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wärtigen Aufenthalt. Bekanntlich sollte Klapka den Oberbefehl über die schleswig-holsteinische Armee übernehmen, wurde aber daran durch die Einsprache Preußens verhindert. Nach seiner letzten Reise nach London und Paris beabsichtigte er über Köln nach Hamburg zurückzukehren, wurde aber von den preußischen Behörden ausgewiesen und zurück nach Frankreich visirt. Er wendete sich zuerst nach Saarlouis, darauf nach Besancon und zuletzt nach der Festung St.-Louis an der Schweizergrenzc. Aber auch hier fand er keine Ruhe, da ihm die französische Regierung deutlich zu verstehen gab, daß man ihm ein längeres Verweilen nicht gestatten könne. Aus diesem Grunde verließ er vor kurzem den Boden Frankreichs und begab sich zu dem Kommandanten der Veste bei Solothurn in der Schweiz, einem gewissen Zepulsky, zu dem er von frühern Jahren her in freundlicher Beziehnng stehe. Dort befindet sich also jetzt Georg Klapka, und nicht in Amerika, wohin ihn viele Zeitungen reisen ließen.

Aus österr. Schlesien, 26. Novbr. Für manchen Leser dürfte die Notiz nicht uninteressant seyn, daß der mit Bem unlängst in Wivdin zum Islam übergegangene ungarische Jn- surgentenoberst Stein ein Bruderssohn des berühmten preus­sischen Staatsministers Karl v. Stein seyn soll. Er war bis zum vorigen Jahre Geniehauptmann in der österreichischen Armee, und zwar zufällig bei jenem Theile derselben, der in Ungarn unter die Befehle veS Pesther Kriegsministeriums gestellt wurde. Als später die Differenzen Ungarns mit Oester­reich zum offenen Kriege führten, hielt der Hr. v. Stein treu an der rothweißgrünen Fahne. Er wurde Oberst und zeich- nete sich bei mehreren Gelegenheiten aus. In letzterer Zeit war er bei der Armee Bems in Siebenbürgen Generalstabs- Chef, und theilte später die Schicksale jenes Häufleins, welches lieber ein Asyl auf fremder Erde suchte, als daß cs die Waffen streckte. Für die türkische Armee ist er eben so wie Bem eine gute Akquisition, denn über seine militärische Tüchtigkeit herrscht bei Freund und Feind nur eine Stimme.

Frankreich.

Paris, 4. Dez. Das Organ des Elysee, der „Dir De- cembre", weisst die Behauptung mehrerer Journale, daß in gewissen Fällen die französische Regierung Oesterreich erlauben würde, über Piemont und die Schweiz herzufallen, mit folgen­den Worten zurück: „Man muß sehr thöricht oder sehr verrucht seyn, um solche Verleumdungen vorzubringen; so lange L. Na­poleon Präsident ist, wird er nie Oesterreich, d. h. der abso­lutistischen Koalition deS Nordens, erlauben, unsere Ostgränze unter die Füste zu treten; denn Turin und Genf sind die Schlüssel, welche das Thor Frankreichs von Osten her öffnen."

Gestern ward die Tabelle der in den Voranschlägen für 1849 beanspruchten Credite in der Nationalversammlung auf­gehängt. Der Gesammtbetrag der schon bewilligten Credite beläuft sich auf 1,653,349,587 Frs., während der Gesammbe- trag der Einnahmen nur 1,411,732,017 Frs. beträgt. Rechnet man die begehrten und noch nicht votirten Credite rc. mit etwas über 48 Millionen hinzu, so wird das Defizit für das laufende Jahr in runder Summe sich auf 289,600,000 Frs. herausstellen.

Gestern haben 38 Mitglieder der äußersten Linken einen Vorschlag zur Errichtung von „Familien - Tribunalen" in sämmtlichen Gemeinden der Republik eingereicht; ihr Zweck soll seyn, die Beilegung von Streitigkeiten zu versuchen, bevor dieselben vor die Gerichte gebracht werden. In größeren Städten wollen sie eben so viele dieser Tribunale errichtet wissen, als es dort Friedensrichter gibt.

P. Lerour gibt in einem rothen Journale eine zehn Spalten lange Antwort an Proudhon zum Besten. Die Schlußworte lauten: „Sie haben mir gesagt, was ich schon weiß und was ich Ihnen im Anfänge sagte! „„Sie sind ein Niederreißer, lieber Proudhon, aber keinen Baumeister."" Ihr System ist Chaos; eö erfordert den schaffenden Geist, der nach der Genesis über den Gewässern schwebte. Wenn es aber kein ChaoS wäre, so würde es seyn, was jetzt besteht — die. Ausbeutung deS Menschen durch den Menschen und die Herr- i schaft des Menschen über den Menschen."

