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lers Winter, Vater. Neber die eigentliche Ursache verlautet nichts Zuverlässiges im Publikum. Nach einem Gerücht sollen sich bei der Präsidentin des hier bestandenen demokratischen Frauenvereinö, Wittwe Beck, welche ebenfalls seit Kurzem verhaftet, Papiere vorgefunden haben, welche gegen Winter zeugen sollen.

Magdeburg, 26. Jan. Gestern standen der Prediger Sachfe und der Gymnasiallehrer Banse, ersterer wegen an- geblicher Majestäts-Beleidigung, letzterer wegen versuchter An­reizung zu Aufruhr vor den hiesigen Assisen. Beide wurden durch die Geschwornen freigesprochen. Auf die Freisprechung des letztern hat der Staats-Anwalt v. Butler selbst ange­tragen. Die Verhandlungen dauerten zwölf Stunden unun­terbrochen , und erst um neun Uhr Abends sprachen die Ge­schwornen das Nichtschuldig aus. Die Sensation, welche obige Sache und ihr glücklicher Ausgang unter der hiesigen Demo­kratie Hervorrust, läßt sich nur mit dem berliner Waldeck-^ubel vergleichen, da beive Freigesprochene, nicht nur an der Spitze des Vereins zur Wahrung der Volksrechte, sondern der hiesi­gen Demokratie überhaupt stehen. Gestern Abend wurde dem Prediger Sachse noch eine Serenade gebracht, und heute wird seine Wohnung von Glückwünschenden nicht leer.

Berlin. Nach der Lith. Korresp. sind die beiden Offiziere, welche im Juni v. I. in Koblenz einen gewissen Vermont ver­wundet hatten, so daß er Tages darauf an den empfangenen Wunden starb, kürzlich der ihnen zuerkannten einjährigen Fe­stungsstrafe im Wege der Gnade enthoben und zu ihrem, im Großherzogthum Baden stehenden Bataillone entlassen worden.

Ueber die Fürstenthümer Hohenzollern-Hechingen und Sig­maringen enthält der Staatsanzeiger folgende statistische An­gaben. Das Gebiet des preußischen Staates wird dadurch um 21 Quadratmeilen vermehrt, wovon 153/4 auf Sigmaringen und 5V4 auf Hechingen kommen.. Das Fürstenthum Sigma­ringen kommt demnach im Flächeninhalte dem preußischen Kreise Graudenz gleich, das Fürstenthum Hechingen ist etwa dem landräthlichen Kreise Halle, Bonn oder Lennep im Umfange an die Seile zu setzen. Was die Bevölkerung anlangt, so ergab die amtliche Zählung im 'Jahre 1843 für Sigmaringen eine Einwohnerzahl von 44,641 Seelen, für Hechingen von 20,143. Mit dem Zuschläge einer einprozentigen Vermehrung für das Jahr würde demnach für 1850 die Volkszahl in Hohenzollern- Sigmaringen auf 47,767, in Hohenzollern-Hechingen auf 21,596 zu veranschlagen seyn , und somit der preußische Staat durch den Hinzutritt beider Fürstenthümer etwas über 69,000 neue Insassen gewonnen haben.

Die Wiener Post vom 25. Januar bringt die kaiserl. Verordnung zur Gründung der 16 Gensd'armerieregimeuter von je 1000 Mann. Die Kälte, die einige Tage gedauert, hatte nebst den Wölfen, die da und dort ihre Streifzüge mach­ten, viele Unglücksfälle herbeigeführt. Außer den 12 bis 15 Soldaten und Honved, die auf der Parendorfer Haire erfro­ren, erzählt man von 14 Kavaleristen, die auf dem Marsche nach Wieselburg dasselbe Loos getroffen habe. In Pesth wurde Colossy, einer der Mörder des Grafen Lambcrg, gehenkt.

Gratz. Die Gratzer Zeitung bringt eine Menge von De­tails über die Anwesenheit deS Erzherzogs Johann. „Da bin ich wieder, um 2 Jahre älter, aber um 30 Jahre reicher an Erfahrungen," waren die ersten Worte, die er an die zu feinem Empfange im Bahnhöfe versammelte Menge richtete. Er reichte dann die Hände zum Gruße umher und fuhr dann in einer gewöhnlichen Miethkutsche in die Stadt. „Seine treffenden Aeußerungen über die Zustände der letzten zwei Jahre erfüllten Jeden mit Bewunderung." Auch die Gratzer Zeitung.

