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Konst. Korr. Berlin, 5. Juni. Der bayerische General v. d. Mark soll hier eingetroffen seyn, um preußische Hülfe zur Wiedereroberung der Pfalz zu erbitten, und soll gleichzeitig hierzu die Zustimmung der Zentralgewalt in Frankfurt über­bracht haben. In Folge dessen rückt morgen am 6. Juni das Korps des Generals Hirschfeld mit 23 Bataillons incl. Kaval­lerie und Artillerie etwa 25,000 Mann von Kreuznach in die Pfalz ein und marschirt direkt auf Landau. Die Truppen wer­den auf dem Requisitionswcgc verpflegt. Das Korps des Ge­nerals Holleben auf dem rechten Rheinufer unter dem Ober­kommando des Gen. Gr. Gröben mit 30 Bataillons und ent­sprechender Artillerie und Kavallerie wird einige Tage später über Darmstadt und Baden einrücken.

Berlin, 5. Juni. Die preußische Regierung denkt im Vereine mit Hannover und Sachsen bereits an die Durchfüh­rung der Reichsverfassung. Vor Allem will man auf den Beitritt der noch nicht beigetretenen norddeutschen Staaten hin­wirken, um so wenigstens ein vereinigtes Norddeutschland zu Stande zu bringen. Die süddeutschen Wirren will Preußen sich selbst überlassen, und nur nach einem Anschlusse der Re­genten Badens und der Pfalz an die preußische Reichsverfas­sung dürfte Preußen zur Pazifizirung jener Länder schreiten; für jetzt wird man sich darauf beschränken, der Bewegung Grenzen zu stecken. Mit der Einsetzung einer Reichsregierung soll man sehr bald vorgehen wollen, nur die Ordnung des Verhältnisses zu der Zentralgewalt macht einige Schwierigkei­ten. Nichts desto weniger wird auch schon der Namen deS zukünftigen Präsidenten deS Reichsministerraths genannt, — es soll dies kein anderer als Hr. v. Radowitz seyn. Der Sitz der Reichsregierung soll, wie man versichert, nach Erfurt ver­legt werden.

Wien, 3. Juni. Vorgestern drangen die Vorposten der Insurgenten wieder bis in die Gegend von Eßterhaz, zwei Stunden von Oedenburg, vor, wurden jedoch hier von den kaiserlichen Dragonern in ihren einzelnen Stellungen umringt und zusammengehauen. Das Hauptkorps zog sich in aller Eile bis Csorna zurück, ohne von der kaiserlichen Kavallerie erreicht werden zu können. Gegenüber von Wieselburg sind die Insur­genten über Hochstraß hinaus vorgedrungen; die kaiserlichen Vorposten faßten knapp vor Wieselburg Posto, die Insurgenten aber schoben die ihrigen bis zu einem an der Poststraße ge­legenen Wirthshaus, Baratvold genannt, vor. Man glaubt, daß es hier bald zu einem Gefecht kommen könnte. Auf dem linken Flügel stehen die beiderseitigen Truppen noch immer an dem Waagufer sich gegenüber. Briefe von der untern Donau melden, daß die einzelnen Gefechte mit den Insurgenten zwar meist siegreich für die Kaiserlichen enden, letztere jedoch noch zu schwach sind, um die errungenen Vortheile zu verfolgen. So habe eine Abtheilung des Bem'schen Korps, nach Pantschowa entsendet, die Insurgenten unter Perczel aus ihrer bedrängten Lage befreit.

Jellachich mußte mit seinen Offensivbewegungen innehalten, um die kroatische Gränze nicht bloszustellen, bis das von Malg- hera anmarschirende österreichische Korps von 12,000 Mann die dortige Gegend zu decken im Stande ist. Die in Preßburg eingerückten Ruffen sollen dort bleiben und während deö Vor- rückens der österreichischen Truppen die Besatzung bilden, also käme nach Oedenburg das Csorich'sche Korps.

Wien, 3. Juni. (A. Z.) Als ziemlich verbürgt kann ich Ihnen mittheilen, daß die Unterhandlungen mit Piemont so weit gediehen sind, daß man nur noch die gegenseitige Ra­tifikation gewärtigt, und daß daher unser Handelsminister, v. Bruck, der unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Ka- binet ohnehin schwer vermißt wird, nächstens wieder hier ein­treffen soll.

Wien, 3. Juni. (D. Z.) Die Avantgarde der Südarmee hat die Theiß bei Titel passirt und Perlaß genommen, welche Position den Stützpunkt der ferneren Operationen bilden dürfte. Um den Haß gegen die Russen zu erhöhen, fachen die Magya­ren den religiösen Fanatismus an, nachdem der politische be­reits zum Theil verraucht ist. Die Russen, sagen sie dem Laudvolke, hätten es auf Unterdrückung der katholischen Reli­gion abgesehen. Die gute Disziplin der russischen Truppen wird sehr gerühmt.

I t a l i e n.

Rom, 28. Mai. Die jungen republikanischen Degen wollen durchaus den Oesterreichern entgegengehen, ihnen den Fehde, Handschuh hinzuwerfen. Der Kriegsminister hat einwilligen müssen, und alles ist in diesem Augenblicke bereits marschfertig. General Rosselli wurde mit dem Entsätze Ankona'S beauftragt. Läßt Oudinot auch dies zu, so ist die französische Theilnahme an der Intervention ein erwiesenes Gaukelspiel. Seit gestern hat er das Zentrum seines Lagers aus den niedrigen Fieber­regionen der Kampagna nach dem Albanergebirge in die Städt­chen Frascati, Marino, Castelganvolfo, Albano und Aricia ver­legt, vorher aber den Triumvirn begütigend angezeigt in dieser Bewegung nichts weiter als eine Sanitätsmaßregel sehen zu wollen. Ueber 800 Franzosen siechen und kranken am Fieber.

Nachschrift.

Darmstadt, 7. Juni. (Darmst. Ztg.) Der gestrige Tag ist, was die Positionen an der badischen Gränze betrifft, ohne alle Ereignisse vorübergegangen. Im Hauptquartier erfuhr man, daß Weinheim von etwa 4000 Mann badischen Militärs be­setzt worden und daß eine etwa gleiche Anzahl regulärer Trup, Pen und wahrscheinlich auch Freischaaren in dortiger Nähe bereit gehalten wurde; ein Angriff ist jedoch nicht erfolgt. Vorgestern kam ein bewaffneter Trupp über die Gränze und holte den Bürgermeister Münch aus Virnheim, wie man sagte, als Re­pressalie für den von unserem Militär aus Weinheim gefäng­lich abgeführten Zivilkommissär Huerter, welcher inzwischen im Hauptquartier zu Bensheim freigelassen worden war; Münch wurde gleicherweise in Mannheim freigegeben. In Weinheim wurde gestern Postmeister Hübsch arretirt, weil er neulich mit einigen unserer Offiziere besprochen und Erfrischun- gen an sie verabreicht; er fand indessen Gelegenheit zu ent­fliehen und kam hier an. Gegen Abend hatte sich eine Frer- schaar vor das Birkenauer Thal gelagert und Boten nach Bir­kenau gesendet, von wo sie den Revierförster Bernhard und den Steuereinnehmer Bernthäusel ausgeliefert haben, widri­genfalls dieselben abholen wollte; die beiden Beamten entfern­ten sich aus dem Orte.

Heute Morgens gegen 7 Uhr wollte man in Heppenheim Geschützdonner gehört haben und kombinirte, daß eine von Fürth nach dem Birkenauer Thal dirigirte Kolonne Mecklen­burger vielleicht Gelegenheit gefunden haben dürfte, die letzh erwähnten Freischaaren zu bekämpfen. ,

Aus Baden, 7. Juni. (F. I.) Ein Ercigniß drängt das andere. Gestern meldete ich Ihnen die Versetzung in Kriegs, zustand und die Verkündigung des Standrechts, heute berichte ich Ihnen die Verhaftung Struve's und zweier seiner treue­sten Genossen, Schweizer Scharfschützen. Die Sache soll, wie das Gerücht erzählt, folgendermaßen zusammenhängen. Vor­gestern Nacht soll Struve mit einer ziemlichen Schaar Scharf­schützen , meist Leute von seinem ersten Aufstand her, nach Karlsruhe gerückt seyn, wo er die rothe Republik proklamiern wollte. Dagegen erhob sich Brentano und ließ Struve verhaften. Die zwei weiter verhafteten Scharf­schützen sollen sogar den Auftrag und den Willen gehabt haben, Brentano zu ermorden. So viel ist gewiß uns können wir verbürgen; gestern sind diese beiden Scharfschützen nach Rastatt gebracht worden, wo sie in dem ehemaligen Gefängniß des Herrn Struve wohl verwahrt sind. Struve selbst soll in Karls­ruhe sitzen; auch ist der Schloßplatz in Karlsruhe mit Kano­nen befahren worden, die nach den Straßen der Stadt ge­richtet sind.

(Ein eben einlaufender Brief aus Karlsruhe, 6. Suni, Abends5Uhr, bestätigt dieseNachricht v o l l,kommen.)

Ludwigsburg, 5. Juni. So eben höre ich von einem Betheiligten, daß von dem in der Gegend von Leonberg kan- tonirenden 2. Reiterregiment 3 Schwadronen nach der ReichS- Festung Rastatt unverzüglich — ohne Zweifel in Ver­bindung mit andern Truppentheilen — ab gehen sollen.

Stuttgart, 6. Juni, Abends 8 Uhr. Zu Mitgliedern dec Regentschaft wurden von dem hier tagenden Rumpfparla­ment gewählt: Raveaur mit 67 (unter 105), Vogt mit 78, Schüler von Zweibrücken mit 93, Heinrich Simon mit 67# Becher von Stuttgart mit 56 Stimmen.