Erschießung für den Träger von Dolchen und ähnlichen heimlichen Waffen. Die Erbitterung ist groß. Für den morgigen Moccoliabend fürchtet man Konflikte.
Nach Briefen auS Rom vom 12. Febr. hatte das Dekret, wonach jeder, der sich im Besitz einer Waffe befindet, auf der Stelle erschossen werden soll, nur Erbitterung, keine Furcht hervorgerufen. Drei bis vier neue Mordversuche hatten statl- gefunden, trotz einer Menge von Verhaftungen. (A. A. Z.)
Schweden.
Nach den neuesten bis zum 8. reichenden schwedischen Blättern ist in einem außerordentlichen schwedischen Staatsrath, der am 7. abgehalten wurde, die Verlobung zwischen Sr. k. Hoheit dem Kronprinzen von Schweden und Norwegen und der Prinzessin Louise der Niederlande offiziell dekla- rirt. Der König und die Königin gaben an demselben Tage auf dem Stockholmer Schloß eine Soiree, zu der mehr als 200 Personen eingeladen waren. (H. N.)
Großbritannien.
London, 6. Febr. In Dublin findet ein Gerücht vielen Glauben, daß der dortige vi ze k önigli che H of demnächst seine Endschaft erreiche, Lord Clarendon abberufen und ein Theil des in London garnisonirenven Leibgardekorps nach Dublin kommen würbe, letztere Maßregel als vorbereitender Schritt zu späteren periodischen Besuchen der Königin in der Hauptstavt Irlands. Auch würde dann der gegenwärtige fom> -mandirende General Sir E. Blakenay seine Stelle niederlegen und durch den Prinzen Georg von Cambridge ersetzt werden.
Rußland.
Kalisch, 4. Febr. Das verflossene Jahr war für Rußland kein glückliches. Während das Einnahmebudget sich zu Ende des Jahres sehr ungünstig herausgestellt hat, waren die Ausgaben im Laufe des Jahres höchst bedeutend. Der wahrscheinliche Mehraufwand über die im Jahre 1848 verausgabte Summe beträgt über 30 Mill. R. S., welche der ungarische Felvzug und die im Königreiche Polen auf dem Kriegsfuße sich befindenden Truppen absorbirt haben, während fchon die Mehrausgabe des JahreS 1848 über 15 Mill. R. S. betragen hat, und cs läßt sich bis jetzt gar nicht absehen, wann eine Beschränkung der Mehrausgaben, bei welcher vorzugsweise die gebrückte Bevölkerung zu leiben hat, eintreten wird. Die Viehseuche hat im südlichen Rußland und im Königreiche Polen großen Schaven verursacht unv vie Branvverheerungen waren, wie fast in jedem Jahre, wegen ver schlechten Bedachung der Häuser auf dem Lande und der mangelhaften Löschapparate sehr bedeutend. In den Ostseeprovinzen und in den an diese angränzenden Gouvernements hat die herrschende Kartoffelkrankheit die Kartoffeln dergestalt vernichtet, daß der Kaiser durch einen Befehl vie Einfuhr dieses dort unentbehrlichen Nah, rungsmittels bis zu Ende des Jahres 1850 gestattet hat,
Iprechjaal für Stadt und Land.
Erwiderung.
Erst vor wenigen Tagen ist mir die Nr. 14 der Nass. Allg. Zeitung vom l. I. zu Gesichte gekommen und dadurch der
Angriff zu meiner Kenntniß gelangt, welcher in dem Sprechsaale jener Nr. auf die Redaktion des Nass. Schulblattes vom Jahr 1849 gemacht wird. Aus diesem Umstande wolle der Leser die Verspätung dieser Erwiderung erklären und ent, schuldigen.
Mit wem ich es in dem Sprechsaale zu thun habe, weiß ich nicht. Es steht dort zu lesen, daß „die Freunde der Wahrheit" sich zu einer Entgegnung auf vie Behauptung des Schulblattes aufgefordert fühlten. Da hätte ich nun frei, lich eine schöne Gegnerschaft! So lange jedoch der Verfasser des kurzen Artikels sich nicht allenfalls auf eine Generalversammlung der Wahrheilsfreunde berufen kann, wird er mit wohl erlauben müssen, daß ich in seinen Worten nichts sehe, als eine verunglückte Redewendung, die mich nicht abhalten darf, ihn allein vor Augen zu nehmen.
