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gen-Westerburg rc. *), durch ein von demselben Hinterlassenes Testament und die von Sr. Hoheit dem Herzog von Nassau bestätigte Erbfolger-Ordnung nun zum Nachfolger und Erbbesitzer der Grafschaft Westerburg und Schadeck be­rufen bin, begrüße ich in dieser Eigenschaft nicht nur sämmt­liche von meinem Onkel Angestellten, sondern auch sämmtliche Inwohner der Grafschaft Westerburg und Schadeck, welchen ich als einer ihrer Mitbürger sreundschaftlich die Hand reiche.

Allen meinen Beamten und Bediensteten der Grafschaft Westerburg und Schadeck empfehle ich die Wahrung meines Interesses und aller meiner Angelegenheiten.

Alle von meinem Herrn Onkel getroffenen Verfügungen und Anordnungen bleiben bis auf weitere Bestimmung in Kraft und sind zu beobachten."

Westerburg, den 25. Dezember 1849.

Christian Alexander,

Graf von Leiningen-Westerburg, k. k. Generalmajor rc.

Homburg v. d. H., 30. Dez. Heute ist im Regierungs- blatte der Landtags ab sch ied erschienen, worin der Land­graf ankündigt, daß „die Verfassungsurkunde für das Land­grafthum" (7% Quadratmeilen und 24,000 Einwohner, Staatseinkommen 250,000 fl. und Schulden 800,000 fl., Kriegs­heer 350 Mann), worüber eine befriedigende Verständigung mit der Lanvesversammlung erreicht worden sey, demnächst er­scheinen werde. Auch das Gesetz über die Wahlen der Abge­ordneten zur Landesversammlung, sowie die Geschäftsordnung derselben, soll sanktionirt werden. Aehnliches wird in Aussicht gestellt hinsichtlich der Einführung von Geschwornengerichten, der allgemeinen deutschen Wechselordnung rc.

Karlsruhe, 3. Jan. Der „Schw. M." berichtet, daß der Alterspräsident der sog. konstituirenden Versammlung, Pfarrer Schlatter, und ein anderer Geistlicher aus der Nähe (Mühl- durg?) zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt seyen. Die Er­kenntnisse der Kriegsgerichte, welche nicht unmittelbar veröffent­licht werden, sollen sehr streng ausfallen. Die Zahl der badi- schen Gefangenen in Rastalt ist auf einige 50 gesunken, die fremden werden allmâhlig entlassen.

Dresden, 31. Dezbr. Daß viele Schulmeister in der früheren Zeit, um ihr elendes Daseyn zu fristen, ein Hand­werk nebenbei betrieben, ist bekannt; daß aber in der Gegen­wart noch manche Lehrer zu ganz entwürdigenden Nebenbe­schäftigungen ihre Zuflucht nehmen müssen, werden viele Leser kaum glauben wollen. Und doch ist dem so! Da hat kürzlich solch ein armer Mann (er ist Schullehrer in Postelwitz bei Schandau und heißt C. A. Mitreuter) Bedrängniß halber sein Leben beschrieben und sagt dann S. 12 wie folgt: „So trat ich dann mein Amt als selbstständiger Lehrer in Schmilka an. Mein Hausrath, bestand in einem Bette, einem Tisch und einem alten Klavier. Da diese kleine Schulstelle sich nicht verbessert, sondern vielmehr verringert hatte, so hatte ich kaum das noch- dürftigste Auskommen. Da ich kein Handwerk gelernt, durch dessen Hülfe ich mir nebenbei Etwas hätte verdienen können, so kaufte ich mir einen Schiebbock und fuhr Holz aus der königl. Waldung an die Elbe. Im Winter wurde dieses Ge­schäft mittelst des Schlittens verrichtet. Dies konnte natürlich, um nicht dabei meine Schule zu vernachlässigen, blos in den frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden geschehen, wo­bei ich zugleich über Das, was ich den Tag über meinen Kindern vortragen wollte, nachdachte. In den Sommer­monaten machte ich zuweilen eine Gondelfuhre mit Schweizreisen- Len von Schmilka nach Schandau, in welcher Absicht ich aber zuvor erst auf den Winterberg gehen mußte, um Passagiere zu werben. (Dresv. I.)

