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den Nachricht soll in dieser Angelegenheit so eben das Urteil erfolgt, und zwar demselben zufolge die Ansprüche des Grafen Brandenburg als gerechtfertigt erachtet und das angefochtene Testamenten Folge davon wirklich kassirt seyn.

Salzburg, 7. Januar. Gestern um 3 Uhr Nachmittags langte Se. kais. Hoh. Erzherzog Johann hier an, und stieg im Gasthof zum Erzherzog Karl ab. Schon seit 9 Uhr Vormit- taas erwarteten eine Kompagnie des Bataillons Benedek, und eine Kompagnie unserer Nationalgarde, beide mit ihren Fah­nen, den hohen Reisenden. Sämmtliche Zivil- und Militär- Autoritäten empfingen den Erzherzog ehrfurchtsvoll. Zahlreich versammelten sich am Platze vor dem Absteigquartier die Be­wohner von Salzburg auS allen Ständen. Nicht hinderte sie die empfindliche Kälte, nicht der kalte Schneeboden, 6 Stunden auszuharren. Als der Ersehnte endlich angekommen, stieg er rüstig auS dem Reiscwagen und — statt sich von der beschwer­lichen Reise Ruhe zu gönnen, schritt er an der Fronte der schlachtenerprobten Benedekschen Kompagnie, dann ander Fronte der Nationalgarde hinunter, wobei er sich jeden Mann beschaute und mit Einzelnen sprach. Alles hatte den Hut gezogen; feierliche Stille herrschte. ES war ein ernster Augenblick. Kam der Erzherzog doch — der erste deutsche Reichsverweser! — von Frankfurt, wo die schönen Hoffnungen der Einheit Deutsch­lands zur Wahrheit hätten werden sollen! Wir sahen es der gebeugten Gestalt deS greisen Fürsten recht gut an, daß die Sorge schwer auf ihm gelastet. Heute geht die Reise bis Lambach oder Wels. (A. Z.)

Wien, 6. Januar. (O.-P.-A.-Z.) Die dieser Tage in Pesth zahlreich angekommenen Eremplare der „Preße" wurden sogleich von der Polizei kvnfiszirt. Mehrere hiesige Redaktio­nen, die um die Erlaubniß eingekommen waren, die „Presse" zu ihrem Privatgebrauch zu halten, sind mit ihrem Gesuch ab­gewiesen worden. — Die Nachricht, Baron Zedlitz habe sich um eine Stelle beim Wiener Burgtheater beworben, wird auf das Bestimmteste widerrufen. In der „Augsburger Allgem. Zeitung" hatte Baron Zedlitz schon früher erklärt, daß nur ein Befehl des Kaisers ihn veranlassen könnte, eine derartige Stelle anzunehmen.

Kaiser Joseph soll nächstens auf die Bühne des KarlS- theaters gebracht werden; wenigstens kündigt man eine Novität unter diesem Titel an. Verfasser ist Ritschner, der als Redak­teur der Opposition eine Zeitlang in der Festung Olmütz ver­haftet war. — Die Nordbahndirektion macht bekannt, daß das neuerdings eingetretene Schneegestöber die Eisenbahn zwischen Florisdorf und Gänserndorf wieder unfahrbar gemacht hat. Sonach müssen die Züge von Wien aus in dieser Richtung bis auf weiteres eingestellt werden.

Aus dem sonst so häufignothleidenden Riesengebirge wird berichtet, daß sämmtliche dort gangbare Fabrikations­zweige einen ungemein lebhaften Aufschwung genommen haben, so daß die arbeitenden Hände kaum zureichen, der Lohn voraus bezahlt wird und die Arbeiter sich in der günstigen Lage befinden, mit ihren Familien anständig leben zu können. Minder vortheilhast lauten die Berichte aus dem Erzgebirge.

Aus einem hier eingetroffenen Briefe des Grafen Edmund Zichy aus Florenz ergibt sich die Gewißheit, daß derselbe nicht, wie einige Blätter wissen wollten, vom Irrsinne befallen wor­den sey. Vielmehr beharrt der Graf fest auf seinem Vorsatz, einen Prozeß gegen Görgey einzuleiten.

Gestern Nachmittag fand in der Mariahilfer Vorstadt eiA bedeutender Auflauf statt. Ein Grenadier entriß einem Schnür­macherlehrlinge ein Packet und zog, als er von einigen Zivil, Personen zur Rückstellung angehalten wurde, seinen Säbel.

Die „Ostdeutsche Post" berichtet: „Wir hören aus Grä­fenberg, daß Graf Franz Stadion in voller Genesung begriffen ist. Seine geistigen Kräfte sind bereits in ihrer vollen früheren Thätigkeit, nur die Zunge ist noch etwas gelähmt. Priesnitz gibt sich jedoch der Hoffnung hin, auch dieses Uebels Herr zu zu werden. Möchte eS ihm gelingen, den schwer zu entbehren­den Staatsmann seinem Vaterlande baldigst wiederzugeben. Wie wir hören, weigert sich Graf Stadion fortwährend, seinen Gehalt als Staatsminister anzunehmen, der ihm jedoch un­unterbrochen zugesenvet wird. Graf Stadion, der daS Majorat an seinen jüngeren Bruder abgetreten hat, bezieht nur eine mäßige Apanage von jährlich 4000 Fl."

Großbritannien

London, 5. Jan. (W. Z.) Heute wird der Bericht über die Jahreseinnahmen des britischen Staates aufgemacht, und der „Globe" meldet bereits, daß das Ergebniß ein sehr gün­stiges seyn wird. Für das letzte Quartal wird sich, gegen 1848 gehalten, eine Mehreinnahme von 400,000 Pf. Sterl, ergeben, wovon 380,000 auf die Akzise kommen. Eine bedeu­tende Zunahme der Zolleinkünfte hat nicht stattgefunden, weil im vorigen Jahre die bedeutende Ermäßigung der Zuckerzölle zuerst in Kraft trat und dem Staatsschätze wohl 100,000 Pf. St. per Quartal entzog. Der Mehrertrag der Akzise entstand we« Niger durch vermehrte Bevölkerung als durch vermehrten Ver. brauch der Einzelnen, denn man berechnet, daß in den letzten drei Jahren die Bevölkerung, wenn sie einerseits sich um 900,000 Köpfe vermehrte, andererseits durch die enorme Aus­wanderung von 800,000 meistens erwachsenen Personen wieder gelichtet worden ist. Die Einkommensteuer nimmt wieder zu, dagegen hat die Lurussteuer auf Bedienten, Pferde, Equipagen und Hunde, welche die ungeheure Summe von 1,000,000 Pf. St. aufbringt, etwas abgenommen.

Schweden.

Stockholm, 28. Dez. (Lüb. Z.) Unsere Weihnachtsver­gnügungen wurden heute unangenehm unterbrochen durch eine bedeutende Feuersbrunst, welche die sogenannte Drott- ningholmstadt in Asche zu legen drohte. Glücklicherweise sind nur 7—8 Gebäude, meistens zum Schlosse gehörig, niederge­brannt , wofür Gott nicht genug zu danken, da der Mälarsee mit Eis belegt ist, und das Löschen also bedeutend erschwert war. Der König und der Kronprinz waren mit einigen Offi- zicren die Ersten, welche aus Stockholm daselbst anlangten und durch Aufmunterungen der Rettungsmannschaften zu Eifer unk Ordnung viel zu dem glücklichen Ausgange beitrugen.

Italien.

Aus Rom wird dem „Constitutionnel" vom 26. Dezbr. geschrieben: „Eine Abtheilung Oesterreicher hat schon seit vier Tagen die neapolitanische Gränze überschritten; dieselben schei­nen die Straße, die von Rom nach Neapel führt, gewinnen zu wollen. 4000 Spanier haben sich bei Terracina vereinigt. General Cordova befindet sich seit drei Tagen in Rom; er hat eine lange Unterredung mit dem französischen Oberbefehlshaber gehabt. Mehrere Gesandten haben für den 15. Jan. 1850 ihre Wohnungen in Bereitschaft setzen lassen; ein Sekretär des Feldmarschalls Radetzky ist ebenfalls seit einigen Tagen in Rom. Man spricht in Rom viel von Verschwörungen. An dem Tage der Rückkehr des Papstes soll eine sicilianische Vesper stattfinden; an die französischen Soldaten werden wüthende Proklamationen, die durch die geheime Presse gedruckt werden, vertheilt; geheime Zusammenkünfte finden Statt; mit Livorno wird ein sehr lebhafter Briefwechsel geführt. Vor einigen Ta­gen wurde zugleich in mehreren Städten der Romagna wäh­rend der Nacht in den bedeutendsten Apotheken eingebrochen und sämmtliche Gift enthaltende Stoffe hinweggenommen, ohne daß irgend etwas Anderes berührt wurde. Die Masse deS ge­stohlenen Giftes ist hinreichend, um alle Einwohner der römi­schen Staaten zu vergiften. Man scheint jedoch auf der Spur der Thäter zu seyn. Der Advokat Salmi, Gouverneur von Jesi, ist verhaftet worden. Man hat bei ihm eine Menge Ko­karden, zwei dreifarbige Fahnen, Pistolen und eine große An­zahl von Dolchen und Messern vorgesunben. Eine in Ziffern geschriebene Korrespondenz mit den hervorragendsten Führern der italienischen Revolution hat man ebenfalls aufgefunden."

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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