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Gräuel die Geistlichen vermocht haben. Als Kappzäumer stieß 1 409] Gewerbliche Zeichnungs - und Modellirschule. man sie zurück; als Freunde des Volkes geschätzt, vermögen» Unter Hinweisung darauf, daß die durch Maueranschlag angekündn

sie in allen Fällen ihrem Vaterlande, dem Volke selbst, der Regierung und dem Fürsten die wesentlichsten Dienste zu leisten. —

WaS^ meine mir von Ihnen so bitter verargte Hindeutung auf gewiße Stände betrifft, an denen das deutsche Vaterland seine edelsten Erziehungskräfte so vielfach zum Schaden der Kirche verwendet hat, so steht mir doch wohl die neueste Kir­chengeschichte Deutschlands sattsam zur Seite, nebst der Er, Mahnung des Meisters, den Reichen und Weltgebildeten dop­pelt angelegentlich das Reich Gottes vorzuhalten. — Als ich ausging, für meine jugendlichen Freunde einen Abschiedsstrauß zu pflücken, ging Einer mit mir, der sprach: Mische in dieser Zeit homöopalhische Purpurblüthen der Distel in deinen Strauß, Blutstropfen jedoch lasse weg. Beides that ich. Da haben Sie nun aus meinem Strauße die dunkelrothen Blumen mit ihren Stacheln herausgezogen, das Ensemble zerstört und die Distelblumen für Blutstropfen genommen. O, ich gelobe Ihnen, daß ich nie aus Ihren Reden, Thun und Schreiben Distellese, stets nur Blumenlese halten will!

Womit Sie mir aber am allerempfindlichsten wehe thaten, das ist Ihre Beiziehung der Person des Herzogs und meiner zuletzt erfahrenen Beförderung. Zeigen Sie mir doch aus mei­ner Rede nur eine einzige Sylbe von Jschariotischem Geruch!

Als ich vor vierzehn Jahren am Palmensonntage vor dem inzwischen verewigten Herzoge Wilhelm Juoäas Regierung am Grade des schlummernden Erlösers sich selbst richten ließ, da nickte mir der hohe Herr Beifall. Herzog Adolph straft mich gewiß mit keinem Zornesblicke, sollte er von meinen Worten Notiz nehmen und von meinem amtlichen Wirken Kenntniß er­halten; bis heute glaube ich gegen ihn meines Eides mich treu bewußt geblieben zu seyn. Wird diejenige Freiheit an­gestrebt und diejenige Freisinnigkeit geübet, welche ich predige, wie sorglos können edle Fürsten im Schooße ihres Volkes der Zeiten harren! Auch den duldenden Gehorsam, aus den Sie mich verweisen, meinem Landesherrn zu bewähren, davon dürfte ja vielleicht die Zukunft Proben fordern; lassen Sie uns dann wetteisern!

Lieber Freund, wie gerne nehme ich im Bewußtseyn mei, ner Mängel und Irrungen stets Lehren an! Von Jugend auf bin ich gelehrt worden, zu bekennen, und schon oft in meinem Leben habe ich gesprochen: Peccavi; Ihren Anschuldigungen gegenüber fühle ich mich indessen rein. Sie haben mir darum in meiner Einsamkeit sehr wehe gethan, meine Charwoche mir verbittert, meine Festarbeiten sauer gemacht.

Hätten Sie eine 'alte Freundschaft krönen wollen, besser meine ich, hätten Sie es anders gethan. Ich verspreche es Ihnen vor Gott und unserm Versöhner: Ich will es gelegent­lich anders thun! Ihr für jede Ihrer Wohlthaten stets dank­barer, namentlich erklärter Freund

_______ ______________ ,. . _______ ________angekündigte Ausstellung von Zeichnungen und Modellirarbeiten der Schüler der vorge­nannten Anstalt im Festsaale des Nealgpninastums (altes Schulhans) bereit« ihren Anfang genommen hat, wird weiter bekannt gemacht, daß nach Be­schluß des Gewerbevereinsvorstandes auch eine Vertheilung von Preisen an die besten Schüler stattfinden und der Zeitpunkt derselben demnächst ausge­schrieben werden wird.

Der SommerunterrichtScvrS in der gewerblichen Zeichnung«- und Mo- dellirschule beginnt Sonntag den 29. April, Vormittags 8 Uhr. Anmel­dungen zum Eintritte werden in dem gewöhnlichen Locale (neues Schulhaus) entgegengenommen.

Wiesbaden, den 21. April 1849.

