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^ëtHrtinerie von hier auf die umiiegenoen Dörfer ausgeruar, oa rS hier an Raum für dieselbe mangelt. Sobald die Artillerie die erforderliche Anzahl Pferde hat, wird der AuSmarsch erfol­gen ; wohin, ist nicht mit Bestimmtheit anzugeben; nur so viel ist gewiß, daß die l2.,Kompagnie deS 8. Artillerieregiments nach Frankfurt a. M. zu stehen kommt.

Mannheim, 1. Juni. (S. M.) Mit den hiesigen Han- delSverhältnissen sieht es leider noch immer sehr trostlos aus; der Speditionsverkehr ist fast auf Null herabgesunken., nur die Neckarstraße ist noch etwas belebt, waS hauptsächlich der außer­ordentlichen Nachfrage nach Bauholz und Schnittwaaren zu danken ist. In gleichem Verhältnisse liegen auch alle andern Geschäfte nieder und Lie Folgen der Verdienstlosigkeit lasten täglich schwerer auf dem Arbeiter und Geschäftsmann.

Freiburg, 9. Juni. Der Erzbischof von Freiburg beab- sichtigl die Bischöfe der oberrheinischen Kirchenprovinz (Rotten­burg, Fulda, Mainz und Limburg) zu einer Konferenz zu ver­sammeln, um sich über gemeinsame Schritte zur Erringung einer freieren Stellung der bischöflichen Gewalt zu berathen.

München, 10. Juni. (O.-P.-A.-Z.) Heute begann in zweiter Kammer die Verhandlung über die deutsche Frage, war aber bei Abgang der Post noch zu keinem Ergebniß gediehen. Eine Interpellation deS Fürsten Wallerstein beantwortete Minister v. d. Psordten dahin, daß die bayerische Regierung in der Frankfurter Versammlung allerdings das Plenum des Bundestages erkenne, die Vollmacht des bayerischen Bevoll­mächtigten sey aber der Art, daß sie die Regierung nicht hin­dere, vor der definitiven Feststellung der deutschen Bundesver­fassung diesen Gegenstand mit ihren Kammern zu verhandeln.

Berlin, Es wird eine fei er l ich e Einho l un g deS Königs, so bald derselbe nach seiner völligen Wiederherstellung Berlin zum ersten Male besuchen wird, beabfichtigt und vor­bereitet.

Man erinnert sich der mancherlei Vermuthungen, die über die Schrift: „Erfurt. Gedenkblätter für preußische Abge­ordnete" und über deren vermeintlichen Verfasser im Umlauf waren; bald nannte man Professor Huber, bald Len Lega« tionSrath Küpfer, bald gar den russischen Gesandten Baron Meyendorff alS den Autor. Jetzt ist eine neue Version in Gang gebracht, nach welcher Ler Ruhm, Verfasser jener daS russische Interesse vertretenden Schrift zu seyn , dem bekannten Novellisten A. v. Sternberg, einem der Feuilletonisten der Neuen Preuß. Zeitung, gebührt.

Berlin, 7. Juni. (Voss. Z) Dem Vernehmen nach soll gegenwärtig alles Material, welches möglicher Weise auf eine Verbindung des Se fe loge mit andern Personen oder eine politische Tendenz desselben Hindeutrn könnte, erschöpft seyn, und nachdem sich hier nirgends ein Resultat ergeben hat, wel­ches zu einer weitern Ausdehnung der Untersuchung Veranlass sung geben könnte, soll gegenwärtig die gerichtliche Verneh­mung derjenigen Personen erfolgen, welche sich bei der betref­fenden polizeilichen Kommission gemeldet haben, um ein Zeug­niß über die Unzurechnungsfähigkeit und überhaupt über daS frühere Benehmen deS Sefcloge abzulegen. Namentlich ist in dieser Beziehung die Vernehmung deS JustizratHS Lüdicke, des Buchbindermeister Knauth, deS Major Kunowski, deS Dr. Löwenstein, erfolgt. Man sieht daher dem Abschluß der Vor­untersuchung und der amtlichen Einholung deS sachverständigen ärztlichen Gutachtens in den nächsten Tagen entgegen.

Berlin. Eine junge Schauspielerin dahier war in der Theaterwelt nicht unter ihrem eigentlichen, sondern unter dem Namen ihres Stiefvaters, der vielleicht hübscher als jener klin- gen mochte, aufgetreten, ohne daß jemals Anstoß darin gefun- den worden wäre. Vor einiger Zeit kam dies indeß bei der Polizeibehörde zur Sprache; der Polizeianwalt erhob die An­klage wegen Führung falschen Namens. Der Einzelrichter er­kannte auch seinem Anträge gemäß auf 5 Thlr. Geld- event. 8tâgige Gefängnißstrafe gegen die Angeklagte, indem auSge- fuhrt wurde, daß durch Gebrauch und Sitte, wie sie in die­ser Beziehung nach Angabe der Angeklagten bei den Schau. Zielern, sogar bei einigen derselben an unserer Hofbühne, seit Jahren herrsche, niemals ein Recht begründet werden könne. Der Polizeianwalt erklärt mit seinem Plaiboyer ausdrücklich, daß er die Angabe der Angeklagten zu speziellen Recherchen benutzen und gegen alle diejenigen Schauspieler Anklage erhe­ben wurde, welche nicht ihren Familiennamen, sondern einen angenommenen Namen führten.

