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Stuttgart, 6. Dez. (D. Z.) Die Stelle eines Landes- obersten der Bürg erwehr ist zur Bewerbung ausgeschrieben, da es bisher nicht gelungen ist, einen geeigneten Mann dafür zu finden. Die Besoldung wird höchstens jener eines Obersten gleichkommen: 2400 fl, zwei Pferderationen und eine Funk- tionözulage von 500 fl.

Stuttgart, 9. Dez. (D. Z,) An jenem für halboffiziell gehaltenen bundestäglichen Artikel im schwäbischen Merkur hat, wie ich aus guter Quelle vernehme, das Ministerium durch­aus keinen Antheil, vielmehr ist derselbe den Ministern höchst unangenehm und unerwartet gewesen.

Berlin, S, Dezbr. Nach der Nosstschen Zeitung ist eine Veränderung in der Archiveinrichtung des StaatS eingetreten. Es soll durch diese Reform eine vollständige Ab­sonderung der königl. Hausangelegenheiten von den Staatsan­gelegenheiten bewirkt werden. Nach dieser Zeitung wäre der Direktor des geh. Staatsarchivs Dr. G. W. v. Raumer von der Direktion des Archivs für das königl. Haus entbunden und die Leitung des letztern dem Oberzercmonienmeister v. Stillfried übertragen worden. Danach würde man künftig drei Zentralarchive haben, nämlich das Hausarchiv unter dem Baron v. Stillfried, das Staatsarchiv unter v. Raumer und das Ministerialgesammtarchiv unter dem Geh. Archivrath Riedel.

Wien, 6. Dez. (A. Z. Der Armeebefehl an die böhmischen Truppen hat sich vollständig bestätigt. Minister v. Bruck ist Geheimerrath und Freiherr geworden. Besonders seine Lei­stungen in Italien haben ihn um Oesterreich verdient gemacht.

Wien, 6. Dezbr. (O.-P.-A.-Z.) Das Ministerium für Landeskultur hat einen Preis von 200 Ducaten für das beste populäre Lehrbuch der Landwirthschaft für die Ackerbauschulen ausgeschrieben. Die um den Preis werbenden Schriften, welche bis zum 31. Dez. 1850 an das obengenannte Ministerium eingesendet werden müssen, können in deutscher, slawischer, un­garischer und italienischer Sprache verfaßt seyn; nur hat der Verfasser in den drei letzten Fällen eine treue deutsche Ueber- setzung beizuschließen.

Es ist eine Ministerialkommission zusammengetreten, um die Kolonisirungsfrage zu berathen. Eine vom Handels­ministerium herauszugebende ethnographische Karte der öster­reichischen Monarchie in neun Blättern wird bald erscheinen. Derselben ist ein statistisch-historisches Werk in drei Bänden unter dem Titel:Die Ethnographie der österr. Monarchie" beigegeben.

Von der Etsch, 5. Dez. Zugleich mit der Nachricht von der Abhaltung der alljâhrigen Todtenseier für Andreas Hofer und die Streiter von 1809, meldet uns der Tiroler Bote die Vermählung eines Enkels des genannten Volkshelden. Der­selbe, Karl Edler v. Hofer, k. k. Salinenbeamtcr, verband sich zu Gmunden im Salzkammergute mit Miß Krager Helprunn, der Sprößlingin eines alt-schottischen Geschlechts, jüngst zur katholischen Kirche zurückgekehlt, ein Bündniß, das eines roman­tischen Schimmers nicht entbehrt, wenn wir uns die Tochter plaidumschlungener Lairds vereint denken, mit dem Nachkom­men des Hauptes vomherrlichen Clan der Passeirer," um mit Hormayr zu reden. Demselben Hrn. Karl v. Hofer ver­danken wir auch die letzten verlässigen Mittheilungen über die Familie des Tiroler Oberkommandanten, die wir den Lesern nicht vorenthalten wollen, die schon am Sand in Passeir zuge­kehrt sind, oder doch den Namen Hofers nicht ohne den poeti­schen Nachklang nennen hören der in der Nähe weniger ver­nehmlich ist.

Von den Kindern des SandwirthS Ander! lebt nur noch sein einziger Sohn, derselbe der mit ihm auf der Kellerbahn gefangen wurde, Johannes Edler v. Hofer, k. k. Tabakhaupt­verleger in Wien, der 55jährige Vater der obgenannten Neu­vermählten. Die vier Töchter des Andreas sind todt Anna, von den Wienern Nina genannt, dieselbe von der Lewald er­zählt und ihre französische Korrespondenz im Sandhof entdeckt, starb als die letzte unvermählt. Von den Enkeln sind noch sechs lebend. Einer fiel als Kaiserjäger«Offizier bei Goilo,

Jene sechs übrigen sind Johann, gleichfalls Lieutenant im sel, den Korps, Andreas, der Lehntrâger des SandhofeS, den der Schwiegersohn des alten Ander, Erb, verwaltet, Ferdinand und die Schwestern Karoline und Adele,die kleine Schwarz­gelbe", wie sie Hr. Karl v. Hofer nennt, der von sich selbst berichtet, daß er seines Großvaters täuschend ähnliches Porträt, . welche Aehnlichkeit bei Hof bemerkt wurde", daß er den Gränz? 1 feldzug in Tyrol mitgcmacht habe undstets offen der radika- " len Wühlerei eingetreten sey." <

Italien.

Von Palermo hat man Nachrichten vom 20. Nov. Die Hinrichtungen und Verhaftungen dauern immer noch fort; die Theater sind geschlossen und die Promenaden verlassen. Die Paläste, in welchen das Parlament seinen Sitz hatte, sind ihres Mobiliars beraubt und geschlossen worden. Das Volk soll diesem Akte mit großer Entrüstung zugesehen haben.

Bei der fortdauernden Rechtlosigkeit der Presse in Nassau, wie sie durch den Mangel irgend eines Preßge- setzes und namentlich jedweder gesetzlicher Bestimmung über £ den Begriff der Verantwortlichkeit des Redakteurs bedingt r wird, wodurch die Festsetzung der letzteren .dem jeweiligen nachträglichen Ermessen der Gerichte anheim gegeben ist, j erklären sich die Verfasser der eingesandten Original- Artikel für den ganzen Inhalt derselben verantwortlich. c Haftbar für die politische Tendenz des Blattes und ' für die Nennung des Verfassers vor Gericht , erklärt sich der ; 4

Redakteur r W. H. Riehl. "

An Menschenfreunde.

Unter dem Schutze und der gnädigsten Beisteuer Sr. Maj. ! des Königs von Würtemberg, hat sich in Stuttgart ein men­schenfreundlicher Verein unter dem NamenVerein zum Besten verschämter Hausarmen" gebildet, der da schon seit Jahren seegenreich besteht und auf meine Anzeige auch in Darmstadt eingeführt worden ist, woselbst er sich wie in Stuttgart der wohlthätigsten Wirksamkeit erfreut. Dieser Verein verdiente in jeder Stadt von einiger Bedeutung errichtet zu werden, in­dem die verschämten Hausarmen unbestritten die Unglücklichsten von allen sind, da eine bessere Erziehung und wohl zu schonen­des Zartgefühl es ihnen verbietet, dem Straßenbettler gleich von Haus zu Haus herumzuziehen und jedem den hohen Grad ihrer Leiden zu klagen, worin sie sich mit ihren Familien be­finden, und oft gänzlich unverschuldet versetzt wurden.

Obiger Verein ist der geheime Freund der Hausarmen, indem dessen Mitglieder die Armuth aufsuchen, dem VereinS- Komite anzeigen, welches sie dann ganz im Stillen unterstützt, wobei noch den verschämten Armen das peinliche Gefühl be­nommen ist, öffentlich als arm bekannt zu werden, und sich für eine erhaltene Wohlthat bedanken zu müssen, indem sie nie erfahren, von welcher Seite sie die Unterstützung er­halten.

Ich habe daS Bestehen dieses so menschenfreundlichen Ver­eines vielseitig angezeigt, aber nur in Darmstadt erfreute mich der rasche Erfolg von dessen Errichtung. Sollte daher auch eine andere Stadt sich über das wohlthätige Wirken dieses edlen Vereines näher erkundigen wollen, so beliebe sie sich an Stuttgart oder Darmstadt zu wenden- H.

Die erste Ausgabe des politischen Blatteö wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegcben oder 1 kann im Expeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der 8. Schelleuberg'schen Hof,Buchhandlung in WieSb«dem