weg Müller von Niedernhausen; Bürgermeister Joh. Philipp
Dietrich von Idstein; Christian Balzer I. von Scheuern: Carl Lab el vou Wiesbaden; Georg Christoph Schneider von Langenhain ; Bürgermeister Johann Phil Grund von Niederlibbach; Johannes Langert von Emmershausen, M - Ä Send von Hasselbach; Georg D,esler von Kestert; Dr. Carl Cratz von Oestrich; Wilhelm Aulmann von DHabera • Jakob Jung von Wiesbaden; Johannes Schnei' ker ll vLn Dickschied; Jost P o h l von Wiesbaden; Joh. Bender von Schwickershausen; Friedrich N eff e nd orf von Wiesbaden; Philipp Lauk von Wallau; Papierfabrlkant G. Hippe von Neuweilnau; Gustav Cratz von ^uDeö^eim.
Ergänzungsgeschworne: Wilhelm Kron, Jonas Kraft Wilhelm Hildebrand, Heinrich Ritzel, Kappen- macherFraund Wilhelm Bl um, Feldwebel Ohly, Doktor Müller und Heinrich Thon, sämmtlich von Wiesbaden.
R-vkin 98 De». fK. Z.) ES ist ganz besonders auffallend,^welcher Masse man die so eben erst "."gefertigten kur- hrf’tfdien Kassenscheine hier in Zirkulation erblickt. Sie tauchen seit acht Tagen namentlich in Apoints von 5 Thlrn. in steigender Zunahme und vorherr,chenv unter dem Handelsstande auf? Letzteres könnte auf die Vermuthung fuhren, daß sie uM einfach von der Leipziger Messe zugehen, wenn nicht ein, heute in allen Zeitungen als Inserat abgedruckter „Auszug aus den Kasseler Zeitungen", worin die Sicherheit jenes Papiergeldes rühmend herausgehoben wird, auf eine andere, absichtlichere Operation schließen ließe. Uebrigens verschwindet Gold und Silber, bis auf die kleine Scheidemünze, fast vollständig aus dem Verkehr und wird durch Papiergeld ersetzt. Aber auch dies gehört fast in den seltneren Fallen dem preußischen Staate an. Nur die Darlehen-Kassenscheine erblickt man. Im Uebrl- aen -irkulirt die bunteste Musterkarte auS allen möglichen Landern," Ländchen und Städten. Bei einer Forderung von zehn Thalern kann eS passiren, daß man in eben so viel verschiedenen Thalrrsorten befriedigt wird. Einsichtige Beobachter dieser Zustände finden darin daS Symptom eines noch immer vorherrschenden Mißtrauens in die Haltbarkeit unserer Zustände , indem sie behaupten, daß das baare Geld theils ins Ausland, namentlich nach England transportirt werde — wo, für allerings der dortige überaus niedrige Diskonto zeugt — theils eingegraben werde, eine Vorsichtsmaßregel, die sich bereits auf daS preußische Papiergeld auSzubehnen beginne. So viel scheint unzweifelhaft, daß, wenn einmal neue Eventualitäten eintreten sollten, diese Papiergelbfabrikation der kleinsten und kreditlosesten Orte uns in unberechenbares Elend stürzen
kann.
Berlin, 26. Dez. (W. Z.) Die Agitation für den engeren Bundesstaat beginnt jetzt auch in den Ländern, wo man bisher nicht blos Seitens der Regierungen, sondern auch Seitens der Bevölkerung nur Opposition gegen die preußsich- deutsche Politik kannte. In Würtemberg sammeln sich um Männer wie Römer und Pfizer Diejenigen, denen nationale Einheit und Größe daS höchste Ziel ist, und die Zahl dieser Männer in dem urdeutschen Schwabenlande ist keine geringe. Man konnte dort eine Zeit lang einen andern Weg einschlagen. Aversionen konnten zeitweilig die nationale Begeisterung unterdrücken, aber nicht vernichten. Bald werden wir auch von dorther Aeußerungen vernehmen, die schwerer wiegen werden, als die bisherigen partikularistischen, weil sie nachhaltiger seyn werden.
Ist es in Würtemberg die Bourgoisie, von der jetzt der Anstoß ausgeht, so ist eS in Sachsen ein Theil der Aristokratie, der sich für einen anfrichtigen Anschluß an den Bundesstaat erhebt. Hier ist Hr. v. Carlowitz die Seele der preußischen Partei, der, ein gewiegter Staatsmann, es immer erkannt hat, wo der Schwerpunkt des neuen deutschen Reichs liegt. Das
sächsische Ministerium scheint jedoch, allen Nachrichten zufolge, nicht gewillt dem patriotischen Rathe des Hrn. v. C. irgendwie, , - . „ . , . .
nachzukommen, es beharrt bei einer Politik, die Sachsen in kein Unglück geschehen, laßt sich denken. Lord Canning stürzte, eine abhängigere, unselbstständigere Stellung versetzen muß, als . gleich nachdem er gefeuert hatte, besinnungslos zu Boden.
je durch ein treues Festhalten an dem Bündnisse vom 26. Mai ■ würde hervorgebracht worden seyn. Sachsen wird für die '
nächste Zeit vielleicht nicht Reichsgesetzen Folge zu leisten haben, aber es wird sich ohne Widerspruch den Wiener Instruktionen füaen müssen. „Man ist hier überzeugt«, schreibt man unS aus Dresden, „dringt Carlowitz in der Kammer mit seiner Politik durch, erhält sein Antrag in Bezug auf eine Rückkehr zu dem 26. Mai die Mehrheit, so werden die Kammern aufgelöst.
Posen 22. Dez. Es fällt allgemein auf, daß die Artillerie die Kanonen auf die Festungswälle mit großer Eile auffahren läßt und Kugeln und Ammunitlonen in die Forts vertheilt; die Veranlassung haben wir nicht erfahren können. Die Soldaten macht man glauben, daß Gefahr von Selten Rußlands droht. Wir glauben, daß Denunciationen von Verschwörungen und Revolutionen die Behörden zu diesen Vorsichtsmaßregeln veranlaßt haben. Die „Posener Zeitung" hat diese Nachricht der „Dziennik polski" entnommen. Die Redaktion bemerkt hierzu, ihr sei dieselbe nicht zu Ohren gekommen. Der Nachricht sei noch beigefügt gewesen, daß wahrend der Feiertage die Kanonen geladen auf den Watten aufgepflanzt bleiben sollten, so viel ihr (der Red. der Pos. Ztg) bekannt , labe man aber Kononen erst im Augenblicke, wo man feuern will. Zu Letzterem aber fehle aller Grund.
Genf, 26. Dez. Nach Privatberichten ist das Unglück, welches sich beim Sprengen einer ungeschickt angelegten Mine auf den Festungswerken hinter dem Hotel des Bergues ereig, net, viel bedeutender als man anfänglich glaubte. Die Mine war so angelegt, daß, wenn sie gehörig losgegangen wäre, sie dem ganzen Quartier St. Gervais Schaden zugefügt hätte. Nun ging aber der Schuß hinten hinaus und traf 50 Schritte weit stehende unbelheiligte Zuschauer. 11 derselben wurden jo gräßlich verstümmelt, daß sie ganze Glieder verloren und die wenigsten von ihnen wieder aufkommen werden; 5 wur, den schon in der ersten Stunde ampulirt. (BaSl. Z).
□ Paris, 27. Dez. DaS gestrige Votum der Nat.-Vers. wodurch die Zahl der Wahlbezirke vermehrt wurde, wird heute von den royalistischen Blättern sehr gelobt, indem erst dadurch aus dem allgemeinen Stimmrechte eine Wahrheit gemacht werde; die republikanischen Blätter vertheidigen die entgegengesetzte Ansicht. UebrigenS wird dieses neue Gesetz schon bei den nächsten Wahlen in Anwendung kommen.
— Von Proudhon erscheint demnächst ein neues Werk, in welchem er die Werke LouiS Blancs und Pierre Lerour streng kritisiren will.
Großbritannien.
London, 23. Dezbr. Die Königin, Prinz Albert und der Hof verließen am 22. Dezbr. Osborne und begaben sich nach Windsor. Nach Bucks Herald wäre der junge Prinz von Wales kürzlich beinahe ums Leben gekommen. Bei einer Jagd nämlich wurde in demselben Augenblicke ein Vogel geschossen, als Lord Canning auf einen Hasen anlegte; der Prinz, in kindlicher Unbesonnenheit, eilt auf jene Stelle, um den Vogel aufzuheben, und befindet sich so gerade in der Schußlinie des Lord Canning. Noch zu rechter Zeit bemerkt jedoch Oberst Grey die Gefahr, stürzt auf das Kind zu und deckt eS mit feinem eignen Körper; unmittelbar darauf fällt der Schuß, glücklicherweise jedoch ohne ihn zu verletzen, indem die Schrotkörner, wie erzählt wird an 20 Stück, den dicken Rock des Obersten nicht zu durchdringen vermochten. Ohne seine Dazwischenkunft hätten sie aller Wahrscheinlichkeit nach den Kopf des jungen Prinzen getroffen. Der Schrecken aller Anwesen- I den, worunter auch die Königin, bevor ermittelt worden, daß
Verantwortlicher Redakteur; W. H, Riehl.
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