daß außer zwei Individuen Niemand das Leben verloren habe. Die anfänglich vermißten Bergleute arbeiteten, ohne von dem in ihrer Nähe entstandenen Brand eine Ahnung zu haben, in dem alten Felde ruhig fort und wurden Abends wohlbehalten zu Tage gefördert. Noch ist die Ursache deS Brandes nicht erforscht; die von ihm und der Stickluft eingenommene Strecke im neuen Feld beträgt eine halbe Meile. Man will, wie wir hören, den Brand daselbst dadurch ersticken, daß man alle Berbindungsgänge zwischen dem alten und dem neuen Feld vermauert und verstopft, wodurch man zugleich den Bortheil erzielt, daß im erstern ungestört fortgearbeitet werden kann. Der Schaden an Aerarialgut dürfte sehr bedeutend seyn. Im Rayon des Brands sollen sich 40 bis 50,000 Zentner bereits gewonnenen, aber noch nicht zu Tage geförderten Salzes befinden, welche durch den Rauch und die entwickelte Luft^ ungenießbar werden, sowie auch in den vom Feuer und Rauch erfüllten Räumen durch längere Zeit kein brauchbares Salz wird gewonnen werden können.
Wien, 13. Febr. (D. Z.) Die Ueberschwemmung ist vorüber und wird hoffentlich in diesem Maße nicht wiederkehren. Die Gemeinde Leopoldstadt hat eine Vorstellung an das Ministerium eingegeben, in welcher sie anführt, daß in Wien allein jährlich 40,000 Menschen der Eventualität einer Wassersnoth Preis gegeben sind, und daß so lange der Staat noch Mittel habe, um neue Theater zu bauen, eS ihm auch nicht an denselben fehlen dürfe, das Allernothwendigste zum Schutze der Bürger zu verfügen. Diese gerechten Klagen haben bei dem Minister Bruck ein geneigtes Ohr gefunden und schon morgen findet die erste Sitzung einer Kommission zur Regulirung der Donau statt, wobei zum ersten Male, durch Theilnahme an den Berathungen , die Akademie der Wissenschaften in das praktische Lebei^ eingreift. Als ihr Vertreter wird F. M. L. Hauslab den Sitzungen beiwohnen.
Wien, 15. Febr. Nach aus Griechenland bis zum S. d. reichenden Berichten dauerten die Zwangsmaßregeln Englands gegen griechische Schiffe fort. Das englische Geschwader ist in Salamis, das französische in Metelino. (A. Z.)
Frankreich.
Paris, 15. Febr. Dem General Castellane wurden nach seiner Ernennung nur 24 Stunden Zeit gelassen, um sich auf seinen Posten zu begeben. Vor seiner Abreise hatte er eine lange Konferenz mit L. Napoleon , welcher der Kriegsminister und Changarnier beiwohnten. — Angebliche Unruhen im Süden beschränken sich nach der „Patrie" auf CarnevalS - Erzesse zu Narbonne, die rasch unterdrückt wurden.
Der Kriegsminister hat befohlen, daß alle auf Urlaub befindlichen Offiziere, mit Ausnahme derer, die krank sind, um Pensionirung nachgesucht haben, oder zur Armee von Afrika gehören, sofort auf ihre Posten zurückkehren müssen. In einem Rundschreiben an alle KorpSkommandanten fordert der Minister dieselben auf, alles Kriegsmaterial ihrer Division sorgfältig zu besichtigen und einen genauen Bericht darüber einzusenden.
Man spricht viel von einer Schrift, die hier sehr selten, in den Provinzen jedoch angeblich stark verbreitet ist und den Titel führt: „Von der erblichen Regierung oder Napoleon II." Auch eine populäre Holzschnittabbildung ist im Umlauf, welche 12 Tage auS dem Leben L. Napoleon's darstellt und nur 1 Sou kostet. _________________
Dänemark.
Kopenhagen, 7. Febr. Heute fand im Schauspielhause das Trauersest für O e h l en sch l äg er statt. Es wurde des Dichters „Hakon Jarl" mit einem Epilog von Hauch gegeben, worauf der von Hartmann zur Leichenfeier komponirte Trauermarsch folgte. Die Vorstellung schloß mit einem Fragmente auS Oehlenschläger's „SokrateS". Die erste Logenreihe war mit sternbesäetem Flor behangen und deS Hingeschiedenen Dichters Platz im Parterre schwarz überzogen und mit einem Kranz geschmückt. Die EintrittSbillete waren schon lange Zeit vor dem Feste vergriffen.
