet wäre, wenn eS nur allein auf die Tapferkeit unserer Truppen und insbesondere der ganz vorzüg­lichen Artillerie angekommen wäre, allein wir hatten seither mit fürchterlichem Regenwetter, und den größten Terrainschwierigkeiten zu kämpfen, die eine raschere Erstürmung von Friedrichstadt gänzlich un- ' möglich machten. Nach meinem Dafürhalten ist vielleicht schon am Sonntag Friedrichstadt in un­sern Händen, und der Dänen-König erhält an die­sem Tage, nämlich an seinem Geburtstag, dadurch ein Angebinde von den Rebellen, wie man unsere brave Armee in Dänemark zu nennen sich erdreistet.

Wien, t. Oktober. Baron Geringer ist aus Ofen angelangt, um dem Vernehmen nach die fer­neren Instruktionen wegen Durchführung der poli­tischen Organisation in Ungarn zu empfangen.

Am heutigen Tage fallen die bisherigen unga­rischen Zollschranken! Sowohl die Dampfschifffahrts­gesellschaft als die Direktion der noch in diesem Jahre zur Eröffnung gelangenden Pesther Eisenbahn haben alle Anstalten getroffen, um die muthmaßlich sehr lebhafte Waarenströmung von und nach Ungarn hhne Störung eintreten zu lassen.

DaS Gerücht von einer vor der Abreise deS Kaisers eingegangenen russischen Note über die Lage Deutschlands, scheint sich zu bestätigen. Nach einer Mittheilung deS „Const. Bl. aus Böhmen" schil­dert das russische Kabinet in dieser Note die jetzige Lage Deutschlands mit den grellsten Farben und erklärt, daß dasselbe in diesem Zustande nicht länger bleiben könne, eS dringt auf Oesterreichs energisches Auftreten und verspricht demselben jede Art Unter­stützung, ja selbst Truppen. Dieser so ziemlich un­erwartete Vorschlag hat hier eine gewisse Ueberra- schung hervorgerufen, und r/an versichert, daß daS Ministerium bis jetzt noch zu keinem Entschlusse kommen konnte.

Der seit einigen Tagen hier weilende Primas von Ungarn hat bereits mehrere Konferenzen mit den hiesigen Kirchenwürdenträgern gehabt. ES wird versichert, daß die Einführung der Zivilehe zur Sprache gekommen sey , und daß die Kirche ihren ganzen Einfluß anwende, damit die Einführung der­selben nicht zu Stande komme, womit sie auch durch­dringen dürfte.

Am heutigen Tage wurde die Bahn zwischen Lobositz und Aussig dem allgemeinen Verkehr über­geben.

Wien, 1. Okt. Man erwartet Se. Maj. den Kaiser erst am 15, d. MtS. von seiner Reise nach Tyrol zurück. Wie ich höre, dürften in unserem diplomatischen Korps einige Veränderungen eintre- ten. Zugleich verlautet, daß der Graf Thun auS Frankfurt hier eintreffen soll, um sich weitere In­struktionen zu holen. Der Erzherzog Albrecht ist auS seinem Hauptquartier in Böhmen hier einge­troffen.

Wien, 1. Okt. Der Minister-Präsident, Fürst v. Schwarzenberg, ist heute Sr. Majestät dem Kai­ser nach Tyrol gefolgt.

Wien, 2. Okt. (Allg. Z.) Der Kaiser wird sowohl den König von Bayern als den König von Würtemberg auf seinem nach dem Voralbergischen unternommenen AuSfluge sehen. Gegen den 8. oder 9. d. M. dürfte er auch München, oder noch wahr, scheinlicher Hohenschwangau besuchen. Die Kaiserin von Rußland wird wahrscheinlich den Winter in Venedig zubringen. — An der heutigen Börse waren, auf das unbestimmte Gerücht, daß Hassenpflug ab­trete, alle Curse steigend.

Wien, 4. Okt. Zwischen Oesterreich, Bayern, Sachsen und Würtemberg ist, wie wir vernehmen, eine Offensiv- und Defensiv-Allianze abgeschlossen.

Salzburg, 3. Okt. (Allg. Z.) Gestern Abends 8’/4 Uhr langte Se. Maj. Kaiser Franz Joseph von Ischl in Begleitung deS Generaladjutanten Grafen v. Grüune hier an. Heute sehen wir gro, ßen Festlichkeiten entgegen. Prinz Adalbert von Bayern ist gestern Mittags hier angekommen.

Dänemark.

Kopenhagen, 3. Okt. Der König ist gestern wieder hier eingetroffen. Bei seiner Abreise auS Flensburg hat er sich dahin ausgesprochen, daß künftig Flensburg der Hauptsitz der Regierung deS Herzogthums Schleswig sein, und deren erstes Magistratsmitglied den Titel „Ollerpräsident" führen solle. ____________________

Frankreich.

Paris, 3. Okt. Mehrere Journale hatten ge­meldet, daß Changarnier gestern gleich nach der Revue und vor dem Beginne der Bewirthung der Truppen nach Paris zurückgekehrt sei; dies wird jedoch für irrig erklärt und bemerkt, daß vielmehr bei der Mahlzeit eine Art von Ver­söhnung zwischen Changarnier und d'Hautpoul statt­gefunden habe. Gegen Ende deS Mahles näherte sich nämlich L. Napoleon beiden Generalen mit einer Flasche Champagner und füllte ihre Gläser, wor­auf Changarnier sich dem Kriegsminister näherte und Beide sich vor einem zahlreichen Publikum umarmten.

Paris, 2. Okt. Die schon gemeldete Abreise der nepalesischen Gesandten soll nach „Evenement" mit nicht gar angenehmen Umständen begleitet ge­wesen sein. Sei eS, daß wirklich einige Rechnungen nicht bezahlt waren, oder daß einige von diesen Ausländern Nutzen ziehen wollten, genug, eS wur­den noch mehrere Forderungen an sie gemacht, über welche man sich in Abwesenheit deS DolmeischerS nicht verständigen konnte. Die Gläubiger schlosse» die Thore des Hotels; es kam zu handgreiflichen