furt beschlossenen Verfassung zu empfehlen. DaS Ministerium glaubt vielmehr, daß diese Annahme von einigen Abänderungen abhängig gemacht werden muß.
Meine Herren! fährt der Ministerpräsident in freier Rede fort, ich erkenne die Macht der öffentlichen Meinung an; aber man darf nicht rücksichtslos daS Schiff den Winden und den Strömungen hingeben. L-onst wird cö niemals in einen sicheren Hasen gelangen — niemals — niemals — niemals!
Der von v. Bismark gestellte Antrag auf einfache Tagesordnung wurde verworfen. Dasselbe Schicksal hatten alle Amendements und Gegenanträge, ebenso der erste und zweite Satz deS Kommissionär und deS RodbertuS'schen Antrags. Der dritte Satz deS RodbertuS'schen Antrags, der die RechtSgiltigkeit der deutschen ReichSverfassung anerkennt, wird mit 175 gegen 149 Stimmen angenommen.
Der Abg. Graf Dyhrn hat, im Verein mit Leue, Cetto, Böcking, Milde, Jungbluth, v. Bockum «DolffS, Herrmann, Guratza u. A. folgenden Antrag gestellt, der ohne Zweifel in der MontagSsitzung der ersten Kammer zur Sprache kommen wird: „Die Kammer möge beschließen, daS StaatSministerium auszufordern: 1) die Instruktionen , welche der besondere Bevollmächtigte in Frankfurt erhalten hat; 2) die Antwort, welche daS Ministerium auf die österreichische Depesche vom 8. d. M. ertheilt hat, so wie 3) alle die deutsche Frage unk Kaiserwahl betreffenden Papiere auf die Tafel der Kammer nieder zu legen. Die Motivirung fordert, daß endlich „jedes Geheimniß falle, und daß die Minister, wenn sie Muth unk Kraft haben, das Vaterland zu retten, mit ihren Handlungen und Absichten vor die Kammern und daS Volk treten, und sich deren Unterstützung versichern sollen."
7 Elmshorn, 19. April. Die Stellung und Marschroute der Nassauer ist folgende:
2teS Bataillon.
Leichtes Bataillon.
Isteö Bataillon.
19. April. Elmshorn.
Uetersen.
Altona.
20. April.
Itzehoe. 21. April.
Crempe.
Rasttag.
Elmshorn.
Holstenniendorf. Bestorf ic.
Itzehoe.
22. April. Meldorf
bis AnSbüttel.
Rasttag.
23. April.
bis
Nordhastedt
Albersdorf
Bargenstedt.
bis Schrum.
bis Tenöbüttel.
Wiener Briese vom 19. April bestätigen die Nachricht von einem Sieg der magyarischen Uebermacht über die Kaiser, lichen bei Gran und sprechen von Gerüchten, die in Wien über eine angebliche Flucht KoffuthS und über die Anbahnung einer friedlichen Pacification von Ungarn verbreitet waren. Diese Gerüchte lauten so-verwirrt und unbestimmt, daß wir genauere Nachrichten abwarten müssen. Nur so viel sei hier noch bemerkt, daß man in Pest selbst sich erst von Wien auS über den Stand der Dinge in Ungarn muß belehren lassen, weil über die Bewegungen und Kämpfe der beiden feindlichen Heere keine 'verläßliche Kunde in die ungarische Hauptstadt gelangt.
. WaS rS übrigens heißen soll, wenn auS Pesth unter dem 16. geschrieben wird, die österreichische Armee gedenke sich nunmehr ton dort auS in Bewegung zu setzen, General Schlick sey schon am 15. ausgebrochen, sey aber gegen Abend in seine alte Stellung zurückgekehrt, wissen wir nicht.
Von der ungarischen Grenze, 16. April, schreibt man dem „Konstitutionellen Blatt": Die Nachrichten, die heute hier vom Kriegsschauplätze eintreffen, klingen so traurig, daß wir sie nicht glauben wollen, und nur mit Widerstreben daran gehen, sie Ihnen mitzutheilen. So heißt eS hier: Görgey habe, nachdem er Waitzen genommen hatte, nur noch ein einziges, ernsteres Gefecht zu bestehen gehabt, in welchem er Sieger blieb, und sey jetzt auf dem Wege — nach Wieselburg!! Die k. k. Truppen haben sich, als sie Waitzen verließen, nach Gran zurückgezogen, und gingen da über die Donau. Doch da erschien (so erzählen die hier kursirenden Gerüchte weiter) Plötz.
lich Repassy, der unterhalb Pesth die Donau überschritten hatte, zugleich mit Dembinski, und das k. k. Armeekorps deS General JablonovSki, in Verbindung mit einem Theil deS Ko, morner BclagerungSheercS, ward geschlagen. Dembinski stand gestern vor Bintzke, eine Stunde vor Öfen. — Ich schreibe Ihnen diese Nachrichten, ohne, wie gesagt, sie selbst glauben zu wollen, gerade wie sic hier allgemein erzählt werden. Der neueste Befehl in Ofen aber, durch welchen alle Säcke requi* rirt werden, um dieselben mit Wolle und Sand zu füllen, und mit Hilfe derselben die Festungswerke zu verstärken, ist eben nicht geeignet, Beruhigung über den Stand deS Kriegsglücks zu verbreiten.
Wien, 17. April. (A. Z.) Die neuesten Anordnungen und Personalveränderungen haben außerordentlich beigetragen die öffentliche Stimmung zu beruhigen. Mit Vertrauen sieht man jetzt den kommenden Ereignissen entgegen.
S ch w e i z.
Der nunmehr in der bleibenden Bundes- und Residenzstadt der Schweiz, in Bern, seit dem 16. April zusammengetretene schweizerische Nationalrath hat den Bürgermeister Escher von Zürich zum Präsidenten und den General Dufour zum Stellvertreter gewählt, in welchen beiven, freilich nicht ohne Hartnäckigkeit erfolgten Wahlen die konservative Partei einen entschiedenen Sieg über die radikale davongetragen hat. Gegenkandidaten der letzteren waren Regierungsrath Hungerbühler von St. Gallen und Eytel von Waadt.
Italien.
Florenz, 12. April. Die Contrerevolution ist in vollständigem Besitz der Stadt. Die Assemblea, die sich in spärlicher Zahl versammelt hatte, wurde von den Volksmassen bedroht. Der Magistrat zog um 4 Uhr in den alten Palast ein, und vor der versammelten Menge wurde unter Glockenläuten und Aufstecken der großherzoglichen Fahnen und Wappen die Restauration der Monarchie proklamirt. Auch versprach man baldige Rückkehr deS Fürsten. Abends war ein Theil der Stadt beleuchtet. Auch die Geistlichkeit bekommt wieder Muth und schließt sich der Reaktion an. Der Bischof von PeScia hat seinen Subalternen befohlen, keine Absolution Denen zu ertheilen, welche für die italienische Constituante gestimmt haben. Die Alba erklärt, ihr Erscheinen auS Furcht vor „reaktionärer Gewalt" bis auf weiteres suspendiren zu müssen.
Turin, 16. April. Ramorino und Galanti, die deS Ver- rathS angeklagt vor ein Kriegsgericht gestellt worden waren, find unschuldig befunden und freigelassen worden.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Der Besitz von Charpie und alter Leinwand sind in den Hospitälern von Schleswig-Holstein, wo unsere deutschen verwundeten Krieger ihre Heilung wieder erhalten sollen, dringendes Bedürfniß geworden. Gerne bin ich bereit, eine jede derartige patriotische Gabe an- zunehmen und weiter zu befördern.
Haveln, Oberst.
Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 8 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokale abgeholt werden.
Die Expedition der Nast. AUg. Zeitung.
Druck und Verlag der 8. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
