in Baron Schönhals sehen zu müssen, welcher durch die Macht seiner Intelligenz sehr wesentlich die gluck- sichen Ergebnisse deS italienischen Krieges Herveige, führt und gesichert hat.
Wien, 4. August. (Allg. Z.) Sie werden in den Zeitungen, sogar in hiesigen, viel von einer Reduktion der böhmischen Armee lesen. Sie können dieser Angabe als ganz unwahr widersprechen. Die böhmische Armee und die Armee von Tprol werden nicht nur nicht aufgelöst., sondern verstärkt. Die böhmische Armee ist der Zahl und Ausrüstung nach das, was man eine große Armeee nennt, und so ausgestellt und schlagferig, daß sie jede Stunde auS- rliefen kann. .
Schweiz
Aus der Schweiz, 4. August. (N. F. Ztg.) Nach der neuesten Bundesrechnung haben vre deutschen und italienischen Flüchtlinge die Summe von 981,000 Fr. verzehrt. — Gestern ist die Versassungs feier hier festlich begangen worden. — Mehrere deutsche Flichtlinge sind neuerdings des Atylrechts für verlustig erklärt worden , weil sie sich desselben unwürdig gemacht haben. Sie werden aus der Schweiz ausgewiesen. „®ne Anzahl Flüchtlinge sind dieser Tage wieder nach Amerika ausgewandert.
D ä n e m a r k
Kopenhagen, 5. August. Keine neue Mittheilung vom Heere. — Der König ist gestern wieder nach Frederiksburg zurückgekehrt, nachdem er, wie die „Berling'sche Zeitung" bemerit, seit Montag täglich die Lazarethe besucht und sich mit jedem der Verwundeten der dänischen Armee unterhalten!
Der „Waldemar" ist hier gestern mit 11 Zivil-, 7 Militärgefangenen und mehreren weggeführten Frauen angekommen, die letztern sollen, heißt es, mit dem „Obotrit" nach Deutschland geschafft werden. — Ein Korrespondenz aus Hoyer erzählt rühmend, wie dänische Jäger auf ein Boot Bürger, die. angeblich vor den dänischen Soldaten nach den Halligen flüchten wollten und dieselben verhöhnt haben sollen, Feuer gegeben und dabei den Kaufmann N. Jacobsen aus Tondern tödtlich verwundet hätten.— Die dänischen Maler Sonne und Simonsen befinden sich bereits in Idstedt, um die Gegend behufs von Schlachtbildern aufzunehmen. — Gestern gingen hier Gerüchte, daß Friedrichsort ohne Schwertschlag eingenommen worden sey. — Die vier bei Eckernförde ausge.grabenen Kanonen sind in Kopenhagen und der auS der^Eckernförderkirche auS- gegrabene Anker dèS Christian VHT. in Sonderburg angekommen. — Es ist schon wieder eine neue, 7 Oktavseiten lange Liste von in hiesigen Hospitälern liegenden Verwundeten veröffentlicht. 173 Verwundete liegen außerdem in Frievericia , andere in Helsingör u. s. w., 400 liegen noch in Flensburg.— Der' „Flensburger Korrespondent" will in Schleswig noch 2000 neue Uniformen gefunden haben. Von Tondern jinD eine Menge Waffen, die dem frischem friesischen Landsturm abgenommen, angc- kommen. — Gestern Abend kam das Dampfschiff „Schleswig" mit einem Transportschiff im Schlepp, tau von Flensburg hier an und überbrachte die in der Schlacht bei Idstedt gemachte Kriegsbeute (Kanonen, Gewehre, Säbel, Pickelhaben, Tornister rc.,) nebst drei großen Schiffsankern von Eckernförde, welche vom Linienschiffe Christian VIII. herrühren. — In dieser Nacht sind die hiesigen Kriegsgefangenen an Bord der Linienschiffe „Waldemar" und „Danmark" und der Fregatte „Nymphen" gebracht worden, welche zu Gefangenschiffen eingerichtet worden sind. — In Flensburg waren bis zum I. d. beerdigt worden: 36 dänische Offiziere und 456 Unteroffiziere und Gemeine; außerdem in einem besondern Grabe 148 Holsteiner, worunter 10 bis 12 Offiziere.