Großbritannien
London. Die „Delhi Gazette" meldet, daß Königin Viktoria es abgelehnt hat, den berühmten Diamant „Kohinur" (Berg des Lichtes) auS dem Schatze von Multan als Kriegsbeute anzunehmen. Das Volk von Hindostan, sagt jenes Blatt, möge jetzt eine Subskription eröffnen, um Ihrer Majestät das Juwel als ein Zeichen der Liebe ihrer indischen Unterthanen zu verehren.
Die Admiralität hat die Anordnung getroffen, daß die ganze sybirische Küste entlang Zettel folgenden Inhalts ausge, streut werden sollen: „Die Beamten der russischen Pelzkompagnie und alle Unterthanen Sr. kaiserlichen Majestät werden ersucht die Rettung der vermißten Nordpolfahrer zu unterstützen und unter Zusicherung des Kostenersatzes durch die englische Admiralität den Eskimos freigebige Belohnungen an Kesseln, Sägen, Messern, Glasperlen und ähnlichen begehrten Gegenständen anzugeloben, wenn sie schiffbrüchigen Weißen wirksamen Beistand leisten und sie zu einer benachbarten Pelzfaktorei bringen."
London, 12. Febr. Schrecklich klingen die Berichte, die von allen Küstenpunklen über die Verheerungen des Orkans einlaufen, der am 6. Febr. Morgens am stärksten gewüthet. Insbesondere hat die Westküste stark gelitten. DaS Schiff Lord Duncan wurde an der Küste zerschellt und die Mannschaft fand den Tod in den Fluthen. Mehre andere Schiffe traf gleiches Schicksal, deren Namen man noch nicht kennt. Die Mannschaft einer spanischen, nach der Havanna bestimmten Brigg wurde noch wunderbar gerettet. An der Küste von Wales ging es noch gräulicher her. Angesichts des HafenS von Cardigan wurde ein Schiff von Limerick an den Klippen zerschmettert und nur ein Kapitän und ein Matrose gerettet. Auch von der Nord- und Ostküste laufen solche Hiobsposten ein. Ein Dampfschiff sah eine Brigg mit Mann und MauS untergehen, ohne ihr Hülse bringen zu können; die unglückliche Mannschaft flehte vergebens vom Takelwerke herab um Hülfe. Seit manchem Jahre hat die Schifffahrt keine so schrecklichen Verluste zu beklagen. DaS königl. Dampfschiff Onir strandete bei Ostende. Schwerlich wird es wieder flott.
London, 14. Febr. Der Standard enthält folgende Mittheilung : „Es geht daö Gerücht, daß der europäische Norden wahrscheinlich wieder der Schauplatz von Feindseligkeiten werden dürfte, und zwar in Folge der Weigerung deS Königs von Dänemark, in die von Lord Palmerston dringend gewünschte Verlängerung deS Waffenstillstandes zu willigen. Sollte sich dies Gerücht bestätigen, so ist das Interesse Englands lebhaft genug dabei bctheiligt, um in den stärksten Ausdrücken gegen die Wiedereröffnung der Feindseligkeiten in der schleswig-holsteinischen Frage Verwahrung einzulegen." Demselben Blatte zufoge ist gestern ein Kourier neuerdings mit Depeschen für Sir T. Wyse und Sir W. Parker nach Athen abgegangen.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Durch Bermittelung deS Herrn Landesbank-Direktions- Raths Brück zu Wiesbaden sind heute der unterzeichneten Behörde auf Anweisung deS von Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Herzogin zu Nassau gestifteten Vereins von Frauen zur Unterstützung der durch Ueberschwemmung beschädigten Uferbewohners deS Kreisamts Rüdesheim Ein Tausend Gulden zur zweckentsprechenden Vertheilung an die Bedürftigen übermittelt worden.
Es wird für diese reiche Spende hiermit Namens derBt- theiligten der tiefgefühlte Dank ausgesprochen.
Rüdesheim, den 17. Februar 1850.
Herzogliches Kreisamt:
v. Gagern.
Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale abgeholt werden.
Die Expedition der Nafl. Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden,
