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stände sich ja dies ohnehin von selbst, sollte ich aber, gegen mein Vermuthen, außerhalb Darmstadt sterben, so wünsche ich, daß, wenn die Entfernung hierher nicht zu groß, der Transport der Leiche nicht mit allzugroßen Schwierigkeiten und Kosten verknüpft ist, man mich hierher bringen und neben meine treue, gute Mutter begraben möge. Sterbe ich hier, so wünsche ich, sey es nun, in welcher Jahreszeit es Gott wolle, mit den ersten Strahlen des anbrechenden Tages, so einfach als nur immer möglich, zur Ruhe bestattet zu werden. Ich liebte im Leben den Prunk nie, also hoffe ich mit Zuversicht, man wird auch diese meine Anordnung getreu befolgen. Nichts soll auf dem einfachen Grabstein, auf welchem der Name mei, ner geliebten Mutter, uebst ihrem GeburtS- und Todestag steht, bezüglich auf mich, hinzugefügt werden, unter dem Schutze der Mutter will ich ruhen, still und in Frieden. Diejenigen, welche mir gut waren und vielleicht in Liebe meiner gedenken wollen, werden mich zu finden wissen, für andere Gleichgültige mag immerhin mein Grad verschwunden seyn. Die Tochter wird bei der Mutter ruhen, der Name des Vaters, der Se­gen des vorangegangenen Vaters umschwebt alsdann beide zu­gleich. Noch einen herzlichen Wunsch spreche ich hier in Be, treff meiner Beerdigung aus. Es ist gebräuchlich, daß bei jeder Beerdigung Lieder gesungen werden, ich wünsche, daß bei meiner Leiche dieselben abgesungen werden, welche bei mei­ner seligen Mutter gewählt wnrden. Nro. 460 des Gesang, buchs: Geduld im Leiben, und als zweites Lied: Trost des Wiedersehens. Diese beiden Lieder würben einst durch unsern gemeinsamen Freund Archivrath Heumannn so sinnig auser­wählt. Noch um eine Kleinigkeit bitte ich ganz dringend: nämlich daß weder eine Anzeige meines Todes in irgend eine Zeitung gesetzt werde, noch durch briefliche Traueranzeigen an Bekannte und Freunde mitgetheilt werde. Aus eigener Er­fahrung weiß ich, wie lästig der Art Briefe seyn können. Also ich verlasse mich auf die Unterlassung."

Deutschland»

Darmstadt, 18. März. (D. Z.) (Siebente Sitzung des Siaufffschen Prozesses.) In der heutigen Sitzung wurde, nach­dem auf die Frage eines Geschwornen, ob Stauff am Tage deS Ereignisses die Kleider gewechselt habe, keine bestimmte Auskunft gegeben werden konnte und Dr. Heumann nochmals aufs bestimmteste den großen Widerwillen der Gräfin gegen eine Sektion ihres Körpers nach dem Tode bekundet hatte, als neuer Zeuge der Schmiedemeister Wetzel von hier vernom­men, der einer der ersten, vielleicht der erste im Sterbezimmer war und viele interessante Details angab, namentlich auch über die Lage der Leiche. Sie lag etwa 2 hessische Fuß von dem brennenden Pulte ab, auf dem Leibe, mehr aber auf der linken Seite, die Beine beigezogen; Zeuge hielt es für un­möglich, daß die Gräfin an dem Feuer deS Pultes so ver­brannt sey , wie es der Fall war. Die Leiche war noch lau­warm , als man sie hinausschaffie. Auch über die Lage des hinter der Leiche umgeworfen liegenden Stuhles wurden sehr genaue Nachfragen angestellt. Zeuge glaubt nicht, daß es möglich sey, daß er durch daS Herabfallen der Gräfin umge­stürzt sey. Weiter wurden, da bie Verhöre wieder sehr spez­iell waren, nur .noch zwei Zeugen abgehört, Buchdrucker Richter und Korporal Strotz im Chevaurlegers- Regiment. Beide waren ebenfalls mit den ersten am Orte und bei Ein- schlagen und Aussprengen der Thüre besonders thätig. Wir können natürlich diesen Verhören, die nur durch die speziellen Fragen und gründlichen Forschungen deS Präsidenten besonderes Interesse gewinnen, nicht im Einzelnen folgen, und unterlassen einen allgemeinen Ueberblick, der nur meistens Wiederholungen bieten würde. Aus die einzelnen Punkte aber, auf welche eS besonders ankommt und etwa der Staatsanwalt oder die Vertheidigung Gewicht legen, kommen wir ohnedies im wei­teren Verlaufe der Verhandlungen zurück. Nur eines bemerken wir auS der Vormittagssitzung wiederholt: alle Schlüssel sind wiedergefunden worden, nur die zu den Zimmern der Gräfin nicht. Ein besonders beachtenSwerther Umstand.

Lörrach, 11. März. Gestern Abends gegen 10 Uhr wurde ein Avantageur der 1. Komp. 8. Jäger-Bat., Namens Wal­ther, von einem Unbekannten überfallen und durch einen star­ken Dolchstoß niedergeworfen. Die zwischen Rock und Weste eingeschobene Brieftasche hielt glücklicher Weise die Klinge auf,

so daß der Stoß nur eine unbedeutende Wunde zur Folge hatte. Ueber den Thäter konnte bis jetzt nichts ermittelt wer­den ; eben so wenig liegt ein Grund zu dieser abscheulichen That vor, da der Angegriffene nicht nur beim Bataillon, son­dern auch überhaupt bei den Bürgern beliebt ist. (K. Z.)

