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^Dlle. Thomas, seit längerer Zeit durch ihre Eigenheiten be­kannt, ihr Vermögen, bestehend in zwei Häusern, sowie 80,000 Thlr. in Papieren, dem Könige vermacht habe. Nur c^iftrige wenige Legate hätte sie stipulirt. Zu ihren Verwandten ^gehöre auch der durch sein politisches Treiben bekannte Schramm, /welcher im vorigen Jahr eine Wohnung in dem Hause hatte, ^und bekanntlich die rothe Fahne aus dem Fenster wehen ließ, ^an dem Tage, wo die große Bürgerwehrparave zu Ehren des /"Reichsverwesers stattfand. Die Verstorbene soll seitdem alle ^Beziehungen zu ihren Verwandten aufgehoben haben.

6 Berlin, 27. Nov. (A.-Z.-C.) In Betreff der militärischen Anordnungen, welche für den Fall getroffen sind, daß hier oder anderer OrtS abermals ein Barrikadenkampf entstehen sollte, ^"verlautet von Publikationen, welche dem Vernehmen nach bin« ^Nèn Kurzem zur allgemeinen Kenntniß gebracht werden würden. soll daraus jeder die Gefahr entnehmen, in welche er Kch begibt, sobald er an einem Barrikadenkampf in- oder außer- Halb seiner Wohnung sich betheiligt.

Ueber den Inhalt der zu publizirenden Anordnungen hören Fwir Folgendes: Die Kongrev'schen Raketenbatterieen, welche, Als für den Felddienst unzweckmäßig, im preußischen Heere ab« geschafft wurden, sind für den Straßenkampf von besonderer //Wirksamkeit erachtet worden. Es werden daher und sind ^um Theil solche Raketenbatterieen neu errichtet worden. «Die Barrikaden werden von der Infanterie nicht ange­griffen, sondern sofort mit Kanonen starken Kalibers be- "/chossen. Kann der Kampf in einem Tage nicht beendet wer- pen, so ziehen sich die Soldaten zurück, sobald eS finster wird, amb kampiren in den Straßen, welche von ihnen besetzt sind. Erst am Tage wird der Kampf wieder ausgenommen. Die ^Infanterie dringt überhaupt niemals eher vor, als bis durch gie Artillerie die Barrikaden gänzlich vernichtet sind.

L In den von den Soldaten genommenen Häusern derjenigen Straßen, in welchen Barrikaden errichtet waren, wird ein Jeder, >er die entferntesten Spuren an sich trägt, sich beim Kampfe »der beim Bau der Barrikaden betheiligt zu haben, sofort nie» . »ergemacht. Selbst gegen die Verwundeten, die in den Häu­sern gefunden werden, sollen strenge Maßregeln zur Anwendung Wommen.

Der Minister v. Manteuffel überraschte am vergangenen neponnabenb in der neunten Abendstunde die Gesellschaft, Speiche sich allabendlich in der Bürgertabagie des Hrn. Schlichter nsStralauerstraße 44) zur geselligen Unterhaltung einfindet, ganz Unverhoffter Weise mit einem Besuch und nahm an den Ge- ^rächen der Gäste bei einem Glase Weißbier lebhaften Antheil, äst während der Unterhaltung wurde Hr. v. Manteuffel von dem ^)rn. Major Nobiling und Stadtrath Keibel erkannt. Bei seinem Weggehen erschallte ihm ein dreimaliges lautes Hoch nach, ^as Glas, woraus der Minister getrunken, und der Stuhl, ier>arauf derselbe gesessen, wurden von den Gästen als Erinne- Lung noch besonders vermerkt. Herr v. Manteuffel hat auch 7 ereits andere Bürgertabagieen besucht, wo er gar nicht erkannt Iturbe. Der Wunsch, sich von der Gesinnung und den Wün­schen der Einwohner persönlich zu überzeugen, scheint den Mi­nister zu diesen Besuchen zu veranlassen.

tn Wien, 27. Novbr. (A. Ztg.) Seit zwei Tagen sind wir ief im Winter. Ein anhaltendes Schneegestöber hemmt die fisenbahnfahrten. Die Fahrten zwischen Wien und Preßburg , nd zum Theil eingestellt. Alle auswärtigen Posten kommen sm viele Stunden später oder gar nicht. Die SicherheitSbe- , örden haben heute im Bahnhof eine Gräfin Csaky und ihren xlö Bedienter verkleideten Begleiter Grafen Bethlen verhaftet, pie vielen Diebstähle, die in den belebtesten Theilen der Stadt ' erfüllen, erregen die Aufmerksamkeit unserer Behörden, und ian hofft die wahrscheinlich nicht unbedeutende kleine Gesell- /hast festzunehmen. Der österreichische Korrespondent bringt ' euerdingS einige Beiträge zur „Revue retrospeclive" der Okto« " er-Revolution, in welchen durch Dokumente nachgewiesen , »ird, daß der Gemeinderath die Vertheidigung Wiens nur uf ausdrücklichen Befehl deS Reichstagsausschusses angeordnet ' »be.

i AuS Arad erfahren wir, daß neuerdings 15 kriegsrecht- - He Urtheile gegen eine gleiche Anzahl von ungarischen Dffi« neu gefällt wurde. Das Urtheil lautete auf Pulver und lei, wurde jedoch vom Feldzeugmeister Haynau für 14 auf 1 M^niaptige, und für einen auf zehnjährige Festungsstrafe Eisen umgewandelt.