L. Bonaparte besuchte gestern das Varietee-Theater , wurde von der draußen zahlreich versammelten VolkSmeng, so wie vom Theaterpublikum mit lauten VivatS empfangen.

Als die amnestirten Juni-Insurgenten in Havre anlangten riefen einige: „Es lebe die demokratische und soziale Redu blik!" Sie wurden sogleich nach Belle-Jsle zurückgeschickt.

Nach der „Assemblee Nationale" ist die Lage Sllgiereni w ernster, als man eingesteht; sie will wissen, daß'die neuest«, Depeschen, welche der Kriegsminister empfangen habe, keiner ^ weges beruhigend lauten.

Großbritannien. „

London, 4. Dez. Die heutige Times bringt einen Lei! artikel, der mit den Worten beginnt: „Die unglückliche Ang«, * legenheit des Kaps ist geschlichtet worden und zwar in einzig möglichen Weise, indem das Sträflingsschiff Neptw - Gegenbefehl erhalten hat." „tio'

_____ Hesse

Rußland. —

Petersbug, 23. Nov. Ein schrecklicher Orkan, der plös lich heute Morgen entstand, trieb das Wasser der Newa ii ihr Bett zurück,.und die Salzfluten der Ostsee wälzten sich de Stadt zu. Von Minute zu Minute stieg das Wasser, bis e^mt fast sieben Fuß über den Normalstand erreicht hatte. Von beriet Festung und der alten Admiralität donnerten die Kanonen vo>Die Viertelstunde zu Viertelstunde, und gaben das Zeichen de: leg wachsenden Gefahr. Augst und Bestürzung hatten sich «Mich Menschen bemächtigt. Die Jsaaksbrücke war zertrümmert uii^eul die Kommunikation mit Wassili-Ostrow gehemmt, von dem eil Die Theil unter Wasser stand. Im sogenannten Galeerenhafer, Au saßen die unglücklichen Menschen auf den HauSböden, denifNa unten war Alles voll Wasser. Krei

Auch auf der sogenannten Avmiralitätsseite drang ba^ — - Wasser aus den Straßenröhren und überschwemmte hier un^Mfl da die Straßen. Doch um 5 Uhr Nachmittags drehte sich de^off. Wind, und die gräßliche Gefahr war vorüber. ^Dw'Mrwânga schwamm voll Holz, denn 30 große Holzbarken waren unter»roß> gegangen; zertrümmerte Böte, Badehäuser 2c. wurden inâpre, Meer getragen. Auf Wassili-Ostrow soll ein großes zweimas stigcs Schiff weit in die Stadt hineingetrieben worden fevnr= und quer auf einer Straße auf dem Trocknen liegen. In der Kanälen war das Wasser so hoch, daß die in denselben besing lichen Barken mit ihren Schnäbeln auf dem Trottoir lagen.

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Mexiko. m P

Man vernimmt aus Veracruz vom 16. Oktober, daâ"^ Merico wieder am Vorabend ernstlicher Bewegungen stand. Jr« y' mehreren Staaten war eine unruhige Stimmung bemerkbar, wahrscheinlich künstlich hervorgerufen von Santa Anna's 2ln™c Hängern, die Alles aufbieten, um dessen Rückkehr und Wieder«, einsetzung in die Regierungsgewalt zu bewerkstelligen. Andrer« seits sind auch die Monarchisten sehr rührig, und der in Vera«- D cruz erscheinende „Universal" sieht die Rettung Merico's nur 3. ( in einem Monarchen, welcher der jetzigen „possenhaften Repwionat blik" ein Ende mache. (Engl. Bl.) eguta

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Amerika

Eine neue westindische Post ist in London eingetroffen, 1) Auf Trinidad war die Ruhe wieder hergestellt. Der,,Kaiser! -lus Faustin hatte, außer den früheren Fürsten und Herzogen, nicht alb weniger als 300 Barone und 500 Grafen ernannt! "bien

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Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. kkl

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Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird anh entt jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben obersten kann im Expeditionslokale abgeholt werden. r'Vn

Die Expedition der Nasi. Allg. Zeitung. |[te(h

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Druck und Verlag der L. ScheÜenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden,