übtrwindlich. Wir wollten durch diese Zeilen die Aufmerk« samkeit auf diese Bahnanlage lenken. Die hohe Zweckmäßigkeit, Nothwendigkeit und Ertragsfähigkeit derselben möge anderswo ausführlicher, als es hier thunlich ist, nachgewiesen werden.
Frankfurt, 2. Jan. (O.-P^-A.-Z.) Mag man von den Bestrebungen der Gewerbtreibenden Deutschlands halten, was man will, mag man ihre Leiter vielfach verungplimpfen, so viel ist gewiß, daß die Gesammtheit dieser Männer, von der Begründung ihres Vereins zur Zeit deS Parlaments 1848 bis heute, unaufhaltsam dem Ziel nachgestrebt, daS zu erreichen ihr erstes Bedürfniß ist. Während sich Alles drängte und bekämpfte , blieb sich die Beharrlichkeit jener Männer in dem, was sie wollten, immer gleich. Sie hatten ihre Kräfte aus allen Theilen Deutschlands in Frankfurt konzentrirt, und von diesem Mittelpunkt aus gingen ihre Bestrebungen für ganz Deutschland Hand in Hand. Mit Freuden hörten sie, daß Oesterreichs Regierung bereit sey, die Schranken gegen Deutschland fallen zu lassen. Sofort rief man die. Vertreter aller Betheiligten hier wieder zusammen und bestimmte, daß der Präsident des Vereins, Prinz Felix v. Hohenlohe, und der Fabrikbesitzer Kommerzienrath Degenkolb nach Wien gehen sollten, um dort sich zu vergewissern, welche Absichten die k. k. österreichische Regierung hinsichtlich des Vorbemerkten in Wirk- lichkeit habe. Man fühlte durch dieses Vorgehen Oesterreichs einen neuen Impuls zur Verwirklichung der genährten Hoffnungen und die Vertreter waren bald einig, wie man sich den neuen Verhältnissen gegenüber nach dem alten Grundsatz, Schutz und Förderung der nationalen Arbeit, zu verhalten habe. Dieses Verhalten in Ausführung zu bringen, dazu haben die Resultate die bestimmte Entschließung gegeben, welche die von Wien zurückkehrenden Deputirten überbrachten. Sie haben die festeste Vergewisserung erhalten, daß Oesterreich allen Ernstes den materiellen Verband mit Deutschland erstrebt und diese Vereinigung gewiß mit möglichster Berücksichtigung der durch die bisherige Gestaltung natürlichen gegenseitigen Interessen bewirken wird. AuS diesem Grund kann allen Regierungen eine Verbindung der österreichischen und deutschen industriellen Vereine nur erwünscht seyn, damit durch den gegenseitigen Austausch der Ansichten die Bedürfnisse allseitig bekannt werden.
AuS Gießen schreibt man, daß die Thurn und Tarische Postaustalt die Bedingungen (bestehend in einer namhaften Äversionalsumme) in Betreff ihrer Benutzung der Main-Weserbahn, welche ihr von den dort zu dieser Berathung anwesend gewesenen Kommissarien der dabei interesstrten Regierungen gestellt wurden, abgelehnt hat.
Aus der Wetterau, 30. Dez. Seit dem letzten Sonntage wurde die Bahnstrecke zwischen Friedberg und Frankfurt schon einige Male befahren, und zwar geht eS jetzt besser, als das erste Mal. Man glaubte, daS vor Kurzem eingetretene Thauwetter lasse eS zu, die auf der Bahn hin und wieder vorhandenen Senkungen auszufüllen, allein das jetzige kalte Wetter machte dies unmöglich. (Mainz. I.)
AuS Essen wird mitgetheilt: Bis zum Eintritte deS Frostes wurden durch die Mühlheimer Ruhrschleuse täglich 80,000 Scheffel Steinkohlen zum Rheine befördert, wozu noch 30,000 Scheffel kommen, welche von den um Essen gelegenen Zechen auf der Köln-Mindcner-Eisenbahn nach Ruhrort, Duisburg und Deutz transportirt werden. Dieser Absatz würde noch bedeutender seyn, wenn eö nicht an Bergleuten zur Förderung und an Waggons zum Transporte mangelte. Der Kohlenabsatz nach Holland ist bei der bewilligten Rückvergütung an Gefällen jetzt sehr bedeutend, und dürfte für das abgelaufene Jahr 1849 wohl die Höhe von 3 Millionen Scheffel erreichen. Auch der Absatz über Bielefeld hinaus fängt bei der bewilligten Remission von Berggefällen an sich zu heben, und hat im 3. Quart. 1849 auS den Essen'schen Bezirken bereits 12,000 Scheffel betragen. Wenn die nöthigen Waggons vorhanden, die Frachtsätze ermäßigt und mit den Regierungen von Hannover und Braunschweig die Verhandlungen in Betreff der Durchfuhr regulirt seyn werden, hofft man selbst auf einen beträchtlichen Absatz nach Magdeburg und Umgegend.
Stuttgart, 2. Jan. (S. M.) Se. kaiserl. Hoheit der Erzherzog Johann, bisheriger deutscher Reichsverweser, ist gestern Abend von Bruchsal her hier eingetroffen und im Hotel Marquardt abgestiegen. Se. kaiserl. Hoheit hat heute
Vormittag die Besuche Ihrer königl. Hoheiten des Kronprinzen und des Prinzen Friedrich empfangen und bei Sr. Maj. dem König Besuch abgestattet. Der Erzherzog hat sodann Nachmittags auf der Eisenbahn seine Reise fortgesetzt, und wird in Ulm übernachten.
Aus dem Hamiover'schen. Nach Mittheilung der Blätter ist in Berlin eine Dissertation; de morbo democratico, nova insaniae forma (über die demokratische Krankheit, eine neue Gattung deS Wahnsinns) erschienen, deren Studium modernen Politikern dringend zu empfehlen ist. Dafür, daß diese Empfehlung auf guten Gründen beruht, mag folgende Thatsache sprechen, deren Wahrheit verbürgt werden kann. Ein junger Mann, F., der bis dahin durch seinen stillen und soliden Fleiß seine Mutter, eine brave aber arme Wittwe unterstützt hatte, wurde im Jahre 1848 von dem politischen Schwindel dermaßen ergriffen, daß er im Spätherbste desselben JahreS völlig wahnsinnig wurde, und in eine hannoversche Irrenanstalt gebracht werden mußte. Bei der Aufnahme dieses früher hoffnungsvollen, jetzt so unglücklichen jungen Mannes erklärte der Direktor jener Anstalt, daß dieser bereits der Einunddreißigste sey, der wegen Irrsinns durch DemokralismuS in seine Hände gekommen. Wie viele Andere seitdem auS gleicher Ursache in dieselbe oder in andere ähnliche Anstalten gekommen seyn mögen, ist uns unbekannt, wäre aber zu wissen sehr interessant.
Breslau, 31. Dez. Eine SchreckenSkunde wird unS heute aus der Ortschaft Bartsch bei Köben a. d. O. gemeldet. DaS Dorf Züchen wurde mit den angrenzenden Ortschaften in Folge des Eisganges der Oder gänzlich unter Wasser gefetzt. Der Dominialhof zu Züchen ist bis auf ein einziges Gebäude-vernichtet; ein gleiches Schicksal traf die Hütten der armen Land- Bewohner. Menschenleben find nicht verloren gegangen. Doch forderte daS Unglück zahlreiche Opfer an HauSthieren und sonstigen Gütern. So soll das Dominium Jrsingen 100 Stück Rindvieh und 20 Stück Schweine, das Dominium Austen über 200 Stück Schafe eingebüßt haben. Gränzenloses Elend ist über die Bewohner jener Gegenden hereingebrochen.
Dem in Wien erscheinenden Wanderer ist die Bewilligung, seinen Namen in den der „Oefterrcichischen Reform" umzuwandeln, versagt worden, weil daS Militärkommando eS nicht billigen konnte, daß der Wanderer sich als Reformator ankündige. Dagegen hat daS Militärkommando einem Herrn Glaris die Bewilligung ertheilt, eine Volkszeitung unter dem Titel „Der National" (!) herauSzugeben.
Wien. Hofrath Hurter, welchen die Journale fauS Wien ausweisen ließen, beschäftigt sich fleißig in den Archiven des Ministeriums des Innern, zum Behufe historischer Studien, alS deren Frucht wir die Darstellung einer der wichtigsten Epochen der vaterländischen Geschichte zu erwarten haben.
In Wien wurden unterm 27. Dezbr. wieder eine Anzahl Verurtheilungen von der k. k. Militär-Zentraluntersuchungskommission bekannt gemacht, die auf StockhauSarrest in Eisen, theils mit, theils ohne Verschärfung durch Eisen und Fasten bei Wasser und Brod lauten. ES ist darunter auch ein Strumpfwirkerlehrling, der 20 Ruthenstreiche erhielt, und eine „Surrogatkaffeesiederin", die wegen Ueberschreitung der vorgeschriebenen Sperrstunde vierundzwanzigstündigen einfachen Arrest erhielt.
— Die Befestigung des Hafens von Triest ist im Kriegsministerium nun definitiv beschlossen, und eine eigene Kommission ernannt worden, welche die Art und Weise der Befestigung bestimmen soll. Wie man hört, ist man von dem Projekte deS F.-M. Nugent, vor dem Hafen eine Insel zu erbauen, abgegangen, dagegen hat man in Vorschlag gebracht, die MoloS San-Carlo, Kluck und Ferdinando zu verlängern und sie mit FortS für 24 Geschütze zu versehen.
Schweiz
Luzern. Den 29. Dezember hat daS Obergericht d a S Verbot der BaSler und Schwyzer Zeitung bestätigt, demnach dürfen diese genannten Zeitungen bis zum 1. Januar 1851 im Umfange des Kantons Luzern nicht mehr erscheinen. Pure Preßfreiheit unter radikalem Regiment»!
