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rutschen Angelegenheiten Vorstellungen erhebe, kann als eine „begründete bezeichnet werden. Wenigstens ist in den Kreisen diesiger hochstehender Staatsmänner nichts davon bekannt. — lebet die Stellung, welche der Kaiser von Rußland Preußen Gegenüber einnimmt, kann im Gegentheil im Interesse des zu gründenden engeren Bundesstaates Erfreuliches mitgetheilt wer- nen. Eine dem preußischen Throne nahe stehende Person dev­ote nämlich vor mehreren Tagen im Gespräche mit hiesigen Staatsmännern darauf hin, daß der Kaiser von Rußland sich Wn ausgesprochen habe, daß er sich von jeder Ein­mischung in die deutsche Angelegenheit fern hal­ten, dagegen diejenige Macht mit Krieg über, "iehen werde, von welcher zuerst thatsächlich die ikriegesfackel in den Schooß Deutschlands ge- chleudert werden würde.

£ Prag, 28. Novbr. In Nordböhmen beginnt die Ueber, zchwemmung mit Privatnoten, die nun eingezogen werden sollen, Mancherlei Wirren nach sich zu ziehen, vor denen wir schon im Monat April warnten. So schreibt man dem „(Sonst. Bl. a. K." von dorther: Vor einigen Tagen wurde hier eine kreis- Mtliche Verordnung publizirt, kraft welcher die von Privaten Mittirten Noten bis zum Letzten dieses Monats eingelöst wer, e-en müssen. In Böhmischleippa erregte diese am letzten Tage jveö Martini-JahrmarkteS erfolgte Kundmachung eine Verwir­rung, die beinahe Anlaß zu ernsten Konflikten gegeben hätte, j^iemanb wollte die nun bald werthlosen Papiere mehr anneh- Pien, dagegen Jeder die seinigen an Mann bringen. Man sieht Hieraus, wie weniger der persönliche Kredit der Ausgeber als ^vielmehr das allgemein gefühlte Bedürfniß eines Verkehrsmit- etels, und nebenbei die stillschweigende Zustimmung der Regie- Brungs-Organe Ursache waren an der Bereitwilligkeit der An­nahme und an dem schnellen Flusse der Zirkulation, deren sich ibiefe Privatbank bisher zu erfreuen hatte. DaS kreisamtliche «Dekret hat auf einmal diesen scheinbaren Kredit über den Hau- Fen geworfen, und auch sonst noch so geachtete Namen haben das Zutrauen verloren. Man ist sehr begierig auf den Akt der Einlösung selbst und fürchtet, wohl nicht ganz ohne Grund, Haß daraus manche Verwirrungen und Rechtsstreitigkeiten ent­gehen dürften. Abgesehen davon, daß bereits viele falsche „Noten zirkuliren, die Beurtheilung der Aechtheit aber vor der jKand dem Emittenten allein zusteht, dürften auch bei manchem Ausgeber theils der Wille, theils die Mittel fehlen, den Ver­pflichtungen vollständig Genüge zu thun. Nur bei Wenigen „ist die Notenausgabe durch einen Fond gedeckt, die Mehrzahl i(jjat daraus eine Spekulationssache gemacht, das eingelegte zGeld inS eigene Geschäft gesteckt und sich damit in gewaltige „Operationen eingelassen. Da dürfte sich nun so manche Ver- „legenheit herausstellen, an die weder der Ausgeber noch der „Inhaber anfänglich gedacht haben. Im Allgemeinen ist man jedoch froh, daß man auS dieser Zettelperiode einmal Heraus­tz kommt.

J Frankreich.

r' Paris, 30. Nov. (Karlsr. Z.) Man ist in Unruhe über " ten Stand der Dinge in Algerien. Beim Abgang der letzten I' Nachrichten aus Algier am 22. Nov. war die Post von Kon- ö stantine um zwei Tage rückständig. Der Ingenieur-Oberst M Petit, der die ersten Belagerungsarbeiten gegen die Oase Saat- scha geleitet hatte, war an seinen Wunden gestorben.

f Paris, 2. Dezbr. (O.-P.-A.-Z.) In einer der letzten Abendgesellschaften bei dem Präsidenten der Republik soll sich dieser gegen die Herren Molo, Changarnicr, Lord Normanby ü u. A. in vertraulicher Weise ungefähr also geäußert haben: h „Was mich betrifft, so bin ich nicht im Geringsten in Derle- ( genheit, Frankreich zu regieren. Ich denke wie der erlauchte : Mann, dessen Namen ich trage, daß dieser große Staat von $ allen Ländern Europa's derjenige ist, welcher am leichtesten M eine gute und weise Regierung erkennt. Jeder an der Spitze S der Gewalt stehende Mann, der entschlossen ist, sich mit den g Interessen des Volkes zu beschäftigen, der von den Beamten I, Adel des Gefühls, Erhabenheit deS Charakters fordert, der den Wunsch nach Frieden, von dem das Land beseelt, mit der Würde des Benehmens verbindet, welche eS fordert: ein solcher Mann 1/ kann zwar bei Individuen, sogar bei Parteien Unzufriedenheit - erregen, aber er wird Frankreich befriedigen. Meine Politik !, ist: die A b sicht und der W ille, recht zu handeln, t Mit diesem Talisman werde ich mein Ziel erreichen."

