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Swiuemünde vorüber, um sich nach Danzig in die Winterlage i Es wurde hierauf sofort ein vorläufiges Verhör vorgenommen, zu begeben. Der „Adler" und die Kanonenböte liegen sammt- ' ' "' r 1

lief) in Stettin. Leider sind in voriger Woche in Haff bei sehr starkem Sturme neun Oderkâhne und zwei Jachten gescheitert!

Verluste von Menschenleben sind nicht zu beklagen. Nach glaubwürdigen Mittheilungen soll es entschieden seyn, daß Swinemünde ein Hauptkriegshafen der Ostseeküste werden wird.

IEs wurde hierauf sofort ein vorläufiges Verhör vorgenommen. Einige der Anwesenden gestanden geradezu ein, ihr wahrer Zweck sey, Heinrich V. wieder auf den Thron seiner Vorfahren zu setzen.

Königsberg, 28. Nov. (D. Z.) Die Anklageschrift gegen Hrn. Joh. Jakoby ist dem Verhafteten bereits mitgetheilt. Sie soll von bedeutender Umfänglichkeit sein. Der Prozeß wird den 8. Dezember beginnen. Aus der Umgegend von Königsberg, sowie aus Tilsit, wird über plötzlich eingetretene harte Kälte geklagt, die eine förmliche Einwinterung zur Folge gehabt. Wegen des Eisganges der Weichsel und Nogat ist der Posten­lauf nach Ostpreußen unterbrochen. Es ist noch immer nicht möglich gewesen, die Bande des Raudons KrotinuS aufzuheben, sondern sie dehnt ihr Unwesen bis in die Nähe von Schirwindt aus. —

Posen, 1. Dez. (O.-P.-A.-Z.) Ein seit einigen Tagen hier verbreitetes Gerücht, das seinen Ursprung aus der polni­schen Hauptstadt herleitet, darf ich nicht unerwähnt lassen: eS heißt nämlich, Kaiser Nikolaus werde ganz binnen Kur­zem nach Warschau kommen und dort eine Zusammenkunft mit dem Kaiser von Oesterreich und unserem Könige haben. Die Nachricht gehört nicht zu den Unmöglichkeiten, wenn gleich sie auch nicht sehr wahrscheinlich ist, wenigstens sieht sie mit einem andern, ebenfalls vielen Glauben findenden Gerücht, wonach der russische Kaiser den gänzlichen Rückzug der deutschen Trup­pen aus Schleswig verlangt, welches er mit russischem Militär bis zum Friedensschluß besetzen will, wenig in Einklang. Aus dem Königreich Polen geht unS zwar die Nachricht zu, daß die russischen Garden nach dem Kaiserreich zurückgekehrt sind, allein eS steht dort in der Nähe unserer Gränze noch immer die imposante Macht von drei Armeekorps, die jedenfalls eine wichtige Bestimmung haben muß. Wir unsererseits sind der Meinung, daß Rußland vorderhand keine feindlichen Absichten hegt, aber es für nothwendig hält, gerüstet an seiner West- gränze zu stehen, und abzuwarten, ob der angesetzte Erfurter Reichstag nicht auch zu politischen Verwickelungen führen werde. —

Die mit Beschlag belegten Papiere, sowie andere, welche zerrissen uns dann von dem Polizei-Agenten sorgfältig aufge­lesen worden waren, scheinen das letztere zu bestätigen. Unter den Papieren befanden sich unter anderen mehrere Offiziers- Patente mit einem grünen, einen EberSkopf darstellenden Siegel. Auch hat die Polizei eine Anzahl Büsten, Denkmünze» und sogar Geldstücke mit der Aufschrift: „Heinrich V. Köniz von Frankreich", entdeckt. Die Mitglieder der HubertuS-Legio» besaßen alle eine Karte, worauf daS Bildniß Heinrich V. ij Relief mit der Umschrift stand: „Die Waise ist stark in der Hand GotteS." Diese Karten trugen ebenfalls daS grüm Siegel mit dem Eberskopf. — Die Verhafteten wurden nach dem vorläufigen Verhöre unter starker Bedeckung auf die Poli­zei-Präfektur gebracht und noch in derselben Nacht einzeln von Polizeikommissarien in ihre Wohnungen begleitet, um den Durchsuchungen beizuwohnen. Bei dem Einen wurden Waffe» und Munition, bei dem Anderen wichtige Papiere, bei Andere» Embleme ic. gefunden. Bei einem Verhafteten hat man 3000 Franken in Gold mit Beschlag belegt, bei einem Andere» eine Anzahl Einfrankenstücke mit dem Bildniß Heinrichs V. und der Jahreszahl 1850, und einige Medaillen mit demsclbe» Bildniß. — Außer Hrn. v. Camgagnol befindet sich unter de» Verhafteten keine legitimistische Notabilität. Man hat all! Diener des Hofes Karls X., einige Arbeiter und Kaufleute, einen Arzt, einen Geistlichen der Kirche St. Severin und de» Thürsteher derselben Kirche tc. unter ihnen erkannt.

