Deutschland.
* Wiesbaden, 1. Dezbr. Die von dem hiesigen Gemeinderath aufgestellte Liste, aus welcher die Geschwornen des nächsten Jahres für unsere Stadt ausgewählt werden, bringt folgende Namen:
Rohr, Goldarbeiter; Wilhelm Hildebrand, Bäcker; Neuendorf, Goldarbeiter; Heinrich Ritzel, Kaufmann; Wilh. Cron, Metzger; Jakob Jung, Spengler; Philipp Karl S chwärzel; Gerau, Obrist; Friedr. Lugenbühl, Goldarbeiter; Wilhelm Freinsheim (Biebrich); Philipp Schram, Tüncher; Johann Jakob Möhler, Kaufmann; Zais, Medizinalrath; Heinrich Hammelmann, Tüncher; Jakob Momberger, Schreiner; Fischer, Gärtner; L o t h i- chius,Maler; Matern, Kaufmann;Emmermann, Geh. Reg.-Rath; Isak Levi; Daniel Stuber; Albrecht Koch; Adam Volz v. d. Steinmühle; Heinrich Löb; Schreiner; Mühl, Rechtspraktikant; Karl Habel; Balzer, Geometer; Hein. Thon, Oekonom; Karl Götz; Feldgerichts- schöff; Werner, v. d. Kupfermühle; Lud. Möckel, Kupferschmied ; Wilhelm Friedersdorf; Valentin Weigandt; Konr. Hermann; Ludw. Brenner, Wagner; Dr, Müller, Medizinalrath ; Eduard Abler; Wilhelm Berger, Bäcker; Ohli, Feldwebel; JonaS Kraft; Höser, Sattler; Hermann Kâße bie r; Georg S tri tte r, Tapezierer; L e im;e r, Schreiner; Steil, Bürstenmacher; F r a u n d, Kappenmacher; Jacob Weygandt, Schreiner; Philipp Freidt, Schuhmacher; Linekohl, Schreiner; Wilhelm Löw, Schreiner; Anton Kögler; Fried. S ch w e i s g u t h, Tüncher; Friedrich Neffendorf; Peter Sweitzer; Lorenz Petri; Or.Kirch, Regimentsarzt; Phil. Erkel, Müller; Friedr. Schaak, Glaser; Heinrich Barth, Dreher; Isaak Bâr; Heinrich Weygandt; Geismar, Dreher; Hein. Berges, Schuhmacher; Friedrich Rühl, Oekonom; Christ. Schreiner, Spengler; Obermedizinalrath Bausch; Wilhelm Habel; Reinhard Rossel; Carl Ritter, Buchhändler; Wilhelm Blum in der Herrnmühle.
Mainz, 30. Novbr. Das Maineis, welches sich gestern Mittag wieder in Bewegung setzte, hat sich heute Nacht abermals gestellt; auch der Neckar ist bereits mit einer Eisdecke belegt. Die Dampfschifffahrt hat einstweilen aufgehört. Unsere ältesten Schiffsleute erinnern sich nicht eines so raschen Wachsens des Rheins bei so starker Kälte, indem dasselbe binnen 36 Stunden 4Vr Fuß betrug. Seit heute ist das Wasser im Fallen.
Mainz, 1. Dezbr. (Darmst. Z.) Bei der gestrigen De- putirtenwahl hat die demokratische Partei gesiegt, zwei Gerichts- akzesfisten sind die Erkorenen. Mehr als 2000 konservative Bürger Haden nicht abgestimmt.
Darmstadt, 1. Dezember. (Darmst. Z.) Soeben kommt uns von Worms die Nachricht zu, daß auch im dortigen Wahlbezirk H. Gagern mit 165 Stimmen Majorität zum Abgeordneten in die zweite Kammer gewählt wurde.
Brandenburg, 27. Nov. (Magd. Ztg.) In der gestrigen Sitzung des Schwurgerichts, welche von 8 Uhr Morgens bis NachtS 11 Uhr dauerte, ist die Verurtheilung desOber- b ür g er meist er Z ie gl er ausgesprochen worden. Zwar spra- chen die Geschwornen auf die Anklage wegen Hochverraths das Nichtschuldig, auf die wegen Versuchs zum Aufruhr dagegen mit 7 gegen 5 Stimmen das Schuldig aus, welchem Urtheile der Gerichtshof beitrat. Die Staatsanwaltschaft hatte als Strafe drei Jahre Zuchthaus- oder Festungsstrafe, Entsetzung vom Amte und „wegen Mangels an patriotischer Gesinnung" Verlust der Nationalkokarde beantragt; der Gerichtshof entschied auf 6 Monate Festungsstrafe, Entsetzung aus dem Amte und Verlust der Nationalkokarde.
