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egen Schwerin, 19. August. (O.-P.-A.-Z) Die mecklen- oniehurgische Ständeversammlung hat gestern mit 47 des gegen 31 Stimmen folgenden Antrag angenommen:Die um Nothwendigkeit der Union mit Strelitz unter den gegenwärtigen pre- Verhältnissen auszusprechen und die großh. mecklenb.-schwerinsche ili$ Regierung zu ersuchen, die zu dem Ende erforderlichen Ein- uro- leitungen baldthunlich zu treffen, jedoch demnächst auf eine T^e nähere Vereinbarung mittelst eines abzuschließenden Staats- can< Vertrages hinzuwirken." ver«

^t, Berlin, 20. August. sO.-P.-A.-Z.) Die gestern ange« ssch langten Wiener Nachrichten haben die hiesige demokratische "el, Partei in eine Niedergeschlagenheit ohne Gleichen verseht. Ken Man war anfänglich geneigt, der telegraphischen Depesche, die ann auch wegen der Form', in der sie zur Oeffentlichkeit gelangte, 'ns, unglaubwürdig erschien, keinen Glauben zu schenken. Die henNationalzeitung" wies in einem Extrablatt die Unmöglichkeit sen, pes berichteten Ereignisses aus acht Gründen nach, und das 'och Volk glaubte gern, was es wünschte: die Argumente fanden ren mehr glauben als die Thatsachen. Die Tausende, die ein Don demokratisches Konzert imHofjäger" versammelt hatte, waren ^nd um Bäume gruppirt, an wclcbe man dieNationalzeitung" ge- ^ heftet hatte, und suchten durch endlose Hoch auf Görgcy sich > selbst die Wahrheit der Nachricht wegzuleugnen. Heute ange« gen langte Briefe haben mehr als den Inhalt der telegraphischen rn, Depesche bestätigt, und jetzt zweifelt Niemand mehr. In Wien llle selbst nach vorliegenden Privatberichten theilten sich die Meinungen. Ein Theil nimmt an, Görgcy sei besiegt worden nd und habe sich ergeben, ein anderer: die Feindseligkeiten seien bis auf Grund einer Konvention eingestellt.

uir Berlin, 19. Aug. (K. 30 Der König reift heute Abend nach der Insel Rügen. Alexander Humboldt befindet sich in seiner Begleitung.

)ße Ein jüngerer Sohn des HauseS Glücksberg-Holstein, Prinz chx Nikolaus, der den dänischen Dienst verlassen hatte und als eq Lieutenant im ersten preußischen Dragoner - Regimente diente, befand sich auf Urlaub in Berlin. Ein berühmter Arzt be« handelt ihn wegen eines Hautübels und wendete zwei Heil­er arten zugleich an, die eine äußerlich. Vor einigen Tagen kommt der Prinz auS dem Theater nach Hause, vergreift sich in der Flasche und verschluckt einige Löffel heftigen Giftes. I8< Alle arzliche Hülfe blieb fruchtlos. Der Prinz hat gestern nach einer langen Agonie den Geist aufgegeben.

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Lies, 17. August. Görgey soll nch, sre man imSsl- taienheunbe* liest, anheischig gemacht haben. die Unterwerfung cg der anderen Korps und Festungen zu bewirken. DerLl:rd" are ' imttet: .Dem Vernehmen nach sollen die Ungarn in einer Smareelung zu Reu-Arad am 11., auf Vorschlag LoffuthS, Görgey rum Diktator erwählt haben, welcher die Diktatur an- Igt nahm und nach gepflogener Berathung im Namen der Arme« ich und des iniurgirlen Landes zur Ucbergabc auf Gnade und Ün­er* gnade sich bereit erklärte. Koyuth und Bem sollen nach Bel­en grad entflohen seyn." Diesem fügt derWanderer" in einer im Nachschrift noch hinzu:Kurz vor dem Schluffe unseres Blattes en kommt uns folgende zuverlässige Privatnachricht zu: Kossuth cht hat am 11, d. M. die oberste Gewalt an Görgey abgetreten le- rind am 12. mit Bem die Flucht nach der Türkei ergriffen, ne Görgey hat die Diktatorwürbe angenommen, sich an darauf am 13. unterworfen und zu gleicher Zeit in den Befehl ertheilt, daß die Festungen Komorn, ier AradundPeterwardinzukapituliren haben. Arad eS hat sich bereits ergeben. So fällt renn wirklich, wie eS en , vielseitig gehofft wurde, daS freubige Ereigniß der Beendigung ns deS magyarischen Krieges mit dem feierlichen Tage deS ®e< er, LurtSfesteS unseres jugendlichm Kaisers zusammen. Der Kampf er, kann jetzt als geschlossen angesehen werden, die schmerzlichste im Wunde, an der Oesterreich seit einem Jahre leiten mußte, en blutet nicht mehr, ter Vorhang sinkt über daS betrübende Schauspiel und die Tragödie ist zu Ende.

je, Wien, 18. August. (B. 3-) T" heute verbreiteten Rach« 's« richten bestätigen nicht nur die bereits mugetheilten Berichte -e über die Lösung der ungarischen Frage, sondern ich kann Ihnen auch »ilihtileu, daß eine Pazifikarisa geschieden werden dürfte, ;e. welche folgende Bestimmungen enthalten soll: Generalpairsn et für alle Magvaren, Besetzung deS Landes durch eine russifch- ig österreichische Garnison, Üeb ergäbe aller Festungen an Oester­reich. Es ist begreiflich, daß bei der geheimnißvollen Weise,

mit welcher diese Unterhandlungen wahrscheinlich durch längere Zeit vom Fürsten Paskewitsch geführt worden sind, alle Be­richte, die in Wien zirkuliren, eben nur Vermuthungen sind. Im Kriegsministerium wollte man wissen, daß Kossuth und Bem mit Pässen unserer Regierung nach England gereist seyen. Andere wollen dagegen wissen, sie haben sich in die Türkei geflüchtet.

Wien, 18. Aug. (A. Z.) Raab, Temeswar und Görgey'S Kapitulation sind drei Ereignisse, welche zur Geburtsfeier unseres jugendlichen Monarchen ein herrliches Omen sind, um so mehr, als das letztere ein unblutiger Sieg ist; dec Men, schenfreund athmet hoch auf, bei der Nachricht, daß Tausende von Menschenleben dadurch gerettet sind! Rasch werden sich jetzt die Glücksfälle folgen, und heute schon wird mit Bestimmt­heit erzählt, daß Komorn sich ergeben habe. Jedenfalls ist daS Trauerspiel zu Ende, waS noch kommt, ist nur daS Reinigen der Bühne und des Hauses.

In Komorn befehligt Klapka, von dem man weiß, daß er auf Görgey alles hielt, und man zweifelt deßhalb um so weni« ger, daß Komorn bereits die Thore geöffnet. Görgey hatte 18,000 Mann Kavalerie unter seinen 30,000, und überhaupt großentheilS Kerntruppen, was seine That für uns noch be# deutender macht. Bem soll bei Temeswar schwer verwundet worden seyn, Kossuth ist in Orsova, und trachtet wahrschein, lich über die Donau durch türkisches Gebiet zu entkommen.

Frankreich.

Paris, 20. August. Es heißt, ^ die Eröffnung deS Friedenskongresses bis zum 1. September verschoben werden solle, weil man schwerlich früher ein geeignetes Lokal sich ver­schaffen könne. Obgleich daS Reglement den Kongreßmitglie­dern jede politische Erörterung untersagt, so hört man doch, daß schon in der ersten Sitzung ein Quäker die ungarische Frage zu besprechen vorhabe. Unter den eingetroffenen Kon, greßmitgliedern ist auch Richard Cobden. Die Verwaltung der Staatsbauten wird jetzt die während der Februartage von 1848 am Pantheon verübten Beschädigungen auSbejiern lassen; die Kosten sind auf 40,000 Frs. veranschlagt. Tie von Kugeln durchbohrten Bronzethore der großen Fa^ade hat man schon abgenommen. Der Bildhauer David, der den Fronten teS Pantheons verfertigte, bat sich zur unentgeltlichen Herstellung der beschädigten Theile erbeten.

Großbritannien.

London, 18. August. Die vielleicht etwas späte Manie I für Ungarn in noch immer im Et eigen: abermals haben zwei große Meetings in Sunderland und in Southampton, zu Gun- stcn der ungarischen Sache stattgefunden.

Eine von den Assisen von Wiltshire zum Tode verurtheilte Kindesmörderin, Rebekka Smith, hat dem Geistlicher« welcher sie zum Tode vorbereitete, gebeichtet, daß sie bereits 8 ihrer Kinder umS Leben gebracht.

London, 15. Aug. Die Königin ist gestern in der alten Stadl Perth angekommen, etwas erschöpft von den enthufia, stischen Huldigungen, mit denen ihre irländischen Unterthanen sie überschüttet haben. Selbst die Rcpealblâiter räumen ein, daß noch nie ein Monarch so begrüßt wurde, wie Viktoria in Irland. Ein Lever, wie bad in Dublin gehaltene, bei welche» 3lXX) Personen Ihrer Majestät vorgestellt wurden, hat selbst der St. Jamespalafi in London nicht gesehen. Die Königin führt ihre Rolle überall mit Liebenswürdigkeit und Anstand durch, obwohl manchmal die Zärtlichkeit der Pavky'S, die bis# weilen entzückt ihren Arm ergriffen, etwas lästig seyn mochte. Viktoria wandte sich dann lächelnd zu ihrem Gemahl und sagte: Siehst du Albert, meine guten Irländer wollen mich dir ent« führen." AlS das königliche Dampsbovt von KingStow« absuhr, und die am Ufer stehende Menge zum Lebewohl i» 'ahüoic Hurrahs auSbrach, ließ die Königin zum Zeichen bei Tankes dreimal die rem Tcv wehendeRcrat Standard" ans Deck senken, eine Artigkeit, die unermeßtrchen Jubel erregtr.

Berantwortlicher Redakteur: W. H. RiehL