die glückliche Rettung. Für die näher an Berlin gelegenen Kirchspiele ist für den nächsten Sonntag, für entferntere Theile der Monarchie auf den folgenden Sonntag eine gottesdienstliche Bezugnahme auf das Ereigniß vom 22. angeordnet.
Berlin. Nach der „N. Pr. Ztg." wird Se. kgl. Hoheit der Prinz von Preußen am 26. d. M. (Sonntag) nach Warschau abgehen, um daselbst mit Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland zusammenzutreffen. Auch der Prinz Friedrich Karl kgl. Hoh wird mit nach Warschau gehen.
Es bestätigt sich, daß in London eine Konferenz, behufs Schlichtung der dänischen Frage, zusammentritt, daß dieselbe sogar bereits ihre Wirksamkeit begonnen hat; eine Vorlage, wie sie in Aussicht gestellt, ist jedoch an die preußische Regierung bis jetzt noch nicht erfolgt, und soll eS zweifelhaft seyn , ob sich die preußische Regierung an jener Konferenz betheiligen wird.
Bremen, 24. Mai. (O.-P.-A.-Z.) Den mit dem Nach- mittags-Bahnzuge eintreffenden Nachrichten zufolge, bestätigt sich zwar der Einsturz eines Viaduktes auf der Köln- Mindener Eisenbahn in der Nähe von Bielefeld, aber der Zusatz in der Zeitg. für Norddeutschlanv, daß der Eisenbahnzug sich gerade über dem einstürzenden Viadukt befunden habe, ermangelt glücklicherweise der Wahrheit. Es ist k ei „'Menschenleben bei dem Unfall zu beklagen. Indessen ist die Eisenbahnverbindung für den Augenblick unterbrochen. Die Passagiere müssen die zerstörte Strecke zu Fuß zurücklegen.
Vorstehendes bestätigt folgende Notiz der „Magdeburger- Zeitung": „Mündlichen Mittheilungen von Eisenbahnbeamten zufolge war der Viadukt bereits von dem Kölner Güterzug passtrt, als ein Theil des Bauwerks, wie man vermuthet, in Folge eines durch heftige Regengüsse veranlaßten Weichens der Aufschüttung, zusammcnstürzte. Im klebrigen soll durchaus keine Beschädigung des Zuges selbst staitgefunvcn haben, noch irgend ein sonstiger Unglücksfall, als Verlust an Menfchen- leben, zu beklagen seyn".
Wien, 21. Mai. (D. Z.) Die Diebe haben eS bei unS zu einer solchen Virtuosität gebracht, daß sie sich nun sogar schon an die oberste Justiz wagen. Dem Jüstlzminister von Schmerling wurden in der Nacht vom 19. zum 20. auf seiner Reise von Triest hierher zwischen Laibach und Märzzuschlag auf der Eisenbahn 700 fl. K.M. in Banknoten, Silbersechsern, und seltenen Münzen — das heißt Silberzwanzigern entwendet. Die Stavthauptmannschast gibt auf Veranlassung des hiesigen Kriminalgerichtes die betaiilirte Beschreibung der. entwendeten Summe, so wie der Art der Verwahrung und der Umstände, welche die Entwendung begleiteten.
den Worten: „Man darf dies wohl als gewiß annehmen." Der Korrespondent scheint aber offenbar ebenso wenig von den Verhältnissen in unserem Lande und in ganz Deutschland unterrichtet zu sein, als ihm nähere Sachkenntniß von den Schurgerichtcn beiwohnt. In ganz Deutschland , namentlich aber auch in unserem Herzogthum mehren sich die Verbrechen täglich, besonders aber in dem Kriminalgerichtsbezirke Wics- den, wie ich solches während meiner letzten Anwesenheit in Wiesbaden bei Verhandlung über die Anklage gegen Karl Balzer aus Ems wegen Mordversuchs von den daftgen Inquirenten gehört und mich auch bei einem Besuche derselben auf dem Kriminalgericht selbst überzeugt habe. Der stärkste Artikel, in dem jetzt „gemacht" wird, ist Meineid. Eine kaum glaubliche Anzahl Untersuchungen wegen MeineidS ist dermalen bei dem Wiesbadener Kriminalgerichte anhängig und ich habe gestern noch gehört, daß sie sich stets mehren.
Eine Partie gcstnnungSlüchtiger katholischer Schulmeister aus dem Rheingau, welche schon seit längerer Zeil im Krimi- nalgerichtsgefängnisse verhaftet sind, sollen den Meineid schon Jahre lang und mit besonderer Virtuosität betrieben haben. Die Zunahme der Verbrechen hängt meines Erachtens_ mit een Zeitverhältnissen zusammen und sie werden so wenig selbst durch gut eingerichtete Geschwornengerichte vermindert werden, als sie durch'das alte Verfahren vermindert worden wären, wenn nicht wieder Religion und Sittlichkeit, welche heiligen Güter Volksverführer dem Volke seit Jahren zum größten Theile geraubt haben, tief in die Herzen der Bürger eingepflanzt werden. Ich hätte erwartet, daß der Wiesbadener Korrespondent des Frankfurter Journals auf letzteren, sehr naheliegenden Gedanken gekommen wäre.
Kassel, 24. Mai. (D. Z.) In der heutigen Sitzung der der Stänveversammlung kam abermals (wir haben das Resultat schon kurz gemeldet) der Prozeß des Ministerpräsidenten Hassenpflug zur Sprache. Der Abgeordnete Oetker stellte folgenden Antrag: „Die Stänveversammlung erklärt, daß sie eö mit der Ehre des Landes, mit der Würde der Regierung und mit dem unbefleckten Ansehen der Justiz nicht für vereinbarlich hält, daß ein wegen Fälschung in Anklagestand Befangener als Minister und insbesondere als Vorstand des Justizministeriums sungire; die Ständeversammlung erwartet daher, daß der Staatsminister, der Vorstand res Justizministeriums, Herr Haffenpflug, nicht länger in einer Stellung verbleibe, welche dem gesammten Lande zum größten Aergerniß gereicht." Wider alles Erwarten wurde die Jnbclrachlnahme dieses Antrags nicht mit voller Einhelligkeit beschlossen. Hr. Rauh war der Ansicht, Hr. Haffenpflug könne doch vielleicht unschuldig seyn; ebenso Hr. Wolf; endlich machte Hr. Prof. Hildebrand von Marburg den Satz geltend, daß ein Angeklagter noch kein Ver- urlheilter sey, und erinnerte daran, daß O'Connell, obwohl des Hochverraths angeklagt, fortwährend seinen Platz im Parlament beibehalten habe. DaS letztere gab der Antragsteller zu, forderte aber Hrn. Hildebrand auf, ein Beispiel anzuführen, daß in England ein wegen Fälschung Angeklagter, Minister geworden sey und drei Monate lang diese Stellung bei schwebender Anklage :c. beibchalten habe; zudem liege schon ein gerichtliches, in höchster Instanz bestätigtes Erkenntniß vor, indem nach zuvoriger Untersuchung und nachdem Hr. Hasscn- pflug bereits seine EntschulvigungSgründe ic. vorgestellt habe, die förmliche Anklage und die öffentliche Verhandlung gegen Hrn. Haffenpflug erkannt sey. Nach längerer Diskussion erfolgte die Verweisung an den VerfassungSauSschuß zu schleuniger Berichterstattung, wobei die ganze rechte Seite der Versammlung , mit Ausnahme des Hrn. Lieberknecht, dafür stimmte. Auf das vorgelegte Gesetz wegen Erhöhung der Stempelsteuer wurde nicht eingegangen: auch nicht Einer erhob sich dafür.
Berlin, 24. Mai. (D. Z.) Die Berichte über daS Befinden des Königs sind ohne Ausnahme der beruhigendsten Art. DaS eingetretene leichte Wundfieber hat sich vermindert, ■ die Absonderung in der Wunde findet in naturgemäßer Weise ' statt. Von den Vertretern der Gemeinden haben die Berlins, । Magistrath sowohl alS Stadverordnete, bereits Adressen an den König gerichtet; aus Köln, Brandenburg und andern Orten leien wir die Beschlußfassung über gleiche Kundgebungen deS Abscheu's an der That und der aufrichtigen Freude über
Ungarn.
Dem „Nürnberg. Corr." wird aus Pesth, 19. Mai, mit« getheilt: Wie aus glaubwürdiger Quelle verlautet, wird von ' Seite des Klerus der griechischen Kirche im südöstlichen Europa eine große ökumenische Synode beabsichtigt, woran vorzüglich die Patriarchen und Erzbischöfe von Carlowitz, Konstantinopel, Moskau, Kiew und einige andere hohe griechische Prälaten Theil nehmen werden. Der wahrscheinliche Zweck dieser Synode ist die Berathung zur Erlangung ähnlicher Konzessionen, wie jene, die neulich der katholischen Kirche in Oesterreich bewilligt wurden.
Die Kinder Kossuths werden dieser Tage nach dem Orient zu ihren Eltern abgehen. Gestern zeigten sie sich auf der hiesigen Promenade, wurden aber von Neugierigen so hart umringt, daß sie sich in ein Haus zurückziehen mußten.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
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