Königsberg, 30. Dez. Ein Theil der hiesigen Demokratie wird sich an den Wahlen zum erfurter Reichstage betheiligen,

*) Der seel. verstorbene Graf August, 83 Jahre alt, gehörte zu den ersten Sternen . der österreichischen Armee. Er besaß Rittertugend, Tapferkeit, aber auch Humanität im höchsten Grade und starb als k. k. A rci erc n lreuten ant: eine Auszeichnung , die nur wenigen und den bedeutendsten militärischen Talenten de.s großen Kaiserreichs zu Theil wird. Außerdem war er Inhaber des 31. Infanterieregiments, hkS Regiments „Le i N in gen", Jndigen von Ungarn, Großkreuz dcâ preußischen rothen Adler- und des hessischen Ludwigs-, dann Ritter ™ Ilaria Theresien-, des russischen St. Georgen- und des französi­schen Ludwig-Ordens, so wie zur Zeit Gouverueur von Mainz. Unter seinen Sieges- und Ehrenzeichen befindet sich ein persönliches Geschenk des Kaisers Napoleon: ein kostbarer Degen. Anni. des Berf.

und einer der Führer der g e mâß ig t en demokratischen Partei, Kaufmann Heinrich, hat sich mit der konstitutionellen Portei in Verbindung gesetzt, um Vorbereitungen für die Wah­len zum Reichstage zu treffen.

Stettin, 1. Jan. Von Küstrin wird uns gemeldet, daß in Folge einer Eisstopfung unterhalb der Stadt beim Aufgehcn des Wassers eine furchtbare Ueberschwemmung drohe ; das Eis stehe jetzt gleich hoch mit der Küstriner Brücke, und man sehe eS fast als unumgänglich an, die Rosenberger Chaussee zu durchstechen, d. h. den Warthebruch preiszugeben, um den Overbruch zu retten.

Wien, 1. Jan. (A. Z.) Die heutige Nummer der öster­reichischen Reichszeitung hat ihren Lesern eine erfreuliche Neu­jahrsgabe gespendet, die Nachricht, daß die Veröffentlichung der Landesverfassungen, der man seit mehreren Tagen mit Spannung entgegensah, in den nächsten Tagen beginnen und in rascher Folge fortgesetzt werden wird. Das Kronland „Oester­reich unter der Enns" wird, derselben Zeitung zufolge, das erste seyn, dessen Verfassung publizirt wird.

Schweiz

Einem Säufer von Outreviese bei Monthey (Wallis) ist eine scharfe Lektion geworden. Er gelangte nämlich beim Heimgehen aus der Schenke in seinem trunkenen Zustand in eine Sägemühle und kam in eine solche Lage, daß ihm eine von den laufenden Sägen das Ohr wegschnitt und ihn schon an der Achsel bearbeitete, als ihm der Sägemüller glücklicher­weise auf sein Schreien zu Hülfe kam. Einige Sekunden später wäre er der ganzen Länge nach zerschnitten worden.

Frankreich.

Paris, 4. Jan. Der Finanzminister hat alle seine Kollegen aufgefordert, ohne Verzug daS Budget des Jahres 1851 vorzu­bereiten und am Schlüsse des Monats das erforderliche Material ihm zur Verfügung zu stellen. Diese Maßregel wird gestatten, daß das Budget zeitig genug berathen und votirt werden kann, um schon mit dem nächsten ersten Januar in Anwendung treten zu können. Der Minister empfiehlt übrigens seinen Kollegen, die im Budget von 1850 angebrachten Ersparungen beizubehalten, und denselben weitere hinzuzufügen, in so weit es ohne Nachtheil für den Dienst geschehen kann.

Großbritannien.

London, 1. Jan. Der Sun enthält folgende Notiz: „Ma- dame Sonntag, diese unvergleichliche Sängerin, verließ am 29. mit ihrem Gatten (Graf Rossi), J. Lablache, Calzolari und andern ausgezeichneten Künstlern die Stadt Glasgow, um in Aberdeen ein Konzert zu geben, aber dreißig Meilen von ihrem Reiseziel wurde der Zug, mit dem sie fuhren, durch einen furchtbaren Schneesturm aufgehalten, nicht ohne daß ihm von der Heftigkeit des Unwetters wirkliche Gefahr drohte. Die Gesellschaft gelangte endlich glücklich in einem Pachtgute an, wo sie übernachtete, und traf folgenden TagS ohne weitere Gefährde in Perth ein. Graf Rosst und andere Herren der Gesellschaft erklärten, daß sie bei ihren Reisen über die Alpen nie ein solches Wetter erlebt hätten."

Rußland.

Der am 20. Dezember geborene Sohn des Herzogs Mari- milian von Leuchtenberg hat den Namen Sergei erhalten. Der Kaiser hat durch Ukas an den Senat befohlen, daß sein neugeborner Enkel in allen Fällen, wo es sich gebühre, Se. kaiserl. Hoheit genannt werde, und denselben zugleich dem preobraschenskischen Leibgarderegimente, der ersten Leibgarde- Artilleriebrigade und der zweiten leichten Leibgardebatterie zu Pferde aggregirt.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl,