daß Würtemberg seine Souveränetät verliere, so 'sey ja gar nichts in dieser Beziehung zu,verlieren, denn Würtemberg als Kleinstaat habe nie eine politische Selbständigkeit besessen, und werde sie nie besitzen. Unser Volk werde in Erfurt eine neue Bürgschaft der Wahrung seiner Rechte erhalten, während bei einem Nichtanschluß nur die Regierung in einem Fursten-Kol- leqiuni vertreten sey. Zuletzt wurde noch das Ministerium an seine beschworenen Pflichten und Versprechungen ermahnt.
Die Erklärung ward alsbald von der Versammlung gut- geheißen und die aufgelegten Bogen bedeckten sich mit Unterschriften. Es erhob sich darauf nur noch ein Sprecher, Pfarrer Dietrich von Böttinger, der durch seine Volksschriften in Würtemberg einen guten Namen hat. Er trug darauf an, daß zur Aufklärung der verwirrten Ansichten, die unter dem Land- und Stadtvolk über die deutsche Frage gäng und gäbe seyen, eine kleine Brochüre verfaßt werde, die, in klarer und faßlicher Weise vom historischen Boden ausgehend, die jetzigen Zustände sowie das dauernde Bedürfniß des Volks in der deutschen Sache darlege. Diese Schrift sollte dann in möglichst vielen Exemplaren unter das Volk vertheilt werden, wodurch am Ende mehr, als durch alle Erklärungen und Adressen
Gemeinde besteht aus 200 Kommunikanten, woraus sich schließen läßt, daß ihre Gesammtzahl in ganz Deutschland nicht 800 übersteigt. Aber ihre Macht liegt darin, daß ihre Anschauung aus den tiefgefühlten Bedürfnissen unserer Zat, aus der Betrachtung der kirchlichen und sozialen Zustande der Gegenwart hervorgegangen ist und daß die Glieder jener Gemeinden von anerkannt religiös-sittlicher Tüchtigkeit sind.
Wien, 10. Jan. (O.-P.-A.-Z.) Der Wiener Carneval entwickelt sich ungeachtet des Belagerungszustandes in glänzendster Weise. Die Mittwoche vereinigen eine jugendliche Gesellschaft von etwa sechzig Personen in den SalonS der Eltern Sr. Maj. des Kaisers. An den übrigen Tagen theilt sich die elegante Welt auf den Bällen des belgischen Gesandten, des Banquiers Pereira und des adeligen Damenverelns, so wie in den zahlreichen Kreisen der Familien Harrach, Segur, Münch u. a. m.
Wien, 11. Januar. (A. A. Z.) Erzherzog Johann hatte gestern eine mehrstündige Konferenz mit Sr. Maj., worauf er an der kaiserlichen Familientafel theilnahm. Die Gemahlin des Erzherzogs, Frau Baronin Brandhof, wurde mittelst ei- nes ihr vom Kaiser überreichten Diploms in den Grafenstand erhoben. — Aus Padua vernehmen wir, daß eine dortige Behörde einige Professoren der Universität mit Stockstreichen be, droht, und man — eS klingt unglaublich! — in der That
gewirkt würde. . „ .
Auch dieser Vorschlag wurde mit Acclamatron angenommen und die Stuttgarter Meinungsgenossen, welche die Erklärung abgefaßt, beauftragt, eine solche Schrift ausarbeiten , , ........... .
und verlheilen zu lassen. Damit war die Versammlung zu schon eine Bank bereu gehalten habe, um diese schimpfliche Ende. Des Interessanten bot sich sehr wenig; doch dürfen Strafe zu vollziehen! Ein Professor war darüber so entrüstet, wir hoffen, daß durch diesenSchritt in die Oeffentlichkeit, das, daß er vom Schlage getroffen wurde. Höheren OrtS ist be- was schon längst im Journalismus vorbereitet war, ein gro-! y'^ n-^-^*—2 >"°^« "'°^« "n-^^t-n m^sM "naele:- ßeres Gewicht bekommen und andre Versammlungen die Ideen, tet worden.
die hier angeregt worden, in den Gauen unseres Vaterlandes ”
reils Untersuchung wegen dieses unerhörten Vorfalls eingelei
verbreiten werden.
