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schlägt zum Vortheil der konstitutionellen Monarchie aus. Die Vorzüge der konstitutionellen Monarchie, welche nicht in der Person, sondern in der Natur der Sache liegen, brechen sich BahnZ und wandeln die repräsentative Monarchie in eine solche um.

Unser Verfasser meint, Aristoteles habe bei seiner Schilde­rung der autokratischen Demokratie die damals gerade in Athen herrschende im Auge gehabt. Den Beweis für seine Meinung wird unser Verfasser schwerlich liefern können. Aus der aristo­telischen Schrift über die Staatskunst geht es nicht hervor, daß er gerade die Athenische Demokratie gemeint habe. Es läßt sich aber auch von einem so tiefen Denker gar nicht annehmen, daß er auf eine einzige Wahrnehmung hin sein ganz objektiv gehaltenes Urtheil gebaut haben sollte. Aristoteles beurtheilt den Staat nach seinem bekannten Wahlspruch:Nichts kann gut und vortrefflich seyn, was gegen die Natur ist." Bei die­ser Beurtheilung bedarf er der Empirie, seine Ansichten über den Staat beruhen auf empirischen Forschnngen. Und schon allein daraus muß gefolgert werden, daß er auf eine Wahrneh­mung hin nicht über eine ganze Staats- und Regierungsform den Stab bricht.

Wenn unser Verfasser der Ansicht seyn sollte, daß Aristo­teles ein Vertheidiger oder Freund der absoluten Monarchie ge­wesen sey, wie seine Worte: Alexanders Lehrer mochte dieser absoluten Volksregierung eine absolute Monarchie vorziehen, verstanden werden können, so irrt derselbe abermals. Aristo­teles sagt ausdrücklich, jede Verfassung sey absolut ungerecht, die nicht zum Besten der Gehorchenden, zu ihrem Glücke und zur Erhaltung der Menschen eingerichtet sey, und in sein. Polit. L, V. c. 9 spricht er sich für eine Monarchie mit einer Verfassung aus.

Ucbrigens ist die Einherrschaft diejenige Staatsform, welche der Idee am meisten entspricht, und in welcher das Gute in höchster Potenz erreicht werden kann. Da sie aber auch die Möglichkeit des Bösen nicht ausschließt, so hat der menschliche Geist die Einherrschast mit einer Volksvertretung die kon­stitutionelle Monarchie erdacht.

Was den Schluß der Berichtigung unseres Verfassers be­trifft, so verweisen wir ihn nur auf unsere Note. Aus dersel­ben wird er ersehen, daß wir Ohm gleich anfangs und schon auf den Grund seiner ersten Erklärung für ein schlechtes Sub­jekt gehalten haben. Die zwischenzeitlich veröffentlichten wei­teren Verhandlungen haben unser Urtheil bestätiget. Wenn wir uns auch darüber freuen, daß die Justiz die Schurken­streiche eines Ohm und Gödsche an das Licht der Welt gebracht hat, wenn wir auch die Haft des Geh. Justizraths Waldeck herzlich bedauern, so sind wir dennoch der Ansicht, daß Waldeck und Genossen nicht so schuldlos dastehen, wie man jetzt glauben machen will. Wir verweisen in dieser Be­ziehung statt vieler Ansichten nur auf die Mittheilungen in Nro. 292 und 293 der Kölnischen Zeitung und der Deutschen Zeitung vom gestrigen. Ucbrigens müssen wir aufrichtig ge­stehen, daß uns in dem Ohm-Waldeck'schen Prozesse noch Manches dunkel ist, wenn wir das Ergebniß der Vorunter­suchung, wie es aus dem Anklageakt und der Rede des Staatsanwalts Meyer hervorgeht, mit dem Resultate der öffentlichen Verhandlungen vergleichen. Ohne Akteneinsicht läßt sich jedoch kein sicheres Urtheil bilden. Die Akten über diesen Fall scheinen uns noch lange nicht geschloffen zu seyn. Die Anklage gegen Ohm wegen falscher Anzeige gegen Wal­deck dürfte noch manche Enthüllungen zu Tage fördern. Wir wünschen es. Fiat Justitia , pereat mundus! So viel ist aber klar, daß Ohm, bevor er Spion und feiler Schurke ward, in der Demokratie ganz starkmachte", und insofern liefert gerade auch er einen Beitrag zur Geschichte der modernen De­mokratie, als er zeigt, welche elende Schreier und nichtswür­dige Subjekte zuweilen in den Reihen Derjenigen sind, welche wâhnen, die Welt verbessern zu können.

D e »r t s â l a «r d

^.f Hachenburg, 9. Dez. Vor einigen Tagen hat dahier die Wahl der Geschwornen durch die Bürgermeister des Amtes stattgefunden, und sind aus der Stadt Hachenburg Gasthalter B. Ermen, Amtsapothcker Mergler und Fabrikant Phil. Schneider gewählt worden. Es kann dieser Wahl nur Beifall gezollt werden, indem die Männer, die sie getroffen hat, nicht nur als rechtlich gesinnt, sondern auch als einsichtsvoll

j bekannt sind. Auch die übrigen 9 Gewählten, die dem Refe­renten nicht weiter bekannt sind, sollen rechtliche Männer seyn. Es ist zu loben, daß bei solchen Wahlen auf politische An­sichten der zu Wählenden keine Rücksicht genommen wird. Nur dadurch kann das Institut der Geschwornengerichte, je mehr es an Neuheit verliert, desto mehr an Vertrauen gewinnen. Ucbrigens ist noch zu bemerken, daß wir hier keine Demokraten nach dem gewöhnlichen Schnitte aufzuweisen haben, daß da­gegen die große Mehrzahl der Bewohner wahrhaft konstitu­tionell gesinnt ist, d. h. eben so wenig dem monarchischen, alö dem demokratischen Absolutismus huldigt, vielmehr wünscht, daß die Gesetze auf dem verfassungsmäßigen Wege stets ver­vollkommnet, und denselben von Oben und Unteck Genüge ge­leistet werde.

Die OberpostamtS-Zeitung enthält nachfolgenden Artikel, den wir in Betreff des darin über Nassau gesagten zur Besprechung empfehlen; denn daß vor noch nicht gar langer Zeit Nassau die Freistätte für alle Heruntergekommene war, ist bekannt. Doch sollten wir denken, daß die neue Gemeinde­ordnung diesen Zuständen gesteuert hätte. Der Artikel lautet: Mainz, 6. Dez. Die Zerrüttung der Verhältnisse im öffent­lichen Leben hat seit zwei Jahren ihre Rückwirkung auf das Privatleben leider nicht verfehlt. In einer Zeit, wo alles dem Augenblik anheim gegeben schien, wurde der Einzelne nur zu bald verleitet, auch nur dem Augenblick zu leben. Sorglosig­keit, Verschwendung,Bummelei" wie die Berliner sagen, nahm überhand ; es gab geschäftige Helfer und Makler genug, welche das Ihrige dazu beitrugen, den Leichtsinn immer weiter auf einer Bahn zu führen, an deren Endziel sicheres Verderben harrte. Ich könnte viele warnende Beispiele dieser Art mit­theilen, wie z. B. ein junger Mann, kaum an die Spitze eines höchst ergiebigen Geschäftes gelangt, statt seinem Berufe nach­zugehen, mit Reiten, Fahren, Wirthschaftsbesuch, republikani­schen Gastereien rc. seine Zeit vergeudet und seinen Beutel leert, deßhalb bald zu Wucherern feine Zuflucht nehmen muß, und mit Hilfe gefälliger Makler es soweit bringt, daß ihm, I da die Schuldhaft schon unvermeidlich geworden, nur noch die j Flucht nach unserm Amerika, d. h. nach dem Herzogthum i Nassau, übrig bleibt. Denn leider konnten bisher unsere i Gesetze den böswilligen Schuldner nicht mehr erreichen, wenn er die nahe Grenze des Nachbarstaates überschritten hatte. In den meisten Fällen wäre es aber nicht so weit gekommen, wenn nicht allzu dienstfertige Vermittler sich stets herbeidrängten, und durch Anerbietungen von Darleihen dem Leichtsinnigen die beste Gelegenheit gäben, alle Launen des Augenblicks zu be­friedigen. ' Wenn dann der Zahltag fommt, braucht man aber­mals ein neues Darlehen, muß also auch höhere Zinsen zahlen, und erhält sich noch einige Monate lang, während man immer tiefer in Schulden versinkt. Das nennt man jetztLebensart". Der systematisch zu Grund gerichtete muß aber dennoch end­lich Haus und Hof und Familie verlassen, und nach dem nassauischen Amerika" flüchten.

Darmstadt, 10. Dez. (D. Z.) Es scheint, daß die nöthig gewordenen Neuwahlen sämmtlich für die Demokratie günstig ausfallen. In Friedberg ist Prof. Hillebrand gewählt, in Gießen wird Vogt diesmal wahrscheinlich ernannt werden.

Düsseldorf, 5. Dez. (Const. Z ) Es machte im vorigen Jahre viel Aufsehen, als plötzlich sechs Regierung Sräthe einige Tage nach der Erklärung deS Belagerungszustandes von ihrem Amte suspendirt wurden; sie baten damals in einer Anzeige der hiesigen Zeitung, das Urtheil über diese Ange­legenheit in suspenso zu lassen, da die Untersuchung in kurzem herausstellen würde, auf welcher Seite Recht oder Unrecht läge: Jetzt ist die Aufforderung an sie ergangen, sich bis zum 16. Dez. auf eigene Kosten nach Berlin zu verfügen, um dort vor ein Disziplinargericht gestellt zu werde». Es soll gegen drei der am meisten Gravirten Antrag auf Versetzung mit GehaltSverminderung, gegen die übrigen drei ohne solche ge­nommen seyn.

Von, frühern Abgeordneten zur deutschen Reichsversamm­lung Fröbel sind Briefe aus Neuyork in Berlin angekommen, worin er sich sehr erfreut über den Empfang ausspricht, der ihm von seinen Landsleuten dort zu Theil wurde. Er schreibt, daß es dort in Marryal's Hotel von deutschen, französischen und italienischen Flüchtlingen wimmele. Auch traf er Heraiiicr unter Andern dort, der eine ziemlich bedenkende Praxis als Arzt (?) haben soll.