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Sorten mit fortlaufenden Nummern zu verfertigen sind, wurde, dem Vernehmen nach, eine typograplüsche Maschine aus Eng­land herbeigeschafft, welche in voller, Thätigkeit ist.

.Aus dem Odenwalde schreibt der Odenwälder: Es geht in unserem Bezirke von Mund zu Mund daS Gespräch, daß ein demokratischer Kandidat, welcher bei der am 20. v. M. stattgehabtcn Wahl einige Stimmen erhalten hatte, diese einem andern Kandidaten gegen eine gewisse Summe zum Kaufe an­geboren habe. Das Ehrgefühl deS letzteren soll jedoch dieses unverschämte Anerbieten zurückgewiesen haben. Mit derselben Frechheit soll nun dieser chrenwerlhe Kandidat seine Stimmen einem dritten Kandidaten wirklich verkauft haben.

Aus dem Großherzogthum Baden, 19. Dezbr., meldet der „Schwäb. Merk.": Swon früher wurde in diesen Blättern berichtet, daß die bereits in unserm Lande angeordnete Ver­mögenssteuer nicht würde erhoben werden. Diese Mit­theilung war vollkommen richtig. Es ist jetzt definitiv von der Regierung ausgesprochen, und cs sind bereits deßhalb an die betreffenden Behörden die nöthigen Anordnungen ergan­gen. Die offizielle Verfügung, welche in diesen Tagen wohl ericheint, wird freudig von den Badenern begrüßt werden.

Karlsruhe, 18. Dez. (K. Z.) DaS Verhältniß zwischen badischen und preußischen Offizieren wird täglich kälter; nichts wäre den ersteren erwünschter, als ein Krieg mit Dänemark, wobei sie ihre Tapferkeit beweisen und die von vielen Seiten gegen sie gerichteten Anfeindungen zu Schanden machen könn­ten. Lächerlich ist eS, die preußischen und badischen Sympa. thieen gegenüber zweien Schauspielerinnen zu sehen. Fräulein E. (erst kürzlich aus Berlin verschrieben) erfreut sich der Gön­nerschaft der preußischen Offiziere, Fräulein F. jener der ba­dischen Offiziere; in den Bravo'S und den Kränzen von der einen Seite soll ein feindseliger Akt gegen das andere Offi- zlerkorpS liegen!

Rastatt, 18. Dez. (A. Z.) Aus der „Bundesfestung" ist wenig zu berichten. Preußische Rekruten und unsere Drago­ner ererziren, badische Solvaten und Unteroffiziere stehen vor dem Kriegsgerichte, die Besatzung gewinnt allmählich das Aus­sehen einer regelmäßigen Garnison. Die schon lange angekün­digte österreichische Pionir-Abtheilung ist noch immer — erwar, tet. Die unfreiwilligen Bewohner der Kasematten bestehen außer den badischen Stammgästen nur noch aus Schweizern, deren Regierungen sich, wie eS scheint, noch nicht zur Bezah- lung der aufgerechneten Atzungskosten vereinigt haben; dazu noch einzelne Gäste auS Ländern, wohin keine Briefpost geht, die wahrscheinlich in ihrer angeblichen Heimath weniger ge, kannt find, als bei unS. Auch Preußen sind noch da , deren Urtheil noch nicht gesprochen ist. Von diesen machte letzten Sonntag einer den sinnreichen Befreiungsversuch , daß er sich nach dem Gottesdienste unter den Altar versteckte, in der Hoff­nung, von da später unbemerkt zu entkommen. ES gelang nicht, und nach 30 Stunden wurde er bis zum Verschmachten durstig auS seinem Versteck hervorgezogen.

Köln, 18. Dez. Die allgemeine Karnevalsgesellschaft hat in ihrer vorgestrigen Sitzung beschlossen, daS Karnevalsfcst in dem nächsten Jahre nicht zu feiern, den vorhandenen Kassen­bestand ihrem im Eril lebenden Präsidenten, Franz Raveaur, zu überichicken und die Garderobe und Dekorationen zum besten der deutschen Flüchtlinge in der Schweiz zu verkaufen.

In dem Dorfe Harpen bei Bochum ereignete sich vor einigen Tagen ein schrecklicher Vorfall. Ein im besten Rufe stehender Landwirth will am Abend bei eingetretener Dunkel­heit die Fensterläden in seiner Wohnstube zuschlagen ; er öffnet in der Ltube daS Fenster und will die beiden Läden ergreifen, als er plötzlich von zwei in daS Fenster fallenden Schüssen ge­troffen wird und bewußtlos in die Stube zurückstürzt. Beide Schusse trafen den Unglücklichen am Kopfe und in der Brust so stark, daß er schon nach Verlauf einer halben Stunde seinen Geist aufgeben mußte. Ueber den Thäter, sowie über die Mo. tlve der Thäterschaft ist noch nicht das Mindeste entdeckt.

Würzburg, 22. Dez. Heute Nacht starb passier Oberst. Lleutenanl v. v. Tann.

Das AuflösungSdekret der LandeSversamm- lung lautet. Wilhelm König von Würtemberg. Wir finden

UnS bewogen, nach Anhörung unseres Gesammtministeriums in Gemäßheit der Verfassungsurkunde §§. 186 und 192 zu verordnen wie folgt: 1) Die gegenwärtige außerordentliche Landesversammlung ist aufgelöst. 2) Von dem Augenblicke der Verkündigung dieser Verordnung an hört die Wirksamkeit der Landesversammlung auf, die Wahl des zurückzulassenben neben dem Präsidenten auS 11 Mitgliedern bestehenden Aus- schusses ausgenommen, zu deren Vornahme derselben noch Eine Sitzung gestaltet ist. 3) Es wird eine neue Wahl nach den Vorschriften des Gesetzes vom 1. Juli d. J. ungeordnet, und hierüber durch Unser Ministerium des Innern die erforderliche Bekanntmachung erlassen werden. Gegeben Stuttgart den 22. Dez. 1849. Wilhelm. Herdegen. Schlayer. Wächter- Spittler. Baur. Hänlein. Auf Befehl des Königs: der KabinetSdirektor Maucler.

Köthen, 18. Dezbr. Heute ist, durch den Minister von Goßler, die Eröffnung deS vereinigten Landtages erfolgt. In einer einleitenden Ansprache drückte der Minister die für die aufgelöste Versammlung sehr schmeichelhafte Hoffnung auS, daß der gegenwärtige Landtag wesentlich zur Milderung deS leidenschaftlichen Parteiwesens und zur Belebung deS bürger­lichen Sinnes im Volke beitragen werde, und wies dann schließlich auf die zu erwartenden Vorlagen einer Wahlord­nung für die Wahl zum Volkshause und der Beitrittserklärung zum Interim hin.

Berlin, 21. Dezbr. (O.-P.-A.-Z.) Unter den Mitglie­dern deS hiesigen Richterstandes war der Vorschlag gemacht, dem Geh. Justizrath Taddel ein Festmahl zu geben, um ihm eine Anerkennung für seine Leitung deS Waldeck'schen Prozesses und die Wahrung der Ehre deS RichlerstandeS auszusprechen. Die Majorität deS Kollegiums des Kriminalgerichts hat eS indeß für angemessen erachtet, um jeden Schein einer Partei, nähme vom Richlerstande fern zu halten, diese Demonstration zu unterlassen.

In der großen Frankfurterstraße fand vorgestern Abend auf Verlangen deS ehemaligen Mitgliedes des TreubundeS, Redak­teur der „preußischen Volkszeitung" , I. de Marle, eine Ver­sammlung von Conservativèn und Demokraten statt, um ten J Versuch einer Ausgleichung der sie scheidenden Gegensätze zu machen. Zugleich sollte ein gemeinschaftlicher Beschluß beider Theile über ihr Verhalten bei den deutschen Wahlen gefaßt werden. Der AuSgang ist, wie sich voraussehen ließ, ein un­befriedigter gewesen.

Triest, 16. Dezember. Eben trifft der levantinische Lloyd- dampfer ein, und bringt unS Hiobsposten aus den öst.ichen Meeren. Fast alle Berichte, die uns auS den orientalischen Stapelplätzen zukommen , melden vom andauernden schlechten Wetter und von Schiffsbrüchen. Einem Briefe auS Konstan, tinopel vom 8. zufolge hatte der rasende Sturm erst ungefähr zwei Tage vorher nachgelassen, noch immer aber war der Him­mel umwölkt, und man fürchtete einen neuen Ausbruch. Das sogenannte „weiße Meer" und die rumelische Küste sind mit Waaren und allerlei Geräthschaften bedeckt, welche ohne Zweifel die Schiffe zu ihrer Erleichterung weggeworfen hatten. Die Dampfschiffe machten auf allen Linien nur sehr unregel­mäßige Kourse, und die Seefahrer überhaupt mußten in der lebten Woche ertragen, was nur zu ertragen möglich ist. Bei LemnoS scheiterten drei hintereinander: ein österreichisches, ein französilcheS und ein türkisches. Auch Metelino und Syra berichten von Schiffbrüchen ; doch wird in den wenigsten Fällen der Name deS Schiffs und des Kapitäns, wie dies auch bei den obigen der Fall ist, angegeben. Derlei Notizen tragen natürlich nur noch mehr zur Beunruhigung bei. AuS Canca meldet man, daß die verspätete Olivenernte durch daS unglück­selige Wetter spärlicher zu werben drohe. Die politischen Be­richte aus dem Orient melden wenig Aenderungen. Die Kauf­leute in Konstantinopel scheinen es ziemlich müde zu seyn, be­ständig von einer Ausgleichung zwischen der Pforte und ihren Nachbarn zu hören, ohne doch etwas von dieser Ausgleichung wahrzunehmen. An solchen Versicherungen fehlt kS übrigens auch diesmal nicht. Die französische Flotte ist noch immer bei Burla, die englische bei Besicabay. Beide werden wahrschein­lich dort den ganzen Winter hindurch bleiben. Am 2. Dez. kam die französische Dampffregatte „Prony" mit einem Be­amten in Smyrna an, welcher Depeschen vom Minister deS Aeußern mit sich führten. In Smyrna, wo sich sich der Vize­admiral DeScheneS befand, hatte eine Unterredung zwischen