Berlin, 16. März. (Lith. Korr.) Heute sind die Wah­len der Wahlmänner für die erste Kammer erfolgt. So weit bis jetzt das Resultat bekannt ist, scheint die konservativere Partei gegen die liberal- konstitutionelle in den meisten Wahl­bezirken den Sieg davon getragen haben. — An die gestern erfolgte Rückkehr des vom VerwaltungSrathe für die deutschen Verfassungsangklegenheiten als Kommissarius nach Schleswig abgesandten Präsidenten knüpft sich die allgemein ' verbreitete Meinung, Dänemark werde in Kurzem den Waffenstillstand kündigen. Die Berichte über die Behandlung, welche Hr. Vollpracht seitens dänischer Behörden erfahren haben soll, sind, wie sich jetzt herausstellt, arg übertrieben.

Berlin. Die von allen Berliner Blättern gegebene Nach­richt, daß die auf einer Reise nach Süddeutschland verschollene Frau deS Oberst S. jetzt von London aus an ihre Familie ge­schrieben habe, ihren Fehltritt bereue und die Familie um Geldunterstützung bitte, bestätigt sich nicht. Die Familie der Verschollenen weiß noch heute nicht über ihr Verbleiben.

Berlin. Die Neue Preuische Zeitung berichtet: Die berliner Spielergesellschaften zählen gegenwärtig — es ist kaum glaublich, aber zuverlässig — an 1000 Individuen, und diese Anzahl von Menschen eristirt einzig und allein vom Spiel! Dieser förmlich organisirte Stand theilt sich in drei Klassen; die Mitglieder der ersten Klasse werden „feine Kom- merzianten" genannt, die der zweiten „Kommerzianten", die der dritten heißen „Kellerkommerzianten", ihren Namen davon führend, daß sie sich nur in den Kellerrestaurationen bewegen. Es liegt uns eine sehr vollständige Liste sämmtlicher Haupt­mitglieder dieser drei Klassen vor, und man findet darunter Männer aus allen Ständen. In Beziehung auf die letzte Klasse bemerken wir, daß dieselbe fast durchgängig aus Spitzbuben,Vaga­bunden und überhaupt solchen Subjekten besteht, die keine be­stimmte Wohnung haben. Diese Leute halten sich den ganzen Tag und Nacht an den Orten auf, an denen gespielt wird, und haben sie das letzte Geld verloren, so machen sie, nach dem Kunstousdruck, „eine Reise", d. h. sie stehlen das Geld vom Tisch und erklären dem Bestohlenen, daß sie ihm die Summe schuldig bleiben würden. Natürlich entstehen hierüber gewöhn­lich Wortwechsel und die fürchterlichsten Schlägereien, wobei die zum Spiel verlockten Opfer noch am schlechtesten wegkom­men. Die Spieler von Profession würden aber wenig machen können ohne ihre Hauptgehülfen , die sogenannten „Schlep­per". Unter Schlepper versteht man die Zuführer der Opfer. Diese Leute haben ein eigenes phystognomisches Talent und wissen mit Kenneraugen sofort Diejenigen herauszufinden, von denen sie überzeugt sind, daß sie sich zum Spiele verführen las­sen und einen reichen Gewinn versprechen. Haben sie nun ein solches Opfer gefunden, so drängen sie sich an den Mann, ver­wickeln ihn in eine Unterhaltung und zeigen sich ihm auf alle Weise gefällig. Am liebsten machen natürlich die Schlepper Jagd auf Fremde, weil diese, unbekannt in Berlin, sich leicht an Jemand anschließen. Deshalb findet man die Schlepper auch bald an der Table d'hote in den ersten Gasthöfen, bald in den gewöhnlichsten Restaurationen. Haben sie ein Opfer gefunden, so führen sie dasselbe nach dem Theater, den Museen und an alle öffentlichen Orte, so daß eS in der That keine bessern Führer für die Berliner Merkwürdigkeiten gibt als diese Schlepper. Aber der hinkende Bote kommt nach. Nachdem der Fremde ziemlich trunken gemacht ist, wird er endlich in eine der Spielhöllen geführt, die oft daS eleganteste Ansehen haben. Verliert hier der Fremde nicht durch die Ungunst der Fortuna, so wird zum falschen Spiel gegriffen, und wenn er all sein baareS Geld verloren hat, schießt ihm der Schlepper vor. Am andern Morgen findet er sich ein, um sein Dar­lehn zurückzuholen, und wenn der Fremde nicht bereits einge- sehen, in welche Hände er gerathen , läßt er nicht locker, bis der letzte Groschen deS Opfers in seinen und seiner Genossen Händen ist. Ein solcher Schlepper bezieht für jeden zugeführ­ten Spielgast einen, zwei und mehr LouiSdor oder einen ge­wissen Theil deS Gewinns.

Königsberg, 12. März. (D. Z.) DaS. häßliche Schau, spiel einer PrangerauSstellung wurde heute an einer Schnöder,