sorrun, y. ^uni. ^.-P.-A.-Z.^ wean veyaupier, oap yr. v. Manteuffel im Ministerrath gegen den sofortigen Erlaß dieser Preßverordnungen gestimmt und darauf angetragen habe, dieselbe erst den versammelten Kammern vorzulegen; er sey aber überstimmt worden, wie es überhaupt in letzter Zeit häu­figer geschehen. Jedenfalls steht zu hoffen, daß man bei An­wendung dieser Maßregeln mit der größten Unparteilichkeit verfahren und sie nicht nur gegen die demokratische Presse, sondern auch gegen die entgegengesetzte richten werde, insofern sie fortfährt, Mißtrauen gegen die bestehende StaatSform aus- zustreuen und den Haß einzelner Volksklassen gegen andere (wie z. B. die Juden) aufzuregen.

Die mehrfachen Klagen der demokratischen Presse über die schlechte Behandlung Kinkels in Spandau, haben den Mi­nister v. Man^uffel veranlaßt, heute plötzlich, und ohne vor­herige Ankündigung nach Spandau zu fahren, um sich mit eigenen Augen zu überzeugen, ob irgend welche Ueberschrei« tung seiner Anordnungen stattfinde. Ein schöner Zug der Gerechtigkeit und Menschlichkeit, der viel demokratisches Ge­wäsch widerlegt!

Betlin, 10. Juni. Bulletin. Se. Majestät der König haben in vergangener Nacht -war viel, aber weniger ruhig geschlafen. Die Vernarbung der Wunde ist im Fortschreiten.

Danzig, 5. Juni. Unsere Korvette „Amazone" ist von den Dänen schmachvoll beschimpft worden. Als dieselbe nebst den sie begleitenden Transportschiff „ Matador" durch den Sund ins Kattegat segeln wollte, wurde nicht nur der preu­ßischen Flagge die gebührende Achtung, sondern beiden Schiffen auch der Durchgang auf das Entschiedenste verweigert. Ihn zu erzwingen, war nicht möglich, indem die Kanonen von Kroneborg im Falle eines derartigen Versuchs die Schiffe so­fort in den Grunv geschossen haben würden.

Wien, 7. Juni. (Allg. Ztg.) Hinter den aufgeklärten Mährischen Städten: Trcbitsch, Miglitz, Schleinitz und Jglau, hat auch Prerau mit einem Judenkrawalle nicht zurückbleiben wollen. Eingehenden Berichten zufolge haben sich bei der letz­ten Judenhetze über 2000 Preraucr betheiligt. Alle Juden, welche in ihrem EmanzipalionSwahne sich beikommen ließen auf Grund der Charte vom 4. März in der Christenstadt Quartiere zu beziehen, wurden vertrieben und ihre Wohnungen beschädigt. ES mußte aus Sremfter Militär in Anspruch ge­nommen und der Belagerungszustand verkündigt werden — und so hat doch wenigstens die Stadt neben dem Judenkrawall auch eine Errungenschaft aufzuweisen. Auch bei diesem Erzesse wird viel der Fahrlässigkeit der untern Regierungsorgane zur Last gelegt.

Wie aus TemeSwar geschrieben wird, zeigen sich in eini­gen Gegenden des Banats und der BacSka abermals Heu­schreckenschwärme.

Frankreich.

Paris. ES scheint nicht, daß seit vorgestern eine bedeu­tende Aenderung in der Stimmung der Repräsentanten hin­sichtlich deS Dotations - Gesetzes eingetreten ist. Es eristiren immer noch drei ungefähr gleich starke Parteien in Bezug auf dasselbe: die der unbedingten Verwerfung, d. h. die Linke der Nationalversammlung, die der unbedingten Annahme, deren Hauptmasse die ehemaligen Orleanisten bilden, und die der bedingten Annahme, welche die bisher gemachten Schulden be­zahlen will, ohne sich für die Zukunft zu binden. Zu letzterer gehört fast die ganze legitimistische Rechte. Die politische Stellung der Legitimisten zeichnet sich überhaupt bei dieser Ge­legenheit scharf ab. Getreu ihrem Wahlspruch: Republik oder legitime Monarchie! nehmen sie es gegen Jeden (ausgenom­men gegen sich selbst) mit der Republik sehr ernst. Während von anderer Seite her daran erinnert wird, daß die Restaura­tion 30 Mill, als Zivilliste und außerdem die Einkünfte der Krondomanen bezog, daß die OrleanS'schc Dynastie im Gan­zen ebenfalls an 20 Millionen kostete (12 Millionen Zivilliste, 5,800,000 Kranken aus den Domänen, 1 Mill, und später 2 Willi, für den Herzog von Orleans), und daß für den Präsi­denten der Republik nur 3 Mill, im Ganzen verlangt werden, rufen die Legitimisten alles Ernstes Wafhington'S Einfachheit, der nur 125,000 Frdeken Gehalt bezog. Während LouiS Na­poleon Bonaparte schon jetzt, die Unterhaltungskosten für den Palast, die Bedienung u. s. w. einbegriffen, 1,500,000 FrkS.