Der Kaiser hat dem Vizeadmiral Dahlerup den Orden der eisernen Krone verliehen.

(Oesterr. Korrespondenz.) Die „Deutsche Zei­tung" hat eine Menge falscher Angaben in Betreff deS Privat­vermögens der regierenden Familie verbreitet. Es ward in dem bezüglichen Artikel sogar zu 200 Millionen Gulden C.-M. angeschlagen. Aus sicherer Quelle vernehmen wir, daß es nur acht Millionen Gulden beträgt, deren Erträgniß mit zahlreichen Jahresgaben und Pensionen behaftet ist. Nach einer vom Fi­nanzministerium ausgegangenen Verfügung sollen künftighin Obligationen im Betrage von 5000 bis 10,000 fl. C.-M. auf das 4'^proz. Anlehen ausgegeben werden.

Frankreich.

Paris, 26. Novbr. Herr Antony Thouret hat heute in der Nationalversammlung einen, freilich sehr dringlichen An­trag gegen die parlamentarischen Duelle eingebracht. In meh­reren Staaten Nordamerika's sind alle Duellanten von der Wählbarkeit ausgeschlossen.. Die Zweikämpfe deS Herrn Pierre Bonaparte, versichert man, zeichnen sich auS durch die korsische Wuth , mit welcher dieser Napoleonide auf seine Gegner los­schlägt und zugleich schimpft. Das moderne Duell wird durch seine Leidenschvftlichkeil ganz homerisch.

Großbritannien

London, 28. Nov. Karl Heinzen hat gegen den neuliche» Ausfall gegen ihn, welchen ein Ungenannter mit der Unter­schrift „ein Antisozialist" in der Times veröffentlichte, eine Re­plik in derselben Zeitung erscheinen lassen, worin er jenen Angriff als eine „reine Denunziation" bezeichnet, und den Engländern zu Gemüthe führt, wie sie ihr auf die Freiheit seiner Presse so stolzes Vaterland zum Gegenstand des MitleidS machen würden, wenn sie ihn als den Gegner aller Tyrannen im Interesse der preußisch-russisch-österreichischen Tyrannei aus dem Lande wiesen. Die Times hat sich beeilt, dieses Schreiben zu veröffentlichen, und zwar namentlich folgender Stelle wegen: „Es würde für England wahrhaft lächerlich seyn, wenn eS auf der einen Seite die Ungarn in Schutz nehmen wollte, die mit vollkommenem Recht Tausende von Reaktionären erschossen und aufgeknüpft haben, während es andererseits einen Mann auS- weisen wollte, der das blos lehrte, was die Ungarn, für wel, che die Engländer so viele Sympathie zeigen, durch die That ausführten." Dieser Seitenhieb auf die Ungnrnfreunve auS Heinzens Feder, der damit den Magyaren bei den Briten ge­wiß keinen großen Dienst geleistet hat, war der Times sehr willkommen, die bekanntlich die Sympalhiemanifestationen für die Ungarn niemals billigte. (D. Z.)

London, 27. Novbr. Einige Artikel der Times über die Kostspieligkeit und verhältnißmäßige Nutzlosigkeit der Kapkolonie hatte den Spectator zu der Aeußerung veranlaßt, es sey die- ein Vorzeichen von der Neigung des Ministeriums, die Kolonie aufzugeben. Heute läugnet die Times sowohl die ministerielle Inspiration als ihre Absicht, eine Aufgabe der Kapkolonie an­rathen zu wollen. Eine Regierungsgewalt, meint die Times, übe England überhaupt nicht über daö Kap auS; sein Einfluß reiche nicht über das HauS des Gouverneurs hinaus; davon sey also nichts aufzugeben. Man solle dem Kap Das de jure geben, was er bereits de facto besitzt, das Recht der Selbst- regierung. Mit Ausnahme einiger allgemeine Reichsangelegen­heiten betreffenden Punkte sollte man den Kolonisten die Ver­waltung ihrer Angelegenheiten ganz allein überlassen. Vor Allem solle man sie ihre Streitereien mit den Kaffern und de« GriguaS selbst ausfechten lassen, und sie gegen Bezahlung mit Truppen und Vorräthen unterstützen, wenn sie dieselben brauch­ten. DaS werde unzweifelhaft zu großer Ersparniß an Blut und Geld und zu freundschaftlichern Verhältnissen mit den be­nachbarten Stämmen führen. Die Auswandernung nach de« Kap, seine Produktion und sein Verbrauch englischer Fabrikate werde ebenfalls sicherlich unter einer unabhängigen Verwaltung zunehmen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.