1 gestorben, dessen Vater, ein noch rüstiger Greis, dort daS Amt : eines königl. preuß. Magazinverwalters seit langen Jahren be- > kleidet. ES erreichte diese Frau daS hohe Alter von 74 Jahren, - wovon sie 53 in glücklicher Ehe mit ihrem Gatten verlebte. - Außer den beiden Söhnen, wovon der ältere als Verbannter t in Straßburg gegenwärtig der Pflege seiner durch die über e ihn ergangenen politischen Stürme tief zerrütteten Gesundheit I lebt, der jüngere aber in einem fernen Kerker Oesterreichs I. schmachtet, weil er an den Oktoberkämpfen zu Wien als Kommandant eines Freikorps Theil genommen und namentlich die g Zerstörung einer Brücke dort geleitet hat, betrauern den Ver- tust ihrer Mutter noch zwei Töchter, welche, gleich den Söhnen, V verheirathet sind. (D. Z.)
Die Trier'sche Zeitung enthält die Anklageakte gegen die chei der Prümer Zeughausplünderung Betheiligten. Es sind 43 Angeklagte aufgeführt. Die Anklage lautet gegen Dr. ''Karl Grün, Victor Schily und drei Andere: „Am Sonntag den n 13. Mai 1849 auf der Marienburg unter mehr als zwei Vrr- r' schworncn ein Komplot verabredet und beschlossen zu haben, dessen S Zweck es war, die königl. Regierung umzustürzen oder zu ver- ändern, und die Bürger aufzureizen , sich gegen die königliche "Gewalt zu bewaffnen: Verbrechen gegen den Art. 87 und 89 des Strafgesetzbuchs." Die Andern sind theils der Bildung v' und Organisation einer bewaffneten Bande, theils der Ausführung der Plünderung angeklagt.
rn Stuttgart, 19. Dez. Der König hat die Niederschlagung n der Untersuchung gegen die Theilnehmer an dem bewaffneten jrs Zug des Rau von Gaildorf im September 1848 verfügt.
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ze- Freiburg i. B., 14, Dezbr. Gestern wurde — wie der Schwäb. M. berichtet — der Dichter Schnauffer verhaftet, tot Welcher aus der Schweiz herübergekommen war, und seine Geer- dichte unter die Bauern vertheilte. Würtemberger von Geburt len und Kaufmann von Beruf hatte er in Mannheim bei Struve rffe seine politische Erziehung genossen, dortige Blätter mit Gedichten jg, versehen, am Aufstande theilgenommen und eine Sammlung seiner Gedichte in der Schweiz drucken lassen.
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luf Dessau, 16. Dez. Durch Verordnung vom vorgestrigen ns- Tage ist der neu gewählte vereinigte Landtag auf den 18. d. renM. nach Köthen einberufen. In der verflossenen Nacht ist die ge- regierende Herzogin von Anhalt Dessau, Friederike, (geb. 30. — Sept. 1796) gestorben. Sie war eine Tochter des Vatersand bruders des regierenden Königs von Preußen, Prinzen Lub- 'afe wig und Schwester des gegenwärtigen Gouverneurs von inn Luremburg, Prinzen Friedrich von Preußen. Aus ihrer Ehe sind 3 Kinder entsprossen, 2 Töchter und der jetzt 18jährige Erbprinz Friedrich.
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ber* Berlin, 15. Dez. (D. Z.) Vor einigen Tagen hatten Isen 3 aus England hierhergekommene Quäker eine Audienz beim feni König, in welcher sie um die Theilnahme Sr. Maj. des Königs igel für die Grundsätze der Friedensgesellschaft baten. Sie sollen go „icht ohne Hoffnung entlassen worden seyn, obgleich sie wahr- citttMeinlich neben dem christlichen Sinne in Sanssouci eine ^ein größere Abneigung gegen das Kriegshandwerk erwartet haben lndt mochten. Sie wissen sreilich nicht, daß viele unserer Oberofsi- uru giere eben so strenggläubig wie kriegslustig sind.
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ine« Bromberg, 15. Dez. Auf dem Kampfplatze bei dem Städtchen TrzemeSzno, wo im vorigen Jahre das 14. Iw Infanterieregiment gegen die Insurgenten einen Kampf zu be- de' -stehen hatte, war von Polen den dort gefallenen LandSleuten nnt> ejn Kreuz gesetzt worden; dasselbe trug die Aufschrift: „Den W1 für das Vaterland (!) gefallenen Brüdern" und war mit den tzte« polnischen Nationalfarben, roth und weiß, angestrichen. Das- cicht selbe ist jetzt auf Befehl der Behörden fort und hierher ge- emo- schafft worden. (Deutsche Ref.)
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Wien, 16. Dezbr. (D. Z.) . Es geht Etwas vor; darauf 1 1 reduziren sich alle Berichte aus Wien. WaS aber vorgeht, das weiß man nicht. Man weiß nur, daß in der Staats- druckerei schon seit einigen Tagen angestrengt gearbeitet wird und weder Setzer noch Drucker daS Lokal verlassen dürfen, und man will vermuthen, daß demnächst eine Verfügung er# „ scheinen werde, welche einige unbequeme Paragraphen der Ver- aur'S f°ffun8 über die Reichs- und Landtage mobifizirt.
Der Kaiser ist mit seiner Mutter, der Erzherzogin Sophie, gestern nach Brünn gereist, um der Wittwe des verstorbenen Erzherzogs Ferdinand d'Este sein Beileid zu bezeigen: man erwartet ihn aber demnächst in Wien zurück.
Wir haben schon mehrmals auf die Stimmung der Armee hingewiesen, welche sich zumal jetzt, wo diese Armee zugleich als Strafanstalt für die Tausende politisch Kompromittirter und Verurtheilter eingerichtet ist, in einem sehr beträchtlichen Theil vorkommenden Falles als sehr unzuverlässig erweisen möchte. Das Militärkommando in Hermannstadt, erläßt soeben einen Befehl, welcher einen neuen Beleg dafür liefert: die Desertion hat bei den dort stehenden Truppen in solchem Maße überhand genommen, daß verstärkte Maßregeln getroffen werden mußten, derselben Einhalt zu thun.
Wien, 15. Dezbr. Aus sicherer Quelle bringe ich Ihnen die Nachricht, daß das Justizministerium sich über die Bildung der Geschwornenlisten für Wien entschieden und die Zahl der auf die Jahreslisten zu bringenden Geschwornen für das Preßgericht auf 600 festgesetzt hat. Wir dürfen zuversichtlich erwarten, daß das Preßgericht im Monat Januar in'S Leben treten werde, und zwar schon deshalb, weil eine nicht geringe Anzahl Prozesse ihrer Erledigung harren und, wie wir hören, das Preßgericht selbst den ersten Impuls zur Betreibung dieser Angelegenheit gegeben. (K. Bl. a. B.)
Großbritannien.
Londen, 15. Dezbr. Großes Aufsehen erregt in England der plötzlich eingetretene Wahnsinn des Lord Albemarle, welcher damit begann, daß er einem seiner Diener befahl, einen seiner Hunde zu tödten, den er dann selbst begrub und auf dessen Grab er einen Rosenstrauch pflanzte. Der Lord bildet i sich die ungeheuerlichsten Dinge ein , bald hat er im Billard ; 100,000 Pfd. gewonnen, bald 150 Mann im Gefecht getödtet, bald ist er mit Hrn. Cope der reichste Mann in England, bald besitzt er 490,000 Pfd. jährliche Einkünfte, bald sind Norfolk, Suffolk, Wales und Irland sein Eigenthum, bald hat er schon mit Cook die Welt umsegelt, bald ist er Jesus Christus und wurde als solcher bereits nach der Sündfluth gekreuzigt, bald ist er gen Himmel gefahren, wo ihm der Auftrag ward, eine Guillotine auf Erden zu errichten, um den unbußfertigen Sündern die Köpfe abzuschlagen, bald hat er im Himmel 50,000 Menschen getauft und hierauf in die See geworfen, bald hat er Den oder Jenen todt oder Jemanden die Nase abgeschlagen, ; bald bildet er sich ein, schon vor 4000 Jahren gelebt zu haben und damals der Feuerkönig genannt worden zu seyn, bald verlangt er, daß man ihn als Karl I. zum König kröne u. s. w. , Der Lord ist 53 Jahre alt und erbte von seinem Vater Güter in Norfolk, die jährlich gegen 9000 Pfd. einbrachten , obschon auch mit Schulden belastet waren.
Vor zwei Tagen segelte das Schiff Jenny Lind von Kingston (Irland) nach Australien ab, mit 400 zur Deportation verurtheilten Weibern und Mädchen, die dort, wo so großer Mangel an Frauen herrscht, sehr willkommen seyn werden.
Bei der Abstimmung über das neue Statut der Universität Orford haben es die liberal Gesinnten gegen die Orthodoren mit 153 gegen 139 Stimmen durchgesetzt, daß endlich auch die moderne Geschichte, obschon sie Herr Dennison geradezu „verpestend nannte, in den Lehrkursus ausgenommen worden ist
Ungarn.
Pesth, 12. Dez. Ein Professor der Zoologie an der hiesigen Universität, der wahrscheinlich in direkter Linie von Svatopluk dem Großen abstammt, hatte die Marotte, feine zeitgemäße Lehre slowakisch vorzutragen, obwohl keiner seiner Zuhörer diese sonst ehrenwerthe Sprache verstand. Natürlich verließen sie gleich bei der ersten Vorlesung den Som, und nöthigten den Slowakomanen, diesen panslawistischen Versuch einzustellen, obwohl Kenner versicherten, daß die Thwrkunde, in dieser Sprache vorgetragen, ungemein lieblich sey. Die Frequenz der Universität' ist dieses Jahr äußerst gering.
Verantwortlicher Redakteur? W. 9» Riehl.