Aus Dresden wird gemeldet, daß die Stimmung des - ~ ., 10 3an- @in Pariser Nationalgardist, der dieser
Volkes zwischen Langerweile und Trubheit schwanke. Ander-, $ âer Sitzung der gesetzgebenden Versammlung beiwohnte, wärts ist es auch, so! Zur Kurzweil gründen sie uweffen dort i an den Präsidenten und die Mitglieder derselben einen eine „freie Gemeinde," an deren Spitze der deutsch-katholische > ^ r aeridjtet , dem wir folgende Stelle entnehmen, weil sie Pfarrer Rauch treten wird. Religiöse Motive sind keine da, j, ^ Andruck wiedergeben dürfte, den manche Verhandlungen es geschieht nur, um den neuen Präsidenten deS Konsistoriums gesetzgebenden Körpers allgemein Hervorrufen: vr. Harl eß zu ärgern. -1
V
Bedenken
Sie es wohl, meine Herren, Sie sehen nicht, wie eine ernst« So stellt sich das Volk nicht die
f e n") Das" Zustande" Vettretung"'eincr zivilisirten Nation vor. Die Versammlung
e [ e 111 i f$ e n 9 y I niefmebr den öinütucf einet schlecht neöâltenen
sommert des Vergleichs zwischeli Kammern unt) egierung gemacht, wo die unaufmerksamen und geräuschvollen ""^Die Kommsi ^o n* TerTesten Kammer hat nunmehr Schüler sich allen Ungebührlichkeiten überlassen, um der Arbeit
welche der G ew ährun g des vollen Steuerbewil- voller, würdevoller und nützlicher >e)n.
Berlin, 14. Januar, Abends
ligungsrechtS nahe kommen.
Die Kommission der zweiten Kammer hat in ihrer fortgesetzten Berathung der königl. Propositionen beschlos- sen, anzutragen:
Die Verwerfung der Artikel 9, 10 und 13 (betreffend die zweite Kammer; der Spezialgerichtshof und die Rechtsgültigkeit ministerieller Verordnungen);
Genehmigung der Artikel 11 und 12 (betreffend die Anklage von Beamten und die Eingangsworte zum Gemeindegesetze).
Berlin, 14. Jan. (O.-P.-A.-Z.) Die hiesige Irvin -
Italien.
In Florenz soll es seit vierzehn Jahren nicht so kalt wie in diesem Winter gewesen seyn; die ganze Umgegend ist mit Schnee bedeckt. ___________
Ungarn
In Ungarn hat neuerdings die Verhaftung des Bischofs von Großwardein Aufsehen gemacht, unmittelbar nachdem er mit großem Pomp die Reichsverfassung verkündet hatte. „Ver-
qianifche oder, wie sie sich selbst nennt, apostolische Ge- ^-- o - s L ■ /■ “ „ mr - „.-.
meinde, ist immer noch im Wachsen begriffen. Ihre Ansichten mllthlich wgt ein Korrespondent des Const. Bl. a. Böhmen finden bei Allen, welchen das biblische Christenthum Wahrheit Mj geheunnißvoll sind gewisse Beziehungen und Verhaltist (und deren Zahl ist hier sehr groß), viel Interesse. Beilin Nisse, zu zarter Natur, als daß man ihrer erwähnen mochte, ist so zu sagen das Hauptlager der Jrvingianer in Deutsch-; erst jetzt duub die Verhöre der vielen polnischen Kompromit- land, von wo aus sie die übrigen Theile desselben durch die s Men ans Tageslicht gekommen.
Macht ihrer Lehre zu gewinnen hoffen. Daher der Eifer, mit i dem sie gerade hier festen Fuß zu fassen suchen. Im nächsten! Frühling wird, wie man hört, Prof. Thiersch nebst einem an- i dern jungen Theologen von Marburg hierher kommen, um i Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an durch Vorträge und Predigten der Sache der Jrvingianer zu - ^dem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder dienen. Die Professoren der Theologie bekämpfen Vie An- i___. re,Au:Ä„7tlxBAxo ^s™
schauung der eben Genannten; die Prediger polemisiren dagegen.. dann tm (^xpedtttonslokale abgeholt werden.
Die Jrvingianer sind noch nicht sehr zahlreich; ihre hiesige' Die Expedition der Nasi. Allg. Zeitung.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden,