Ganze Ballen sozialistischer Schriften gehen unaufhörlich von Paris nach Savoyen. Die revolutionäre Propaganda scheint dies Gränzland zu ihrem Hauptquartier ausersehen zu haben.

Lamartine veröffentlicht in einem Blatte des Loiret-Depar- tements ein Schreiben an seine Wähler, worin er erklärt, fein Mandat als Volksvertreter niederlegen zu wollen, wenn binnen drei Wochen seine Gesundheit sich nicht bessere.

Italien.

Rom, 22. Nov. (D. Z.) Man erwartet demnächst einen Päpstlichen Erlaß, wodurch diejenigen Mitglieder der Konsti- tuirenden, welche gegen die Entthronung des Pabstes gestimmt haben, in die Amnestie mit eingeschlossen werden sollen. Mit­hin würde es unter andern Mamini gestattet seyn, nach Rom zurückzukehren. Der Osservatore Romana, Organ der entschie­den katholischen Partei, widerspricht der Versicherung mehrerer italienischen Blätter, daß der Pabst, so lange die Franzosek noch in Rom seyen, nicht hierher zurückkehren werde, und frisst seinerseits die Versicherung hinzu, daß der Papst zu-Frankreich gerade in eben so freundschaftlichen Verhältnissen stände als zu den andern Mächten. Wenn die Rückkehr des heiligen VaterS noch verschoben oder noch nicht bestimmt festgesetzt sey, so liege der Grund davon in keinem so kleinlichen Motive, sondern ia höheren und allgemeinen Rücksichten der Nothwendigkeit.

Man spricht davon, daß der Pabst die Absicht habe, an die französischen Truppen in Italien eine von ihm verfaßte Schrift „Der Schatz des Soldaten" genannt, als Zeichen seiner Dankbarkeit vertheilen zu lassen.

Großbritannien.

London, 30. Nov. Die amerikanischen Blätter bringen den offiziellen Bericht über Einnahme und Ausgabe der Ver­einigten Staaten im dritten Trimester 1849. Die Einnahme betrug 13,241,500 Dollar, die Ausgabe 8,910,186 Dollar. — j Die Erhaltung der Landarmee kostete 1,600,913 Dollar, die Erhaltung der Marine 2,052,435 Dollar. Am 30. September lagen 7% Millionen Dollar disponibel im Staatsschatz.

Nach dem „Morning Heralb" wird eine neue Nordpoler, Pedition ausgerüstet, um Sir John Franklin aufzusuchen. Dieselbe wird durch die Behringsstraße gegen Nord-West vor­dringen.

London, 3. Dzbr. Die verwittwete Königin ist gestern Morgen um sieben Minuten vor 2 Uhr in Stammore Priory nach einer langen und schmerzlichen Krankheit gestor­ben. Dies Ereigniß ward sogleich auf außerordentlichem Wege der Königin Victoria und dem Prinzen Albert, der Herzogin von Kent und dem Herzoge und der Herzogin von Cambridge gemeldet. Während der letzten Augenblicke Ihrer Majestät waren in der Priorei von Stammore unter Anderen anwesend: die Herzogin Ida und die Prinzen Eduard und Gustav von Sachsen-Weimar, die beiden Prinzessinnen von Sachsen-Weimar, Graf Howe (Oberkammerherr) und Gräfin Howe. Die Aerzte, welche die Königin während ihrer Krankheit behandelten, waren die Herren David DavieS und Richard Bright.

Die Königin Adelheid war bekanntlich eine geborene Prin­zessin von Sachsen-Meiningen. Geboren am 13. Aug. 179?, erreichte sie ein Alter v»u-S7 Äahrrn. Am 18. Juli des Jahres 1818 vermählte sie sich mit, dem Herzoge von Cla- rence, nachherigem Könige Wilhem IV., welcher zu jener Zeit 53 Jahre alt war. Königin ward sie durch die Thronbestei­gung ihres Gemahls am 26. Juni 1830, und am 8. Sept, des folgenden Jahres fand die Krönung Statt. Wittwe wurde sie am 20. Juni 1837. Die letzten Jahre ihres Lebens waren eine lange Krankheit. Der Zustand ihrer Gesundheit, welcher nie fest gewesen war, machte ihr häufige Veränderung dyk Luft nöthig , und so kam es, daß sie viele Zeit auf Reisell zu brachte. Auch Malta und Madeira gehören zu den Orten, die sie besuchte.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.