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»hofft, so eine Abkürzung deS weitläufigen schriftlichen Verkehrs zu erzielen.

ti Berlin, 19. Dez. (W. Z.) General v. Gerlach ist von it seiner diplomatischen Sendung nachDreSven zurückgekehrt und ch hat eS daselbst durchgesetzt, daß die sächsische Regierung bei «etwaigen Konflikten im Lande, sich an die JnterimSkom- Emission in Frankfurt wende, ehe sie die österreichischen m Truppen herbeiruft.

n Berlin, 19. Dez. „Der GeniuS Oktroa", das neue Vor- nspiel zu der allbekannten Posse „Berlin bei Nacht«, ist vor« gestern Abend 10 Uhr auf Befehl des Polizeipräsidiums ver- n holen worden und ist schon gestern Abend , obgleich es noch angekündigt war, nicht mehr gegeben worden. Die Konstabler- bâckerei, welche bildlich dargestellt wurde, soll der Hauptgrund >-,des Verbots seyn. Am schlechtesten kommt der Verfasser des „Genius Octroa" , Dr. Beta, weg, indem er dieses Vorspiel »mit sechs Illustrationen drucken ließ, um es an der Theater- verkaufen zu lassen. Wie wir hören ist nun dem Buch­t' Händler Lassar der Verkauf dieses „GeniuS Octroa« mit Illu­strationen ä 5 Sgr. übertragen. (ff- 33

A Posen, 19. Dez. (O.-P.-A.-Z.) Nachdem der Kraut- iLbofersche H o chve r ra th spr o z eß vor den hiesigen Ge­of schwornen nicht weniger alS vier volle Tage in Anspruch ge- nommen, ist gestern Abend um 9 Uhr endlich daS Verdikt er- ’E é’ulH« ifi. »Ui» «OM Mf Sww. »SM, kreiaesvrochen, worüber unter den Polen unendlicher «Jubel herrscht, wogegen alle Juristen die Köpfe schütteln, indem sie diese Freisprechung bei den vorliegenden Thatbeständen für eine Sache der Unmöglichkeit erklärt hatten. Allerdings m Lq auch gegen Kraulhofer gewiß zehnmal mehr vor, als gegen rn Walveck, und die acht Klagepunkte gründeten sich auf Zeugen-i

« aussagen, so daß es wohl wenige Deutsche in unserer Stadt

geben mag, die nicht KrauthoserS Verurtheilung für gnvlß- gehalten hätten. Unter den zwölf Geschworenen waren acht s ” Deutsche und vier Polen. Schon von gestern früh an war I

„« der Zuhörerraum deS Sitzungssaals von Polen, die zu Hun-

m Herten auS den entferntesten Theilen der Provinz Herbeigcstwmt j Awaren, überfüllt; ja die Schau- und Horluitigen füllten Vor-

„ Halle und den Platz vor dem Geriw-Sgebäude, denn der uner- 1' frAnKAen JSiöe wegen waren Thüren und Fenster des Inj Sitzüngslokals geöffnet. Früh um 9 Uhr begann Krauthofer selbst seine fulminante Verteidigungsrede zu Aller Erstaunen plötzlich in deutscher Sprache, in der er die Behörden, inSbe-, Leere den kommandirenden General von Colomp und den;

h Kommandanten Obersten von Heldorf heftig angriff; sie ■ M bauerte volle zwei Stunden. Nach ihm hielt der Staatsan­

walt einen langen Vortrag, und dann ergriff der Vertheidiger ^Angeklagten, Dr. von NiegolewSki, das Wort und hielt,

âe anderthalb Stunden .dauernde glänzende Veriheidigungs-' Z S in polnischer Sprache, die er dann mit fließender Fertig- ' ® teutsch wiederholte. Sein Plowoyer hat unstreitig einen ; bt großen Einfluß auf KrauthoserS Freisprechung gehabt, d.e nach -

tinstündiqer Berathung der Geschwornen erfolgte. L-----; acht Anklagcpunklen fanden die Geschwornen nur, zwei, und i

0$ zwar die unerheblichsten begründet, so daß das ©ericfrt, auf 51?, fLIg<Ln'^ UJ

diele beiden kein Gewicht legend. ibn aänrlick freifumrb. Menn i ^ ^ kirchliche Entwickelung die politische zugleich fordert

siik diese beiden kein Gewicht legend. ibn aänili^

Ü man bedenkt, daß Krauthofer als Partisanenchef und eingesetzt, Requisitionen verfügt hie p^ £

tat gleichen mehr, was alles durch Zeuaenaussan-n noi durch eigenes Geständniß feststeht, so ^muß man ff a an ?^' in über den Ausgang dieses Prozesses wohl wunden? " >"gS

kür

saS Schleswig-Holstein. Der „Berl. Ztq." zufolge hat Lord

)se Palmerston sich dahin ausgesprochen, daß die Fregatte „Gefion" i während des Waffenstillstandes, sey es unter welcher Flagge vc eS wolle, nicht auS dem Eckernförder Hafen hinauSgeführt werden darf. biß —————.

Im

s Rußland.

ui Petersburg, 7. Dez. (D. 3 ) Die Zivilisation schreitet M unaufhaltsam vor: so eben erscheint ein — Zensurgesetz für — Kaukasien.

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Polen

Von der polnischen Grenze, 15. Dez. Es ist die Kunde zu uns herübergelangt, daß eine weit verzweigte Verschwörung, die ihren Zentralsitz in Moskau hatte und deren Tendenz da­hin ging, die jetzige russische Dynastie zu stürzen, entdeckt wurde. Die Spitze deS Komplotts soll in Petersburg zu finden seyn , und wenn wir recht unterrichtet sind, so find einige Mitglieder des Senats demselben nicht ganz fremd. AuS den Papieren, welche bei eingezogenen Emissären gefunden wurden, ! soll hervorgehen, daß am russischen Neujahrstage ein Hand­streich gegen den Kaiser ausgeführl werden sollte. Es erregt dies Ereigniß bei der Regierung um so mehr Besorgniß, alS die bereits entdeckten Verschworenen den höheren Ständen und dem eigentlichen Nationalruffenthum angehören, da die Polen nach den gemachten traurigen Erfahrungen vorläufig sich aller Verbindung und Vereinigung zu politischen Unternehmungen enthalten. Die Regierung hat auch diescrhalb den Bestand des im Königreich Polen bisher garnisonirenden starken Armee­korps auf eine geringere Anzahl reduzirt, und man glaubt das Zurückzühen namentlich der Garden auS dem Königreich mit der erwähnten Verschwörung in Verbindung bringen zu können. Ein sehr strenger UkaS ist wieder in Angelegenheit der russischen Unterthanen im Auslande mit der bestimmt ge­haltenen Aufforderung erschienen, daß diejenigen, welche nicht in kürzester Frist in ihre Heimath zurückkehren, den Verlust aller ihrer Liegenschaften zu beklagen haben würden.

Stuttgart, 23. Dez. In einer auf heute Abend 4 Uhr anberaumt gewesenen Sitzung ist die versa ssung bera­thende Versammlung aufgelöst worden.

Sprechfaal für Stadt und Land

Politisch-kirchliche Blätter."

! 2 Vom Main. Wir machen alle Freunde des kirchlich­

politischen Lebens auf die Erscheinung dieses BlatteS hiermit aufmerksam, das in dem Publikum der gebildeten Mit­telstände die gute Sache der evangelischen Kirche vertreten und auch die Reform der politischen und sozialen Zustände in einem zugleich christlichen und wahrhaft freisinnigen Geiste hinwirken will. Es erscheint bei R. v. Auw in Darm­stadt von Neujahr an wöchentlich zweimal in halben Bogen hoch Quart und beträgt der AbonnementSpreiS für Darmstadt vierteljährig 36 Kr., außerhalb wegen des PostaufschlagS unbe­deutend mehr. — Die Redaktion geht von der Ueberzeugung aus, daß nur ein gediegenes kirchliches und religiöses Volksleben , . der kräftigen Enfaltung deS politischen Lebens die rechte Weihe Von den j èeö Geistes und die unerschütterliche sittliche Grundlage ver- ""d I leiht z daß aber andrerseits, zumal in einer Zeit, wie die unsrige,

UM

des eigenen Gedeihens sicher zu seyn. Ein kräftiges politisches Leben ist nicht denkbar ohne freie Staatsformen, d. h. solche, welche dem Volke eine ausgedehnte und entscheidende Beiheili­gung bei den öffentlichen Angelegenheiten gewähren. Nicht aber meinen wir damit der unbedingten Herrschaft der Kopf­zahl das Wort zu reden; VolswiUe kann mit Recht nicht der leicht zu mißbrauchende Instinkt der wüsten Masse, sondern die MeinungS- Aeußerung der organisch gegliederten, nach ihrer Bedeutung für das öffentliche Wohl abgewogenen Bestandtheile deS Volkes genannt werden. Unser Weg wird in vielen Beziehungen von dem der jetzt herrschenden rationa­listisch-liberalen Partei, wie von dem Wege einer Reaktion

abweichen, welche auf ein Festhalten des Volkes in politi­scher und kirchlicher Unmündigkeit hinauslauft. Nicht durch Zügellosigkeit, noch durch Unterdrückung der Freiheit, son­dern durch ihre Organisation wird der Staat in Kraft und Ordnung erblühen. — Unser Staat ist aber ein entschieden christlicher, und ein entschiedener Kampf gegen die Bestre, bungen der Zeit, ihn zu entchristlichen, wird daher unsere Auf­gabe seyn. __

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.