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sien geleugnet werden bis zum Tage, wo die Ereignisse sie zu )e>jfen Ausführung zwingen werden.

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io Der öffentliche Zustand von Paris ist im Allge- jxjeinen befriedigend; seit dem letzten Staatsprozesse in BourgeS at die Ordnung offenbar nicht unerheblich an Terrain gewon­nn. Der Gewerbefleiß blüht immer lebhafter auf; die meisten Gewerke, selbst die, welche sich mit Silbersachen, Elfenbein und r-rderen Lurusstoffen beschäftigen, finden nicht Arbeiter genug, e<m sich ihrer Aufträge zu entledigen, und was die Bauarbei- str anlangt, denen alljährlich der herannahende Winter eine Nfreiwilllge Muße auferlegt, so kehren sie ihrer Gewohnheit emäß, um diese Jahreszeit in ihre bimusinischen Berge zurück. >i^ie Vorstädte sind daher gegenwärtig ohne alle Spur politi- hher Aufregung, und, wi Kenner dieser Quartiere versichern, pirscht unter der arbeitenden Bevölkerung diese Ruhe nicht eijos äußerlich, sondern sie ist verbunden mit einer tief inner- hHen Abneigung gegen die Pläne der Demagogie, denen sie ^on jo viele bittere Erfahrungen verdankt.

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Ungarn.

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en Pesth, 10. Oktober. Gegen halb sieben Uhr Morgens cnarben heute der Baron Jeszenak, Kommissär des neutraler siedmitatS unter der revolutionären Regierung, und Csanyi den g^od durch den Strang. Ersterer zeigte viel Muth und männ- rnche Fassung, Letzterem ging alles ab. Leichenblaß und zitternd ^rmterwarf er sich der Erekution. Beide versuchten es, die um, psèhende Bevölkerung anzusprechen, das Wirbeln der Trommeln chereitelte jedoch ihre Absicht. Nach vollzogener Erekution a,lieben die Leichname noch gegen eine Stunde auf dem Richt, n-latze nächst dem Neugebäude hängen und wurden dann auf -nnem Karren ins Spital geführt. Der Scharfrichter, welcher ineutesichtig einen der Todten bis aufs Hemd und die Unter- ose ausgezogen hatte, erhielt von einem herbeikvmmenden )ffizier eine energische Zurückweisung, mit der Bemerkung, »aß er eS künftighin nicht mehr wagen solle, die Aufregung er!s Volkes durch solch höhnendes Verfahren noch zu ver, chtehren.

,n Aus sicherer Quelle vernimmt der „Lloyd", daß die Gräfin jgtthyany nach. der Hinrichtung deS Grafen nicht nach Toth, mdern nach Csurgo zu einer Gräfin Karoly gezogen ist. [t Jon dort wird sie, nicht auf höhere Weisung, sondern weil [ijB der ausdrückliche letzte Wunsch deS Grafen war, daß sie ? ait den Ihrigen Ungarn verlasse, nach Bayern zu einer Ver, exwndten gehen.

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>n Rußland,

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Kalisch, 8. Okt. (C. Bl. a. B.) Rußland soll mit dem .Gedanken umgehen, mehre Städte, welche der preußischen 'd üränze entlang liegen und in strategischer Beziehung wichtige upuntte darbieten, mit Festungswerken umgeben zu lassen. Eine Kommission, an deren Spitze ein Jngenieurgeneral stehen wird, £ß)U nächstens zu diesem Zweck in Warschau zusammentreten. eg)ie Aufgabe dieser Kommission wird seyn, einen Plan zur ,^lnterbreitung des Kaisers und des Kriegsministers zu' ent, rerfen, nach welchem die von der Kommission zu bezeichnenden irategisch wichtigen Punkte befestigt werden sollen. Bekannt, eni$ hat das westliche Rußland nur sehr wenige Festungen, ^md zwar nur am Bug und an der Weichsel, und daS russische x^Nantua, die Sumpffestung ZamoSk, während der südöstliche en^eil des Reichs mit unzähligen kleinen Bollwerken, welche uKreposten genannt werden und sich meist an großen Strömen Umziehen, besäet ist. Der oben erwähnte Plan, nach welchem ie offene Gränze beschützt werden soll, ist jedenfalls eine Gegendemonstration gegen Preußen, welches schon seit Jahren n der Vermehrung seiner Festungen an der russischen Gränze rbeitet, und namentlich Posen zu einem gewaltigen Bollwerk rhoben hat. DaS Vorhandenseyn großer Festungen würde et,Rußland auch den sehr zu beachtenden Vortheil gewähren, daß liks in denselben auch während des Winters bedeutende Streit- enllassen unterbringen und somit fortwährend auf die Ereignisse nd^itteleuropa's gefaßt seyn könnte. Der letztere Umstand wird zu uch jedenfalls in Betracht gezogen werden, da die Konzen- enllrung der russischen Heere ausdensehr entlegenen Gegenden u-llit notorischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Türkei.

Konstantinopel, 29. Sept. Der eigenhändig geschriebene Brief des russischen Kaisers an den Sultan lautete: „Die Revolution ist unterdrückt, der ungarische Krieg beendet; ich sende Ihnen meinen Adjutanten, der Ihnen verschiedene Forderungen, welche darauf berechnet sind, die Erhaltung der Ordnung zu sichern, vorlegen wird."

Die Antwort auf diesen Brief, welche Fuad Efendi dem Kaiser überbringt, ist eben so lakonisch. Sie lautet: „Ihr Adjutant hat von mir die Auslieferung der ungarischen Flücht­linge verlangt. Da diese Forderung geeignet ist, Haß gegen die beiden Mächte zu errege», so ersuche ich Ew. Maj. dringend, auf diesen Punkt nicht zu bestehen.." Man sieht der Antwort des Kaisers von Rußland mit der größten Spannung ent­gegen, glaubt jedoch nicht, daß dieselbe vor dem 10. oder 12, Oktober eintreffen werde.

Nachschrift.

Frankfurt, 11. Oktober. (Allg. Z.) Das nächste Jahr soll der europäische Friedenskongreß hier in Frankfurt statt­finden. Herr Dr. Carove, welcher das Verdienst um Deutsch­land hat, es in so edler Sache in Paris vertreten zu haben, hielt sich bei seiner Rückkehr hier in Frankfurt auf, und seiner Bemühung verdanken wir es, daß angesehene Frankfurter Männer mit der Bildung eines vorbereiteten Komites beschäftigt sind. Dieß ist auch insofern von Wichtigkeit, als diese Männer An­hänger des Dreikönigsbündnisses sind, wir also eine Bürgschaft mehr haben, daß das Bestreben den engern Bundesstaat zu verwirklichen nicht bis zu einem Bruche zwischen Preußen und Oesterreich werde getrieben werden.

Sprechsaal für Stadt und Land

Zu der in No. 244 und 245 dieses Blattes enthaltenen Darstellung der Assisenverhandlung zu Wiesbaden am Ji. und 12. Oktober bemerke ich, daß^ön mir über die fragliche ^övtung der Ehefrau Kilian kein Gutachten erstattet worden ist. Bei meiner Vernehmung als sachverständiger Zeuge erklärte ich:

1) Eine Gewißheit, daß die tödtliche Verletzung der Ehe­frau Kilian durch das von Kilsbach geführte Stoßmesser be­wirkt worden, sey nicht vorhanden, weil die Krankengeschichte dieselbe als eine Wunde mit gequetschten und unreinen Rändern bezeichne.

Daß man mit dem uns vorgezeigten Pfahle (Thorsteupe) eine Hirnschale ebenso gut einschlagen könne, als mit dem Stoßmesser, brauchte ich den Geschwornen nicht erst zu ver­sichern.

2) Eine Gewißheit, daß die nicht tödliche Verletzung durch den Pfahl hervorgebracht worden , liege ebenfalls nicht vor, da sie als eine Wunde mit ungleichen Rändern von gerissener Beschaffenheit sey, die zugenäht war, bis auf die Knochenhaut drang und nach Entfernung der Naht klaffte. — Da über die Entstehung dieser Wunde durch einen oder mehrere Schläge die Obduzenten und behandelnden Aerzte verschiedener Meinung waren, so schloß ich daraus, daß sie in dieser Sache eben nur eine Meinung und keine Gewißheit besäßen. Dasselbe erhellte daraus, daß die tödliche Verletzung nach der Krankengeschichte gequetschte und unreine Ränder, nach dem Protokolle vom Dezember 1848 aber glatte Ränder hatte.

Wemt diese Gründe dem Berichterstatter nicht sehr ein­leuchteten, so leuchteten sie wenigstens den Geschwornen ein, deren Verdikt offenbar eine Gewißheit, daß die tödliche Ver­letzung mittelst des von Kilsbach geführten StoßmesserS be­wirkt worden, gänzlich ausschließt.

Wiesbaden, 17. Oktober. Dr. Vogler.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.