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nun wegen ber falschen Angabe des Mantua, baß er am i fraglichen Abende nüchtern gewesen sei, eine Untersuchung s cinqelcitet unv er in Folge derselben vor die Asstsen ver­wiesen. Die heutigen öffentlichen Verhandlungen ergeben, daß Mantua schon seit Jahren ein höchst überspannter Mann und sein Seelenzustand jedenfalls nicht ganz unzweifelhaft ist. AuS den heutigen Dcpostlionen zweier Herzog!. Justizamtsakzesststen konstatirte: daß Mantua zur Zeit seiner Abhör al^Derobgt bei Amt sich in einem solchen Zustande befunden habe, der es zweifelhaft mache, ob Mantua damals mit Ueberlegung habe deponiern können. Solche Seeleuzustände, die in vielen, ja in den meisten Fällen jegliche Zurechnungsfähigkeit ausschließen, kommen bei alten Branntweintrinkern häufig, mehr oder we­niger erkennbar, vor. Die Geschwornen haben in ihrem Wahr­spruche die an sie gestellte Frage: ob Mantua seine fragliche Angabe im zurechnungsfähigen Zustande gemacht habe, ver­neint und wurde der Angeklagte darauf hin freigesprochen. Mit dem nicht leicht zu findenden Verdikt der Geschwornen sind wir vollkommen einverstanden.

A Mainz, 27. Jan. Heute Morgen hat sich das Maineis oberhalb unserer Stadt, gehoben durch einen Ausbruch deö NiedschwellwasserS, in Bewegung gesetzt; die Anhäufung der Eismassen war so stark, daß jede Kommunikation zwischen bei­den Ufern gehemmt war.

Münster, 24. Jan. (K. Z.) So eben sind hier die Vor­wahlen für das Erfurter Parlament beendet. Will man eine Durchschnittssumme feststellen, so darf im Allgemeinen ange­nommen werden, daß in den einzelnen Bezirken von etwa 250 Wählern jedes Mal dreißig erschienen waren; unter ihnen be­merkte man ziemlich viele Geistliche. Daß das Resultat der Vorwahlen an hiesigem Orte unter diesen Umständen in einem sehr konservativen (Was heißt das hier? Graf Arnimisch wohl nicht, eher gewiß großdeutsch.j Sinne ausgefallen ist, bedarf keiner weiteren Auseinandersetzung.

Berlin, 24. Jan. (Konst. Ztg.) Der mehrtägige Kon­greß des TreubundeS für König und Vaterland, zu welchem die sämmtlichen Zweigvereine Deputirle hierher gesendet hatten, und an dessen Berathungen auch die Ver­trauensmänner Berlins Theil nahmen, ist soeben beendet worden. Das BemerkenSwerlheste auS seinen Verhandlungen ist Folgendes. Zunächst hat sich der Fürstbischof von Breslau an den großen Bundesrath mit der Vorstellung gewendet, daß die katholische Bevölkerung Deutschlands der Meinung sey, der Treubuuv propagandire gegen die katholische Religion und namentlich gegen die PiuSvereine. Um diese Besorgniß zu widerlegen, wurde der große BundeSrath aufgeforderl, ein Mitglied von vorwiegend katholischer Gesinnung in sich aufzu­nehmen , wozu'sich derselbe denn auch völlig erklärte. Ferner war eS in Folge des bekannten Zwistes mit dem jetzigen Bunde der Treuen bis zu dem Kongreß eine offene Frage ge­blieben, ob der große Bundesrath zu Recht bestehe. Diese Frage ist jetzt nicht nur bejaht worden, sondern der Bundes­rath hat auch ein Vertrauensvotum bekommen. Derselbe be­steht für die Folge aus 9 bis 18 Mitgliedern, welche sich selbst ergänzen und bei eintrerenden Neuwahlen sich jederzeit wieder wählen können. Die Beschlüsse desselben sind absolut; bei allen Berathungen haben die Vertrauensmänner nur eine be­rathende Stimme, und den Anordnungen und Beschlüssen des großen Bundesraths muß sich jeder fügen.

Berlin, 25. Jan. Die Zuhörertribünen der zweiten Kammer waren heute so gefüllt, daß es schien, als ob die Bevölkerung Berlins die Kammer bei den jetzigen Verhand­lungen für Ben Mangel an bisheriger Theilnahme entschädigen wollte. Selbst General v. Wrangel, der mit der Demokratie seit der Auflösung der Frühjahrkammer den Kammern seine Aufmerksamkeit ganz entzogen zu haben schien, war heut unter den Zuhörern, und die Hofloge, in der er seinen Sitz hatte, war auch von anderen Zuhörern besetzt, Den Kampf über die königliche Botschaft eröffnete Graf Renard, der, indem er daS Wort für dieselbe ergriff, nicht umhin konnte, der Frank­furter Nationalversammlung den Vorwurf der Lächerlichkeit zu machen. Beseler, der ihm folgte, hob hervor, wie wichtiges sey, von einer Sache, die lächerlich erscheine, genau festzu­stellen, Wem sie so erscheine: dem Weisen ober dem Thoren. Darauf eben komme eS an. Wir wissen nicht, ob Graf Renard

sich auf diese Beweisführung einlassen wird. Die Palme deS Tages gebührt unzweifelhaft) Reichensperger', obschon auch Beseler und Graf Dyhrn vortrefflich im Sinne der Opposition, Keller und Stiehl mit der ihnen eigenen Gewandtheit im Sinne der Botschaft sprachen. Hr. v. Ravowitz und v. Prokesch wohn, ten den Verhandlungen in der Diplomatenlage bei. (L. C.)

Frankreich.

Paris, 24. Jan. Lord Brougham ist hier; er hat gestern L. Napoleon und die Minister besucht; heute Abend wohnt er dem großen Balle bei, den Hr. Dupin der Nationalversamm­lung gibt.

Paris, 25. Jan. (K. Z.) Unsere diplomatischen Agenten zu London, in der Schweiz und in Deutschland melden, daß zwischen den Flüchtlingen in den beiden ersteren Ländern häufige Zusammenkünfte gehalten werden und daß sämmtliche Demo­kraten-Vereine deS Auslandes in emsigem Briefwechsel mit ihren Gesinnungsgenossen in Frankreich stehen.

Es werden fortwährend auS den Departements Absetzungen und Suspensionen von Maire's, Schullehrern ic. wegen Sozia­lismus gemeldet.

Nach allen im Ministerium angelangten Berichten geben die zur Transportation bestimmten Juni-Insurgenten ganz offen die abscheulichsten Gesinnungen kund und drohen nur mit Rache, Mord, Schändung und Plünderung. Sie gestehen selbst, daß sie ihre Partei schriftlich aufgcfordert hätten, einen neuen und unerbittlichen Kampf zu beginnen.

Großbritannien.

London, 21. Januar. Die Morning Post hat bei dem Arzt Ludwig Philipps Erkundigungen über dessen Gesundheits­zustand eingezogen und folgende Zuschrift von ihm empfangen: Dr. G. de Mussy kann mit Vergnügen versichern, daß die vortreffliche Gesundheit deS Grafen Neuilly auch nicht einen Augenblick gestört worden ist, und daß das am letzten Donnerstag in Umlauf gekommene Gerücht durchaus grundlos war."

Italien.

Neapel, 11. Jan. (N. M. Z.) Die Maßregel der Auf­lösung und Entwaffnung der Nationalgarde ist zu Palermo glücklich vollzogen, ohne daß es zu irgend ernstlichen Schwie­rigkeiten gekommen wäre, und überhaupt lauten die Nachrich­ten von dort wieder ziemlich beruhigend. Der Herzog von Taormina war am 31. Dezember v. I. auf dem Rückwege nach dem königlichen Palaste begriffen, als in einem Bar­bierladen, an dem er mit seinem Gefolge vorüber kam, plötz­lich eine Art Bombe zerplatzte, deren Bruchstücke nahebei den Generalstatthalter und sein Gefolge getroffen hätten. Eine sogleich herbeigeeilte Abtheilung Schweizer fand in dem La­den nur ein vom Feuer des Wurfgeschützes verletztes Kind, das jedoch keinen Aufschluß zu geben vermochte. Der Thäter schien die Flucht ergriffen zu haben. Inzwischen ist der Bar­bier, welchem der Laden gehört und der anderwärts aufgefun­den wurde, als mulhmaßlicher Urheber dieser Art von Höllen­maschine verhaftet worden', und die Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden. Mannigfache Anzeigen scheinen darauf hin­zubeuten, baß der Schlag darauf berechnet war, dem General- Statthalter Furcht einzuflößen, um ihn, dem man nicht offen gegenüber zu treten wagt, Besorgnisse für sein Leben einzu­flößen und ihn dadurch vielleicht zum Rücktritte von seinem gegenwärtigen Posten und zum Abgänge aus Sizilien, wo er ver Schrecken der Umwälzungspartei ist, zu vermögen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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