it Manche ist freilich der Friedhof bleibende Stätte und Ziel »reS unruhigen Treibens geworden. So für den Chemiker ih-opp, welchem die Nachricht der Entlassung nur noch die letz- ne»n Stunden erheitern konnte. Ein Ungar, der nach vergeblichem Fluchtversuch mit einer Wunde nicht im gewöhnlichen itehpitak, sondern in einer Kasematte untergebracht wurde, konnte otium überzeugt werden, daß er nicht sofort erschossen werde.
ro groß ist allmählich der Schrecken dieser Leute vor der Geadelt ihrer Wächter und Hüter.
Berlin, 14. Nov. Der Prozeß gegen Waldeck nnd h m wird nun also endlich in den letzten Tagen dieses Mo- "^atS dem Schwurgerichte zur Entscheidung vorliegen. Der Oberstaatsanwalt Sethe hat die Anklageakte verfaßt und auf uninen Schwurgerichtstermin und die Vorladung von 28 Zeugen geingetragen. Die sehr umfangreiche Anklageschrift wird von o»er „Nat.-Z." auf einer besonderen Beilage mitgetheilt. Der devtaatsanwalt beschuldigt beide Angeklagte von einem Unter- dezehmen, welches unter Erstrebung einer einigen unaltheilbaren sozial-demokratischen Republick, da- ermit zugleich auf eine gewaltsame Umwälzung der Verfassung z»es Preuß. Staates oder gegen daS Leben des Ober- nhaupteâ am Staate abzielte, Mil wi sse n sch aft gehabt lchu haben, cs aber unterlassen zu haben, davon der Obrigkeit leAnzeige zu machen.
Berlin, 16. November. (Köln. Ztg.) Würtemberg hat l%em Vertrage vom 30. Sepemtber offiziell seine Zustimmung urtheilt.
Der eben erscheinende „StaatS-Anzeiger" enthält die Er- ^"iaennungen der Herren v. Radowitz und Bötticher als Mitglie- ^^er der Bundes-Kommission.
Die Kommission der zweiten Kammer für die deutsche An- ."gelegenheit hat in ihrem Berichte die verfassungsmäßigen Rechte ""in Bezug auf das Interim den Kammern vorbehalten; Ange- ^fichts der befriedigenden Erklärung der Regierung, daß sie un- !"wandelbar an der Bildung deS Bundesstaates festhalte, hat sie "Uch zur Zeit weiterer Erklärung über den September-Vertrag Enthalten.
m Berlin, 14. Novbr. Die so leidige Angelegenheit wegen ^Zurückbehaltung der für die bayerische Regierung auS der Zoll- jj^ereinskasse fälligen letzten Steuerrate soll endlich einer Aus- jrigleichung nahe seyn. ES konnte wohl kaum Jemand zweifel- ^haft seyn, daß in diesem Falle das Unrecht entschieden auf ^Seiten Preußens war; denn welche Ansprüche auch immer die ^preußische Regierung gegen Bayern geltend zu machen haben mochte, so läßt es sich doch nimmermehr vom Standpunkte des materiellen oder formellen Rechts rechtfertigen, daß, wie dies enthier geschah, eine völlig liquide Forderung — denn Bayern hatte eben das Recht, diese seine Steuerrate zu dieser Zeit aus diider Zollvereinskasse zu fordern — für eine noch gar nicht ein- bemal speziell liquidirte Schuld, deren Berichtigung also auch aqinoch gar nicht förmlich zurückgewiesen worben war, zurückzu- che behalten. Eö ähnelte dies dem Falle im Privatrecht, wo ; i Jemand bereits Erekution gewaltsam vollstreckt für eine For- bt derung, die noch gar nicht einmal feststeht, die am allerwenig- hii pcn schon eingeklagt ist.
Wien, 14. Nov. (A. Z.) Die heutige Wiener Ztg. bringt kk' eine nicht unbeträchtliche Reihe Verurteilungen zu mehr oder *™ minder beträchtlichen Strafmaßen. Bei dieser Gelegenheit dürfte folgende authentische Notiz über die Zahl der bereits w gefällten kriegsrechtlichen Urtheile nicht uninteressant seyn. An 800 Urtheile, und nicht 1600, wie es in mehreren Zeitungen * hieß, sind bereits gefällt worden. Von 72 zum Tode verur- W theilten Personen sind 3 unbedingt begnadigt, 44 mit Kerkâ- strafe belegt und 25 — worunter 9 Soldaten — hingerichlet ' «worden. Aus dieser kurzen Uebersicht ist zu entnehmen, daß aß man auch bei uns den Weg milder Versöhnung einzuschlagen ui gedenkt.
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Großbritannien.
’S Als Beispiel irischen Elendes wird angeführt, daß in Ader einen Grafschaft Tipperary vom 1. Januar 1648 an bis , jetzt achttausend Familien gerichtlich von HauS und Hof getrieben worden sind. Dort ist der stolze Titel „Gulö- alii bescher" fast gleichbedeutend mit „Verwalter für hypothekarische 6dl Gläubiger", und die Gutsherren sind gezwungen gegen ihre üb» Pächter so hart zu seyn, weil sie selber mit dem äußersten •cd: Elend ringen.
Italien.
Rom, 5. Nov. (O.-P.-A.-Z.) Die Antwort, welche der Pabst den römischen Abgeordneten ertheilte, lautet wörtlich; „Wir zögerten, in unsere Staaten zurückzukehren, so lange dte Verhandlung über die Unabhängigkeit. unseres Willens in Frankreich andauerten; nun aber, da eine glückliche Lösung jeden Zweifel hierüber zu beseitigen scheint, hoffen wir bald in den Schoos unserer Roma zurückkehren zu können." Der Pabst fügte noch einige Worte hinzu, in denen er seine Rührung,über die Gesinnungen der Römer aussprach.
Rußland.
Von der polnischen Gränze, 10. Nov. Endlich sind auch in unsere Nachbarschaft die Sieger von Vilagos eingerückt, Artillerie und Infanterie ist hier eingetroffen. Einen traurigen Anblick hat uns die Artillerie gewährt. Die Leute waren ab, gerissen, ohne Fußbekleidung, die sonst so schönen Pferde abge, magert, und die Munitions- und Bagagewagen mit den lang, gehörnten ungarischen Ochsen bespannt. Nicht Schlachten, sondern Krankheiten haben die Reihen der Russen sehr gelichtet. Sie erzählen treuherzig: „Die Niederungen der Thètß würden für sie zum Friedhofe geworden seyn, wenn nicht der alte Eriwanski, dem sie ihr Leben verdankten, den Görgey zur Hä« terwerfung gebracht hätte; noch einige Wochen an der Theiß, und das Faulfieber hätte die halbe Armee hingerafft." 2118 eine ganz zuverlässige Nachricht muß ich noch melden, daß 60,000 Mann Russen längst der Eissnbah »strecke von Warschau bis zur Station Maczky in Kanton- nirung stehen und bereit sind, jeden Augenblick zu marschiren. Wohin wird cs jetzt wohl gehen? (DreSl. Z.)
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für Stadt und Land
t* Anfrage wegen des neuen Irrenhauses Eichberg.
Mit Vergnügen haben wir vernommen, daß endlich das alte Irrenhaus in Eberbach verlassen und die neue Anstalt zu Eichberg bezogen ist. Noch mehr Vergnügen hat uns gemacht, daß die Trennung des Korrektions- und Irrenhauses endlich eine Wahrheit geworden, indem ein besonderer Direktor für daS Korreklionshaus ernannt würde. Allein bezüglich von Eichberg ist uns noch keine Ernennung durch das Verordnungsblatt zugegaugcn, obwohl wir unter den verschiedenen Annoncen über Eichberg eine besondere Jrrenhausdirektion unterfertigt und mit einem Namen versehen finden, den wir deßhalb für den Direktor halten müssen. Es wäre zu wünschen, daß dar, über daS Publikum aufgeklärt würde, indem von der Person eines Direktors zum großen Theil das Vertrauen des Publikums zu einer solchen Anstalt abhängt.
Ferner ist es unmöglich, daß Ein Arzt hinreicht, dem Ga», zcn vorzustehen, indem die administrative Seite schon allein einen großen Theil seiner Kräfte in Anspruch nimmt. Es müßte also wegen der großen Anzahl von Kranken jedenfalls ein zweiter Arzt angestellt werden, dem, wie z. B. in Jllenau, eine Abtheilung selbständig übergeben würde, damit in der ärztlichen Behandlung nie etwas versäumt werden könnte.
Und dann hat sich daS Gerücht verbreitet, es seyen die Preise in der neuen Anstalt erhöht worden, und namentlich für Inländer, während die für Ausländer sehr mäßig seyen. Auch hierüber ist offiziell nichts bekannt. Es wäre doch sehr wünschenswerth, daß sowohl daS Publikum als namentlich die Aerzte darüber genaue Auskunft erhielten. Im Allgemeine» ist eS höchst schädlich und verderblich, einen hohen Preis für eine Irrenanstalt anzunehmen. Die Anstalt muß so eingerichtet seyn , daß die Unterbringung mit nicht so vielen Opfern ver, bunden ist, damit alle Hilfsbedürftigen auch schnell der WoP« that einer Irrenanstalt genießen können, da ja nur hier die Mittel zu ihrer Genesung gegeben sind. Eine Irrenanstalt soll ja keine Erwerbsquelle, sondern eine Heilanstalt seyn!
Verantwortlicher Redakteur: W. H- Riehl»