Die Schulcommission des Gewerbcvereins.

411] Ich mache hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich meinen Lade» aus der Langgaffe in den Ritter am Sonnenbergerthor verlegt habe. Auch mache ich bekannt, daß bei mir Glace-Handschuhe aller Art schwarz gefärbt werden Joh. Kaschau, Säcklermeister.

Frankfurt a. M., den 20. April.

Mittags 1 Uhr.

410]

Ler, Seminarprofessor zu Herborn.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Bârssrtmachungen.

Kunst-Anzeige.

Im Saale zu den Vier Jahreszeiten,

Sonntag den 22. April,

H^" Nachmittags um 4 Uhr =^^

musikalisch-humoristische

Produktion neuester Zeitereignis

von Fr. Lippe, vom Hoftheater zu Hannover.

1 Billet 12 kr., Familien-Billet für 3 Personen 24 kr. in der L. Schell en berg'schen Hofbuchhandlung zu haben.

Das Nähere bezeichnet das Programm.

Oesterreich, 5 0/0 Metalliques . . . .

4

9V 0/ "

" Ä Z2 /0 „ • ♦ ♦

„ 3 % Bankactien o. D. . .

„ 500 ff. Loose......

„ 250 fl. Loose......

Preußen, 50 Thaler Prämieuscheine . .

„ 37, % Staatsschuldscheine â 105

Bayern, 37, % Obligationen.....

Verba cher-Eisenbahn-Actien . . .

Würtemberg, 3V-"/» Obligationen. . .

„ 41/, % neue Obligationen .

B ad en, 37, % Obligationen von 1842 . .

„ Lotterie-Aul. â 50 fl. bei G. u. S.

kr.

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .

Darmstadt, 37, % Obligationen ....

„ 4 % „ ....

„ 50 fl. Loose.......

„ 25 fl. Loose........

Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahu-Actie

„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. .

Nassau, 3 7, % Obligationen bei Rothschild .

„ 25 fl. Loose.........

Frankfurt, 3 % Obligationen......

„ 3%% „ von 1839 . .

», 3 7, „ „ von 1846

Taunus-Eisenbahn-Actien ä 250 fl. . . H olland, 27, % Integralen...... Spanien, 3 % Innere Schuld......

„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup. . . .

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose......

500 n. ,, „ ......

Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethman D isconto .

G

Pistolen . . . - - - ■ Pr. Friedrichsd'or. . Holl. 10 fl. Stücke . Rand- Ducaten . . . 20 Francsstücke . . . @ngl. Souverains. .

Papier.

76%

60

40%

1184

128% 79%

817,

73% 79 95

77% 48% 287=

87% 717, 227, 35 28

817« 21

Geld.

767= 59% 40%

1179

1287, 79 ■/,

102

80% 797, 73 % 787, 947, 77% 487, 287, 79

77V.

877.

70 22 34% 27% 80% 20%

777,

927, 92%

89%

296 50% 24

74% 26%

294

49% 23%

98

747, 26

1

ü.

kr.

Silb er.

fl.

kr.

9

56

Gold al Marco ....

382

9

57

Laubth., ganze. ....

—

10

4

Preuß. Thaler.....

—

—

5

39

5 Frankenthaler ....

9

38

Hochhaltig Silber. . .

24

30

12

4

Gering u. mittelh. . .

24

20

Frnchtpreife.

Namen der Städte.

Datum der

P r e i se.

1 Walzen pr. Malter

Pfd I fl.lkr.

1 Korn pr. Malter Pfolffikr.

Gerste pr. Malter

Hafer pr. Malter

Pfd

fl.

kr.

Pfdi fl.

kr.

Bingen ....

18. April

260

8

35

266

5

39

147

4

15

129

3

12

Diez.....

13. April

310

13

37

290

8

40

260

6

48

—

4

33

Dillenburg . . .

14. April

300

14

40

300

10

—

260

8

—

190

5

20

Friedberg . . .

30. März

215

8

55

196

5

54

75

4

42

136

3

20

Hadamar....

21. Jan.

14

30

8

50

7

—

4

15

Herborn ....

7. April

320

14

40

360

10

—

260

7

—

200

5

—

Mainz.....

23. März

200

9

8

200

6

3

200

5

13

200

6

6

Wiesbaden . . .

19. April

170

8

10

160

5

—

144

4

—

96

2

45

Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes welche an jedem Werktage, Vormittags um 10 Uhr, aus­gegeben wird.

Wie Expedition der Aass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden.