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schwierig seyn. Die dienstpflichtmäßige Vernehmung des Per­sonals des Herzog!. KreiSamtcS, der Geistlichen beider Konfes­sionen und der Seminarlehrer, sowie erforderlichen Falls die geeigneten Nachforschungen bei den übrigen Staatsbeamten zu Idstein müssen in Verbindung mit den bereits vorliegenden Akten der zuständigen Staatsbehörde so sichere und genügende Materialien liefern, daß die Frage: ob die Seminaristen der Ansteckung und Verführung in Idstein ausgesetzt seyen oder aber nicht, ohne Schwierigkeit beantwortet werden kann.

Wir sind nicht im Zweifel darüber, daß das Ministerium des Innern, welches gewiegte Pädagogen und Staatsmänner zählt und in der letzten Zeit einen anerkeuncnswerthen Anlauf zur Energie genommen hat, den Gegenstand recht bald in die Hand nehmen und auf eine seiner unendlich großen Wichtig­keit für das ganze Land entsprechende Weise erledigen und da­mit dem Artikelkrieg auf einmal ein Ende machen werde.

Deutschland

Frankfurt, 16. Juni. (D. Z.) Der zur Uebernahme deS Kommando's über die in Frankfurt und der Umgebung stehenden k. preußischen Truppen hier erwartete Oberst, Herr v. Schlichting ist eingetroffen, dergleichen gestern Mittag eine Fußbatterie von Koblenz, sowie schon vorgestern eine Schwa­dron des 12. Husarenregiments von Saarbrücken. •

Darmstadt , 14. $uni. (O.-P.-A.-Z.) Gestern war der Jahrestag des Todes der Gräfin von Görlitz. Jetzt erst hat sich der Hügel über ihrem Grabe, hoffentlich für immer, ge­schlossen , denn gestern wurde der dem Sarge entnommene Schädel der Unglücklichen, welcher in dem Prozesse eine so furchtbare Rolle spielte, von dem Wittwer wieder beigesetzt. ° Dem vor Kurzem erschienenen Bericht über diesen Prozeß (648 • Seiten 124 Seiten Beilagen) ist nun eine neue Schrift des i Medizinalvireklors Dr. Graff gefolgt, die den Reihen der Lite- s ratur dieses Prozesses anführen zu wollen scheint. Der Verfasser | sucht darin namentlich nachzuweisen, daß der Körper der Gräfin : nicht vor dem Kaunitz und durch dessen Gluth verbrannt sey, i sondern einem besonderen Verbrennungsprozesse ausgesetzt wor­den wäre. Bekanntlich hatte Professor Bischoff sich für ersteres ; ausgesprochen.

Breisach , 10. Juni. (N. F. Z.) Heute Morgen zehn z Minuten vor acht Uhr ward dahier ein Erdbeben verspürt, das ; einige Augenblicke anhielt. Die in den Wohnzimmern befind-! lichen Meubels wurden so stark erschüttert, daß manche Leute schleunigst auf die Straße eilten.

Erfurt, 10. Juni. (D. A. Z.) Nachdem sämmtliche Thore mit Palisaden versehen und vor denselben Blockhäuser errichtet, neue Gräben geworfen und alte erweitert sind, während starke Munitionstransporte aus die Zitadelle unserer Festung geschafft wurden und in den jüngsten Tagen noch, eine Masse von Pfer- den behufs Mobilmachung mehrerer Batterien hier eintrafen, kurz, während alle diese Vorbereitungen auf den baldigen Aus­bruch eines Krieges schließen ließen, langte gestern vom Kriegs- ministerum in Berlin ein Befehl hier an, der jene Befürch­tungen so ziemlich beseitigen muß. Danach ist dem hiesigen Kommandanten, Generallieutenant v. Voß, die Anweisung s geworden, vorläufig mit der weitern Armirung der Festung! einzuhalten und nur die Arbeiten vollenden zu lassen, welche bis dahin in Angriff genommen waren. In Folge dieser Ordre sind denn schon heute fast sämmtliche Zivilarbeiter ent­lassen und die Zahl der übrigen bedeutend reduzirt.

Berlin, 13. Juni. Die (konstitutionelle Correspondenz schreibt über die erste Sitzung des provisorischen Für­st e nko l l eg i um s am 12. Juni, die sich auf die Konstitui- rung deS Kollegiums und auf die Annahme der in der Sitzung deö Verwaltungsraihs vom3l. Mai vorgelegten Geschäftsord­nung beschränkte. Die wesentlichsten Bestimmungen dieser letztern sind folgende: Jeder Unionsstaat kann sich im Kollegium be­sonders vertreten lassen: die Stimmführung in jeder ganzen oder halben Kurie steht jedoch nur einem dazu beauftragten Bevollmächtigten, mit Substitutionsbefugniß in Behinderungö- fällen, zu. Preußen hat den Vorsitz und unterzeichnet alle im Namen des Kollegiums erfolgenden Ausfertigungen. Die Be­schlüsse werden durch einfache Stimmenmehrheit gefaßt; bei

Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Die Sitzungen des Kollegiums sind regelmäßig (wahrscheinlich zweimal : wöchentlich), wobei Preußen das Recht bleibt, außerordentliche Sitzungen anzusagen. Zur Erstattung von Vorträgen werden i entweder Ausschüsse oder Referenten durch Wahl der Stimm- ' führenden aus sämmtlichen Bevollmächtigten bestellt.

Unter den Linden ist man gegenwärtig eifrig mit der Le­gung der Verbindungsdrähte beschäftigt, welche von den einzcl- • nen auf den Eisenbahnhöfen befindlichen e l ekt risch e n T e l e- : graphen nach den Ministmhotels gezogen werden sollen. Das Straßenpflaster wird zu diesem Behufe in eine Tiefe von : 3 Fuß aufgerissen und werden dann durch Zusammenfügung starker Thonkapseln weite Röhrenleitungen erzeugt, in denen S an 12—16 verschiedene Kupferdrähte, welche bis zur Stärke s einer Schwanenfeder mit Gutta Percha umhüllt sind, neben« £ einanderlaufen. An denjenigen Stellen, wo sich diese elektrischen s Leitungen mit den Glasröhren unter der Erde kreuzen, werden . statt der Thonkapseln eiserne Röhren angewendet. Es scheint 7 diese Arbeit zwar ziemlich kostspielig zu sein, es schreitet dieselbe ' aber doch sichtlich rasch vorwärts. Dem Anscheine nach wird s fast jedes Ministerhotel mit jedem elektrischen Telegraphen in Verbindung gebracht werden. (Voss. Z.)

Berlin, 14. Juni. (K. Z.) Der „Staats-Anzeiger" ver­öffentlicht die Instruktion an die Regierungs-Präsidenten; möchte sie, so lange das Preßgesetz herrscht, in der Praxis den Erfolg haben, welchen die Regierung voraus setzt, und die Behör­den die Linie finden lassen zwischen dem Gebote eines hoffent­lich interimistischen Gesetzes und einer „dahin nicht gehörigen Kritik von Spezialitäten"!

Der Preßgesetz - Entwurf für die Union wird eifrig bear­beitet. Die „Vosstsche Zeitung" will wissen, er werde sich von der Juniordonnanz nicht unterscheiden. Das Gegentheil ver­sichern Freunde des Ministeriums; sie sprechen von einem Ent­würfe, der Kautionen zur Basis nähme, aber alles Polizeiliche enfernte; sie fahren fort, über die Dauer des Gesetzes zu beru­higen. Jedoch höre ich von einer andern, oft unterrichteten Seite, man habe den Plan, den Kammern nur die Einführung der Kautionen als neuen Theil des Gesetzes vorzulegen. Die Post-Zensur aber würde als administrative Maßregel betrachtet, und das Gesetz über die Gewerbe-Ordnung bestehe alö-nicht abrogirt einfach fort. Ich möchte dies gern dementirt sehen, obgleich der jedenfalls verfassungswidrige Gedanke, wenn er H eristirt, wenig helfen würde, denn eö bleibt ja den Kammern E die Fakultät selbstständiger Anträge.

Berlin, 13. Juni. (E. C.) In Gemäßheit der Verord- | nung vom 5. d. M. sind, wie wir hören, bereits einige, durch ; revolutionäre Tendenz und Sprache bekannte Blätter von dem 6 Vertriebe durch die königl. Postanstalten ausgeschlossen worden, s namentlich aus dem Regierungsbezirk Aachen der zu Eupen ! erscheinende „Volksfreunv" und das in Stolberg erscheinende „Volköblatt für den Landkreis Aachen", aus dem Regierungs- £ bezirk Danzig die neuen „Elbinger Anzeigen" und der in Dir- 4 schau erscheinende „Weichselbote", aus dem Regierungsbezirk Erfurt die von dem Kaufmann Krackrügge redigirte „Neue | Erfurter Zeitung", endlich aus dem Regierungsbezirk Posen - die polnischen Blätter „MiaruS", „Parela polSka", „Dziennik polSki", „Wielkopolanin" und „Krzyz a Miecz", sowie das , Birnbaumer „Kreis- und Wochenblatt" und daS „Schweriner Wochenblatt".

Berlin, 15. Juni. Sc. Majestät der König haben diese Nacht vollkommen ruhig geschlafen. Die , Vernarbung der > Wunde ist bis auf einen kleinen Punkt vollendet. Se. Majestät i haben daher zu befehlen geruht, daß fernerhin keine Berichte j über Allerhöchstdcren Befinden veröffentlicht werden sollen. 5

Frankreich

Paris, 14. Juni. Ein Künstler der in den letzten Tagen das Atelier des bekannten Malers Horace Vernet in Versailli besucht hatte, erzählte mir von einem merkwürdigen Bilde wxlches beinahe beendet ist. Horace Vernet hat in demselben versucht, die Anschuldigungen der konservativen Parte gegen den Sozialismus auf Leinwand zu übertragen. Hörer Sie nur, auf welche Weise: Eine Guillotine ist aufgerichtet das Messer hat aufgehört, zu arbeiten. Man sieht eine Meng«