Paris, 1. Dez. (D. Z.) Die innere Politik Frankreichs ist im gegenwärtigen Augenblicke ziemlich stagnant. Die stür­mischen , durch die für jetzt ohnmächtige Wuth der Montagne veranlaßten leidenschaftlichen Ausbrüche in der Nationalver-

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Paris, 1. Dez. (O.-P.-A.-Z.) Hr. Guizot wohnte vor­gestern der Sitzung der französischen Akademie bei. Die Aka­demie ernannte die sog. Zensurkommission, die nach der Vor­schrift deS Reglements die Antrittsrede des Herzogs von Noailles zu prüfen hat; Ein auffallender Umstand, der einiges Licht über die Thätigkeit der gelehrten Gesellschaft verbreitet, ist, daß der Ausdruck, den in der vorgestrigen Sitzung die sprachforschlichen Verhandlungen bestrafen, kein anderer war, als daö Wort „accorder", woraus hervorgeht, daß das Lexi­kon, woran seit nunmehr vollen neun Jahren die Herren der Akademie ohne Unterlaß gearbeitet, noch nicht über den Buch­staben A hinaus ist.

Paris, 28. Nov. Ueber die verhaftete legitimistische Ge­sellschaft, welche Anfangs zu großem Rumor Anlaß gab, der hintendrein in Nichts zerronnen ist, schreibt man: Schon seit zwei Monaten hatte die Polizei eine legitimistische Gesellschaft, die den Namen: „Legion des h. Hubertus," angenommen hatte, streng überwachen lassen. Da in der Folge genauere Nach­richten der Regierung bewiesen, daß die Gesellschaft die Her­beiführung eines Regierungswechsels zum Zwecke hatte, so zau­derte der Polizei.Präfekt nicht länger, die Mitglieder der Ge­sellschaft verhaften und den Gerichten zur Verfügung stellen zu lassen. In dem Augenblicke, wo die Agenten der Polizei in den Saal traten, waren außer Hrn. P. de Campagnol, der präsidirte, 45 Personen daselbst versammelt. Man hatte so eben das Verlesen einer Broschüre von Dibier über seine Reise nach Frohsdorf, die er im vorigen Februar veröffentlichte, beendet. Der mit seiner Schärpe bekleidete Polizeikommissär gab den Zweck seines Erscheinens zu erkennen, und erklärte den 46 Anwesenden, daß sie provisorisch verhaftet seyen. Diese Erklärung brachte einen ziemlich lebhaften Eindruck unter den­selben hervor, allein Keiner erhob Widerspruch oder Klage.

sammlung, welche zuweilen diese dumpfe und vielleicht nicht bedeutungslose Schwüle unterbrechen, wollen so lange nicht viel bedeuten, als die verschiedenen orleanistisch-legitimistisch- bonapartistischen Bruchstücke der Mehrheit, die sichâ-wichtigrn Augenblicken noch durch die UltramontaneN und die Gemäßig- sten unter den Republikanern oder die sogenannten honetten Republikaner unterstützt sehen, gegen die sozialistische Partei, die allen jenen Fraktionen in fast gleichem Grade ein Gräuel ist, zusammenhalten. Aber der Kitt, der die verschiedenen Ele­mente der Mehrheit verbindet, ist kein ewiger, das Band, welches sie umschlingt, kein moralisches. Wenn die Montagne Geduld hätte, ihre Zeit abzuwarten und an sich zu halten, so möchte der Augenblick nicht allzu ferne seyn, wo diese Elemente zerbröckeln und nach rechts und links auseinander fallen. In­zwischen verfolgt der Präsident der Republik seine persönliche = Politik, zu der gewissermaßen auch sein bevorstehender Umzug in die majestätischen Tuilerien, deren Restauration bereits vol­lendet ist, zu rechnen seyn mag. Möglicherweise wird LouiS Bonaparte schon am 19. Dez. seinen ersten Ball darin geben, zu welchem 10,000 Menschen geladen werden sollen. Um die

ärmeren Klassen zu gewinnen, läßt er Pensionskassen für daS

Alter stiften, öffentliche Vorlesungen in den Winterabenden . und öffentliche Bäder einführen und für die Errichtung öffent- ft"

licher geheizter Säle an den verschiedenen Punkten der Haupt­stadt sorgen.

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Gestern fanden mehrere bemerkenswerthe Todesfälle statt. . . @â starben der russische^ Generalkonsul Spies und GeorgiuS

Washington Lafayette, Sohn deö berühmten Generals gleiches Namens und Taufkins Washingtons, seit 1822 Mitglied der Deputirtenkammer und 1848 Vizepräsident der Konsti- tuirenben. Seine beiden Söhne Oskar de Lafayette und Evmonv de Lafayette waren ebenfalls Mitglider der Konsti- tuirenden.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl

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