Von diesem Standpunkte auö habe ich denn vorerst nur eine kurze Erklärung abzugeben. Wenn der Verfasser jener Korrespondenz mir nachweist, daß er in Wiesbaden außer Stand ist, im Bereiche des Lehrerlebens das zu erfahren, waS alle dortige Lehrer wissen und sagen, und wenn er mir die Ueber, zeugung verschafft, daß ich eS in ihm nicht mit einem Manne zu thun habe, der die bestrittenen Thatsachen gerade so gut als wahr kennt, und mit mehr Interesse an's Licht gezogen haben will, als ich, der aber das unliebsame Geschäft der Veröffentlichung klüglich auf andere Schultern zu wälzen gedenkt, indem er derb provozirend auf den Redakteur deS Schulblatts dreingeht; wenn er mir also den Verdacht beseitigt, daß ich hier in den Dienst einer unmännlichen Spiegelfechterei genom« men werden soll: dann will ich mich der Mühe unterziehen, ihm eine einläßlichere Antwort zu geben. Bis zur Erfüllung dieser Bedingung aber werde ich ihm in aller Unbekanntschaft still die Achtung zollen, welche demjenigen gebührt, der leichtfertig oder böswillig mit der grundlosen öffentlichen Anschul, bigung ver Lüge gegen Andere auftritt. In der Sache selbst sodann werde ich es denjenigen, welche sich für den speziellen Gegenstand des Streites interessiren, einstweilen vollkommen beruhigt überlassen, bei den Lehrern an der ersten Abtheilung der Elementarschule zu Wiesbaden Erkundigungen einzuzlëhen.
Miehlen, 12. Febr. 1850. Welcker.
Verantwortlicher Redakteur: W. Riehl.
Mosbach-Biebrich, den 20. Februar.
Für die armen Wasserbeschädigten am Nassauischen Rheinufer sind bei dem Unterzeichneten weiter eingegangen:
1) Von Moâbäch -Biebrich: Kaufm. H. St. 1 fl. 30 kr.; Heinr. Beer 1 fl.; W. Giesch I fl.; Sophie Pauli 1 fl.; H. Bâckerm. Bretzig- heimer 3 fl.; H. Geh. Kirchenr. Handel 2 fl. 42 kr.; H. Laue in Biebrich 1 fl. 45 kr.; R. Voll 18 kr. ; Frl. Pohl 30 kr.; von 8. Str. u. H. H. 2 fl. 30 kr.; C. Lehwalder 1 ft; Chr. Fröhlich 24 kr.;, Chr. Klingelhöfer 9 kr. P. L. u. Friederike Diez 1 fl.; Aus der Schule des H. Lehrer Anspach 34 kr.; van der Leeuw, van Beek et Cp. 25 fl.; Kfm. Ludw. Schmidt 2 fl. 42 kr.; Frau Kilo 24 kr.; Chr. Haßloch 24 kr.; Wittwe Ott in Mosbach 1 fl.; H. Menges 1 fl. 45 kr.; H. D. 5 fL; H. Cantor Vogelsberger 48 kr.
2) Von Auswärts: Von 8. Js. aus Idstein 4 fL; von den Schulkindern in Wicker durch H. Lehrer Henrich 2 fl. 14 kr.; von 8. B. in S. 1 fl.; von einem Ungenannten Postz. Wiesbaden 1 fl.; von 8. W. von der Marrburg 2 fl.
Obige 65 fl. 39 kr. sind heute an Herrn Kreisamtmann von Gagern in Rüdesheim abgegangen und machen mit den beiden früheren Sendungen von hier, die Summe von 194 fl. 52 kr. Den freundlichen Gebern im Namen der Armen noch einmal warmen Dank!
Dilthey, Pfr. zu Mosbach-Biebrich.
Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale abgeholt werden.
Die Expedition der Nass. Aüg. Zeitung.
Druck und Verlag der L. Scheüeuberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden,
