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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

JS 12. Dienstag den 1S Januar 1S5O»

Zweite Ausgabe.

Uebersicht.

Zeitungsschau.

Deutschland. Heidelberg (Morstadt t). — Köln (Die Asstseu. Kinkel). — Trier (Der Prozeß Grüi(s). — Brieg (Ausquartierung der ZuchthauSinsaffen). — Kaiserslautern (Graf Fugger), — München (Die Deutschkatholiken). — Magdeburg (Umwandelung der demokrati­schen Vereine in freikirchliche). — Vèrden (Hinrichtung). — Berlin (Die innere Einrichtung der Parlamentshäuser in Erfurt. Telegrapische Depesche). — Angeln (Erekutionstruppen).

Frankreich. Paris (Vermischtes).

Großbritannien. London (Di- Nordpol-Fahrer. Die Wohlfeilheit des Geldes).

Ungarn. Pesth (Handel und Verkehr. National-Tracht, Mythologisches).

Siebenbürgen. (Zwei Frauenschicksale).

Nachschrift.

Sprechsaal für Stadt und Land.

Zeitungsschau

Die „Constitutionelle Zeitung" meint in der Nummer vom 11. Januar: die Wichtigkeit der inneren Angelegenheiten, die Eventualitäten, welche sich an die neuesten Regierungsvor­schläge in der Verfassungssache knüpfen, die Spannung, mit der das Publikum der Lösung dieser neuen Verwickelung entgegensieht, verdrängen für heute das Interesse an den son­stigen Nachrichten, die überdies von keiner großen Bedeutung sind. DieDebatten in den verschiedenen Fraktio - neu der Kammern waren gestern Abend sehr lebhaft. Noch läßt sich ein Ergebniß nicht mit Zuverlässigkeit voraussagen. In den beiden Fraktionen Mielenz und Stadt London scheint die überwiegende Ansicht vorzuherrschen, daß besonders die Vorschläge in Betreff der Pairie, ohne Aequivalent in Steuer­sachen für die zweite Kammer, unannehmbar seyen. Durch die neue Verwickelung in der preußischen Verfassungsfrage wird offenbar auch die deutsche Sache indirekt gefährdet.

Prinzessin Marie, leiten lasse. Die hämische Insinuation rich­tet sich durch sich selbst, denn ds ist nicht nur in Würtemberg, sondern auch außerhalb dieses Landes bekannt, daß der König während einer breiunddreißigjährigen Regierung, die noch mit Ruhm wird genannt werden, wenn die „Deutsche Zeitung" vergessen seyn wird, nie Andern als den durch ihre amtliche Stellung Berufenen eine Einmischung in Staatsangelegenheiten gestattet und bei Gliedern seiner Familie einen Einfluß in politischen Dingen niemals zugelassen hat. Der König von Würtemberg, der bewiesen hat, daß er, wo es gilt, für Deutsch­lands Ehre und Größe zu handeln und zu kämpfen weiß, bleibt sich nur selbst treu, wenn er Planen „hartnäckig" Wider, ftanD leistet, deren Gelingen nach seiner Ueberzeugung nicht zum wahren Wohle des Vaterlands dienen würde."

Daß die Schriftstellerei, die Herr L. Bonaparte selbst in der neu begründeten Zeitschrift: Napoleon, ausüben zu wol­len scheint, eine bleibendere Anziehungskraft haben werde, läßt sich nicht voraussetzen, bis jetzt haben seine literarischen Ver­suche kein besonderes Glück gemacht. Unter dem bunten Man­cherlei des ersten Heftes, das Artikel über das erste Jahr der Präsidentschaft, über die Republikaner, die gesetzgebende Ver­sammlung, die Platafrage und die Volksschullehrer, Literari­sches von Romieu über die Aera der Cäsarn, einen Aufsatz von dem jünger» Dumas über ein Bildniß der Prinzessin Ma­thilde (Gräfin Demidoff) und Miszellen enthält, ist vielleicht das Folgende unmittelbar aus einer hohen Feder gefloßen: „Der Präsident der Republik sagte vor einigen Tagen: daß ihn bei seiner Rückkehr nach Frankreich nichts so sehr gerührt habe, als die Musik der Regimenter beim Vorübermarsch die Melodiken seiner Mutter spielen zu hören. In der That, Je­dermann hat wahrnehmen können, daß die Militärmusiken noch heute mit Vorliebe die unmuthigen Tondichtungen der Königin Hortense spielen. Das Publikum liebt diese rührenden Weisen und sie werden wieder populär. Die Tradition hat die Erin­nerung an sie bewahrt, die Umstände geben ihnen ein zweites Leben."

Im „Stuttgarter Staatsanzeiger" ist folgender, ohne Zweifel offizieller Artikel zu lesen, welcher, ganz abgesehen von der darin berichtigten speziellen Angabe, für die Freunde des Bundesstaats nicht sehr entgegenkommend lautet: „Die „Deut­sche Zeitung" kann es dem König von Würlemberg nicht ver­zeihen, daß er den Planen, durch welche sie und ihre Partei schon viel Unheil gestiftet hat, Widerstand leistet, und die echt deutsche Richtung, welche dieser Monarch schon vor dem März 1848, unbeirrt von den vielen Anfeindungen, die ihm damals erwuchsen, verfolgte, auch jetzt, uncingeschüchtert von den An­griffen, die nun von der andern Seite kommen, festhält. Da sie mit Gründen in dem Kampfe, den sie führt, nicht mehr ausreicht, greift sie in ihrer Nummer 8, vom 8. d. M., zu der Waffe der Verdächtigung, indem sie sich „vom oberen Neckar" schreiben läßt, daß der König sich in der deutschen Frage durch fremden Einfluß, namentlich durch den feiner Tochter, der

Die „Assemblee nationale" läßt sich von einem Diploma, ten in London, der schon öfters Ereignisse der europäischen Politik, wie z. B. die Auflösung des frankfurter Parlaments, vorausgesagt hat, Folgendes schreiben: Der König von Preußen, der den revolutionären Geist durch die Vernunft und einige Zugeständnisse zu besiegen hoffte, endlich ^aber anfängt, sich zu enttäuschen, ist jetzt fest entschlossen, diesen Geist durch die Ge­walt zu verfolgen. Er handelt demgemäß, und zwar mit um I so mehr Recht, als man von neuen Unternehmungen der l Flüchtlinge unterrichtet ist. Dies wird der Gnadenstoß für die revolutionäre Partei in Europa seyn. Der Plan, den sie ge, i faßt hat, ist noch immer derselbe. Sie hofft, von ihrem Zen, ; tralpunkte (der Schweiz) aus sich über Piemont, das ober, i rheinische Deutschland und Würtemberg auszubreiten, um von i dort aus die Rheinprovinzen und das französische Elsaß zu »gewinnen. Alles ist vorgesehen, und dieses unsinnige Unter,