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An daS königl. General-Kommando deS 8. Armeekorps zu | Koblenz, sowie an den Generallieutenant v. Peucker zu Frank-1 furt und den Generallieutenant von Hüser zu Mainz, ist die Weisung ergangen, daß der König, vorbehaltlich der Zustim, mung des Großherzogs von Baden, genehmigt hat, daß die­jenigen badischen Offiziere, welche ihrem Souveräne treu ge­blieben und auS dem Großherzogthum haben flüchten müssen, falls sie eS wünschen und keinen höheren Grad als den eines Hauptmannes haben, bei den preußischen Truppen zur Dienst­leistung eintreten können, während welcher ihnen zu ihrer Sub­sistenz daS Gehalt nach preußischen Sätzen gezahlt werden soll. Demnach werden die gedachten Offiziere in angemessener Weise bei den Linientruppen vertheilt werden.

Berlin, 5. Juni. (O.-P.-A.-Z.) Ueber die hier mit Oesterreich gepflogenen Konferenzen erfährt man — es ist dies eine auS authentischer Quelle geschöpfte Nachricht — daß Preußen ein großes mittel-europäisches Reich im Auge hatte, daß das Ministerium Brandenburg gegen Oester­reich aufS nachgiebigste auftrat, indem eS vorschlug, zwischen dem österreichischen Gesammtstaat und dem unter Preußen stehenden Deutschland solle ein ewiger Bund bestehen, der nach außen als eine Macht auftrete und dessen Vertretung in Oesterreichs Händen sey! Aber selbst hieraus ging das Olmütz-WienerKabinet nicht ein. Auf einen Zutritt Bay- ernszum D erfa ssung sentwurf wird hier nicht mehr gerechnet; dem unerachtet werden heute oder morgen 25,000 Mann Preußen in der Pfalz einrücken. Der König wolle damit nicht Bayern unterstützen, aber er wolle die Bun- deSfestung Landau retten. Dem Rufe des Gesammtvaterlandes folge er, nicht Bayerns Unterstützungsgesuch, So wenigstens erzählt es hier Einer dem Andern.

Berlin, 5. Juni. (O.-P.-A.-Z.) Ueber den Fortgang der Friedensunterhandlungen mit Dänemark erfährt man Befriedigendes. Der dänische Bevollmächtigte ist in mancher Beziehung bereitwillig entgegengekommen, nur besorgt man noch, daß das dänische Kabinet nachträglich wieder Einsprüche erheben könne. Wenn auch Lord Palmerston an der politischen Union Schleswigs mit Dänemark festzuhalten scheint, so deutet doch manches darauf, daß der Friede Deutschlands mit Dänemark auf der Grundlage der Scheidung Schleswigs nach den beiden Nationalitäten geschloffen werden wird. Diese Ansicht hören wir wenigstens von hochgestellten Staatsmännern ausfprechen.

Hier eingegangene zuverlässige Berichte aus Westpha­len melden, daß daS westphälische Volk sich entschieden der Sache des Königs zuwendè, da der Drang nach Ruhe, Ord­nung und Gesetzlichkeit keine Befriedigung bei den demokrati­schen Bestrebungen hoffe und erblicke.

Aus Schlesien wird hierher berichtet, daß in einzelnen Gegenden sich wandernde demokratische Klubbs gebil­det hatten, deren Gefährlichkeit bei dem gegenwärtigen Um­schwung der öffentlichen Meinung jedoch nicht hoch angeschla­gen wird. Die schwache Garnison in Breslau, die sich als hinreichend zur Aufrechthaltung der gesetzlichen Ordnung er­weist, liefert für die in Schlesien vorherrschende Gesinnung den besten Beleg.

Hier in Berlin ist die konservative Partei binnen wenigen Wochen zu einer festen Organisation und Zentralisa­tion gelangt, da gegenwärtig über das ganze Gebiet der Haupt­stadt ein Netz konstitutioneller Bezirksvereine gelegt ist, welchen außer den Bürgern auch viele Arbeiter beigetreten sind. In einem Thorbezirke der Hauptstadt meldeten sich an einem Tage 100 Maschinenbauer zum Beitritt.

Hamburg, 2. Juni. (K. Z.) Wir sind im Stande, mit vollkommener Zuverlässigkeit anzugeben, daß die Zahl der Ver­haftungen in Petersburg nur einige 30 betragen hat. Minder bestimmt, jedoch ebenfalls aus zuverlässiger Quelle, wird uns die Mittheilung, daß mehrere von den eingezogenen jungen Russen mit Caussidiere und Louis Blanc Verbindun, gen angeknüpft hatten. ES ist auch bemerkenswerth, daß die hiesige russische Gesandtschaft direkte Mittheilungen auS Peters­burg über jene Vorfälle nicht erhalten hat.

, , Aus der Provinz Preußen, 2. Juni. (F. I.) In mili­tärischen Kreisen bespricht man einen Plan, der höchsten Orts sehr befürwortet seyn soll, und welcher darauf hinausgeht,

einen bestimmten periodischen Wechsel der Garnisonen eintreten zu lassen. Die Gründe dafür sind rein politischer Natur, eine Lebensfrage für unsere Armee.

Hadersleben, 3. Juni. Ich kann Ihnen noch mittheilen, waS mir auS zuverlässiger Quelle berichtet worden, daß näm­lich die preußischen Vorposten, hauptsächlich aus Husaren be­stehend, am 31. wieder in Aarhuus eindrangen, jedoch von den Dänen mit Uebermacht angegriffen und wieder zurückgedrängt wurden. Es ist dabei ziemlich heiß hergegangen; der Prinz Salm - Salm wurde verwundet und gefangen, 3 oder 4 Hu- farenosfiziere verwundet, 30 bis 37 Husaren sind theils ge­fallen, theils gefangen. Gleichzeitig aber wurden durch die Preußen 18 Dänen zu Gefangenen gemacht. — Vorgestern, Abends 11 Uhr, erhielten die Bayern Befehl zum Vorrücken gegen Aarhuus und trafen um 5 Uhr Morgens in dessen Nähe ein, wo sie Position nahmen. Gegen Mittag jedoch wur­den sie nach Stelling zurückbeordert, ohne vorher einen Angriff unternommen zu haben. — Morgen früh erwartet man den ernstlichen Wiederbeginn des Bombardements von Fridericia.

Altona, 4. Juni. Aus Kopenhagen trifft eine Kunde ein, welche nur mit Vorsicht ausgenommen werden darf. Es heißt nämlich, der König weigere sich, das bei dritter Lesung ange, nommene Reichögrundgesetz anzuerkennen und zu unterzeichnen, und es sollen in Folge dessen ernstliche Unruhen ausgebrochen seyn l Das Gerücht von einer solchen, muthmaßlich eintreten­den Weigerung war hier schon vor einigen Tagen verbreitet, doch legten wir demselben keine sonderliche Bedeutung bei. Wäre es vollständig begründet und erreichte die Volksbewegung in Kopenhagen einen gefährlichen Grad, so kämen ja die russi­schen'Kriegsschiffe nebst Landungstruppen recht â propos — gegen die Dänen. — Des Königs Zivilliste ist von ihm, laut Mittheilung des Finanzministers in der Reichslagsfitzung / auf 300,000 Stück Spezies (vom 1. Januar 1850 ab) festgesetzt worden, vorbehaltlich des von den deutschen Herzogthümern Holstein und Lauenburg verhältnißmäßig zur königl. Zivilliste beizutragenden Theiles.

Wien, 3. Juni. (O.-P.-A.-Z.) Feldmarschall Graf G i u- lay ist zum K rie g Smini st er ernannt worden, ein Mann von Energie und Popularität'/

Radetzkys Ankunft zu Schönbrunn hat sich nicht be­stätigt ; man zweifelt überhaupt, daß der Marschall in der nächsten Zukunft hierher kommen werde, da der Friedens­schluß mit Sardinien sich über Gebühr zu verzögern scheint.

Heute ist von einem großen Kriegsrathe die Rede, der hier abgehalten werden soll, und zu welchem die Mehrzahl der kaiserlichen Korpskammandeurs nach Wien berufen seyen; eS handelt sich um die Frage, ob und in welcher Stärke ein Ar, meekorps bei Bregenz zusammengezogen werden kann? — Die Einkleidung der sechsten Bataillone ist im raschem Fortgange. Böhmen wird wahrscheinlich von den Russen besetzt werden.

Frankreich.

□ Paris, 5. Juni. Ledru Rollin rief gestern durch sei­nen Antrag auf Interpellation über Italien und Deutschland eine interessante Szene hervor. Als Dupin die Vertagung auf Donnerstag zur Abstimmung brachte und die Rechte sich wie Ein Mann erhob, klatschte die Linke ironisch Bravo und eine Stimme rief: „Unsere Weißen haben eS mit der auswär­tigen Polllik nicht eilig; sie sind die besten Verbündeten der Kosacken." Gourgaud heftig: „Wenn ich wüßte, wer uns zu Genossen der Kosacken stempelt, müßte dran glauben..."

— Panat und Baze, beide Weiße, sind zu Quästoren ernannt.

Somit besteht der gesammte Vorstand der Kammer auS nichts als Weißen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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