Einzelbild herunterladen
 

hinzugefügte Rekapitulation stellt den Verlust fol­gendermaßen zusammen: Gefallen 3 Unteroffiziere, 9 Gemeine; verwundet 8 Offiziere, 13 Unteroff., 119 Gemeine; gefangen 1 Unreroff., 30 Gemeine; vermißt werden 1 Offizier, 7 Unteroff., 99 Gem.; Summa 9 Offiziere, 24 Unteroff. 257 Gemeine. Die frühere Mittheilung hat also die 24 Unteroff. übersehen.

TepliH, 19. Septr. (C. Bl. a. B.) Gras Nesselrode weilt noch immer hier. Dagegen haben der Graf und die Gräfin Chreptowicz, Fürst Lieven, der Graf Medem und Baron Schröder im Verlaufe dieser Tage Teplitz verlassen. Ich erwähne die Tochter Nesselrode's unter den Diplomaten, weil sie in der That für eine zweite Lieven gilt. Der rus­sische Premier lebt hier sehr zurückgezogen und hat nur einige Hinterstübchen im „goldnen Kreuze" inne, demselben Hause, daS im Jahre 1813 Kaiser Alc- rander bewohnte. Daß seine Zeit hier nicht bloß der Ruhe und Erholung gewidmet ist, dafür spre­chen die fortdauernde Anwesenheit deS Staatsrathes Malzow und der Wechsel mehrerer Kuriere zwischen hier und Petersburg. Doch hat derselbe außer Herrn v. Pecklin, dem dänischen Unterhändler, der ihn hier erwartete, und unmittelbar nach gepfloge­ner Unterredung nach Wien abreiste, während der ganzen Zeit seines bisherigen Aufenthaltes keinen fremden Diplomaten gesehen. Seine Beziehungen zu dem hier lebenden Grafen Ficquelmont scheinen nicht politischer Art.

Wiens 21. Sept. Haynau hatte heute eine zweite Audienz bei dem Kaiser in Schönbrunn und verweilte nach derselben mehrere Stunden in der Zentralkanzlei bei dem Generaladjutanten Grasen Grüne. Man scheint überhaupt höheren Ortes Ge­wicht darauf zu legen, daß man erfahre, daß Hay­nau hier mit Auszeichnung und Rücksicht behandelt wird. Die Ernennung zum Feldmarschall ist jedoch noch immer nicht erfolgt. Auch Jellacic wurde heute von Sr Maj. dem Vernehmen nach in Angelegen­heiten der kroatischen Militärgrenze empfangen.

In Bezug auf die bevorstehenden Gemeinde- wahlen hat daS Ministerium des Innern die An­ordnung getroffen', daß Gemeindevorsteher evangeli­scher oder mosaischer Religion von den evangelischen Pastoren und Rabbincn in ihren Bethhäusern in Gegenwart eines kaiserlichen Wahlkommissärs beeidet werden können. Nur sind in dem Eide der Israe­liten die Worte deS „heiligen Evangeliums" weg­zulassen.

Die Einwohner des Marktfleckens Soenksar nächst Pesth, sämmtlich eingewanderte Schwaben, haben sich bei Gelegenheit der Konskription alle als Magyaren einschreiben lassen. Derselbe Fall ereig­nete sich auch in der Zips bei einer rein deutschen Gemeinde. Diese Vorgänge bezeichnen zur Genüge daS deutsche Nationalgefühl in seinem ganzen Verfalle.

Wien, 22. Septbr. Wie die Leipziger Zeitung mittheilt, find in Wien zwei Nummern der Deut­schen Zeitung wegen ihrer Ausfälle auf Haynau und insbesondere wegen der Ucbersetzung eines eng­lischen Spottgedichtes auf das bekannte Ergebniß konsisirt worden.

Dänemark.

Kopenhagen, 21, Sept. (D. Ref.) Nach Ver­lauten wird der König in der nächsten Woche nach Schleswig zur Armee abreifen.

Die beiden russischen Kriegsdampfschiffe „Ott- waschney" und „Kamtschatka" sind nach Asien ge, gangen. Es hieß, daß die russische Flottenabthei- lung, welche jetzt noch da ist, den Winter über daselbst verbleiben werde, auch erzählt man, daß russische Truppen erwartet werden.

Frankreich

Paris, 23. Septbr. Der Ministerrath hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Frage beschäftigt, ob gegen das Rundschreiben des Herrn V. Barthe­lemy eine gerichtliche Untersuchung einzuleiten sei? Man stand jedoch davon ab, weil jenes Schreiben in der öffentlichen Meinung eine zu gute Wirkung hcrvorgebracht habe.

Paris, 24. Sept. Man versichert, der Präst- • Republik werde in Antwort auf das legi- tlmistlsche Manifest eine Ansprache an die franzö- sizche Ration richten, in welcher die zu bèhandeln- den Fragen ausführlich erörtert werden sollen.

. CabriereS, im Heraultdcparlement, soll ein Silbcrbergwerk entdeckt worden seyn, welches schon in früheren Jahren außgebeutet worden zu sein scheint. —

Heute wurde daS gestern in Versailles begon­nene Manöver fortgesetzt. Der Präsident der Re­publik lud sämmtliche Offiziere und Unteroffiziere der ererzirckwen Korps zu einem großen Banket. Die militärischen BankctS sollen mithin wieder aus­genommen werden.

Baron von Rothschild, Chef deS hiesigen Han­delshauses dieses NamenS ist heute nach Italien abgereist; man bringt dies mit Finanzplänen in Verbindung.

Paris, 24. Sept. Changarnier hatte dieser Tage wiederhoste Konferenzen mit L. Napoleon, den er angeblich zu bestimmen suchte,' Befehl zur Auflösung der Gesellschaft deS zehnten Dezember zu ertheilen, deren Bestehen und Entwicklung im Publi­kum lebhafte Unruhe erregen. — Baron Pasquier widerlegt die Angabe, daß er Memoiren zu ver­öffentlichen beabsichtige. — Die Reise, die der Ge­sandte von Nepaul nach Europa gemacht hat, wird wohl die erste und letzte sein. Die Summen, welche derselbe verausgabt hat, sollen ungeheuer sein. Der indische Gesandte soll von einer Menge Abenteurer umgeben sein, die ihn auf alle Weise betrügen. Man versichert, daß derselbe, obgleich er sehr reich sein soll, seine Einkünfte während neun Jahren ver­pfändet hat. — Die Untersuchung über die Szenen, welche an dem Rouener Eisenbahnhofe Statt gehabt haben, wird noch immer mit derselben Thätigkeit fortgesetzt. Gestern Morgen wurde ein alter Oberst aus der Kaiserzeit vernommen. Er befand sich in der Rue du Havre bei der Ankunft deS Präsiven­denten (welche, wie man weiß, gesperrt war), ohne zu seinem Hause gelangen zu können. Der Oberst, welcher in Folge einer in der Schlacht von Drienne erhaltenen Wunde das Gehör verloren hat, ver­stand nicht die ihm gemachte Aufforderung, „eS lebe Napoleon", zu rufen. Da man sein Stillschweigen für eine Weigerung nahm, so wurde er insultirt und mißhandelt und rettete sich nur mit genauer Noth in einen offenstehenden Laden.

Die „Gazette de France" ist daS einzige Or­gan der legitimistischen Partei, welches aus Seite deS Herrn von Larochejaquelin tritt. Die „Union" und „Opinion publique", die einander so oft gegen- überstehen, machen hier gemeinschaftliche Sache. Uebrigens legen beide dem Rundschreiben Barthe­lemys keine Wichtigkeit bei, sie erkennen demselben durchaus nicht den Charakter eines Manifestes, son­dern nur eines rein vertraulichen Schreibens zu.

Großbritannien.

London, 24. Septbr. Während in New-Nork das Jenny-Lind-Fieber — die „Times" widmet ihm heute einen zwei und eine halbe Spalte langen Leit, artitej. — mit schreckenerregender Heftigkeit wüthet, nimmt hier in England die Denkmal-Wuth in be* sorglicher Weise zu. Mit königlichen Personen be­ginnend und darm Cton den bescheidenen Ufern des Londoner rechièn Temfe-Ufers herabsteigend, führen wir beispielsweise folgende Personen auf, welchen die Ehre eines Monumentes zugedacht ist: Der Herzog von Cambridge (die „Times" betrachtet ein Denkmal für ihn als höchst unpassend und pole- miffrt geistreich dagegen), der verstorbene Edward Baines, der verstorbene Ingenieur George (nicht Robert) Stephenson und die Brauer von Barclay und Perkins Brauerei. Dieser letzte monumentale Vorwurf erinnert unS natürlich an die That, welche verewigt werden soll. Bisher waren wir in Bezug auf dieselbe fast ausschließlich auf Londoner Berichte angewiesen. Jetzt steht uns eine neue Quelle zu Gebote.

Der gewissenhafte Wiener Korrespondent der „Times" hat sich nämlich die Mühe nicht verdrießen lassen, den Feldzeugmeister selbst über den Hergang der Sache zu befragen, und dieser scheint ihm auch sehr bereitwillig Auskunft ertheilt zu haben. Sehr viel Neues erfahren wir allerdings nicht über den Vorfall. Nach seiner eigenen Aussage hätte der General die Mißhandlung keineswegs mit lamm­gleicher Geduld über sich ergehen lassen, sondern sein Stock wäre zu wiederholten Malen mit einer harten Substanz in Berührung gekommen, von wel­cher sich mit einem gewissen Grade von Wahlschein- lictfeit annehmen läßt, daß es der Schädel eines Brauknechtes war. Die Erzählung und die Bemer­kungen Haynau'S machten auf den „TimcS"-Kor­respondenten den Eindruck, als sei er mehr erstaunt als entrüstet über den von 200 — 300 Engländern auf ihn gemachten Angriff.

Aus China erfährt man, daß die Schaluppe Reynard von der Mündung deS Peiho wieder in HoNgkong ei n g etroffen war. Die Sendung scheint nicht geglückt zu sein. Kapitän Cracoft war nämlich der Ueber bring et eines Schreibens der britischen Königin, worin dem Pekinger Hofe Vorschläge zur Steigerung deS Handelsverkehrs zwischen England und China gemacht wurden. Man hat sie nicht günstig ausgenommen und den Ueber bringet nicht sehr artig behandelt. Die chinesischen Behörden haben einen Zoll auf Thee gelegt, die britische Handelskammer hat dieserhalb eine Vorstellung an den Gouverneur gerichtet, worin sie die 91 uß steht auöspricht, daß diese Maßregel alS ein direkter Bruch der bestehenden Verträge zu betrachten sei. die Portugiesen bedauern den plötzlich erfolgten Tod deS Gouverneurs von Marcao, da Cunha, der erst vor kurzem seinen Posten «»getreten hatte, um so

mehr, da die Unterhandlungen mit den Chinesen wegen der Ermordung deS frühern Gouverneurs Amoral noch zu keinem Ziele geführt hatten.

Dem New Nork Herald zufolge hat die br a« sil ionische Regierung für die Verbrennung bra­silianischer Schiffe und die Kaperung deS Schiffes St. Sebastiano, welches RegierungSeigenthum ist, von der britischen Regierung jetzt förmliche Genug­thuung verlangt.

Tu r k e i

Konstantinopel, 5. Sept. Die Angelegenheit der ungarischen Flüchtlinge ist von neuem zur Sprache gebracht worden, und hat seit einiger Zeit Anlaß zu Verhandlungen zwischen der Pforte und den bedeutendsten der fremden Gesandschaften gege­ben. Kossuth hat an die Repräsentanten der frem­den Mächte, sowie an mehrere Mitglieder des os­manischen Kabinets geschrieben und seine Freila - sung verlangt. In diesen Briefen stellt er sich al S Opfer seines Vertrauens und der Unredlichkeit der Türken dar, deren Gast er freiwillig geworden sei, auf daS Versprechen hin, daß man ihn der Frei­heit deS Handelns nicht berauben werde. Außerdem droht er dem Divan, seine Beschwerden vor daS Forum der öffentlichen Meinung bringen zu wollen. Die Repräsentanten Frankreichs und Englands haben in Beziehung auf diesen Gegenstand der Pforte Mittheilungen gemacht. WaS der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Ali Pascha, geant­wortet hat, wissen wir nicht; wenn man aber be­denkt, daß Oesterreich den Vorschlag deS Divan, die Dauer der Jnternirung auf ein Jahr zu be­schränken, zurückgewiesen hat, so wird die Jn­ternirung , so sehr man eS auch wünschen mag, schwerlich vor Ablauf dieser Frist aushören können. Auf der andern Seile hat Kossuth an seine Londo­ner Freunde geschrieben und ihnen seine Ankunft auf den Monat September angekündigt. Darauf hin hat Oesterreich, welches an ein Einverständniß mit der Pforte glaubte oder sich wenigstens so stellte, drohende Depeschen nach Konstantinopel gesendet, welche übrigens, wenn wir gut unterrichtet sind, den Divan veranlaßt haben sich auf seine Rechte zu be­rufen und zu erklären, daß er sich seiner Freiheit keineswegs entäußert habe. Er halte sich vielmehr für befugt, zu beurtheilen, wann der rechte Augen­blick gekommen sei, wo er die Jnternirung ohne Gefahr für die Nachbarstaaten werde ausheben kön­nen , nachdem et vorher mit aller Achtung, welche sie verdienten, die Bemerkungen deS österreichischen HoseS ausgenommen haben werde.

Aus den Mittagsposten

Frankfurt, 26. Sept. (D. Z.) Die Sitzungen deS gesetzgebenden Körpers erregen lebhafte Theil­nahme. — Ueber §. 77 (von dem Senate) ent­spinnt sich eine längere Debatte. Der SènatSvor- schlag will 21 lebenslängliche Mitglieder im Se­nate, wovon 4 dem Gelehrten, 4 dem HandclSstand und 4 dem Gewerbe- und Handwerksstand angehö­ren. Der 21ger Ausschuß will nur 16 lebensläng­liche Mitglieder. (Dr. MappeS stellt den Antrag, im Sinne der Konstituante den Senat theilweise auf Zeit zu wählen.) Der Antrag von MappeS wird abgelehnt. Der Antrag des Senats wird mit 47 Simmen gegen 24 Stimmen verworfen und somit der Kommissionsantrag zum Beschlusse erhoben.

Frankfurt, 26. Sept. Das appcllaiionSgericht- liche Erkenntniß in dem gegen den kurhesstschcn Mi­nister Hassenpflug anhängig gemachten Prozeß gebt, nach einer näheren Mittheilung , dahin „daß der Appellant von der unterm 9. Februar erhobenen Anklage der Fälschung frei zu sprechen, die Kosten deS Verfahrens außer Ansatz zu lassen, die Akten jedoch zur weiteren Erwägung, ob und gegen wen eine anderweite Anklage zu erheben fei , der könig­lichen Staatsanwaltschaft verwiegen seien".

Berlin, 26. Sept. (Tel. Dtp. d. Köln. 3hl) Ein Aufgeben oder Umwandeln der Union am 15. Okt. wird nicht stattfinden.

Berlin, 26. Sept. (Tel. Dep. d. Fr. Bl.) Eine königl. Preuß. Depesche an Hrn. v. Thiele, den k. Preuß. Gesandten am kurhcssischcn Hofe, vom 23. o„ bezeichnet den Wi dcrstand d eS kur- hessischen Volkes gegen b i e V c r o r d n u n- g en d e S kurhcssischcn M i n i st e r i u m s a l S einen legalen, unddaS Unternehmen Die# s e S Mini st e ri umS alS V erfas s u n gS bruch. Dieß sei als Ansicht deS Preuß. Gouvernements der kurhrssischen Regierung mitzutheilen. Schließlich ergeht eine Mahnung zur Rückkehr auf den ver­fassungsmäßigen Weg. Hannover und Baye r n haben beim Bundestag einen formellen Protest gegen die proponirte gemeinsame Bundesverwal­tungs-Kommission kingereicht.