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feinen Besitzungen in unserer Mitte lebt, Gegenstand und Zeuge unserer verdienten Liebe seyn soll.

Darum schmerzte eS uns, als auf dem Landtage die Gründe für den Anschluß an den damaligen DreikönigSbund, welchen man jetzt, wenn es so seyn soll, immerhin schlechtweg „das Preußische Bündniß" nennen mag, abgewogen wurden, Don der demokratischen Linken hören zu müssen, man dürfe jetzt Nicht vom materiellen Absätze der rheingauer Weine und der Westerwälder Ochsen sprechen, sondern müsse ideellere Zwecke verfolgen. Die so redeten, hätten an die schweren Verhand­lungen denken sollen, welche ehedem an demselben Orte, wo sie gegen die Majorität solche Sprache führten, über den Anschluß an den „preußischen Zollverein" gepflogen wurden. Wahrhaftig, die darüber gedruckten Berichte und Verhandlungen zeigen heute Noch deutlich, daß damals von Produzenten und Konsumenten keine materiellen Verluste gescheuet wurden, daß man aller Opfer vollkommen sich bewußt war, daß man ideellere Zwecke verfolgte, daß man einen endlichen Anfang zur „Einheit Deutschlands" machen wollte und wirklich gemacht hat, daß wan aber zugleich hoffte, auch Oesterreich werde vom Süden aus dem Norden entgegen kommen. Wir haben darauf lange vergeblich gehofft, und jetzt erst, nachdem der Norden durch den Neuen preußischen politischen Verein sich näher zusammcnschlie- fen will, jetzt erst tritt Oesterreich mit neuen, aber fernen weit- ausschenden Vorschlägen auf, so daß es sogar zweifelhaft werden muß, ob Alles aufrichtig und ernstlich gemeint sey.

Der preußische Zollverein war ehedem ein Lebendes, Fer­tiges, Greifbares, Anerkanntes. Der jetzige preußische politische Verein ist auch insofern wenigstens ein Fertiges und Greifbares, <116 ein förmlicher Entwurf klar vorliegt, welcher dem Frank­furter VerfassungSentwurfe Schritt vor Schritt, zuweilen Wort vor Wort folgt. Das Lebende und Anerkannte fehlt ihm frei, lich noch, besonders den österreichischen Bedenken und Protesten gegenüber. Aber was bietet uns Oesterreich jetzt dafür im Materiellen und im ideellen Gebiete? Im ersteren dunkele Aus­sichten, und im letzteren nichts, gar nichts, ja noch weniger als nichts. Das neueste würtembergische Ministerium hat in seiner neuesten Erklärung wohl Hoffnung gemacht, es werde mit Bayern endlich noch das österreichische Kabinet zu einem allgemeinen deutschen Reichstage vermögen können, vielleicht sogar mit' Volksvertretung. Aber ist das etwas Fertiges vnd Greifbares? Ist das nicht am Ende ein Interim im Interim und hat nach dem alten lutherischen Sprich- Worte, solch ein Hinhalten nicht, scheinbar oder offenbar, ^en Schalk hinter ihm?" . Hal Oesterreich gegen Preußen Nicht den Vorwurf erhoben, daß man von Berlin auS Lurch den Entwurf, welcher dem Frankfurter nachgebildet sey, der Demokratie und der Revolution (denn Beides wird als eins betrachtet) eine Konzession gemacht habe, welche un­zulässig sey? Und nun glaubt das Würtembergische Mini, Zerium von Oesterreich noch die Bewilligung eines neuen deutschen Gesammt-Reichstages mit Volkhaus erhoffen zu kön, ven? Freilich, die Noth bricht am Ende auch Eisen, aber spät, oft zu spät.

Wir kennen so ziemlich AlleS, was in alter und neuer Zeit von aufrichtigen und unaufrichtigen Freunden Oester- veich'S für dasselbe geltend gemacht worden ist; aber auch die aufrichtigsten Freunde gestehen sich und Anderen willig, daß Oesterreich's Kabinet seit länger als 30 Jahren dem Kaiser- Hause die alte Liebe der deutschen Nation in seiner Verblen­dung unbewußt und ohne Willen, jedoch systematisch und wie geflissentlich, verkümmert und vertilgt hat.

Doch wir bleiben, dem gegenwärtigen Zwecke getreu, zu- Nächst bei den Aeußerungen des Korrespondenten stehen, und verschieben Anderes noch. Die ganze kurze Argumentation bestehet in folgenden Sätzen: „Wenn Preußen eine große, kühne nationale Politik befolgte, und hiermit die Wahrschein­lichkeit vorläge, daß eS die übrigen Staaten in seine Bahnen hineinzwänge, und daß am Ende durch den eroberungslustigen, Fremdes auflösenden und sich assimilirenden preußischen Geist doch die Einheit Deutschland'S zu Stande käme; so könnte ein politischer Mann vielleicht zweifelhaft werden, ob er sich nicht den Bestrebungen deS norddeutschen MilitärstaatS anschließen solle, um der jämmerlichen Zersplitterung Deutschlands ein Ende zu machen. Aber man betrachte doch einmal dieses Berliner Kabinet, diesen Prozeß Waldeck, diese Minoritäts­kammer mit ihren absolutistischen Beschlüssen, diese dänische Politik und so vieles Andere." Damit ist Preußen geschildert und verurtheilt! —

WaS aber Alles auf preußischer Seite fehlt, daS wird

hoffentlich auf österreichischer, im Ueberflusse vorhanden seyn? Man höre! „Und dem gegenüber die stolze Stellung des neuer, stärkten Oesterreichs mit seinen großen Aussichten, dessen Staats­männer die tiefste Verachtung verdienten, wenn sie ihr Kaiser- thum aus seiner bisherigen Stellung in Deutschland verdrân, gen ließen." Darin ist Oesterreich mit Allem geschildert, waS es für Deutschland's Einheit will und thut! —

Auf solche Prämissen wird für das nassauische Volk der Schluß gebaut: „das nassauische Volk wird der Stimme deS Rechts, der Klugheit und der Ehre folgen und sich nicht an den Erfurter Sonderbundswahlen betheiligen." Wenn wir nach der bestehenden StaatSfiktion die Mehrheit der landstän­dischen Versammlung für den gesetzlichen Ausdruck des nassaui­schen Volkes halten müssen, so ist auf diesem Wege wenigstens Anderes bestimmt worden. Was aber ein Aufruf gegen die Beschlüsse der gesetzlichen Majorität der Volksorgane in seinem innersten Kerne besagt, das brauchen wir der doch sonst gesun­den Logik dieses uns näher bekannten Korrespondenten kaum bemerklich zu machen; es müßte denn bei ihm vormärzliche und nachmärzliche Logik, oder politische und nicht politische Logik verschieden seyn.

Die Logik des Korrespondenten zeigt sich auch in der Pa­rallele, welche er zwischen den letzten preußischen und österrei­chischen Staatsschriften ziehet. „Man lese die StaatSschriften der vier großdeutschen Königreiche, sowie die österreichische« Zurechtweisungen, und daneben die preußischen Ausführungen aus verschiedenen Zeiten, und man wird die preußische Politik, um cs gelind auszudrücken , höchst schwankend finden." Aller­dings Oesterreich blieb sich gleich im Negiren, im Protestiren; es hat bis heute sich noch nicht darauf eingelassen, etwas Po­sitives vorzuschlagen.

Wir finden es nur im höchsten Grade unbegreiflich, daß auch dieser Korrespondent von „Verdrängen Oesterreichs" spre, chen kann. Wer hat das je gethan? Hat nicht Oesterreich selbst zu wiederholten Malen faktisch durch die Zentralorgan^ sation und durch das Losreißen seiner deutschen Provinzen von Deutschland und mit ausdrücklichen Worten erklärt, daß es seinen Schwerpunkt außerhalb Deutschland habe und haben wolle. Auch hier verläßt den Korrespondenten seine alte Logik.

Endlich ist noch der Hebel zu erläutern, dessen sich der Verfasser bedient, um die Bewohner Raffau's s,auf die heiligen Angelegenheiten der nationalen Arbeit" zu verweisen, beson­ders auf „die Eisenindustrie des Lahnthales", gegenüber dem „englischen Einfluß, Freihandel genannt, welcher das innerste Lebensmark deS deutschen Volkes, seine Arbeit, ertönten würde." Getadelt wird hierbei auch „der Leiter der Gothaischen Partei" und von ihm gebilligte Ansichten deS Lord Cowley", wornach England künftig „nach Deutschland weit über die bisherigen zwölf Millionen Pfd. Sterl. einführen" wurde. Diese Unter­stellung von der Gothaischen Partei wird wenigstens durch den neuesten Leitartikel der Deutschen Zeitung über daS Verhältniß zu England schnurstracks widerlegt.

Endlich „fühlen wir uns im Lahnthale noch nicht so todesmüde," daß wir „ein Stück eines preußischen RegierungS, bezirkes" werden wollen, sondern wir „wollen noch eine selbst­ständige, nassauisch-deutsche Entwickelung versuchen." Nemlich im Schatten der Fittige des österreichischen Ablers.

Wir sind neugierig, ob und wie Alles, was Preußen nicht gibt, auf österreichischer Seite seyn soll, und ob und wie der Verfasser Beweis dafür Vorbringen kann.

Deutschland.

•H Vom Rhein. Es ist gewiß erfreulich, wenn unsere Landesregierung und Schulbehörden in den Bestrebungen, die äußeren Verhältnisse der Volkslehrer besser zu gestalten, von den Gemeinden nach Kräften unterstützt werden. Rühmlich zeichnet sich in dieser Beziehung vor so vielen andern nicht unbemittelten Gemeinden die Gemeinde der Stadt Caub auS. Der jüngste von den dreien noch aktiven Lehrern daselbst erhielt im verflossenen Jahre eine Zulage von 60 fl., und in diesem Jahre wurde auf Antrag der Schulinspektion, welchem der Gemeinderath mit einer anerkennungswerthen Bereitwilligkeit entgegenkam, jedem ber beiden ältern Lehrer eine solche von 50 fl. zu Theil. — Wer es weiß, mit welcher Hartnäckigkeit von so manchen Gemeindebehörden alle Anträge für bessere Gestaltung der Lehrerverhältnisse von der Hand gewiesen und welche Schwierigkeiten den Lehrerfreundlichen Bemühungen