Berlin, 29. Nov. (O.-P.-A.-Z.) Die Veröffentlichung des Wahlgesetzes für den Reichstag hat nun,auch die hartnäckigsten Zweifel an den ^ernsten Willen Preußens beseitigt. Der Eindruck dieser Veröffentlichung ist ein mächtiger, indem man nicht verkennt, daß damit die Würfel in Bezug auf die fernere Entwickelung Deutschlands gefallen sind. Für diese nationale Entwickelung hat jetzt Preußen seine Ehre verpfändet, und bei der Entschiedenheit der preußischen Regierung wie des preußischen Volkes ist nicht daran zu zweifeln, daß die verpfändete
Ehre eingelost werden wird. Bei der Betretung der großen nationalen Bahn ist aber auch Preußen auf alle Fälle gefaßt und gerMet.
Wien. Mehrere Mitglieder der Familie, welcher der kühne Parteigänger Moritz Perczel entsprossen, haben bei dem kaiserlichen Kommissär in Ungarn um die Erlaubniß nachgesucht, ihren Namen, den derselbe „durch seine unentschuldbare Thaten verunehrt", ablegen zu dürfen. Der Zufall fügte es übrigens, daß in einer großen Abendgesellschaft, welche Haynau kürzlich gab, unter den Gästen die Namen Perczel und Kossuth sich fanden. -
Wien, 27. Nov. (D. Z.) Der Kaiser ist wirklich gestern morgen in Schönbrunn wieder eingetroffen. Mit neuem Der- trauen, trotz so vieler getäuschten Hoffnungen, sieht jetzt die Hauptstadt zum 2. Dezember, dem Jahrestag der Thronbesteigung des Monarchen, der endlichen Aufhebung des Belagerungszustandes entgegen, und wirklich soll in den Ministerien angestrengt gearbeitet werden, um bis zu diesem nahen Termin die nöthigen Vorlagen machen zu können. Pöllig unglaublich aber möchte die weitere Nachricht seyn, daß die Regierung noch im Laufe dieses Jahres die Einberufung des Reichstags vornehmen werde.
Der als Mörder des Grafen Lamberg eingezogene Kolossy soll die That bereits gestanden haben.
Wien, 25. Nov. (K. Z.) Es verlautet, 'daß die Regierung für die bereits abgelieferten Kossuth-Noten eine mäßige Entschädigung gewähren, die bisher nicht abgelieferten aber als null und nichtig erklären werde.
Der „Bresl. Ztg." wird aus Lemberg mitgetheilt, daß nun die russischen Märsche beendet scheinen, zur großen Trauer der jüdischen Trödler und Kaufleute, welche die Beute der russischen Soldaten, die doch sehr bedeutend und werthvoll gewesen seyn muß, mit großem Gewinn an sie brachten. Ein Russe z. B. forderte 30 Gulden für einen Ring, — der Jude hielt 20 Gulden hin; zufällig geht einer unserer Goldarbeiter vorbei und hört den Handel, gibt 200 Gulden und hat doch auch gut gekauft. Der Haß zwischen Oesterreichern und Russen ist gegenseitig dahin gediehen, daß sie sich häufig die gewöhnlichen Honneurs verweigerns
Frankreich.
Paris, 29. Nov. (K. Z.) Der Bericht der Kommission über den Vorschlag von Charras, die Kron-Diamanten zu verkaufen, lautet gegen die Jnbetrachtnahme desselben.
Die „Union" behauptet trotz der gegentheiligen Erklärung des „Konstitutionel," daß der Gesetzentwurf L. Napoleon's über die Pensions-Kassen für die Arbeiter von Seiten der Minister, und namentlich Fould's, Gegenstand der strengsten Bemerkungen gewesen sey. Fould habe sich darüber beklagt, daß dieser Entwurf der Kommission für den öffentlichen Beistand zugeschickt ward, ohne vorher der Genehmigung und Billigung des KabinetS vorgelegt worden zu seyn. L. Napoleon soll imKön- seil das lebhafteste Mißvergnügen über Fould's Aeußerungen ausgesprochen haben.
Paris, 26. Novbr. Joseph Moreau," der letzte der überlebenden Brüder des Generals, ist in seiner Vaterstadt Morlair in einem Alter von 86 Jahren an der Cholera gestorben. Er war Mitglied deS Tribunals unter dem Konsulat, deS gesetzgebenden Körpers unter dem Kaiserreich, und Präfekt der Lozere unter der Restauration.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl,
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Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