Frankreich
Paris, 7. August. Der Kriegsminister hat sich, sobald er die gereizte Stimmung der Mehrheit erfuhr, selbst zur Kommission begeben und erklärt, er verzichte auf daS Lager bei Versailles. Die Kommission beschließt darauf, heule noch Bericht abzustatten und beauftragte damit den General Oudinot.
Die Nationalversammlung genehmigte in ihrer heutigen Sitzung das Ganze des EinnahmenbudgetS mit 420 Summen gegen 162. Der Gesetzentwurf über die Presse in den Kolonien wurde nach kurzer Debatte genehmigt. Eine ganze Reihe von Gesetz- Entwürfen über sekundäre Gegenstände wurde fast ohne alle Berathung durch Annahme erledigt.-
Paris, 7. August. Nach einem Briefe auS Rom vom 31. Juli soll Mons. Wiseman, Bischof vom London , zum Kardinal ernannt werden. Derselbe wird alsdann seinen Aufenthalt in Rom nehmen. Die englischen und irischen Katholiken hatten seit dem Tode deö Kardinals Acton keinen Kardinal ihrer Nation am römischen Hofe.
Ein Tagesbefehl des Generals Gemeau, Oberbefehlshabers der französischen Armee in Rom, hat angeordnet, daß alle französischen Offiziere, in Civil- oder Militärkleidung, genöthigt sind, vordem Papste, an welchem Orte sie ihm auch begegnen nicderzu- knien. — Das Dekret, welches die Güter der republikanischen Regierung und der Mitglieder der konstiluirden Versammlung von Rom konfiszirt, soll schon angefertigt sein.
Großbritannien.
London, 6. Aug. Nach Berichten aus New- Aork vom 25. Juli sollen die amerikanischen Gefangenen auf der Insel Cuba freigegeben und demnächst in den Vereinigten Staaten erwartet seyn.
Italien.
In Toskana erwartet man, daß der Großherzog bei seiner Heimkehr auS Oesterreich eine neue revidirte Verfassung mitbringen werde. Schon sind im Deputirtensaal Arbeiten in Angriff genommen, welche auf eine baldige Eröffnung der Kammer schließen lassen.
Die Deutschen in Turin haben Sammlungen für Schleswig-Holstein veranstaltet, welche sehr ergiebig ausgefallen sind. (In Venedig ist Nachrichten von dort zufolge dasselbe geschehen.)
Turin, 2. August. Gerüchtsweise wird erzählt, daß der Kardinal Antonelli wegen des Erzbischofs von Sassari den Hauptmächten eine Note milgelheilt, um diese für die Freiheit der römischen Kirche in Piemont zu interessiren.
Aus den Mittagsposten.
Darmstadt, 9. Aug. (D. Z.) Wir geben nach- stehend die und weiter besannt gewordenen Wahlen zur 2. Kammer: in Fürth Joh. Keil von Fürth; in Umstadt Wilh. Ittmann, Kaufmann daselbst; in Großbieberau Schullehrer Schmitt auS Bes- sungen; in Gernöheim Mich. Grüll II., Kaufmann von da; in Seligenstadt Peter Werner, Ziegler von Steinheim; in Bensheim kam keine absolute Majorität zu Stande; die Meistbestimmlen sind Obereinnehmer Dr. Küchler und der Kandidat der Demokraten, Kirchenrechner Hai uz. Im Wahlbezirk Michelstadt ergab sich die Mehrheit für Herrks Vogen; im M-B. MM fiel die Wahs auf den gleichzeitig in Worms erwählten Dr. Leh ne. In dem Wahlbezirk Hungen sind die beiden Kandidaten Hunsinger und Löwenthal in der Stimmenzahl so ziemlich gleich geblieben, so daß der eine Höchst wahrscheinlich nur einige wenige Stimmen mehr als der andere erhalten wird. So viel ist gewiß, daß keine absolute Majorität erreicht worden ist und jedenfalls eine zweite Wahl statt- findet. In der Gemeinde Langsdorf erhielt von 94 Wähler Se. k. Hoh. der Groß Herzog 87 Stimmen.
Karlsruhe, 8. August. (O.,P. A.-Z) II. kk. HH. der Großherzog Leopold und die Frau Großherzogin Sophie von Baden sind in Baden eingetroffen. — Die neueste dortige Badeliste zählt 17,706 Gäste. — In Rastatt ist eine bedeutende Sendung Munition für die k. preußische Besatzung eingetroffen. — Herr Thiers ist nebst Familie in Baden angelangt.
Dresden, 8. Aug. Die erste Kammer ist in der Kompetenzfrage den Beschlüssen der zweiten Kammer einstimmig beigetreten.
Berlin, 7. Sluguft.* Wie die Entscheidung der MinisterkristS ausfallen werde, ist noch ungewiß, jedenfalls wird aber entweder Hr. v. Radowitz oder Hr. v. Manteuffel von der ferneren Leitung unserer Politik abstehen müssen. Es wird versichert, daß Hr. v. Radowitz nicht gesonnen sei, an die Spitze eines neuen Ministeriums zu treten, und gewiß ist ferner, daß die Partei der äußersten Rechten (Hr. v. Gerlach und Genossen) gegenwärtig sehr wenig Aussicht hat. Ich brauche kaum zu erwähnen, daß hier die ganze konstitutionell gesinnte Partei die Erhaltung des Hrn. v. Manteuffel und die Befolgung seiner Politik dringend wünscht, da sie in dem von Hrn. v. Radowitz projektirten Kriege mit Oesterreich nur eine maSkirte Verständigung mit demselben und den Anfang zur Rückkehr in die alten Bundestagsverhällnisse erblickt.
Hamburg, 9. Aug. (T. D.) Diese Nacht um 2 Uhr ist die ganze holsteinische Armee ausgerückt. Sehr viele Wagen sind r e q u i r i r t.
Kiel, 5. August. (E. Ztg.) In Schleswig wüthet der RegierungS-Kommissâr Tillisch entsetzlich.
Das Obergericht und das OberappellationSgericht sind abgesetzt, der Rechtszustand in die Hände dänischer Verwaltung gelegt, abgesehen von den Beamten sind 4 Wagen voll schleSwiger Bürger nach Kopenhagen geschleppt, mehrere Hundert Hofbesitzer auS dem Schleöwig'schcn sind mit Wagen und Pferden nach Holstein geflüchtet und lassen sich jetzt im Fuhrpark der Armee verwenden; Brutalität der Dänen hält sie zurück von HauS und Hof; die Dänen stecken die Häuser in Brand und vorbeimarschirend erschießen sie Knechte und Besitzer, die auf ihren Höfen arbeiten. Erhebend ist die Gastfreundschaft im Holsteinischen; die holsteinischen Bauern senden Boten aus, um schleSwiger Flüchtlinge zu holen, ihr Haus ihnen öffnend; nur ein Bruder hilft in der Regel dem andern! — In Rendsburg wird mit großer Anstrengung gearbeitet; Willisen bereitet Alles vor zum neuen Kampfe; H. v. Raumer und v. d. Tann sind besten Muthes und unterstützen ihn wacker.
Altona, 7. August. (A. M.) Zwanzig Flüchtlinge aus London, welche sich heute bei dem Enrol- luitngdbureau zum Eintritt in die schleswig-holsteinische Armee meldeten, wurden nicht nur nicht angenommen, sondern sofort aus der Stadt audge* wiesen.
Einem sich bestimmt «»kündigenden Gerüchte zufolge wären in Flensburg 12 Mann (angeblich Sol- daten)erschossen worden, welche die Obcrosfizierein der Schlacht bei Idstedt in de^n Dorfe Oberstolk getöbtet haben sollen. Der Nachricht, daß Bauern aus den Häusern geschossen, wird bei dieser Gelegenheit widersprochen.
AuS einer amtlichen Mittheilung, die dem Herrn Eisenbahndirektor Dieß gemacht ist, erfährt man über die Erplosion im Laboratorium in Rendsburg noch Folgendes: Einen bedeutenden Schaden hat sie nur an den Dächern und Fenstern der Häu- ;er angerichtet. Entstanden ist sie dadurch, daß bei dem Stampfen von SrapnelS in die Stampfen Eisensplitter gedrungen waren, die nun, als sie mit dem stampfenden Material in Berührung ge- riethen, Funken von sich gaben. Merkwürdigerweise sind die 9 Arbeiter, die mit dieser Arbeit beschäftigt waren und sich in dem Lokal befanden, von wo aus die Erplosion vor sich ging, völlig unbeschädigt geblieben.
Wien, 3. Aug. Aus Galizien laufen beunruhigende Nachrichten ein. Die Bauern in der Gegend von Wadowice und Sandec rotten sich abermals zusammen und zwar in der Absicht, nicht blos rem Adel alle schuldigen Dienste zu verweigern, fon« bern die Güter- desselben in Besitz zu nehmen und unter sich zu vcrtheilen. Die in Krakau eingeleitete Untersuchung hat bis jetzt nichts herausgestellt, was den Verdacht begründen könnte, daß daS Feuer, welches die Stadt verheerte, angelegt gewesen.
Paris, 8. August. (K. Z.) Nachdem die auf gestern ungesagte große Musterung der mobilen GenSd'urmerie und der republikanischen Garde auf dem Maröfelde wegen der gänzlichen Erweichung des BodenS durch die anhaltenden Gewitterregen der letzten Tage aufgegeben worden war, ließ der Präsident der Republik diese beiden Elite-Korps in der Nähe deö Elysee an sich vorbeimarschiren und lud hierauf die Offiziere und Unteroffiziere zu einem Festmahle im Elysee ein, waS bis spät in den Abend hinein dauerte. Diese letzten sollen nach dem Diner so begeistert gewesen sein, daß sie LouiS Napoleon im Triumphe nach den Tuilerien bringen wollten. L. Napoleon nahm dieses nicht an.
Lamartine und seine Gemahlin sind auS der Türkei in Marseille angekommen.
CernuSchi ist mit dem Dampfschiff „Le Narval" am 3. August in Toulon angekommen und in einem dortigen Gasthofe abgestiegen, woselbst er die weiteren Befehle der französischen Regierung abwartet.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.
Eingegangene Gaben für den Neubau der evangelischen Kirche.
Von einem Ungenannten 24 ff.; aus einer Sparbüchse 5 ff.; von X. 3 ff.; von Hrn. G,R R. Busch 100 ff. ; von Hrn. Echtes 24 fr.; von Hrn, Karl Sack 30 fr.; von Hrn. Tendlau 2 ff.; von einem Kurgaste 30 fr.: aus einer Sparbüchse 1 ff.
Am 9. August 1850. Schultz.
Von Hrn. M. Filius 12 ff.; von Hrn. C. L. Marburg 10 ff.; von Hrn. 8. Marburg 13 ff.; von Hrn. F W. Cron 3 ff. 30 fr.; von Hrn. Friedr. Brenner 8 ff.; von Hrn. Silberverwalter Bähr 10 ff.; von H. W. Meuchner 2 ff. 42 fr.; von Hrn. Chr. Thon 1 ff.; von H. Jung Wtwe. 1 ff.; von einer Ungenannten 36 fr.; v. Hrn. Bisch. Heydenreich 200 ff.; von Hrn. Stadtrechner Lauterbach 20 fl.; von Hrn. Fr. V. Holbach 4 ff.; von Fr. A. v. Heemskerk 2 ff.
H. Steubing.
Von Hrn. Pfarrer Kastau aus Loht bei Apenrade 2 ff.; von Hrn. Geud.-Wachtm. Leonhardi 30 kr.; von Hru. Bader Hipp 1 ff.; von Frl. M. Taubert 1 ff.; von Fr. Elis. Sommer 1 ff. 45 fr.; von Fr. Forstmeister Heimach 5 fl.
L. W. Eibach.
