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„Wenn bis zum 10. März die Schweiz keine genügende Ant­wort auf die Noten Preußens und Oesterreichs ertheilt hat, so werden die vereinigten Heere der beiden Mächte durch den Kanton Graubünden, durch das Thal des Tessin, durch das Großherzogthum Baden und vom Bodensee her in „die Schweiz kinrücken."

Großbritannien

London. Die durch den Lordkanzler verlesene Thronrede der Königin von England lautet:

Meine Lords und meine Herren! Auf Befehl Ihrer Majestät versichern wir Sie, daß es Ihrer Maj. zur großen Befriedigung gereicht, den Rath und Beistand ihres Parlaments wiederum in Anspruch zu nehmen. Der Tod Ihrer Maj. der Königin Adelheid hat Ihrer Maj. tiefe Betrübniß verursacht. Die ausgedehnte Mildthätigkeit und die musterhaften Tugenden der Verstorbenen werden ihr Andenken der Nation stets theuer machen. Glücklicherweise steht Ihre Maj. fortwährend in Frie­den und freundschaftlichem Einvernehmen mit fremden Mächten. Im Laufe des Herbstes erhoben sich ernsthafte Differenzen zwi­schen den Regierungen Oesterreichs und Rußlands einerseits und der Hohen Pforte andererseits wegen der Behandlung einer beträchtlichen Anzahl von Personen, welche nach Beendi­gung des Bürgerkriegs in Ungarn auf türkisches Gebiet ge­flüchtet waren. Erklärungen, welche zwischen der türkischen Regierung und den beiden kaiserlichen Regierungen stattfanden, haben glücklicherweise jede Gefahr entfernt, welche aus diesen Differenzen für den Frieden Europas hätten erwachsen können. Ihre Maj., an die sich der Sultan bei dieser Gelegenheit um Beistand wandte, vereinigte ihre Bemühungen mit denen der französischen Regierung, an welche ein ähnlicher Hülseruf er­gangen war, um durch ihre Vermittlung einen freundschaft­lichen Vergleich herbeizuführen, welcher der Würde und Unab, hängigkeit der Pforte angemessen sey. Ihre Maj. ist mit srem- den Staaten in Unterhandlung getreten hinsichtlich dec Maß, regeln, welche die Aufhebung der früher in diesem Lande bestehenden Beschränkungen der Schifffahrtsgesetze möglicher­weise nöthig machen wird. Die Regierungen der Vereinigten Staaten und Schwedens haben schleunig Schritte gethan, um den britischen Schiffen in den Häfen ihrer Länder ähnliche Vortheile zu sichern, wie die sind, welche ihre Schiffe in britischen Häfen genießen. Von fast allen denjenigen fremden Staaten, deren Schifffahrtsgesetze bisher einen restriktiven Charakter gehabt haben, hat'Ihre Maj. Zusicherungen erhalten, welche sie zu der Hoffnung berechtigen, daß unser Beispiel schnell zu einer großen und allgemeinen Verminderung der Hindernisse führen wird, welche früher einem freien Verkehre zur See zwischen den Nationen der Welt im Wege standen. Im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres ist das vereinigte Königreich wiederum von der Cholera heimgesucht worden. Allein der allmächtige Gott in seiner Barmherzigkeit hat den Fortschritt der Sterblichkeit gnädig aufgehalten und der furchtbaren Seuche ein Ende gemacht. Ihre Maj. ist überzeugt, daß wir unsere Dankbarkeit am besten durch sorgfältige Vorsichtsmaßregeln gegen die am Tage liegenden Ursachen der Krankheit und durch aufgeklärte Aufmerksamkeit für Diejenigen, welche den Angrif­fen derselben am meisten ausgesetzt sind, kundgeben werden. Bei ihrem neulichen Besuche in Irland wurde Ihre Maj. im höchsten Grade durch die Loyalität und Anhänglichkeit erfreut, welche alle Klaffen ihrer Unterthanen an den Tag legten. Ob­gleich die Wirkungen früherer Jahre des Mangels in jenem Theile des vereinigten Königreichs schmerzlich empfunden wer­den, so werden sie doch durch den gegenwärtigen reichen Vor­rath an Nahrungsmitteln und die herrschende Ruhe gemildert. Es gereicht Ihrer Maj. sehr zur Befriedigung, Sie wegen deö verbesserten Zustandes deS Handels und der Industrie zu be­glückwünschen. Mit Bedauern hat Ihre Maj. die Klagen be­merkt, welche in vielen Theilen deS Königreichs von den Eigen­thümern und Inhabern des Landes erhoben worden sind. Ihre Maj. beklagt cs tief, wenn irgend ein Theil ihrer Unterthanen Noth leidet. Aber eS ist eine Quelle aufrichtiger Freude für Ihre Maj., daß sie Zeugin ist deS erhöhten Genusses der Be, dürfnisse und Bequemlichkeiten des Lebens, welchen Wohl­feilheit und Ueberfluß der großen Masse ihres Volkes verschafft haben.

Meine Herren vom Hause der Gemeinen! Ihre Majestät hat verordnet, daß Ihnen daS Budget des Jahres vorgelegt werden soll. Es ist bei demselben die strengste Sparsamkeit be­rücksichtigt worden, während zugleich die Bedürfnisse der ver­schiedenen Zweige des Staatshaushalts nicht vernachlässigt worden sind. Ihre Maj. hat mit Befriedigung den gegenwär­tigen Zustand der Einkünfte gesehen.

Meine LordS und meine Herren! Einige der Maßregeln, welche am Ende der vorigen Session wegen Mangels an Zeit verschoben wurden, werden Ihnen wieder vorgelegt werden. Zu den wichtigsten derselben gehört eine, welche sich auf die bessere Regierung der australischen Kolonieen bezieht. Ihre Maj. hat verschiedene Maßregeln zur Verbesserung der Lage Irlands ausarbeiten lassen. Das aus Parteiprozesstonen her- vorgchende Unheil, die Mängel der Gesetze, welche das Ver, Hältniß zwischen Grundherren und Pächtern ergeben, der un, vollkommene Zustand der großen Jury und die verminderte Zahl der Wähler für das Parlament, dies Alles wird nebst andern Punkten von großer Wichtigkeit den Gegenstand von Maßregeln bilden, welche Ihnen zur Besprechung vorgelegt werden sollen. Ihre Maj. hat mit Befriedigung vernommen, daß die allgemeinen Gesundheitsvorschriften, welche bereits ver, ordnet worden sind, allmâhlig befolgt werden, und Ihre Maj. hegt das Vertrauen, daß Sie im Stande seyn werden, sowohl in der Hauptstadt wie in verschiedenen Theilen des vereinigten Königreichs weitere Fortschritte in der Beseitigung der Uebel zu machen, welche der Gesundheit und dem Wohlergehen ihrer Unterthanen nachtheilig sind. Die Gunst der göttlichen Vor­sehung hat dies Königreich bisher vor den Kriegen und Er, fchütterungen bewahrt, von welchen während der letzten beiden Jahre so viele L-taaten deS europäischen Festlandes heimgesucht worden sind. Ihre Maj. hofft und glaubt, daß durch Verei­nigung der Freiheit mit der Ordnung, durch Bewahren deS Werthvollen und durch Verbessern des Mangelhaften Sie bas Gebâuve unserer Einrichtungen, als den Wohnsitz und Schirm eines freien und glücklichen Volkes, aufrechterhalten werden.

London, 2. Febr. Die Antworts-Adresse des Hauses der Gemeinen auf die Thronrede, eine bloße Umschreibung dieser Thronrede, ist mit einer Mehrheit von 108 Stimmen ange­nommen worden.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Richl.

Bitte an Menschenfreunde!

Die Bewohner der Orte Caub, Lorch und Lorchhausen sind durch die Ueberschwemmung des Rheines in die bedauerns, würdigste Lage versetzt worden, indem das Wasser alles zerstört hat, waS zum nothdürftigsten Leben erforderlich ist.

Der Vorstand des Deutschen Vereins hat es für seine Pflicht gehalten, an alle Menschenfreunde die Bitte zu richten, schleunigst und nach Kräften zur Linderung der Noth der un­glücklichen Brüder beantragen. Die Subskriptionslisten sind bereits in Umlauf gesetzt, und sollen die Unlerstützungsbeträge unverzüglich an das Kreisamt zu Rüdesheim zur zweckmäßig­sten Verwendung abgeliefert werden.

Für Diejenigen, welchen die Liste etwa nicht zukommen sollte, wird noch bemerkt, daß Beiträge bei Herrn DreSler in der Wilhelmsstraße und bei Herrn Freytag im Bären abgegeben werden können.

Wiesbaden, den 6. Februar 1850.

Der Vorstand des Deutschen Vereins.

Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. ScheÜenberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden,