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tenen Ministeriums Barrot-Dufaure, enthalt einen Artikel über die Verwickelungen der deutschen Angelegenheiten, in welchem die Schuld aller Wirren dem armen Hegel zugeschoben wird. Es heißt wörtlich: „Wer hat alle diese Leidenschaften entzündet? Ein absurder Philosoph. Er hat alle Begriffe von Moralität und Redlichkeit in Deutschland zerstört. Man kann sich nicht verstellen, wie weit dies gegangen ist. Um eine Idee davon zu haben, genüge eS zu wissen, daß Proudhon ein Schüler Hegel'S ist, daß die Lehren, die jener in Frankreich einführen wollte, in Deutschland allgemein populär sind, und daß zwischen dem Hegelianismus und den Contradictions économiques kein Unterschied vorhanden ist."

Daily News läßt sich von ihrem Wiener Korrespondenten ganz gemüthlich erzählen, daß die ganze serbische Militär­grenze gegen Oesterreich aufgestanden sei, nicht weniger als 120 000 Mann mit 110 Geschützen, auch zweifelt der Korre­spondent nicht, daß sich die Kroaten mit ihnen verbinden wür­den, was, genau gerechnet, eine Insurrektionsmasse von 200,000 Mann mit 300 Kanonen gäbe! Daily Ne>rs, die unter Cobdens Einfluß sonst für Einführung deS ewigen Frie­dens schwärmt, kann doch bei jedem Gerücht von dem Aus­bruch eines JnsurrektionSkrieges auf dem Festlande ihre Freude nicht verbergen.

Gèn Jahr republikanischer Regierung!

„La Presse" giebt davon folgenden chronologischen Ueber- blick:

28. Dezember 1848 : die Regierung bekämpft die Vermin­derung der Saizsteuer, welche gegen die Meinung des Finanz- ministers Paffy beschlossen wird;

17. Januar 1849 : die Regierung schlägt vor, die Ange­klagten vom 15. Mai vor den Staatögerichtshof in Bourges zu stellen;

26. Januar: sie legt einen Gesetzentwurf gegen die Clubs vor;

28. Januar: sie unterstützt den Raleau'schcn Antrag, wel­cher die Auflösung der verfassungsgebenden Nationalversamm­lung bezweckt;

12. April: Erpedition der französischen Republik gegen die römische Republik;

19. Mai: Abschaffung der Geträrkesteuer gegen den Wil­len der Regierung;

29. Mai: Rückberufung des Herrn Ferd. de LeffepS und Befehl Rom zu bombardiren;

13. Juni: Paris und eilf benachtbarte Departement in Belagerungszustand erklärt;

15. Juni: Lyon und fünf benachbarte Departements in Belagerungszustand erklärt;

18. Juni: SuspensivVerbote gegen mehrere Journale:

19. Juli: Aufhebung deS verfassungsmäßigen Vereins- rechtS auf ein Jahr;

11. Juli: Aufhebung mehrerer Legionen der Pariser Na­tionalgarde;

27. Juli: neues Gesetz gegen die Preßfreiheit;

8. August: Gesetz über den Belagerungszustand, welches die vollziehende Gewalt mit dem Rechte des Suspensiv-Ver­bots gegen die Journale bewaffnet und den ausdrücklichen Bestimmungen der Verfassungs-Urkunde zum Trotz, die Aus- nahmsgerichte herstellt;

25. August: Verwerfung deS Antrags auf Abschaffung der Gesetze vom April 1832 und vom Mai und JuniuS 1848 (die Verbannung der Bourbons beider Linien) , welcher von Herrn N. Bonaparte (Jerome's Sohn) eingebracht ist und von der Regierung bekämpft wird.

29. August: Aufrechthaltung des Belagerungszustandes in Lyon und den fünf benachbarten Departements.

12. November: Gesetzentwurf, durch welchen die Todes­strafe aus politischen Ursachen indirekt hergestellt wird Unter der Form der Deportation und Einsperrung in der Citadelle von Zaoudschi; Rundschreiben deS Kriegsministers das die Genöd'armen als Zensoren aufsteUt und die Magistrate, unter denen sie stehen, ihrer Aufsicht unterwirft.

27. November: Gesetz gegen die Arbeiterkoalition zur Erhöhung oder Verminderung der Löhne.

13. Dezember: Gesetzentwurf, der den Präfekten die Be» fugniß überträgt, die Gemeindelehrer abzusetzen.

20. Dezember: Herstellung der Gctränkesteuer.

Sollte es möglich seyn, daß man eine solche Zusammen, stellung in einem Blatte liest, dessen Herausgeber im Elysee, wie man sagt, den Hofmann spielt? Aber Herr E. Girardin begnügt sich nicht mit einer nackten Sammlung der Thatsachen, er zieht als Resultat: lauter Maßregeln der Strenge und keine Reform, Fehler und keine Verbesserung, Ausgaben und keine Ersparniß, Worte und keine That. Ein Jahr, das mit 1675 Millionen bereits beschlossener Kredilbewtlligungen und mit einem Defizit von 290 Mill. Fr. bezahlt wird. Eine hübsche Republik! Ist es aber in der Republik überhaupt und nament­lich in der französischen Republik wohl anders möglich?

D e u r s cb l « tt &.

Frankfurt, 31. Dez. Die Mitglieder der Minorität uns­rer gesetzgebenden Versammlung haben heute, wie man ver- nimmt, ihren Austritt aus der verfassunggebenden Versamm­lung angezeigt. Sie wollten den Auftrag, der, wenn nicht er­ledigt, doch als erloschen zu betrachten ist, in daS neue Jahr nicht mit hinüber nehmen. Daß der Vorsitzende, Hr. Haber­mann/' den Senat um die Anordnung neuer Wahlen angehen werde, ist wohl zu erwarten, desto weniger aber, daß dem An­sinnen werde Folge gegeben werden.

Frankfurt, 1 Jan. (O.-P.-A.-Z.) Nachdem Se. kais. Ho­heit Erzherzog Jo Hann von Oesterreich nebst Familie heute Morgen um 6 Uhr in der Liebfraueukirche eine Messe gehört, und von allen Anwesenden freundlich Abschied genommen hatte, reiste höchstderselbe mit dem 8 Uhr Zuge der Main-Neckarbahn nach Bruchsal, um von da über Stuttgart und München nach Oesterreich zurückzukehren. Auf dem Bahnhöfe . vor welchem ein halbes Bataillon deS Frankfurter Linienmilitärs mit flie­gender Fahne und Musik ausgestellt war, wurde der Erzherzog von den in Frankfurt anwesenden Diplomaten sowie von den Offizieren sämmtlicher hier garnisonirenden Truppen, die kgl. preußischen nicht ausgenommen, begrüßt, und bis an den Wagen begleitet. Zu beiden Seiten der Bahn bildete die an­dere Hälfte des Frankfurter Bataillons, sowie das königl. b. Jâgerkorps und die f. k. österreichischen Truppen mit fliegen­den Fahnen und Musik Spalier , welches bis an ben_ Frank­furter Wald reichte. Während des Vorüberfahrens Sr. kais. Hoheit erschallte fortwährend die österreichische Nationalhymne und kräftiges Lebehoch. Am Ende des Spaliers ließ der scheidende Erzherzog halten, um noch einmal Allen Lebe­wohl zu sagen.

Karlsruhe, 29. Dezbr. (K. 3 ) Es hat ein hier nie gesehenes Schauspiel gewährt, daß die preußischen Truppen wirklich auch im Winter ererziren. Wo die Truppen in den kalten Tagen zu Uebungen auSrückten, sammelten sich Gruppen von Zuschauern, um zu sehen, was nun eigentlich vor sich gehen werde, und ihre Verwunderung war außerordentlich, 'als die gewöhnlichen Uebungen stattsanven, ja selbst Militär- Personen konnten ihr Erstaunen nicht bergen, daß man bei solchem Wetter exerziere, da man ihren Soldaten das nicht hätte zumuthen dürfen.

Wie man hört, ist dieser Tage wieder einer der schwer Gravirten, ein Rheinpreuße Namens Linn oder Lind, aus den Kasematten in Rastatt entsprungen. Man erzählt, baß zwei preußische Soldaten von demselben verführt, ihm zu seiner Flucht behülslicb gewesen und dann Vesertirt seyn sollen; ; der eine aber gerade bei der Ueberfahrt von badischen Gens- i d'armen arretirt und zurückgebracht worden sey, während der 2C. Linn und verändere Soldat den französischen Boden glück­lich erreicht haben; indeß hatte der Kommandant von Rastatt schleunige Mittheilung von der Flucht des Linn an die fran- zösischen Behörden gemacht, in Folge deren derselbe sehr bald als Deserteur der Fremden-Legion arretirt wurde und nun einer heitern Zukunft, der Galeere entgegen sieht.

Von der badischen Grenze, 24. Dez. Nachstehender Un­glücksfall gewährt unâ einen düsteren Blick in die inneren Zu­stände Badens. Alâ während des Aufstandes in Baden die Grenze mit würtembergifchen Truppen besetzt war, sind von dem in Heimsheim liegenden Reiterregiments vier Reiter, völlig