Frankreich

Paris, 26. Jan. (K. Z.) Es ist heute nicht leicht, in den öffentlichen Leseanstalten deS „Journal des Debats" habhaft zu werden. Alle Welt will den Auszug der Einleitung lesen, in welcher, wie man mit Recht oder Unrecht glaubt, Herr Guizot nicht allein der französischen Revolution mittelbar den Tert zu lesen beabsichtigt, sondern auch die Zustände der letz­ten zwei Jahre und die Personen, die darin auf- und unter­

tauchten, gleichsam aus der englischen Revolution heraufbe­schworen hat. Die Zeit nach dem Tode Cromwell'S ist in vielen Punkten wie zum Verwechseln mit der zweijährigen Re- ! publik geschildert, und wenige Striche ausgenommen, die noth­wendiger Weise nur der Person des Protektors angehören, möchte man glauben, Ludwig Napoleon habe dem Verfasser gesessen, als er daS Porträt Oliver Cromwell'S malte. DaS st der Eindruck, den ich bei allen Lesern der heutigen ersten Seite des genannten Journals, mit denen ich darüber gefpro, chen, wahrgenommen. Meine Ansicht über die Einleitung zur englischen Revolution, sowie über die letzterwähnte Be- iehung derselben auf einen erlauchten Zeitgenossen, will ich ssermit nicht ausgesprochen, sondern, wie gesagt, nichts An- >ereS, als den Eindruck, den sie hervorgebracht, angedeutet jaden.

Der französischen Propaganda fehlt es keineswegs an ba­rocken Ideen. Unter Andern wird gegenwärtig unter den Landleuten ein Bild verkauft, welches Christus in einem rothen Rock und mit dem Abzeichen der Volksvertreter (dem Bändchen und der dreifarbigen Schärpe) geschmückt darstellt und die Un­terschrift trägt: „Unser Herr Jesus Christus, erster Volks­vertreter, Gründer der christlichen Republik."

Italien.

Rom, 17. Jan. Die verschiedenartigen schwankenden Ge­rüchte über die Rückkehr des Papstes haben die Kardinalskom­mission bewogen, im „Osservatore romano", ihrem amtlichen Blatte, zu erklären, daß alle diese Gerüchte der Begründung entbehren, und daß der Zeitpunkt dieser Rückkehr noch immer unbestimmt sey.

Großbritannien.

London, 23. Jan. (K. Z.) Der heutige „Standard" gibt über das Projekt eines „elektrischen Telegraphen von Amerika nach England" einen Auszug aus einem Briefe aus New- Nork vom 8. d. M., worin es heißt: „Die Projektairten ei­ner elektrischen Telegraphenverbindung zwischen der Stadt New Nork und der Insel Wight (an der Südküste Englands) werden ihren Plan an den Kongreß noch in dessen gegenwär­tiger Sitzung bringen. Sie beabsichtigen, einen starken isolir- ten Draht von 36 Faden, einen halben Zoll mit Gutta-Percha überzogen, zu legen und für seine Wirksamkeit ohne die min­deste Beschädigung auf zehn Jahre Bürgschaft zu leisten. Sie erbieten sich , ‘ ihn in zwanzig Monaten, vom Tage des Ver­tragsabschlusses an gerechnet um eine Summe, die 3,000,000 Dollars nicht überschreiten solle, vollendet herzustellen.

Amerika

Im Monat Oktober ist Zentral-Amerika der Schauplatz ziemlich ernster Kämpfe gewesen. Eine Schaar von 700 bis 800 Mann unter Anführung des Generals Guzman machte in der Nacht auf den 13. Oktober einen Angriff auf die Stadt Guatemala, der jedoch unglücklich ausfiel, indem der Ge­neral erschossen ward und seine Truppen eine Niederlage er­litten. Diese bestanden, wie man später in Erfahrung brachte, größtenteils aus Bewohnern des Nachbarstaates San Salvador.

Von eben so schlechtem Erfolge war ein Angriff eines Jusurgentenhaufens unter Befehl des Generals Augustin Perez auf Chicuimula begleitet. Die feindselige Gesinnung des Vol­kes von San Salvador führt man zum Theil auf den Haß zurück, der dort gegen England herrscht, und welcher bewirkt, daß man das freundliche Einvernehmen zwischen England und Guatemala mit mißgünstigem Auge ansieht.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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